Mit Herz führen, mit Struktur wachsen
Regionalleiterin Raphaela Negrelli-Schöffauer über Teamgeist zwischen Generationen, die Förderung junger Talente und die Kunst, in Balance zu leben.
Raphaela Negrelli-Schöffauer leitet seit November 2024 die Bankstelle Kufstein. Im Interview verrät sie uns ihren beruflichen Werdegang und warum die Ausbildung und Entwicklung junger Mitarbeiter:innen eine Herzensangelegenheit für sie ist.
Raphaela, warum hast du dich für einen Bankjob entschieden?
Seit dem Jahr 1999 bin ich im Bankgeschäft tätig, nachdem ich nach meiner Matura einen kurzen Abstecher ins Chemiestudium gemacht habe. Die Finanzwelt scheint mir im Blut zu liegen, da auch meine Eltern in dieser Branche gearbeitet haben. Nach dem College für Privatkunden setzte ich meine Ausbildung im Bereich Firmenkunden fort - meine Chefs haben mich stets gefördert und die Arbeit bereitete mir große Freude. Später erweiterte ich mein Wissen im Bereich der freien Berufe.
Nach der Ausbildung zur Führungskraft durfte ich bereits 2011 die Leitung einer Filiale mit 17 Personen (vom Lehrling bis zur/zum Firmenkundenberater:in) übernehmen – eine neue, spannende Herausforderung, die mir sehr gelegen kam und mich persönlich hat wachsen lassen. Nach meiner Rückkehr aus der Karenz war ich kurz Leiterin im Vermögensberatungsteam, bevor ich der Liebe wegen von Wien nach Tirol gezogen bin und hier die Leitung der Kreditabteilung in einer Regionalbank übernommen habe. Mir wurde jedoch schnell bewusst, dass ich wieder in den Vertrieb wollte und mit Menschen, vor allem mit jungen Leuten, arbeiten und diese bei ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung begleiten wollte.
Warum hast du dich für die Stelle als Regionalleiterin in Kufstein beworben?
Noch bevor ich von der freien Stelle erfahren habe, hatte ich mir bewusst drei Monate Auszeit genommen und meine aktuellen Aufgaben hinterfragt. Meine Entscheidung für Raiffeisen war wohlüberlegt, da ich mich mit den Werten des Unternehmens stark identifizieren kann, ebenso wie mit Kufstein. Ich bin ein Stadtmensch, die hier gelebte Kultur kommt mir sehr entgegen.
Welche Aufgaben hast du als Regionalleiterin?
Neben Netzwerkpflege und der Repräsentation der Bank nach außen liegt meine Hauptaufgabe einerseits in der Servicierung als auch in der Sicherstellung einer bedarfsgerechten und lösungsorientierten Beratung und Betreuung unserer Kund:innen in der Bankstelle Kufstein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildungsverantwortung für meine Team sowie die Unterstützung der Kolleg:innen in ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung mit dem Ziel, Potenziale zu erkennen und zu fördern, um damit einen größtmöglichen Beitrag am Erfolg zu leisten.
Was motiviert dich besonders in deiner Rolle als Coachin? Wie gelingt es dir, die verschiedenen Persönlichkeiten unter einen Hut zu bringen?
Mein Team besteht aus dreizehn motivierten Menschen im Alter zwischen 16 und 61 Jahren, davon acht in Ausbildung. Die meisten Kolleg:innen im Team Kufstein sind unter 30 Jahre alt. Es braucht klare Vereinbarungen, Rahmenbedingungen und Leitlinien für eine wertschätzende Zusammenarbeit, die jedem Raum geben, um wachsen zu können.
Verheimlichen möchte ich nicht, dass man auch als Führungskraft manchmal an seine Grenzen kommt. Ein kollegiales Miteinander auf Augenhöhe steht stets im Mittelpunkt, dennoch gilt es jeden einzelnen zu fördern, aber auch zu fordern, damit er seinen Aufgaben und Verpflichtungen nachkommt. Wer mit Menschen arbeitet, muss Menschen mögen. Werte wie Wertschätzung, Empathie und Respekt sowie das Verständnis für unterschiedliche Stärken und Interessen sind entscheidend, dann kommt auch viel zurück.
Was sind die größten Herausforderungen?
Immer wenn eine neue Persönlichkeit zu uns ins Team kommt, beginnt der Teambuilding-Prozess von vorne. Gegenseitiges Kennenlernen, Stärken erkennen und danach fördern, zulassen, dass nicht jeder Tag supertoll ist. Jeder will immer sein Bestes geben, trotzdem gelingt es nicht immer.
Gibt es ein Ausbildungskonzept oder spezielle Techniken, die du verwendest?
Neben individuellem Coaching haben sich Ausbildungs-Tandems mit ein bis zwei Sparringpartnern bewährt. So kommt man mit anderen Kolleg:innen zusammen, kann von unterschiedlichem Wissen und Knowhow profitieren und es ist immer jemand da, der hinter einem steht. Menschen entwickeln sich, wenn sie gesehen und wahrgenommen werden und damit die Möglichkeit bekommen, Verantwortung zu übernehmen. Dann wachsen sie und bringen sich aktiv ein.
Gibt es bereits eine oder sogar mehr Erfolgsgeschichten?
Hannes hat nicht nur seine Lehre erfolgreich abgeschlossen, sondern sich auch persönlich enorm weiterentwickelt. Mit Christina als Lehrlingscoach an seiner Seite bildeten die beiden ein hervorragend eingespieltes Team und haben gegenseitig voneinander profitiert. Katharina hat mittlerweile als Jugendberaterin der Region mehr Verantwortung übernommen. Insgesamt bin ich sehr stolz auf mein Team, auf jede einzelne Persönlichkeit, mit der ich zusammenarbeite.
Warum sollte sich ein junger Mensch bei uns als Berater:in bewerben?
Der Job ist abwechslungsreich, jeder Tag ist anders. Es gibt ein gutes Gefühl, wenn man Menschen Gutes tut und sie beim Thema Finanzen individuell begleitet. Der Bankjob hat sich verändert, mehr Regulatorik und Digitalisierung, der Verkauf mit Zielvorgaben kann auch für erfahrene Mitarbeiter:innen herausfordernd sein. Man sollte kommunikations- und lösungsorientiert, empathisch und zu einem gewissen Grad auch stressresistent sein. Verständnis für andere Menschen, Dienstleistungsorientierung und Lernbereitschaft sind wichtige Eigenschaften, die man mitbringen sollte.
Was macht die private Raphaela aus? Wie findet sie ihren Ausgleich?
Ich bin Mama und habe eine 10 Jahre alte Tochter. Meine Familie und Freunde sind mir wichtig. Wir sind bei den Schützen und beim Turnverein in verschiedenen Funktionen aktiv, Reiten als Leistungssport war mein halbes Leben meine Passion, mittlerweile ist der Segelsport eine große Leidenschaft von mir. Wir leben das WIR und die bunte Vielfalt mit viel Bewegung in der frischen Luft. Im Grunde läuft es privat und im Job gleich: Um alles unter einen Hut zu bekommen, muss man sehr organisiert sein und sich bewusst machen, allein geht’s nicht und muss es auch nicht.
WIR MACHT´S MÖGLICH.
Zur Bankstelle Kufstein: www.rbk.at/kufstein
Veröffentlicht am: 21.10.2025