Der versteckte Energiehunger der Künstlichen Intelligenz
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: Wenn Sie heute etwas recherchieren möchten, müssen Sie sich nicht mehr durch unzählige Webseiten klicken, bis Sie endlich die benötigten Informationen gefunden haben. Stattdessen geben Sie Ihre Frage einfach in ChatGPT, Google Gemini, Copilot oder einen anderen KI Chatbot ein – und erhalten innerhalb von Sekunden eine fertige Antwort.
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 hat sich der digitale Alltag vieler Menschen stark verändert. Plötz-lich steht ein persönlicher Assistent zur Verfügung, jederzeit und überall, der zuverlässig und schnell Informationen liefert.
Doch KI begleitet Sie nicht nur beim Recherchieren. Selbst wenn Sie Netflix einschalten, ist sie im Hintergrund aktiv. Die Empfehlungen, die Ihnen dort angezeigt werden, werden von einer KI ausgewählt. Sie analysiert Ihr Verhalten, Ihre Vorlieben und Ihre letzten angesehenen Inhalte. KI ist also längst Teil unseres Alltags, oft ohne dass wir es bewusst bemerken.
Die versteckten Energiekosten von KI
Diese bequeme Unterstützung hat jedoch einen Preis, den man im Alltag kaum wahrnimmt: Jede KI-Anfrage benötigt sehr viel Energie – deutlich mehr als eine klassische Google-Suche. Hinter jeder schnellen Antwort stehen komplexe Modelle und ein weltweites Netz aus Rechenzentren und Hochleistungsprozessoren. Sie arbeiten rund um die Uhr, müssen gekühlt werden und benötigen enorme Strommengen. Was für uns praktisch erscheint, hat also direkte Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Umwelt. Die Auswirkungen sind weltweit spürbar. Rechenzentren brauchen eine sichere Stromversorgung – wie klimafreundlich das ist, hängt vom jeweiligen Land ab. Zwar setzen einige Betreiber zunehmend auf erneuerbare Energien, doch ein großer Teil des Stroms stammt weiterhin aus Kohle, Gas oder Öl. Auch Kernkraft spielt eine Rolle, um den Energiebedarf zu decken. Die Stromerzeugung ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen, und der wachsende Einsatz von KI verstärkt dieses Problem.
Schon heute verschlingen Rechenzentren erhebliche Mengen Energie: Ein einziges Zentrum mit 100 Megawatt benötigt so viel Strom wie rund 100.000 Haushalte.
Eine durchschnittliche ChatGPT-Anfrage benötigt etwa zehnmal so viel Energie wie ein kurze Google-Suche. Besonders energieintensiv sind KI-Videos: Ihre Erstellung verbraucht bis zu 700-mal mehr Energie als die eines KI-Bildes. Da KI-Videos – etwa für Deepfakes – immer häufiger werden, steigt auch der Ressourcenverbrauch weiter an.
Nicht nur Strom, auch Wasser spielt eine große Rolle. Rechenzentren benötigen riesige Mengen Wasser zur Kühlung. Viele von ihnen stehen in Regionen, die ohnehin unter Wasserknappheit leiden – gerade, weil diese Standorte oft günstige Bedingungen für Solarstrom bieten. Der zusätzliche Wasserverbrauch verschärft die Situation für die lokale Bevölkerung. Große Tech-Unternehmen wie Microsoft oder Google berichten selbst von deutlich steigendem Wasserverbrauch und forschen nun daran, diesen zu reduzieren – indirekter Wasserverbrauch eingerechnet, der durch Kraftwerke entsteht, die Strom für Rechenzentren bereitstellen.
Warum klare KI-Gesetze jetzt wichtig sind
Viele der führenden Unternehmen im KI-Bereich – Microsoft, Google, Apple, Amazon – kommen aus den USA. Damit KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und gleichzeitig Innovation ermöglicht, sind klare gesetzliche Rahmenbedingungen in den USA, aber auch in Europa entscheidend. Sie sollen dafür sorgen, dass technischer Fortschritt, Datenschutz, Umweltaspekte und gesellschaftliche Werte in Einklang bleiben.
Wertentwicklungen der Vergangenheit ermöglichen keine verlässliche Prognose für die Zukunft.
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