Stadthaus Dornbirn – Schaffung von zusätzlichem Wohnraum im städtischen Umfeld
Das Projekt:
Das Wohn- und Geschäftshaus der Familie befindet sich in Dornbirn in der Bahnhofstraße und wurde erstmals 1954 generalsaniert. Seitdem ist das Gebäude im Besitz der Familie, die selbst von 1956 bis 1974 die Wohnung im 2. Stock bewohnte. Das Haus verfügte bereits damals über eine zusätzliche Mietwohnung im 1. Stock sowie zwei Geschäftslokale im Erdgeschoss. Nach dem Auszug der Familie im Jahr 1974 wurde auch das 2. Obergeschoss vermietet. Seit der letzten Generalsanierung im Jahr 1954 wurden keine weiteren baulichen Maßnahmen durchgeführt. Im Jahr 2023 entschloss sich die Familie, das Haus umfassend zu sanieren, wobei das 1. und 2. Obergeschoss sowie das Dachgeschoss modernisiert und ausgebaut wurden.
Innovationen:
Während der Sanierung wurde das Elternhaus der Familie ab dem 1. Obergeschoss vollständig entkernt. Die Haustechnik, einschließlich Elektroinstallationen, Heizung und Sanitäranlagen, wurde komplett erneuert. Zudem wurden moderne Annehmlichkeiten wie ein Glasfaser- und Kabelanschluss sowie neue Küchenzeilen mit Backofen, Herd und Spülmaschine installiert. Die Fenster wurden durch neue Holzfenster mit 3-fach-Verglasung und Fensterläden zur Verschattung ersetzt. Das Dach erhielt eine neue Eindeckung und Dämmung. Die Außenwände wurden durch einen neuen Wärmedämmputz bauphysikalisch aufgewertet. Zusätzlich wurden Verglasungen im Dachbereich vorgenommen und das 2. Dachgeschoss neu erschlossen.
Ergebnis:
Bestimmte Bauteile, wie der Handlauf an der Stiege, wurden restauriert und wiederverwendet. Auf dem flächenmäßig begrenzten Grundstück wurde eine Versickerung realisiert. Die Geschäftslokale im Erdgeschoss blieben während der gesamten Baumaßnahmen unberührt und konnten ihren Betrieb uneingeschränkt fortführen. Durch die Sanierung wurde nicht nur der bestehende Wohnraum modernisiert, sondern auch zusätzlicher Wohnraum im städtischen Umfeld geschaffen, was den Wert des Gebäudes deutlich erhöhte.
Maßnahmen:
Gebäudehülle
Die Außenwände blieben bestehen, wurden aber mit einem Wärmedämmputz versehen. Des weiteren wurden die Fensterfaschen im ehemaligen Erscheinungsbild hergerichtet. Das Ziegelmauerwerk wurde im Bestand ergänzt und Türstürze wurden eingebaut. Im Innenbereich wurde der Kalkgrundputz an der gesamten Außenwandfläche aufgebracht (U-Wert 0,95 W/m²K).
Fenster
Es wurden hochwertige Holzfenster mit 3-fach Verglasung, Verschattung durch Fensterläden sowie eine Terrassentür eingebaut (U-Wert 0,84 W/m²K).
Decke zu unbeheiztem Keller
Auf die bestehende Betondecke wurde von unten eine Dämmung aufgebracht (0,36 W/m²K).
Schrägdach
Die Dachfläche wurde neu gedämmt, ein Unterdach wurde hergestellt und das Dach wurde mit Biberschwanzziegeln eingedeckt (U- Wert 0,14 W/m²K).
Im Dachgeschoss wurden ein begehbarer Blindboden hergestellt und statische Wände in Holzbauweise errichtet. Um Platz für die neue Verglasung zu schaffen, gab es in der Dachfläche eine Auswechslung. Dabei wurden geschickt sichtbare Zangen versetzt und eine Kreuzlattung wurde unterhalb der Sparren montiert und gedämmt.
Heizsystem
Die alte Ölheizung wurde ausgebaut und das Gebäude an das Nahwärmenetz angeschlossen.
„Die Bauherrschaft wollte die Geschichte des Hauses bewahren und zugleich Raum für zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten schaffen. Als Generalunternehmer haben wir gemeinsam mit dem Architekten und der Bauherrschaft Lösungen entwickelt, die Substanz, Nutzbarkeit sowie Kosten- und Zeitrahmen in Einklang bringen."
Quelle: Energieinstitut Dornbirn