04.04.2018 – Raiffeisen Konjunkturgespräch: Konjunkturmotor bleibt auf Hochtouren

große Chancen für steirische Unternehmen

04.04.2018 – Raiffeisen Konjunkturgespräch: Konjunkturmotor bleibt auf Hochtouren
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v.l. Präsident Georg Knill, Präsident Ök.-Rat Ing. Wilfried Thoma, GD MMag. Martin Schaller, Dipl.-Kfm. Marc Fähndrich, Dr. Christian Helmenstein, Vorstandsvorsitzender Dr. Strobl
  • Steiermark ist Innovations-Europameister
  • Export ist große Wachstums-Chance für Unternehmen
  • Nur ein offenes Europa schafft Wachstum.
  • Banken sind der Blutkreislauf der Wirtschaft.
  • Mehr Europa und starke EU-Handelsabkommen

[Graz, 4. April 2018] Beste Stimmung herrschte beim Raiffeisen Konjunkturgespräch am 4. April in Raaba-Grambach. Die Veranstaltung mit hochkarätigen Experten bot Analysen und Prognosen zur globalen Hochkonjunktur, aber auch Handlungsoptionen für Unternehmen, wie sie von dem positiven Umfeld wirtschaftlich profitieren können. Diskutiert wurde auch die künftige wirtschaftliche Ausrichtung der Europäischen Union.


Schaller: „Steiermark ist Innovations-Europameister“

„Die Konjunktur macht uns große Freude“, unterstrich Raiffeisen-Generaldirektor Martin Schaller in seinen Eröffnungsworten. Zudem sei die Steiermark "Innovations-Europameister" und zugleich sinke die Arbeitslosigkeit. Bei der Deregulierung sieht er dagegen noch Luft nach oben. Trotz der guten Konjunktur sei global gesehen leider nicht alles gut: Schaller nannte drohende Handelskriege, US-Riesen, die den digitalen Bereich beherrschen, China, das um jeden Preis aufsteigen wolle, Russland in Isolation und eine EU mit wenig Einigkeit in wichtigen Fragen. Wichtig sei, dass die Wirtschaft offen bleibe, denn „wer handelt, führt keine Kriege“ betonte Schaller. Die Rolle seiner Bank sei klar: „Raiffeisen ist der führende Partner der heimischen Wirtschaft. Jeden Tag ermöglichen wir elf Millionen Euro an frischen Finanzierungen für Investitionen."


Helmenstein: „Export ist große Wachstums-Chance für Unternehmen“

„Der Aufschwung verläuft synchron, keine Volkswirtschaft in der OSZE schrumpft“, beschrieb IV-Chefökonom Christian Helmenstein die Gründe für die globale Hochkonjunktur. Zu mehr als 70 Prozent sei der Aufschwung von der Industrie getrieben. In Österreich steuere aber auch der Tourismus wichtige Impulse bei, weil sich Österreich zunehmend als Touristen-Destination etabliere. Die Steiermark sieht der Wirtschaftsökonom als "Österreichs Technologiepol" mit Wertschöpfungskernen in kleinen Städten und Gemeinden. Doch kamen auch mahnende Worte. Von der aktuellen Geldpolitik der EZB mit Negativzinsen dürfe man sich nicht zu Überinvestitionen verführen lassen. Ein Risiko ortete Helmenstein auch in einer Kreditblase in China.

Für 2018 erwartet der Ökonom eine "robuste konjunkturelle Entwicklung, die aber nächstes Jahr nicht mehr so gut ausfallen wird". Mit ein Grund dafür sei der Fachkräftemangel. Für die heimischen Unternehmen sieht Helmenstein weiterhin große Chancen im Export: „Unternehmen brauchen eine Exportstrategie, um die Potenziale in den richtigen Ländern auszuschöpfen.“ Potenzial erkennt der Ökonom auch für die starke steirische Holzwirtschaft bei einem intensiveren Innovationsaustausch mit Italien und Osteuropa.


Knill: „Nur ein offenes Europa schafft Wachstum.“

IV-Präsident Georg Knill betonte die Bedeutung eines offenen Europas und sah etwa in der Abschottung gegenüber Russland viele Nachteile für die heimische Wirtschaft. Für die neue Regierung fand Knill lobende Worte, weil sie keine neuen Steuern einführen und Regulierung sowie Bürokratie abbauen wolle. Es seien richtige Schritte gesetzt worden. Bedenklich sah der IV-Präsident den herrschenden Fachkräftemangel, dem man auf allen Ebenen entgegentreten müsse.


Strobl: „Banken sind der Blutkreislauf der Wirtschaft.“

Einen nach wie vor starken „Zug nach Europa“ sieht RBI-Generaldirektor Johann Strobl, was der Dynamik in diesem Wirtschaftsraum gut tut. Was das künftige Zinsniveau betrifft, erwartet Strobl erst Mitte 2019 erste konkrete Schritte der EZB, die angesichts der Wirtschaftsdaten überfällig seien. Die heimische Industrie sieht er sehr bonitäts- und ertragsstark und somit für eine Normalisierung des Zinsniveaus sehr gut aufgestellt.


Fähndrich: Mehr Europa und starke EU-Handelsabkommen

„Im globalen Umfeld brauchen wir mehr Europa und eine stabile Wirtschafts- und Währungsunion“ erklärte Marc Fähndrich von der Vertretung der EU-Kommission in Wien. Daher benötige man starke EU-Handelsabkommen und eine gemeinsame Außenpolitik, um in einer multipolaren Welt ernsthaft wahrgenommen zu werden. Im Inneren müssten Zukunftsinvestitionen gefördert und Strukturreformen angegangen werden. Die Steiermark profitiere als Exportregion durch eine starke EU besonders stark.

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