Artenvielfalt ist „ka gmahde Wiesn“
Naturschutz braucht Engagement
Sie sind Relikte aus einer vergangenen Zeit, Oasen der Artenvielfalt, Medizin zum Fressen und die Kronjuwelen einer Tourismusregion – Bergwiesen.
Entstanden sind die Bergmähder durch Roden des Bergwaldes vor vielen hundert Jahren. Und auch heute noch können die Wiesen im Gebirge durch ihre besondere Lage am obersten Rand der Kulturlandschaft nur so bewirtschaftet werden wie anno dazumal – nämlich in mühsamer, arbeitsintensiver Handarbeit.
Viele BäuerInnen mussten das unrentable Bewirtschaften der steilen Hänge deshalb aufgeben – mit schweren Folgen für die Natur.
Bergwiesen gehören zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa. „Im Gegensatz zum ‚Waldsterben‘ ist das Thema ‚Wiesensterben‘ in Österreich wenig populär, weshalb sich auch fast niemand darum kümmert. Zumindest in Molln ist es uns in den letzten Jahren gelungen, diesbezüglich eine echte Trendwende zu bewirken“, ist Christian Hatzenbichler, Obmann des Vereins „Bergwiesn heign“ zu Recht stolz auf die 10-jährige erfolgreiche Arbeit seines Vereins. Gründe, die für den Erhalt der Bergwiesen sprechen, gibt es viele: Die Bergmähder sind mit bis zu 75 verschiedenen Pflanzenarten auf 5x5 Meter unglaublich artenreich an Blumen, Gräsern Kräutern, Insekten – in Summe leben auf so einer Fläche knappe 5000 verschiedene Lebensformen. Sie liefern hochwertiges Futter, das aufgrund des Kräuteranteils einer „Hausapotheke“ für Kühe gleicht. In einer Tourismusregion wie dem Nationalpark Kalkalpen sind sie wichtiges Erholungsgebiet und Alleinstellungsmerkmal. Nicht zuletzt locken sie mit ihrer bunten Speisekarte Wild an und dämmen so Verbissschäden im Wald ein.
Schwitzen für den guten Zweck
Jede Mahd ist deshalb ein Schritt zu einem kleinen blühenden Paradies – für Menschen und für Tiere. Um die aufwändige Arbeit zu bewältigen und mehr Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren, holt sich der Verein „Bergwiesn“ helfende Hände bei Parteiorganisationen wie dem Österreichischen Alpenverein oder auch Unternehmen. In der heutigen Erntesaison waren erstmals MitarbeiterInnen der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG bei der Heuernte im Einsatz. Es duftet wie im Heustadel wenn die Freiwilligen in einer Reihe die Rechen Schwingen. Man hört nicht viel außer dem Kratzen der Gabeln, dem Rascheln des Heus und dem Schnaufen der TeilnehmerInnen – für Lachen und Austausch ist dann erst in den gemeinsamen Pausen genügend Luft vorhanden : „Die Arbeit ist anstrengend, doch die wertvollen Einblicke, die wir hier vermittelt bekommen, machen den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Und wer kann schon in so einer idyllischen Gegend arbeiten? Ich freue mich, dass ich mich hier so einbringen kann und darf“, so Leonie Binder, Innovationsmanagerin bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG.
Einen ganzen Arbeitstag können MitarbeiterInnen und Mitarbeiter der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG an den Standorten in Linz, Süddeutschland, Salzburg oder Wien für soziale Initiativen oder ökologische Projekte verwenden – Voraussetzung dafür ist, dass sie sich hier in ihrer Region einbringen und die Aktion im Team durchführen. Den bezahlten Arbeitstag für den guten Zweck macht die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG für ihre MitarbeiterInnen seit 2023 möglich – insgesamt werden so pro Jahr mehr als 1.000 Tage gemeinnütziger Arbeit generiert, die in über 50 Projekten und bei Blaulichtorganisationen in Bundesland Oberösterreich bestens investiert sind.