Keine Wachstumsabschwächung in Amerika
In den Vereinigten Staaten lassen die Frühindikatoren weiter auf eine hohe konjunkturelle Dynamik schließen. Sie widersprechen den Befürchtungen, dass sich die Dynamik der amerikanischen Wirtschaft verlangsamen könnte.
Die neuesten Veröffentlichungen widersprechen den zuletzt an den Finanzmärkten kursierenden Befürchtungen, wonach sich die Dynamik der amerikanischen Wirtschaft, ausgeprägter als von der Notenbank gewünscht, verlangsamen könnte.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe des Institute for Supply Management ISM ist im November überraschend um 1,6 auf 59,3 Punkte gestiegen. Er liegt damit weit im Expansionsbereich, im Gegensatz zu seinem Pendant in der Eurozone mit einem weiteren Rückgang im November auf 51,8 Indexpunkte.
Bessere Beurteilung des Auftragseinganges
Der Blick auf die Unterkomponenten zeigt, dass der Anstieg des Gesamtindex vor allem aus der deutlich besseren Beurteilung des Auftragseinganges – plus 4,7 auf 62,1 Punkte – resultiert. Weniger stark, aber auch merkbar aufgehellt haben sich die Beurteilung der Produktionsentwicklung und der Beschäftigungsaussichten.
Ein Grund für diese Verbesserung könnte sein, dass es Anfang Oktober eine Einigung im Handelskonflikt mit Kanada und Mexiko gab. Die im Rahmen des G20-Treffens in Argentinien erzielte Einigung zwischen den Vereinigten Staaten und China, neue Verhandlungen aufzunehmen und vorerst keine weiteren Strafzölle zu verhängen, kann sich frühestens in den Umfragen zur Erhebung des Dezember-ISM niederschlagen.
Auch der Dienstleistungs-ISM signalisiert anhaltendes Wachstum. Im September markierte dieser Index das höchste Niveau seit 21 Jahren, die Gegenbewegung im Oktober fällt nicht ins Gewicht.
Leitzins wird erneut angehoben werden
Die amerikanische Notenbank dürfte sich mit Blick auf die jüngsten Veröffentlichungen in ihrem datenabhängigen Zinserhöhungspfad bestätigt sehen. Die möglichen negativen Effekte der Handelsstreitigkeiten auf die Konjunktur rücken, verglichen mit den zunehmenden Inflationsrisiken, wohl etwas in den Hintergrund.
Es ist daher davon auszugehen, dass die Notenbank den Leitzinssatz im Rahmen ihres nächsten Federal Open Market Committee Meetings am 18. und 19. Dezember erneut um 25 Basispunkte anheben wird.
Dezember 2018, Bild Ventdusud, www.shutterstock.com