Die Karten werden neu gemischt

Personalfragen bei EZB und Fed

Die beiden wichtigsten Zentralbanken der Welt treten in eine Phase ein, in der Personalpolitik auch zur geldpolitischen Schlüsselfrage wird. Während die Europäische Zentralbank (EZB) mehrere auslaufende Mandate im Direktorium vor sich hat, rückt in den USA das Ende der Amtszeit von Fed‑Vorsitzendem Jerome Powell näher. Für die Finanzmärkte wird das Jahr 2026 ein Jahr der Weichenstellungen.

EZB: Die Umbauphase beginnt 
Die Mandate im EZB-Direktorium sind auf acht Jahre Mandatsdauer begrenzt und führen ab 2026 zu einer Reihe von Wechseln in der Führungsetage. Besonders im Fokus steht der Posten des Vizepräsidenten, dessen Mandat im Frühjahr 2026 enden wird. Mit ihm beginnt eine Phase, in der mehrere Schlüsselrollen neu besetzt werden müssen, darunter später auch im Jahr 2027 die Positionen von Präsidentin Christine Lagarde und Chefvolkswirt Philip Lane. Es ist zu erwarten, dass in den Medien wieder verschiedene Namen gehandelt werden, Favoriten für die Schlüsselpositionen gibt es bis-her keine. Über die Nachfolge von Lagarde entscheiden die  Staats- und Regierungschefs im Europäischen Rat. Für die Eurozone kommt diese Umbauphase zu einer sensiblen Zeit. Die Inflation ist in der Eurozone zwar rückläufig, aber strukturelle Risiken von geopolitischen Spannungen bis hin zu schwacher Produktivität bleiben bestehen. Personelle Veränderungen im Direktorium könnten daher unmittelbare Auswirkungen auf die geldpolitischen Entscheidungen der EZB haben.

Fed: Die wichtigste Position ist zu besetzen 
Auch die US‑Notenbank Federal Reserve (Fed) steht vor ei-ner ihrer bedeutendsten Entscheidungen seit Jahren: Die Besetzung des Vorsitzes steht an – die zentrale Führungsrolle der mächtigsten Zentralbank der Welt. Mit dem Auslaufen der Amtszeit von Jerome Powell im Mai 2026 und den politischen Verschiebungen in Washington werden spannende Entwicklungen hierzu erwartet. 
Trump und Powell pflegen seit Anbeginn öffentlich keine gute Beziehung zueinander. Trump befürwortet eine lockere Geldpolitik mit niedrigen Zinsen. Diese würde laut Trump die Wirtschaft ankurbeln und der Regierung viele Milliarden beim Schuldendienst ersparen, nach Ansicht von Fachexperten führt diese Art von Geldpolitik jedoch zu einer höheren Inflation. Laut US-Medien wird Kevin Hassett aktuell als Favorit für den Fed-Vorsitz gehandelt, sowohl wegen seiner öffentlichen Loyalität und auch wegen seiner wirtschaftspolitischen Nähe zu Trump. Aktuell ist er Direktor des National Economic Council. In dieser Funktion koordiniert er die Wirtschaftspolitik der US-Regierung, mit Schwerpunkten auf Steuersenkungen und Deregulierung.
Die Personalentscheidungen bei der EZB und der Fed werden 2026 zu einem wichtigen Thema für die Finanzmärkte. Während die EZB vor einer strukturellen Erneuerung in verschiedenen Positionen steht, entscheidet sich in den USA, ob die Fed unter neuer Führung einen geldpolitischen Kurswechsel vollziehen wird und inwiefern eine politische Unabhängigkeit der Fed noch garantiert werden kann.

Wertentwicklungen der Vergangenheit ermöglichen keine verlässliche Prognose für die Zukunft.

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