Strom teilen, statt teuer bezahlen.
Raiffeisen LIVE Folge 32 mit Stefan Vetter, Vorstand bei Raiffeisen Montfort
Jetzt Video anschauen.
Die Dezentralisierung am Strommarkt, der aufwändige Netzausbau, die steigenden Energiepreise, der Green Deal: Es gibt eine Reihe guter Gründe, warum die Zeit reif ist für Energiegemeinschaften.
In der aktuellen Folge von Raiffeisen LIVE beschreibt Stefan Vetter, Vorstand bei Raiffeisen Montfort, die Möglichkeiten, Strom aus erneuerbaren Quellen in der Nachbarschaft – und darüber hinaus – zu teilen.
2021 hat der Gesetzgeber im Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) die Möglichkeit geschaffen, erneuerbare Energien über die Bürgerenergie-Modelle zu nutzen. Lokal funktioniert dies hervorragend über eine Erneuerbare Energiegenossenschaft (EEG). Privathaushalte mit und ohne PV-Anlage und kleinere Unternehmen, die am selben Umspannwerk hängen, können sich zu einer solchen zusammenschließen.
Durch die dynamische Bepreisung am Strommarkt schwanken die Preise. In der Nacht oder von Oktober bis März steht weniger PV-Strom zur Verfügung. Dann wird auch der Strom teurer. Innerhalb einer EEG wird der Energiepreis quartalsweise festgelegt bzw. überprüft. Das bedeutet eine gewisse Preisstabilität für die Haushalte mit PV-Anlage. Durch reduzierte Netzkosten und den Wegfall der Elektrizitätsabgabe hat der Gesetzgeber die EEG in der Preisbildung begünstigt.
Eine EEG ist aber keine Konkurrenz zu den etablierten Stromanbietern, sondern eine Ergänzung. Sie funktioniert ergänzend zum bestehenden Stromlieferanten und wäre auch gar nicht in der Lage, die komplette Versorgung zu übernehmen. „Eine EEG muss wachsen. Die kritische Größe liegt etwa bei 50 bis 100 Zählpunkten. Ein guter Mix aus Abnehmern und Produzenten sorgt für gute Verfügbarkeit. Je größer, desto besser“, betont Stefan Vetter im Gespräch mit Georg Burtscher.
Raiffeisen unterstützt solche Initiativen und hat schon vier EEGs und eine Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) ins Leben gerufen. Im Gegensatz zur EEG darf sich die BEG über ganz Österreich erstrecken. Sie ist auf Strom beschränkt und es entfallen die finanziellen Vergünstigungen. Dafür hat die Raiffeisen Vorarlberg Bürgerenergiegemeinschaft aber beispielsweise Wasserkraft im Energiemix.
Die Motivation beschreibt Stefan Vetter so: „Beyond-Banking-Themen sind spannend für uns. Wir wollen den Menschen in der Region ein gutes Leben ermöglichen, auch über das Bankgeschäft hinaus. Wir müssen keinen Shareholder-Value berücksichtigen und können unsere Erträge für solche Projekte einsetzen.“
Um an einer EEG teilzunehmen, ist lediglich ein Smart Meter nötig. Der ermöglicht die viertelstundengenaue Verrechnung. Eine PV-Anlage ist nicht erforderlich. Der aktuelle Stromvertrag bleibt aufrecht. Raiffeisen bündelt das Know-how zu Energiegemeinschaften bei der Landesbank. Wer Interesse hat, findet weitere Informationen online: eeg-vlbg.at/
„Reich wird man weder mit einer PV-Anlage noch mit einer EEG“, betont Stefan Vetter abschließend und ergänzt: „Aber es ist ein gutes Gefühl, einen Beitrag für die Region und die Umwelt zu leisten.“
Jetzt das ganze Gespräch ansehen oder anhören, und mehr erfahren!
Die neue Folge von Raiffeisen LIVE gibt es auf vol.at und im Raiffeisen LIVE Podcast.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Informationsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im November 2026 wieder. Einzelne Daten und Rahmenbedingungen können sich geändert haben.