Zwischen Ideal und Realität: Warum die Landwirtschaft mehr Wertschätzung verdient

Die Speaker:innen des Agrarsymposiums stehen für ein Gruppenfoto bereit und halten die Buchstaben W I R.
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[Graz, 5.12.2025] Die heimische Landwirtschaft leistet viel. Aber erhält sie dafür auch die angemessene finanzielle und gesellschaftliche Wertschätzung? Diese Frage bewegte rund 500 Landwirt:innen und Vertreter:innen aus der Politik beim Raiffeisen-Agrarsymposium in der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark. Zur Veranstaltung unter dem Motto "Wert und Wirkung: Landwirtschaft zwischen Anspruch und Anerkennung" lud RLB-Aufsichtsratspräsident Josef Hainzl gemeinsam mit RLB-Generaldirektor Martin Schaller und dem Vorstandsteam.

Präsident Josef Hainzl verwies in seiner Begrüßung auf die starke Verbundenheit von Raiffeisen mit der Landwirtschaft. „Die Landwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in der Steiermark und trägt maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung und Versorgungssicherheit bei. Dennoch bleibt die finanzielle Anerkennung oft hinter der gesellschaftlichen Wertschätzung zurück, lediglich vier Prozent des Konsumentenpreises landen laut aktuellen Studien in den Taschen der Landwirt:innen. Es darf jedoch kein Widerspruch zwischen Konsumenten- und Produzenteninteressen entstehen, beide Seiten sind Teil eines gemeinsamen Wertschöpfungskreislaufs. Mit dem Agrarsymposium schaffen wir bei Raiffeisen Steiermark eine Plattform, um gemeinsam an Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu arbeiten.“

 

Schaller: „Wertschätzung entsteht im Miteinander“

Laut Schaller bleiben die Leistungen der Landwirt:innen oft noch unsichtbar. Lediglich knapp zwölf Prozent des Konsums privater Haushalte in Österreich fließen im Schnitt in Lebensmittel. „Die Landwirtschaft verdient in Österreich eine hohe Wertschätzung, da sie umfassende ökologische und ökonomische Leistungen für Konsument:innen und die Gesellschaft erbringt. Wir alle tragen dazu bei, dass dieses Vorhaben auch gelingt, denn echte Wertschätzung entsteht nur im Miteinander. Raiffeisen steht seit jeher an der Seite der Landwirtschaft, wir bieten Finanzierungslösungen bei Investitionen, begleiten umfassend bei Unternehmensnachfolgen und sind Partner für Initiativen, die Bildung und Zukunftsperspektiven im Agrar-Bereich fördern“, sagt Schaller.  

 

Hochkarätig besetztes Podium begab sich auf Lösungsfindung

Neben der Möglichkeit zur Vernetzung begab man sich beim Agrarsymposium gemeinsam mit den Gästen auf die Suche nach Lösungsansätzen. In ihrer Key-Note begab sich die Landwirtin und Kommunikationsexpertin Michaela Sandmayr auf die Suche nach der Wertschätzung in der Landwirtschaft. Diese wurden zudem im Rahmen eines Podiumsgespräches mit hochkarätigen Interessensvertreter:innen vertieft. Miteinander diskutierten: Maria Pein (Vizepräsidentin Landwirtschaftskammer Steiermark ), Josef Pesserl (Präsident Arbeiterkammer Steiermark), Christoph Holzer (Geschäftsführer SPAR Steiermark und Südburgenland), Wolfgang Schaller (Chefredakteur ORF Steiermark) und RLB-Generaldirektor Martin Schaller.

 

Michaela Sandmayr, Landwort: 

„Leistung braucht Sichtbarkeit. Unsere Landwirtschaft leistet Enormes – Tag für Tag, oft still und im Hintergrund. Wenn wir als Bäuerinnen und Bauern unsere Geschichten erzählen, entsteht genau dort, wo Wert entsteht, auch Wertschätzung. Kommunikation ist dafür unser stärkstes Werkzeug."

 

Maria Pein, Vizepräsidentin Landwirtschaftskammer Steiermark: 

"Echte Wertschätzung entsteht erst, wenn sich der gesellschaftliche Anspruch und wirtschaftliche Anerkennung die Waage halten. Die Landwirtschaft steht zwischen ständig wachsenden Ansprüchen und zu geringer Wertschätzung. Jede Steirerin und jeder Steirer hat es in der Hand, den landwirtschaftlichen Produkten und den regionalen Lebensmitteln mehr Wert zu geben."

 

Christoph Holzer, Geschäftsführer SPAR Steiermark und Südburgenland: 

"Landwirtschaft ist weit mehr als die Produktion von Lebensmitteln – sie prägt unsere Regionen, unsere Identität und unsere Lebensweise. Bei SPAR Steiermark arbeiten wir mit über 333 steirischen Produzent:innen zusammen und bieten mehr als 4.000 Produkte aus der Steiermark an. So forcieren wir regionale Wertschöpfung und zeigen echte Wertschätzung für die Arbeit unserer Landwirt:innen."

 

Josef Pesserl, Präsident Arbeiterkammer Steiermark:

„Die Landwirtschaft ist für die Gesellschaft unverzichtbar. Die Bäuerinnen und Bauern stellen für uns alle die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln sicher. Gleichzeitig leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Pflege der Landschaft und stellen Rohstoffe für Industrie und Energie bereit.“

 

Wolfgang Schaller, Chefredakteur ORF Steiermark: 

„‘Tue Gutes und sprich darüber‘ – dieser Spruch sollte heute vielleicht besser heißen ‚Tue Gutes und poste es‘. Egal, wie man es nimmt, er hat nichts an Aktualität verloren und gilt auch ganz besonders für die Landwirtschaft! Gerade Landwirtinnen und Landwirte verstecken sich und ihre Leistungen für unsere Gesellschaft noch zu oft und wundern sich dann über fehlende Anerkennung. Mehr Selbstvertrauen ist also gefragt!"

 

Fotocredit: RLB Steiermark/Peter Riedler

Pressekontakt

05.12.2025 - Jahr 2025
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