Anpfiff für eine neue Ära

Bankstelle Wachau: Rudi Denk übergibt an Gregor Edlinger

Wachau-Urgestein, Fußball-Fan, Bankprofi. Drei Begriffe, die sowohl für Rudi Denk als auch seinen Nachfolger passen. Mit Dezember übernimmt Gregor Edlinger die Leitung der Bankstelle Wachau in Weißenkirchen und in Mühldorf – und Rudi Denk geht nach 40 Jahren bei Raiffeisen in Pension. Wir haben mit den beiden zurück und nach vorne geblickt. Ein Gespräch über Teamwork, Zusammenhalt und darüber, wie wichtig die persönliche Beziehung zu Kundinnen und Kunden ist.

 

Wie viel Prozent eurer Kundinnen und Kunden kennt ihr namentlich?

Rudi Denk: 98 Prozent.

Gregor Edlinger: Bei mir ist es ein bisschen weniger. Aber auch die meisten.

 

Was hat sich in den Jahren verändert, seitdem ihr für Raiffeisen arbeitet?

Gregor Edlinger: Ich bin nun seit über elf Jahren in der Bankstelle Mühldorf und kann sagen: sicher das Tempo. Wir können nun sehr viel rascher Angebote legen, müssen aber auch schneller reagieren. Der Kunde und die Kundin von heute erwartet das – und wir können das.

Rudi Denk: Als ich vor 40 Jahren angefangen habe, gab es weder Computer noch Bankomat. Wir hatten am Schalter eine große mechanische Registrierkassa mit der die Belege und Sparbücher bedruckt wurden. Die Belege brachten wir dann abends nach Krems. Und von dort aus kamen sie nach Wien, wo sie gebucht wurden. Aus heutiger Perspektive ist das wirklich Steinzeit.

 

Noch ein Erlebnis, das sich ins Gedächtnis eingeschrieben hat?

Rudi Denk: Als wir in der Bankstelle am Dreifaltigkeitsplatz den ersten Bankomaten bekommen haben. Da war Raiffeisen im Jahr 1981 die erste Bank in Krems mit einem Bankomat. Die Leute sind quer über den Platz Schlange gestanden um Geld zu beheben. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Mitte der 90iger Jahre haben wir dann den ersten Bankomaten in Mühldorf bekommen.

 

Technisch ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Was sind die Konstanten im Bankgeschäft?

Rudi Denk: Der Kontakt mit den Kundinnen und Kunden – der ist weiterhin das wichtigste. Du musst sie persönlich kennen, um sie gut beraten zu können. So kann man ein G’spür dafür entwickeln, was er oder sie braucht.

Gregor Edlinger: Es ist auch immer wichtig, für den Kunden in schwierigen Phasen da zu sein. Wenn alles gut läuft, sind ohnehin alle glücklich. Aber es geht auch darum, füreinander da zu sein, wenn’s ein Tief gibt.

Rudi Denk: Und das gibt es einfach im Leben. Ich habe jetzt 35 Jahre in Mühldorf gearbeitet – da geht man mit Kundinnen und Kunden gemeinsam durchs Leben. Manchmal geht’s rauf und manchmal runter. Mir war es immer wichtig, auch in den schwierigen Phasen eine Lösung für meine Kunden zu finden. 

 

Apropos Lösung: Wie hast du es damals geschafft, Gregor Edlinger zu Raiffeisen zu holen?

Rudi Denk: Ganz einfach: in der Kantine am Fußballplatz.

Gregor Edlinger: Genau, da haben wir vor dem Training kurz geredet. Wir engagieren uns ja beide im USC Weißenkirchen – damals habe ich noch in der Kampfmannschaft gespielt. Rudi hat mich einfach gefragt, was mich beruflich interessiert. Er wusste, dass ich damals am Finanzamt in Wien arbeitete und jeden Tag pendeln musste. Schon eine Woche später war alles unter Dach und Fach.

Rudi Denk: Das ist der Vorteil, wenn man einander kennt. Ich wusste: Das ist ein „g’schickter Bua“. Den frage ich. Bei unserem neuen Kollegen in der Bankstelle Mühldorf, dem Philipp Skopek, war es übrigens auch so.

 

Was haben eine Bankstelle und ein Fußballteam gemeinsam?

Gregor Edlinger: Es geht um Teamwork. Und das funktioniert nur, wenn du dich im Team gut verstehst.

Rudi Denk: Als Sportler willst du etwas erreichen, willst gewinnen. In der Bankstelle ist das ähnlich: Da willst du auch als Team gemeinsam etwas für deine Kundinnen und Kunden erreichen.

 

Was macht Raiffeisen dabei anders als andere Banken?

Gregor Edlinger: Bei uns steht immer die Nähe im Vordergrund. Wir suchen den Kontakt zu den Kundinnen und Kunden aktiv. Zum Beispiel am Fußballplatz oder in den Vereinen unserer Region. Das ist doch das Tolle an der Wachau: Dass es so viel ehrenamtliches Engagement gibt! Da bin ich gerne ein Teil davon.

 

Wie wird die neue Rolle ab 1. Dezember 2023 aussehen?

Gregor Edlinger: Das Bankgeschäft kenne ich gut – für mich kommt die Führungsrolle dazu. Ich bin dann auch Coach, wenn man wieder die Parallele zum Fußball schlagen will.

Rudi Denk: Ich freue mich auf den neuen Abschnitt, bin aber auch wehmütig. Die Kundinnen und Kunden, die Kolleginnen und Kollegen werden mir abgehen. Aber wir werden einander weiterhin sehen. Zum Beispiel am Fußballplatz.

Weinbauschule_Weltspartag
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