Steigende Nachfrage nach nachhaltigen Finanzprodukten

Auf der ganzen Welt steigt das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz, was zu einer stetig steigenden Nachfrage der Gesellschaft nach nachhaltigen Investments führt. Diesen Trend greift auch die Politik auf und will durch unterschiedliche Regulierungsvorschläge und -gesetze und neue Gütesiegel speziell für nachhaltige Finanzprodukte einen positiven Einfluss und Lenkungseffekt ausüben. Das führt dazu, dass immer mehr Banken grüne, soziale, oder nachhaltige Fonds und Produkte anbieten und die Investitionen in nachhaltig zertifizierte Unternehmen forcieren. Diese Investitionen führen einerseits zu höherer Liquidität bei nachhaltigen Unternehmen und andererseits bringt die steigende Nachfrage viel Potenzial für die Anleger.
  

Finanzprodukte gelten dann als nachhaltig, wenn bei der Geldanlage auf die Einbeziehung der Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) Rücksicht genommen wird, um so Risiken besser zu steuern und nachhaltige, langfristige Erträge zu erzielen. Zukünftig wird die Taxonomie-Verordnung (siehe letzter Artikel) ein einheitliches Klassifikationssystem bieten, welche Wirtschaftstätigkeit als nachhaltig gilt und somit Greenwashing vermeiden. Dies erfordert eine Vielzahl an Daten und Analysen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
 

Weitere Herausforderung, aber auch Chancen, ergeben sich aufgrund wandelnder Anforderungen von Kunden und Geschäftspartnern. In den letzten Jahren konnte eine signifikante Zunahme der Kundenachfragen zum Thema nachhaltiger Investments beobachtet werden. Vor allem bei jüngeren Anlegern wächst das Interesse stark, den eigenen Vermögensaufbau nach nachhaltigen Gesichtspunkten auszurichten. Denn die Entwicklung zu einem nachhaltigeren und umweltverträglicheren Lebensstil ist vor allem für die junge und zukünftige Generation relevant und von großer Wichtigkeit. Kurz gesagt, viele junge Menschen wollen einen Beitrag für ihre Zukunft, und die ihrer Kinder, leisten. Und wenn das eigene Budget für eine Photovoltaikanlage oder ein Elektroauto noch nicht ausreicht, können sich junge Sparer beispielsweise über einen Fondssparer mit nachhaltigen Investments bereits heute an einer zukunftsfähigen Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft beteiligen.
 

Auch auf dem Markt weisen nachhaltige Finanzprodukte in den letzten Jahren ein enormes Wachstum auf: in Deutschland nahm beispielsweise zwischen 2014 und 2018 das Volumen nachhaltiger Investments um 70% zu. In Österreich belief sich das Volumen nachhaltiger Investmentfonds im Jahr 2020 auf 21,17 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 44%.
 

Auch Geschäftspartner und Stakeholder werden vermehrt hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsfaktoren überprüft und ausgewählt, sodass nachhaltiges Handeln von Finanzinstituten zunehmend an Bedeutung gewinnt und Einfluss auf die Wirtschaft nimmt. Es ist davon auszugehen, dass dies auch zunehmend Einwirkung auf die Refinanzierungsmöglichkeiten von Finanzinstituten haben wird.
 

Auch das hartnäckige Gerücht, dass nachhaltige Investitionen keine Gewinne erzielen können, ist längst widerlegt. Experten sind sich einig, dass sich gutes Gewissen und Gewinne nicht ausschließen.
 

Nachhaltigkeit ist schon längst ein strategischer Differenzierungsfaktor für Unternehmen. Finanzinstitutionen, denen es gelingt, Herausforderungen ihrer Kunden durch nachhaltige Produkte zu adressieren, ihre eigene ESG-Positionierung transparent zu machen und ihren Beitrag zum gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel proaktiv zu leisten, werden gestärkt aus diesem disruptiven Wandel hervorgehen.

 

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