Raiffeisen OÖ verzeichnet kräftigen Anstieg bei privaten Wohnbaukrediten

Zahl der Neuabschlüsse steigt im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 40 Prozent

Linz, 17. August 2026 | Die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen in Oberösterreich zieht deutlich an. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich 3.409 private Wohnbaukredite neu abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 40,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch das Kreditvolumen bei Neuabschlüssen entwickelte sich deutlich positiv: Mit 634,6 Millionen Euro lag es um 48,1 Prozent über dem Wert des ersten Halbjahres 2025. Bemerkenswert dabei: Das zur Jahresmitte erreichte Neuabschlussvolumen übertrifft bereits das Gesamtvolumen des Jahres 2024. „Wir sehen eine klare Belebung der Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen. Viele Kundinnen und Kunden setzen jetzt Wohnprojekte um, die sie in den vergangenen Jahren aufgrund des schwierigen Marktumfelds und der strengen Regelungen im Rahmen der KIM-Verordnung verschoben haben“, erklärt Reinhard Schwendtbauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ.

 

Vier von fünf Wohnbaukrediten mit Fixzinsvereinbarung

Weitere Fakten aus der aktuellen Auswertung kurz zusammengefasst:

  • Die durchschnittliche Laufzeit der im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossenen Wohnbaukredite beträgt rund 24 Jahre (290 Monate).
  • Der größte Anteil, sowohl bei der Anzahl als auch beim Volumen, entfällt auf Kreditnehmer in der Altersgruppe zwischen 30 und 34 Jahren.
  • Der Altersdurchschnitt der Kreditnehmer in der Raiffeisenbankengruppe OÖ liegt im untersuchten Zeitraum bei 36 Jahren.
  • Vier von fünf Wohnbaukrediten wurden im ersten Halbjahr 2026 mit einer Fixzinsvereinbarung abgeschlossen.
  • Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt 188.000 Euro.

Mehr Planungssicherheit sorgt für neue Dynamik

Für die steigende Nachfrage gibt es laut Reinhard Schwendtbauer mehrere Gründe: „Die Realeinkommen vieler Haushalte haben sich verbessert, wodurch wieder mehr finanzieller Spielraum für Projekte vorhanden ist. Gleichzeitig haben sich die Baukosten stabilisiert, was zu mehr Planungssicherheit beiträgt. Und auch das Zinsumfeld hat sich seit Mitte 2024 deutlich verbessert.“

Von einer Rückkehr auf das Niveau vergangener Bauboom-Jahre kann derzeit noch nicht gesprochen werden. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2022 wurden in der Raiffeisenbankengruppe OÖ 5.939 Wohnbaukredite mit einem Gesamtvolumen von 849,9 Mio. Euro abgeschlossen.

Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Kreditabschlüsse waren auch die strengeren Vorgaben der Finanzmarktaufsicht. Die sogenannte KIM-Verordnung galt ab August 2022 und wurde Ende Juni 2025 eingestellt. „Die KIM-Verordnung hat den Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen erschwert und damit auch wertvolles Potenzial für private Vermögensbildung und Altersvorsorge verhindert. Insbesondere junge Menschen wurden häufig nicht von ihrer Bonität, sondern von starren regulatorischen Vorgaben gebremst. Aber auch durch die aktuelle Nachfolgeregelung wird insbesondere Familien der Weg zum Eigenheim oftmals unnötig erschwert“, so Schwendtbauer.

RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer
RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer

Sanierung und Bestandsimmobilien im Fokus

Die aktuell steigende Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen steht immer häufiger im Zusammenhang mit der Sanierung und Revitalisierung von Immobilien. Viele Familien investieren in den Ausbau oder Umbau bestehender Objekte, etwa im Zuge von Mehrgenerationenlösungen oder bei Immobilien im Familienbesitz. Auch Zubauten und Modernisierungsmaßnahmen gewinnen an Bedeutung. Neue Wohngebäude spielen weiterhin eine Rolle, werden aber vor allem im ländlichen Raum errichtet. Verfügbare Baugründe im Familienbesitz sowie Eigenleistungen und Unterstützung durch Familie und Bekannte tragen dort häufig dazu bei, die Gesamtkosten zu reduzieren. Darüber hinaus hat sich bei vielen Kundinnen und Kunden von Raiffeisen OÖ auch das Verständnis und der Zugang zu ihren Wohnprojekten verändert. „Heute wird noch genauer kalkuliert als früher. Wohnwünsche werden an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. Gefragt sind kompaktere, effizientere und wirtschaftlich gut darstellbare Lösungen“, so Reinhard Schwendtbauer. Zusätzliche Impulse brachte heuer die Befreiung von Gerichtsgebühren beim Immobilienerwerb, die allerdings mit Ende Juni 2026 ausgelaufen ist.

 

Förderungen weiterhin wichtiger Baustein

Ein wesentlicher Faktor bei der Finanzierung von Wohnprojekten bleiben Förderungen. Während auf Bundesebene zahlreiche Mittel für heuer bereits ausgeschöpft sind, bietet das Land Oberösterreich weiterhin attraktive Fördermöglichkeiten für Neubau-, Umbau- und Sanierungsvorhaben. Wer über die Realisierung eines Wohnprojekts nachdenkt, sollte sich daher frühzeitig von den Finanzexperten in der Raiffeisenbank vor Ort beraten lassen. „Durch die Kombination aus Förderungen, Eigenmitteln und individuell abgestimmter Finanzierung lassen sich auch in einem herausfordernden Umfeld tragfähige Lösungen entwickeln“, so Reinhard Schwendtbauer. Er geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung bei den Kreditabschlüssen auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzt. Ein Indikator dafür sei das steigende Interesse an Veranstaltungen sowie Informations- und Beratungsgesprächen rund um Wohnbau und Finanzierung bei Raiffeisen OÖ.

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Mag. Jutta Oberweger

Unternehmenssprecherin
Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG
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