Vorstandsdirektoren Patrick Hafner und Andreas Giesinger
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Zuversicht trotz bestehender Unsicherheiten

Die Raiffeisenbank Hohenems behauptete sich 2025 trotz wirtschaftlich angespannter Lage mit einem guten Ergebnis. Vorsichtige Stabilisierung und Unsicherheit prägen das Gesamtbild.

Die Welt ist im Wandel und Vorarlberg steckt mittendrin. Das zeigt der Blick auf das Wirtschaftsjahr 2025. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und in der Ukraine sorgten auch vergangenes Jahr für Unsicherheit. Dennoch zeigten einzelne Regionen und Branchen erste Erholungstendenzen. Die globale Wirtschaftsleistung wuchs 2025 laut IWF um rund 3,0 Prozent und lag damit wieder unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Aktienmärkte entwickelten sich hingegen erneut positiv, wenn auch weniger dynamisch als im Jahr zuvor.

In der Eurozone setzte sich die Erholung langsamer fort: Das BIP-Wachstum lag bei etwa 0,8 bis 1,0 Prozent. Österreich konnte sich nach rezessiven Jahren wieder leicht stabilisieren. Mit einem Wachstum von rund 0,5 Prozent lag das Land aber unter dem europäischen Durchschnitt. Das gilt auch für die im langfristigen Vergleich moderate Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent (Eurozone: 6,4 Prozent). Gleichzeitig blieb der Fachkräftemangel in vielen Bereichen ein Thema.

Rückläufige Inflation und Zinssenkungen
Die Inflation entwickelte sich 2025 weiter rückläufig. Die Inflationsrate in Österreich betrug im Jahresdurchschnitt nur noch 2,8 Prozent (Eurozone: 2,3 Prozent). Besonders bei Energie und Sachgütern verlangsamte sich der Preisauftrieb deutlich, während Dienstleistungen weiterhin erhöhten Zuwachs verzeichneten. Geldpolitische Anpassungen prägten auch 2025. Nach den Zinserhöhungen der Vorjahre senkte die Europäische Zentralbank den Einlagensatz schrittweise auf rund 3,0 Prozent bis Jahresende. So verbesserten sich die Finanzierungsbedingungen leicht.

Auswirkungen auf Vorarlberg
Vorarlberg blieb von den Entwicklungen nicht unberührt. Als exportorientierte Region ist die heimische Wirtschaft in besonderem Maße von der internationalen Nachfrage abhängig. Die Industrie sah sich mit einer verhaltenen Auftragslage konfrontiert, während die Bauwirtschaft weiter mit dem erhöhten Zinsniveau konfrontiert war. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich lag 2025 um rund 20 Prozent über dem Durchschnitt – auch in Vorarlberg waren es mehr als üblich. Der Arbeitsmarkt zeigte sich insgesamt robust, auch wenn die konjunkturelle Schwäche in einzelnen Branchen zu einer zurückhaltenderen Personalpolitik führte.

Die Nachfrage nach Finanzierungen, insbesondere im Wohnbau, blieb gedämpft und lag deutlich unter dem Niveau der Jahre 2020 bis 2022. Gleichzeitig nahm die Sparquote der Haushalte wieder zu und erreichte rund 8 bis 9 Prozent des verfügbaren Einkommens. In der Rückschau prägten Stabilisierung, vorsichtige Zuversicht und bestehende Unsicherheit das Jahr 2025 in Vorarlberg.

Das Ergebnis der Raiffeisenbank Hohenems spiegelt die angespannte Wirtschaftslage wider und beweist zugleich das starke finanzielle Fundament der Region. Die operativen Kennzahlen sanken im Vergleich zum Vorjahr nur minimal. Mit einem Jahresüberschuss von rund 3,26 Millionen Euro (2024: 3,36 Millionen Euro) hat die Bank auch 2025 ihre Rolle als sicherer und zuverlässiger Partner unterstrichen. Das Vertrauen der Region zeigt sich auch beim steigenden Kund:innen-Geschäftsvolumen. Die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotbeständen wuchs um rund 5,1 Prozent auf 803 Millionen Euro an.