Gute Partner erkennt man in schwierigen Zeiten

Generaldirektor Martin Schaller und Vorstandsdirektor Rainer Stelzer von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark über die Kraft der Gemeinschaft am Weg zum Comeback.

GDir. Martin Schaller
GDir. Martin Schaller
VDir. Rainer Stelzer
VDir. Rainer Stelzer

 

Raiffeisen ist die #1 Unternehmerbank in der Steiermark. In 68.000 Firmenkundenbeziehungen wird durch Corona der Beweis erbracht, dass sich gute Partnerschaften vor allem in Krisenzeiten bewähren. Generaldirektor Martin Schaller und Vertriebsvorstand Rainer Stelzer im Gespräch.
 

Wie geht es mit der heimischen Wirtschaft weiter?

Schaller: Trotz großer Herausforderungen und möglicher Rückschläge sind wir zuversichtlich, was das Comeback der Wirtschaft betrifft. Das Wifo prognostiziert eine tiefe aber kurze Rezession. Wir haben in der Steiermark starke Betriebe und höchst entschlossene Unternehmer, die sehr krisenrobust sind.
 

Welche Fragen beschäftigen die Unternehmen?

Stelzer: Die Fragen sind vielfältig: Geht es anderen in meiner Branche gleich wie mir? Wie lange dauert es, bis zusätzliche Liquidität verfügbar ist? Was kann ich tun, wenn staatliche Programme auslaufen? Wie wird sich das Zinsniveau entwickeln? Wie steht meine Bank in dieser Krisenzeit zu mir? Die Stärke unserer 500 steirische Firmenkundenbetreuer ist es, sehr individuelle Antworten auf diese Fragen zu geben.
 

Wie unterstützt Raiffeisen?

Schaller: Wir bewegen alle Hebel, um die Liquidität für unsere Kunden zu sichern und sie bei der Bewältigung der Corona-Krise zu begleiten. Raiffeisen Steiermark hat bis dato rund 800 Mio. Euro an Liquiditätshilfen verfügbar gemacht, davon 400 Mio. Euro Überbrückungsfinanzierungen, 300 Mio. Euro Soforthilfen und 95 Mio. Euro Ratenstundungen. 500 steirische Firmenkundenberater sind für ihre Kunden da und zeigen höchsten Einsatz. Gute Partner erkennt man vor allem in schwierigen Zeiten. Wir sind die Mutmacher. Durch gemeinsame Lösungen gelingt es, den Unternehmensverantwortlichen Risiko abzunehmen und Sicherheit zu geben. So bekommen sie den Kopf frei für andere wichtige Aufgaben.
Stelzer: Unser Anspruch ist, rasch zu helfen, dabei aber auch langfristig zu denken. Eine Kernkompetenz der Bank ist, Risiko zu managen und Sicherheit zu geben. Damit unterstützen wir, dass sich Unternehmer voll ihren Führungsaufgaben widmen können.
 

Ist nicht dennoch eine Pleitewelle zu erwarten?

Schaller: Es war immer klar, dass nach Auslaufen von diversen staatlichen Programmen und Stundungen sukzessive eine zweite herausfordernde Phase beginnt. Deswegen ist jetzt die Zeit, verschiedene Szenarien anzuschauen. In unseren Beratungsgesprächen helfen wir den Unternehmen, sich möglichst gut darauf vorzubereiten. Je umfassender und frühzeitiger das gemacht wird, umso besser wird die Wirtschaft durch die Krise kommen.
 

Gibt es auch Lichtblicke?

Stelzer: Mittlerweile verschiebt sich die Nachfrage von Überbrückungsfinanzierungen auch befeuert durch die Investitionsprämie wieder etwas hin zu Investitionskrediten. Die Krise gab der Digitalisierung einen Schub und auch der Produktion in der Region und somit Eigenversorgung neue Bedeutung. Wir sehen, dass sehr viele Unternehmen wirklich sehr gut aufgestellt sind und die umsatzlose Zeit gut durchtauchen konnten.
 

Welche Chancen bietet die Krise?

Schaller: Krisen machen es notwendig, neue Wege auszuprobieren. Besonders jene Unternehmen, deren Verantwortliche rasch und mutig entscheiden, können sich von anderen deutlich abheben. Corona öffnet neue Märkte, verändert Kundenerwartungen und bietet den Anlass, Strukturen und Prozesse vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu aufzustellen.
 

Haben regionale Strukturen profitiert?

Schaller: Was mit vereinten Kräften möglich ist, zeigt sich in vielen Initiativen zur Belebung der heimischen Wirtschaft. Das Bewusstsein der Konsumenten für regionale Produkte und Dienstleistungen ist gestiegen. Die Solidarität mit den Betrieben vor Ort sichert Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Raiffeisen stärkt die heimische Wirtschaft und unterstützt beispielsweise den Online-Marktplatz #regionalkaufen.
 

Wie halten Sie in der Corona-Zeit Kontakt zu Ihren Kunden?

Stelzer: Mit dem Konzept der digitalen Regionalbank erfüllt Raiffeisen die Bedürfnisse nach physischer Sicherheit auf der einen und einen kompetenten persönlichen Ansprechpartner auf der anderen. Die Erledigung des Zahlungsverkehrs und andere alltägliche Bankgeschäfte finden heute sicher und bequem via Raiffeisen Onlinebanking statt – social distancing ohne Komfortverlust. Gleichzeitig wurde die in dieser Zeit so wichtige persönliche Beratung intensiviert.

Hat Corona auch den Bankensektor bzw. Raiffeisen getroffen?

Schaller: Banken sind ein Spiegelbild der Wirtschaft, insbesondere Raiffeisen als führende Bankengruppe in der Steiermark. Selbstverständlich spüren auch wir die Auswirkungen, aber erst zeitverzögert und mittelbar über unsere Kunden. Zugute kommt uns nun, dass wir in vielen Jahren davor durch eine umsichtige Geschäftspolitik finanzielle Puffer aufgebaut haben. Unsere Eigenmittelquote ist in etwa doppelt so hoch als gesetzlich gefordert und auch unsere Liquiditätsbasis ist ausgezeichnet. Raiffeisen ist somit ein stabilisierender Faktor und wir sind in die Lage, unseren Kunden gerade in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.