Klimagerechtes Bauen

Schutzmaßnahmen gegen Wasser, Hitze und Unwetter für Ihr Haus

Wie können Sie Ihr Haus am besten gegen Wasser, Hitze sowie Unwetter schützen?

Auch wenn es manche nicht wahr haben wollen, die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits zu spüren. Je nach Erfordernis stehen vielfältige Maßnahmen zur Verfügung, um Ihr Haus vor möglichen Risiken durch den Klimawandel zu schützen und Ihren Wohnkomfort auch in der Zukunft zu sichern.

Bei einem Neubau sind neben der Standortwahl Schutzmaßnahmen gegen die Risiken durch Starkregen, Hochwasser, Hitze, Sturm und Hagel wesentlich. Planen Sie den Umbau eines bestehenden Gebäudes, bietet es sich an, bei den notwendigen Maßnahmen auch die klimagerechte Ausführung mitzuberücksichtigen.

 

Schutz vor Wasser

Ein Grundstück in der Nähe eines Gewässers kann schnell zu einem hochwassergefährdeten Bereich werden. Nicht nur große Flüsse, sondern auch Bäche können nach starken Regenfällen zu reißenden Strömen anwachsen. Besonders für Grundstücke in Mulden- oder Hanglage sollten daher Schutzmaßnahmen gegen eindringendes Wasser schon beim Bau mitberücksichtigt werden.

Generell kann Nässe auf drei Wegen in das Haus dringen: oberirdisch durch ein defektes Dach, Fenster- und Türritzen und Kellerschächte, durch nicht abfließendes oder versickerndes Stauwasser bei fehlender oder defekter Abdichtung oder durch Rückstau aus der Kanalisation.

Abhängig von den Gefahrenquellen gibt es vielfältige Möglichkeiten, das Haus gegen Wasserschäden abzusichern. Während potenzielle Gefahren durch Hochwasser und Überflutungen vom Standort des Gebäudes abhängen, ist eine indirekte Überflutung von tiefliegenden Gebäudebereichen durch Rückstau und vom Grundwasser eindringende Feuchtigkeit nach starken Regenfällen in ganz Österreich möglich.

Achten Sie darauf, dass die Abwasserleitungen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und regelmäßig auf ihre Dichtheit hin überprüft werden. Druckwasserdichte Fenster, Aufkantungen an Lichtschächten, Treppen und Fenstern sichern gefährdete Wassereintrittsbereiche der Unterkellerung. 

Neben dem Schutz vor Oberflächenwasser nach einem Starkregen sollten vor allem die Kellerräume auch gegen eindringendes Wasser nach einem Kanalrückstau geschützt werden. Der Einbau und die regelmäßige Wartung einer Rückstauklappe bzw. eines Rückstauventils sind geeignete Maßnahmen.

Auch die Dachentwässerung sollte regelmäßig gewartet werden. Maßnahmen zur Entsiegelung freier Flächen auf dem Grundstück, z.B. durch Rasengittersteine, Kies- oder Schotterrasen, fördern die Versickerung des Regenwassers.

Schutz vor Hitze

Besonders in dicht besiedelten Stadtgebieten ist die Hitzebelastung an manchen Sommertagen sehr hoch. Daher ist es sinnvoll, bauliche Vorkehrungen gegen Hitze zu treffen.

Bäume dienen als natürliche Schattenspender. Bedenken Sie, dass neu gepflanzte Bäume in der Regel erst nach einigen Jahren Schatten spenden. Holen Sie sich Rat von Fachleuten, welche Bäume an welchen Standorten sinnvoll sind. So können Sie eine potenzielle Gefahrenquelle für das Haus und eine ungewollte Verschattung des Gebäudes vermeiden. Eine bepflanzte Terrasse und Wasserstellen am Grundstück tragen ebenfalls zu einer kühleren Umgebung des Hauses bei.

Das richtige Dämmmaterial für Dach und Fassade schützt sowohl vor Wärmeverlust im Winter als auch vor der Sommerhitze. Eine helle Fassade speichert die Hitze weniger stark als eine dunkle. Die Anzahl, Größe und Ausrichtung der Fenster sowie die Ausstattung mit passenden Verschattungselementen sind ausschlaggebend für einen effizienten Hitzeschutz. 

Begrünte Dächer und Hausfassaden stellen einen wirkungsvollen Hitzeschutz dar. Zudem dient ein Gründach auch der Rückhaltung von Regenwasser.  

Schutz vor Sturm und Hagel

Vor allem Gebäude in einer freistehenden Lage bieten eine gute Angriffsfläche für starken Wind. Windsensible Bereiche des Gebäudes, wie Fassade, Dach und Vorbauten, sollten daher sturmsicher geplant werden. Dachaufbauten wie Antennen, Satellitenschüsseln und Solaranlagen und großflächige Fenster am Dach sowie Fassadenbauteile wie Markisen, Rollläden und Fensterläden sollten mit Vorrichtungen gegen Starkwind geschützt werden. Für Oberlichten und Dachflächenfenster sollten hagel- und windrobuste Fensterscheiben eingesetzt werden. Das Dach sollte zudem regelmäßig kontrolliert werden.

Es empfiehlt sich, Bäume, die sich in direkter Nähe zum Gebäude befinden, regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls fachgerecht zurück zu schneiden.


Lassen Sie sich umfassend beraten, welche baulichen Maßnahmen für einen Neubau bzw. im Rahmen einer Sanierung sinnvoll sind. Da der finanzielle und technische Aufwand für die Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes meist erheblich höher ist, lohnt es sich, Schutzmaßnahmen vor Starkregen, Hitze und Unwetter bereits beim Hausbau einzuplanen. Vergessen Sie auch nicht, Ihre vier Wände finanziell mit der passenden Versicherung abzusichern.

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