Frontansicht Haus nach der Sanierung

Stadthaus von 1914 generalsaniert

Gelungene Balance zwischen Erhalt und Innovation

Projekt

Das Feldkircher Stadthaus aus dem Jahr 1914 wurde im Zuge einer Generalsanierung energetisch und funktional auf den heutigen Stand gebracht. Ziel war es, die schützenswerte Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig die Energieeffizienz deutlich zu steigern. Die Sanierungsmaßnahmen umfassten die thermische Optimierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Dachkonstruktion sowie den Ausbau des Dachgeschosses. Dadurch konnte die Wohnnutzfläche auf rund 160 m² erweitert werden.

 

Innovationen

Im Mittelpunkt stand ein ganzheitlicher, bauphysikalisch abgestimmter Sanierungsansatz, der den Erhalt der historischen Substanz mit hoher Energieeffizienz verbindet. Die Außenwände wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Holzweichfaserplatten gedämmt, die Fenster in die Dämmebene versetzt und Wärmebrücken konsequent reduziert. Für den Innenausbau kamen diffusionsoffene Materialien wie Schilfmatten und Lehmputz zum Einsatz, ergänzt durch eine behagliche Wandheizung.

Die Haustechnik basiert auf einer Luftwärmepumpe, unterstützt durch einen Speicherofen. Bestehende Tragstrukturen wurden erhalten, statisch ertüchtigt und mit Zellulose gedämmt. Sämtliche Maßnahmen erfolgten unter besonderer Berücksichtigung der historischen Bausubstanz.

Innenraum Haus in Feldkirch Holzstühle am Esstisch und Fensterfront
Bad mit gewölbter Decke, offener Dusche und Badewanne

Das Ergebnis

Entstanden ist ein energetisch hochwertig saniertes Gebäude mit hoher thermischer Behaglichkeit und verbessertem Feuchtemanagement. Die Kombination aus ökologischen Baustoffen, minimierten Wärmeverlusten und effizienter Haustechnik ermöglicht einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Gebäudebetrieb.

Zusätzlicher Wohnraum konnte durch den Ausbau des Dachgeschosses innerhalb der bestehenden Gebäudestruktur geschaffen werden. Dadurch wurde eine flächensparende Nachverdichtung realisiert, die die Nachhaltigkeit und Effizienz des Sanierungskonzepts zusätzlich unterstreicht.

Haus in Feldkirch vor der Sanierung
Seitenansicht Haus nach der Sanierung

Außenwände / Gebäudehülle.   
Die Außenwände des Ziegelbaus wurden mit 10 cm Holzweichfaserdämmung versehen und mit mineralischem Putz abgeschlossen (U-Wert 0,32 W/m²K).

 

Fenster
Neue, dreifach verglaste Holzfenster (U-Wert von 0,78 W/m²K).

 

Dach
Das Dach wurde erneuert und gedämmt mit 24 und 12 cm Holzfaserdämmplatten (U-Wert 0,12 W/m²K).

 

Heizsystem + erneuerbare Energiegewinnung
Luftwärmepumpe mit Speicherofen ergänzt; 12,6 kWp Photovoltaikanlage kombiniert.

Bauleiter Wolfgang Mathis, Hilti & Jehle
© Hilti&Jehle
Bauleiter Wolfgang Mathis, Hilti & Jehle

Statement Bauleiter Wolfgang Mathis, Hilti & Jehle:

„Den Bestand sollte man nicht als Einschränkung, sondern als Chance sehen. Alte Gebäude bringen Qualitäten mit, die sich nicht neu bauen lassen.“

Weitere Projekte in Zusammenarbeit mit dem Energieinstitut Vorarlberg:

Quelle:  https://www.sanierungsgalerie.at/projekte/stadthaus-von-1914-generalsaniert