KI-Boom treibt Börsen in Taiwan und Südkorea
Beim Thema Künstliche Intelligenz denkt man zunächst an die großen US‑Techkonzerne, die mit enormen Investitionen die Schlagzeilen dominieren. Deutlich weniger Beachtung finden hingegen zentrale Profiteure in Asien – insbesondere in Taiwan und Südkorea.
Gerade dort sitzen zahlreiche Unternehmen, die mit ihren Halbleitern und technologischen Komponenten eine Schlüsselrolle beim Ausbau der globalen KI-Infrastruktur spielen. Sie liefern unverzichtbare Bauteile für Rechenzentren und andere Anwendungen, auf die US-Techgiganten in hohem Maße angewiesen sind. Entsprechend dynamisch entwickelt sich die Nachfrage.
Da neue Produktionskapazitäten nur mit Verzögerung aufgebaut werden können, bleibt das Angebot knapp. Die Folge sind hohe Auslastungen, steigende Preise und deutliche Gewinnzuwächse bei den Herstellern – eine Entwicklung, die sich auch an den Börsen widerspiegelt.
Auf Wachstumskurs
Besonders stark konnte der koreanische Markt profitieren: Der Leitindex Kospi hat sich im Laufe des Jahres 2026 zeitweise nahezu verdoppelt. Dabei zeigt sich eine starke Konzentration: Die beiden Technologieriesen Samsung Electronics und SK Hynix machen gemeinsam mehr als 40 % des Index aus.
In Taiwan ist der Fokus sogar noch ausgeprägter – dort sind über 80 % der Marktkapitalisierung direkt oder indirekt mit dem Thema KI verknüpft. Entsprechend hat die globale Tech-Rallye in beiden Märkten für eine außergewöhnlich hohe Kursdynamik gesorgt.
Trotz dieser Entwicklung gelten viele Bewertungen weiterhin als moderat. Der Grund liegt im dynamischen Wachstum der Gewinne, das die gestiegenen Kurse bislang rechtfertigt. Für taiwanesische Unternehmen wird weiterhin ein kräftiges Gewinnwachstum erwartet – sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr. In Südkorea fallen die Prognosen sogar noch deutlich höher aus.
Bemerkenswert ist, dass selbst geopolitische Belastungsfaktoren wie der Iran-Konflikt und der damit verbundene Ölpreisanstieg die Euphorie lange Zeit kaum bremsen konnten.
Allerdings gehen mit dieser Entwicklung auch Risiken einher. Die starke Abhängigkeit von der Investitionstätigkeit der US-Techkonzerne ist ein zentraler Faktor: Sollte sich das Tempo beim Ausbau der KI-Infrastruktur verlangsamen, hätte das unmittelbare Auswirkungen auf die Nachfrage – und damit auf die Aktienmärkte der beiden Länder. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten. Besonders relevant ist dabei die angespannte Lage rund um Taiwan, die das Risiko für Investoren zusätzlich erhöht.
Mitte Juni begann die Stimmung etwas zu kippen, als die Aktie von SpaceX nach einem sehr starken Börsenstart deutlich nachgab. Zusätzlichen Druck brachte die Entscheidung von Apple, aufgrund steigender Produktionskosten die Preise anzuheben. Das wurde von den Märkten als Warnsignal gewertet und belastete insbesondere Technologiewerte – auch in Asien.
Solange die Nachfrage nach KI-Infrastruktur auf hohem Niveau bleibt und das Angebot nicht schnell genug ausgeweitet werden kann, dürfte dieser positive Trend anhalten. Taiwan und Südkorea haben inzwischen ein erhebliches Gewicht in den globalen Schwellenländerindizes erreicht und stellen zusammen einen bedeutenden Teil der Marktkapitalisierung dar.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Veranlagungen in Finanzinstrumente dem Risiko von Kursschwankungen bzw. Kursverlusten u. U. bis zum Totalverlust ausgesetzt sind. Auch bei Einhaltung der empfohlenen Behaltedauer können Kapitalverluste oder der Totalverlust nicht ausgeschlossen werden.
Wertentwicklungen der Vergangenheit ermöglichen keine verlässliche Prognose für die Zukunft.
Werbung. Die angeführten Informationen sind unverbindlich und ersetzen kein Beratungsgespräch. Sie dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder ein Angebot noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung oder eine Anlageanalyse bzw. Finanzanalyse dar. Informieren Sie sich vor dem Erwerb von Finanzinstrumenten über die damit verbundenen Chancen und Risiken bei Ihrem:Ihrer Wertpapierberater:in. Druckfehler vorbehalten. Stand: Juli 2026.