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EZ: Inflation auf 13-Jahres-Hoch geklettert

Die Inflation ist zurück. Die Zeitungen sind voll von Diskussionen über die hohe Teuerung. Jeder spürt es beispielsweise im Supermarkt, an der Tankstelle oder bei den Heizkosten. Im Euroraum stieg die jährliche Rate des HVPI (harmonisierter Verbraucherpreisindex) von 3,4 % im September auf 4,1 % im Oktober und markiert damit den höchsten Stand seit Juli 2008. Es ist dies der vierte Anstieg in Folge. Energie war mit 23,7 % gg. Vj. erneut der stärkste Preistreiber. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) lag bei 2,1 % gg. Vj. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich im Oktober auf Jahressicht weit unterdurchschnittlich um 1,9 %, Dienstleistungen kosteten 2,1 % mehr.

Gegenüber September stieg die jährliche Inflationsrate in allen 27 EU-Mitgliedsstatten an. In Österreich belief sich der HVPI im Oktober auf 3,7 %, in Deutschland auf 4,6 %. Litauen wies mit 8,2 % die höchste Rate unter den Euroländern auf., Malta mit 1,4 % die niedrigste (alle Werte gg. Vj.).

Zuletzt warnte EZB-Direktorin Isabel Schnabel vor Inflationsrisiken. Bei der Teuerung sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Im November sei mit der höchsten Inflationsrate seit Einführung des Euro 1999 zu rechnen. Ihrer Ansicht nach dürfte die Teuerungsrate im Euroraum mittelfristig unter das 2 %-Ziel der EZB fallen, allerdings geht sie von einer erhöhten Unsicherheit aus, was Geschwindigkeit und Umfang des Rückgangs betrifft. Die Inflationserwartungen, in Form des 5-year 5-year Forward Swaps, sind aktuell rückläufig und werden unter der 2,0 %-Marke gehandelt. Schnabel rechnet damit, dass im Rahmen der nächsten Zinssitzung Mitte Dezember die Inflationsprognose der EZBVolkswirte für das nächste Jahr von 1,7 % nach oben revidiert wird.

Der Brent-Ölpreis kehrte jüngst unter die Marke von 80 USD je Fass zurück. Mit 77,58 USD/ Barrel wurde am 22. November das tiefste Niveau seit Anfang Oktober markiert. Auslöser dafür gab es mehrere. Die USA, China und zuletzt Japan drohten mit einer Freigabe von strategischen Ölreserven, auch um dem Inflationsdruck zu begegnen. China veräußerte schon im September Rohöl aus seinen Staatsreserven (konkrete Angaben zum Zeitpunkt oder zur Menge gibt es bislang allerdings nicht). Zudem geht mit dem rekordstarken Anstieg der Corona-Neuinfektionen in vielen Ländern Europas, der die Politik zu einer spürbaren Verschärfung der Maßnahmen veranlasst, die Sorge einher, dass die Ölnachfrage spürbar gebremst wird.