Frühling fürs Auge und für die Bienen
Hübsch allein reicht nicht – was wirklich gut für Bienen & Co. ist.
Auch im Ländle blüht es jetzt im Frühling wieder richtig auf. Viele bepflanzen ihre Gärten, Balkone oder Gräber. Doch beim Pflanzenkauf lohnt sich ein genauer Blick – denn nicht jede schöne Blüte ist auch ein Gewinn für die Natur.
Gefüllte Blüten:
Viele gezüchtete Pflanzen mit gefüllten Blüten sehen zwar prächtig aus, sind für unsere Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge aber leider völlig nutzlos. In den dicht gefüllten Blüten finden Insekten weder Nektar noch Pollen – diese wurden bei der Züchtung schlichtweg „weggezüchtet“.
Für die Natur sind solche Pflanzen deshalb kaum hilfreicher als ein Plastikblumenstrauß. Für Insekten kaum nützlich sind zum Beispiel:
- Gefüllte Rosen, Dahlien, Chrysanthemen oder Geranien
- Hochgezüchtete Stiefmütterchen, Petunien oder Begonien
- Stark gezüchtete Sorten ohne Duft und ohne erkennbare Staubgefäße
Ungefüllt und heimisch: echte Insektenmagnete
Einfache, ungefüllte und möglichst heimische Pflanzen sind dagegen wahre Lebensspender. Sie bieten reichlich Nektar und Pollen – und machen Garten, Balkon oder Grab zu lebendigen Treffpunkten für unsere heimischen Bestäuber.
Besonders beliebt bei Bienen & Co. sind:
- Frühblüher: Krokus, Blaustern, Lungenkraut
- Sommerblumen: Kornblume, Flockenblume, Wiesen‑Salbei, Margerite
Kräuter: Thymian, Oregano, Schnittlauch, Salbei, Lavendel
Torffreie Erde – gut fürs Klima und die Natur
Beim Frühjahrsstart im Garten braucht man oft neue Blumenerde. Achte dabei unbedingt darauf, dass keine torfhaltige Erde in den Einkaufswagen wandert!
Torf wird aus Mooren gewonnen – dabei werden wertvolle Lebensräume zerstört und große Mengen CO₂ freigesetzt. Torffreie Erde besteht aus nachwachsenden Rohstoffen wie Kompost, Holzfasern oder Kokosfasern und schont Umwelt und Klima gleichermaßen.
Weniger Mähen – mehr Leben im Garten
Auch der Rasen darf einmal durchatmen. Wer nicht ständig die ganze Fläche mäht, sondern einige Bereiche stehen lässt oder nur jedes zweite oder dritte Mal schneidet, schenkt der Natur wertvolle Rückzugsorte.
Dort können Wildblumen wie Gänseblümchen oder kriechender Günsel blühen – wichtige Futterquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Schon kleine „Wieseninseln“ im Garten oder am Rasenrand werden schnell zum Lebensraum für Schmetterlinge, Heuschrecken und viele andere nützliche Insekten.
Fazit
Wer in diesem Frühjahr pflanzt, sät und gärtnert, kann mit einfachen Entscheidungen Großes bewirken – für eine bunte, summende und nachhaltige Gartenwelt im Ländle.
Quelle: https://www.hoerbranz.at/Fruehling_fuers_Auge_und_fuer_die_Bienen_