17.01.2019 - Steirische Immobilientrends 2019: Guter Rückenwind, aber teils sehr unterschiedliche Bedingungen

Steirische Immobilientrends
© Foto_Jörgler_e.U.
  • Anzahl der Immobilientransaktionen leicht rückgängig
  • Preis-Rallye ist vorerst vorbei – nicht aber für Baugründe in Graz
  • Aus für das Einfamilienhaus im Stadtgebiet
  • Ausblick: Dreht der Markt und kommt es zur Blase?
  • 8.000 neue Raiffeisen Wohnkredite

[Graz, 17. Jänner 2019]

Der heimische Immobilienmarkt pendelt sich auf hohem Niveau ein. Mit der erwarteten leicht rückläufigen Anzahl an Immobilien-Transaktionen kommen Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht. In Folge verflacht die Preiskurve: Die Immobilienpreise legten 2018 um 2,1% zu (2017: +2,6%), werden auf mittlere Sicht jedoch konstant bleiben. Eine Ausnahme bilden Grundstücke, die starke Wertsteigerungen zeigen. Dies zeigt die Analyse von Raiffeisen Immobilien Steiermark. „Nicht Sturm, nicht Flaute. Der Immobilienmarkt segelt mit Rückenwind. Allerdings sind die Bedingungen je nach Region und Projekt sehr unterschiedlich, daher braucht es umfassende Beratung“, fasst Raiffeisen-Generaldirektor Martin Schaller zusammen.


Anzahl der Immobilientransaktionen leicht rückgängig
Die Anzahl der österreichweiten Eigentumstransaktionen lag 2018 auf hochgerechnet 120.200 Geschäften und ging gegenüber 2017 leicht um 0,8% zurück. Diese Entwicklung dürfte sich laut Prognose von Raiffeisen Immobilien Steiermark aufgrund einer leicht abflauenden Nachfrage fortsetzen. Die Experten rechnen in diesem Jahr österreichweit mit etwa 117.800 Kaufgeschäften und steiermarkweit mit etwa 17.900. Zum Vergleich: Im Spitzenjahr 2017 waren es um 2% mehr. Hintergrund der Entwicklung ist, dass die Nachfrage nach Vorsorgewohnungen abnimmt.


Zuletzt kleineres Immobilienangebot
Das steirische Immobilienangebot hat seinen Höchststand aus dem Spätsommer 2018 vorerst ein wenig abgebaut. In Graz ist seit langer Zeit auch die Anzahl der verfügbaren Mietwohnungen wieder unter 3.000 gefallen. Aktuell sind 2.990 Wohnungen zur Miete am Markt. Wer jedoch Eigentum erwerben möchte, hat eine ansehnliche Auswahl: 1.815 Einfamilienhäuser, 1.132 Grundstücke und 3.490 Eigentumswohnungen
warten auf Käufer.


Diese Immobilien sind besonders gesucht

  • Baugrundstücke für Bauträger zur Errichtung von mittelgroßen Wohnanlagen, zentrumsnah, mit gutem Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel
  • Eigentumswohnungen mit 2 Zimmern, Terrasse/Loggia, in urbaner Ruhelage, nahe bei Uni oder LKH
  • Gebrauchte Eigentumswohnungen, durchaus noch vor der Sanierung, dafür preiswert, nach Möglichkeit mit Parkplatz
  • Einfamilienhäuser im Grüngürtel der (Bezirks-)Städte mit Rasengrund von rund 500m² - 800m²
  • Zinshäuser mit Renditen – je nach Lagequalität und Mieterstruktur – ab 2,5% im Grazer Stadtzentrum bis 5,0% in den Bezirkshauptstätten

 

Preis-Rallye ist vorerst vorbei – nicht aber für Baugründe in Graz
Das leicht rückläufige Angebot und die etwas abgeflaute Nachfrage werden heuer insgesamt für stabile Preise sorgen. Weder im Eigentumssegment noch bei Mietwohnungen wird es zu markanten Preissteigerungen kommen. Die Rallye ist vorerst vorbei, die Interessenten können verschnaufen. Ausgenommen davon sind die Preise von Grundstücken, vor allem für stadtnahe Bauparzellen für den Einfamilienhausbau und Bauträgerliegenschaften mit entsprechender Bebauungsdichte. So haben die Baulandpreise in der Landeshauptstadt Graz um markante +7,9% zugelegt und sich damit an die Spitze des Wertsteigerungs-Rankings für Bauland gesetzt.

Die extreme Verknappung der Grundstücke führt zu Spitzenpreisen und verteuert neue Wohneinheiten. Dementsprechend kosten Erstbezugswohnungen in Graz pro Quadratmeter durchschnittlich rund € 4.000 im Topsegment zwischen € 5.000 bis
€ 7.000. Auch gebrauchte Wohnungen haben in gesuchten Gegenden die Schallmauer von € 3.000 durchbrochen. Wegen der Grundstücksverknappung im Einzugsgebiet um Graz ist mit weiteren Preissteigerungen in diesem Segment zu rechnen, während ansonsten eher eine Seitwärtsbewegung erwartet wird.


Aus für das Einfamilienhaus im Stadtgebiet
Obwohl die Bauträger bereit sind, Höchstpreise zu bezahlen, kommen kaum verwertbare Grundstücke auf den Markt. Das führt zu einem besonderen Phänomen in den Villenvierteln und Grünlagen der Städte: Dort verschwindet das Einfamilienhaus aus dem Stadtbild. Bauträger nutzen die Fläche möglichst gut, weshalb gebrauchte Wohnobjekte und Grünflächen oft einem möglichst großvolumigen Bauprojekt weichen.


Ausblick: Dreht der Markt und kommt es zur Blase?
Mittelfristig könnte das Angebot über der Nachfrage liegen. Indiz dafür sind die österreichweit 76.500 Baubewilligungen im Jahr 2017, das sind um die Hälfte mehr als 2016 und eineinhalb Mal so viel wie vor 10 Jahren. Sollten alle baubewilligten Projekte tatsächlich realisiert werden und zeitnahe auf den Markt kommen, würde sich das hohe Angebot preisdämpfend auswirken. Die Wohnungsmärkte in Wien und Graz werden aufgrund des intensiven Zuzugs aber langfristig „Boomtowns“ bleiben. Schaller: „Die Gefahr einer Immobilienblase besteht nicht, denn dafür fehlen die Voraussetzungen wie Nachfrageeinbruch, hoher Fremdfinanzierungsanteil oder steigende Kreditzinsen.“


8.000 neue Raiffeisen Wohnkredite
Immobilien bleiben für die Steirer interessant, weil sie zu Recht die Sicherheit des Grundbuches, laufende Mieterträge, den Inflationsschutz und Steuervorteile sowie allfällige Wertsteigerungen schätzen. Schaller: „Immobilienentscheidungen sind oft komplex und sollten gut überlegt sein. Ob Kaufen oder Verkaufen, Finanzieren, Förderungen oder Bewertungen, Raiffeisen hat hier langjährige Kompetenz aufgebaut und bietet Beratung bei über 200 Experten vor Ort in den Raiffeisenbanken“. Dies hat sich auch auf die Wohnkredite im Jahr 2018 ausgewirkt: Raiffeisen ermöglichte fast 8.000 neue Wohnkredite und hat hier einen Marktanteil von rund 60%.

Pressekontakt