Pharma trifft auf Silicon Valley

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem der wichtigsten Innovationstreiber in der Pharmaindustrie. Während die Entwicklung neuer Medikamente traditionell zehn Jahre oder länger dauern kann, versprechen KI-gestützte Verfahren eine schnellere Identifikation von Wirkstoffkandidaten, effizientere klinische Studien und eine bessere Analyse biologischer Daten. 

Unter den Pharmaunternehmen läuft ein Wettrennen darum, wer über die leistungsfähigsten Mikrochips verfügt. Davon erhoffen sie sich Vorteile bei der Entwicklung neuer Medikamente dank des Einsatzes von KI. Ganz vorne dabei ist der Schweizer Konzern Roche.

Roche hat im Frühjahr angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem Halbleiter-Giganten Nvidia auszubauen. Sie wollen zum Pharmaunternehmen mit der größten Leistungsfähigkeit in Graphic Processing Units (GPU) werden. GPU sind Mikrochips aus Halbleitern, die große Berechnungen gleichzeitig durchführen können. Sie gelten als der Schlüssel zu komplexen KI-Modellen. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Medikamente und Diagnoselösungen zu beschleunigen und klinische Daten effizienter auszuwerten.

Der Markt für KI in der Arzneimittelforschung wächst beträchtlich: von knapp 2 Milliarden Dollar (2025) auf über 16 Milliarden Dollar bis 2034. Eine 2026 veröffentlichte Auswertung spricht von über 200 klinischen Wirkstoffkandidaten, die mithilfe von KI entdeckt oder entwickelt wurden und sich bereits in klinischen Studien befinden.

Und Nvidia selbst? Der Chiphersteller prognostiziert bis 2027 eine Billion Dollar an kumulierten Umsätzen aus KI-Chips. Ein wachsender Teil davon kommt direkt aus dem Gesundheitswesen. Die Medizin ist für Nvidia zu einem zentralen Markt geworden. Und Nvidia ist für die Medizin zur zentralen Infrastruktur geworden.

Die gesamte Branche befindet sich momentan in einer intensiven Phase der Neuorientierung. So haben in den vergangenen Monaten auch andere Schwergewichte wie Novo Nordisk oder Eli Lilly vergleichbare Initiativen im Bereich der digitalen Medizin präsentiert. Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Der direkte Zugang zu leistungsstarker Hardware ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor geworden.

 

Sicherheit bleibt gefragt

Künstliche Intelligenz bietet der Pharmaindustrie leistungsstarke Werkzeuge, um Krankheiten künftig schneller und präziser zu erforschen. Doch der Weg zu einem fertigen und sicheren Medikament bleibt ein Marathon, bei dem selbst die leistungsstärksten Computerchips die praktische Forschungsarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorerst nicht ersetzen können.

Trotz der großen Erwartungen bleiben viele Analysten vorsichtig. Die Künstliche Intelligenz hat ihr Potenzial in der Pharmakologie zwar bereits angedeutet, aber noch längst nicht vollständig entfaltet.

Wertentwicklungen der Vergangenheit ermöglichen keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

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Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Informationsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 24. September 2026 wieder. Einzelne Daten und Rahmenbedingungen können sich geändert haben.