Maulwurfhügel im Rasen mit Herbstblätter

Maulwurf oder Wühlmaus? So schützen Sie Ihren Garten natürlich und wirksam.

Frische Erdhaufen im Rasen, angeknabberte Wurzeln oder plötzlich welkende Pflanzen sorgen bei vielen Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzern in Vorarlberg für Ärger. Doch bevor Maßnahmen ergriffen werden, lohnt sich ein genauer Blick auf den Verursacher. Häufig werden Maulwurf und Wühlmaus miteinander verwechselt, obwohl sie sich in ihrer Lebensweise, ihrem Nutzen für den Garten und den rechtlichen Möglichkeiten zur Bekämpfung deutlich unterscheiden. Wer den tierischen Besucher richtig identifiziert, kann gezielt und gesetzeskonform handeln.

Nützling oder Schädling?

Der Maulwurf ist ein geschützter Nützling. Er ernährt sich von Engerlingen, Drahtwürmern, Schnecken und anderen Bodenschädlingen. Gleichzeitig lockert und belüftet er den Boden durch sein weitverzweigtes Gangsystem. Pflanzen frisst er dagegen nicht.

Anders verhält es sich bei der Wühlmaus. Sie ernährt sich von Wurzeln, Knollen, Blumenzwiebeln und sogar von jungen Obstbaumwurzeln. Besonders im Gemüsegarten sowie bei Stauden, Rosen und Obstgehölzen kann sie erhebliche Schäden verursachen.

 

So erkennen Sie den Unterschied

Wer Erdhaufen oder Schäden im Garten entdeckt, sollte zunächst feststellen, welcher tierische Bewohner dafür verantwortlich ist. Mit einigen einfachen Merkmalen lässt sich der Unterschied schnell erkennen:

 

Der Maulwurf

  • Erdhaufen: Rund, hoch und meist regelmäßig verteilt.
  • Eingang: Liegt direkt unter dem Erdhaufen und ist von außen nicht sichtbar.
  • Ernährung: Insekten, Regenwürmer und Larven. Pflanzen werden nicht gefressen.
  • Schäden: Hauptsächlich optischer Natur durch die Erdhaufen.
  • Nutzen: Lockert den Boden und reduziert Schädlinge.

 

Die Wühlmaus

  • Erdhaufen: Flacher und unregelmäßiger als beim Maulwurf.
  • Eingang: Seitlich versetzt neben dem Erdhaufen und oft sichtbar.
  • Ernährung: Wurzeln, Knollen, Gemüse und Baumrinden.
  • Schäden: Welke Pflanzen, angefressene Wurzeln, abgestorbene Sträucher oder Obstbäume.
  • Nutzen: Aus Sicht von Gartenbesitzern meist gering, da sie erhebliche Schäden verursachen kann.

 

Der Praxistest: freigelegter Gang

Ein einfacher Test hilft bei der Bestimmung:

  1. Einen Gang auf etwa 20 bis 30 Zentimeter Länge freilegen.
  2. Einige Stunden oder bis zum nächsten Tag warten.
  3. Maulwurf: Verschließt die Öffnung meist sorgfältig wieder.
  4. Wühlmaus: Räumt den Gang häufig von unten zu oder lässt ihn zunächst offen.
Der Maulwurf kommt aus dem Loch

Wichtig zu wissen

Der Maulwurf steht in Österreich unter Schutz und darf weder gefangen noch getötet werden. Bei der Wühlmaus sind Bekämpfungsmaßnahmen hingegen grundsätzlich erlaubt, sofern sie tierschutzgerecht erfolgen.

Faustregel: Erdhaufen ohne Fraßschäden an Pflanzen deuten meist auf einen Maulwurf hin. Werden hingegen Wurzeln angefressen und Pflanzen welken plötzlich, ist häufig die Wühlmaus der Verursacher.

Was hilft gegen Wühlmäuse?

Wühlmäuse vertreiben statt bekämpfen

Am effektivsten ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Bewährt haben sich spezielle Wühlmausfallen, die direkt in den Gängen aufgestellt werden. Wer auf natürliche Methoden setzen möchte, kann die Tiere durch regelmäßige Störungen vertreiben. Dazu gehören das Freihalten geöffneter Gänge, Vibrationen durch Windräder oder spezielle Schallgeräte.

Auch stark riechende Pflanzen wie Knoblauch, Kaiserkrone oder bestimmte Kräuter werden häufig als natürliche Abschreckung eingesetzt. Wühlmäuse reagieren empfindlich auf intensive Gerüche. Die Wirkung ist allerdings nicht immer dauerhaft und muss regelmäßig erneuert werden. Der Erfolg kann jedoch von Garten zu Garten unterschiedlich ausfallen.

 

Pflanzen schützen

Besonders gefährdete Bäume und Sträucher sollten bereits beim Einpflanzen mit engmaschigen Wühlmauskörben aus Draht geschützt werden. Diese verhindern, dass die Tiere an die Wurzeln gelangen.

 

Vorbeugen ist besser

Ein naturnaher Garten mit Sitzstangen für Greifvögel oder Versteckmöglichkeiten für Eulen und andere natürliche Feinde kann dazu beitragen, den Wühlmausbestand langfristig zu reduzieren.

 

Fallen richtig einsetzten

Bei starkem Befall können spezielle Wühlmausfallen in aktiv genutzten Gängen eingesetzt werden. Wichtig ist dabei die sichere Unterscheidung vom Maulwurf, da dieser geschützt ist und weder gefangen noch getötet werden darf.

 

Wichtig

Bevor Maßnahmen ergriffen werden, sollte sichergestellt werden, dass tatsächlich eine Wühlmaus und nicht ein Maulwurf die Schäden verursacht. Während Wühlmäuse bekämpft werden dürfen, steht der Maulwurf unter Schutz.

Fazit

Nicht jeder Erdhaufen ist ein Problem. Während der Maulwurf als fleißiger Helfer den Boden verbessert und zahlreiche Schädlinge vertilgt, kann die Wühlmaus empfindliche Schäden an Pflanzen und Gehölzen verursachen. Wer die Unterschiede kennt und frühzeitig auf naturnahe Schutzmaßnahmen setzt, kann Schäden reduzieren und zugleich die Artenvielfalt im Garten fördern. 

Quelle:

1.      „Natur im Garten“ Niederösterreich: Maulwurf & Wühlmaus Informationsblatt. [naturimgarten.at], [naturimgarten.at]

2.      „Natur im Garten“ Wien: Wühlmaus oder Maulwurf? Wer buddelt da im Winter? (23.01.2024). [naturimgarten.wien]

3.      Grünfinger Österreich: Maulwurf oder Wühlmaus? Unterschiede & Bekämpfung.