Vor knapp 3.000 Jahren hat Geld den Tauschhandel abgelöst und die Wirtschaft revolutioniert. Die Digitalisierung stellt Münzen und Scheine trotzdem infrage. Aber was ist die Alternative?
Geld lebt vom Vertrauen
Geld gab es eigentlich immer. Erst in Form von tauschbaren Gütern wie Fellen und Lebensmitteln, später in Form von Kostbarkeiten wie zum Beispiel Perlen oder Muscheln. König Krösus von Lydien hat dann ca. 700 vor Christus das Münzgeld erfunden und damit die Wirtschaft erst richtig in Schwung gebracht (die Geschichte des Geldes gibt es auf der Seite der OeNB). Die Grundlage des modernen Währungssystems war geschaffen.
DIGITALE BANKDIENSTLEISTUNGEN BELIEBT
3.000 Jahre später ist alles anders. Die Ausgabe von Bargeld wird infrage gestellt, IT-Spezialisten schaffen digitale Kryptowährungen und Banken feilen an individuellen Bankstrategien mit höchster Kundenorientierung: „Die Mobilität unserer Kundinnen und Kunden ist heute wesentlich höher als früher und damit steigen sowohl das Bedürfnis als auch die Bereitschaft, immer mehr finanzielle Angelegenheiten digital abzuwickeln“, argumentiert etwa Waltraud Perndorfer, Geschäftsbereichsleiterin Privat Bank der Raiffeisenlandesbank OÖ.
„Wir setzen auf modernste digitale Bankdienstleistungen und stellen fest, dass deren Nutzung ein massives Wachstum erfährt.“ Als Beispiel nennt sie das innovative Internetbanking-Portal „Mein ELBA“: „Dieses neue Finanzportal bietet neben maximalem Komfort auch Sicherheit und Schnelligkeit. So können zum Beispiel bequem von zu Hause aus rund um die Uhr Überweisungen und Wertpapiertransaktionen getätigt, der aktuelle Finanzstatus abgefragt und Portfolioanalysen erstellt werden. Moderne Apps bieten darüber hinaus Zugang zum Electronic Banking am Smartphone mit besonderen Zahlungsverkehrsfunktionen und der Möglichkeit, unkompliziert und in Echtzeit Geld von Smartphone zu Smartphone zu versenden.“
Schnelligkeit wird im Geldverkehr ohnehin immer wichtiger. Raiffeisen hat bereits reagiert und bietet als eine der ersten Banken Europas die sekundenschnelle Raiffeisen Express Überweisung auf Basis des SEPA-Instant-Payment-Standards an, die seit Ende 2017 auch im Onlinebanking („Mein ELBA“) zur Verfügung steht und den gleichen Sicherheitsstandards wie eine SEPA-Überweisung unterliegt. In der neuen Version von ELBA-business/-kompakt ist die Expressüberweisung jetzt auch für Firmenkunden verfügbar. Die Raiffeisenlandesbank OÖ wird den Zahlungsverkehr in den kommenden Jahren weiter revolutionieren und ermöglicht beispielsweise schon jetzt schnelle und sicher durchführbare In-App-Käufe und -Verkäufe von KEPLER-Fondsanteilen.
KRYPTOWÄHRUNGEN SIND KEIN GELDERSATZ
Aber egal, ob Kartenzahlung, Internetüberweisung vom Bankkonto, E-Commerce-Zahlung, Instant Payment oder Person-to-Person-Bezahllösung (P2P Payment): Bezahlt wird wohl weiterhin in traditionellen Währungen. Der im Vorjahr ausgebrochene Hype um Bitcoin und andere Kryptowährungen ist nach einer atemberaubenden Berg- und Talfahrt der Kurse und ein paar handfesten Betrugsskandalen wieder abgeflaut. Zahlreiche Studien kommen zum Schluss, dass aus volkswirtschaftlicher Sicht schon das Design der Kryptowährungen ungeeignet ist, um darauf ein Geld- oder Währungssystem aufzubauen. Zu unsicher ist die Kursentwicklung, durch das Fehlen einer beaufsichtigenden Nationalbank ist der Spekulation Tür und Tor geöffnet.
DIGITALE SERVICES ALS KOMFORTABLE ERGÄNZUNG
Bitcoin & Co. verfehlen damit die Grundvoraussetzung, um sich als Geld zu eignen: das Vertrauen in seinen Wert. Wegen der zentralen Bedeutung dieser gefühlten Sicherheit werden auch die Banken ihre bisherige zentrale Rolle beibehalten. Und neben praktischen Services, Innovationen von Fintechs und Robo-Advisors (automatisierte Anlageberater) auch das gute alte Servicegespräch anbieten. Oder – wie es Privat-Bank-Chefin Perndorfer formuliert: „Die PRIVAT BANK versteht sich als verlässlicher Begleiter und vor allem persönlicher Berater ihrer Kunden. Modernste Banktechnologien werden selbstverständlich eingesetzt, oberste Priorität hat aber immer die persönliche Betreuung.“