Mega-Trend Nachhaltige Geldanlage: Der Greta Thunberg-Effekt?

Mega-Trend Nachhaltige Geldanlage: Der Greta Thunberg-Effekt?
  • 20-mal höheres Investment in Nachhaltigkeits-Fonds wie vor fünf Jahren bei Raiffeisen Steiermark
  • Negativzinsniveau, gute Konjunktur der Vorjahre und Greta Thunberg beflügeln Nachhaltigkeit
  • 104 zertifizierte Nachhaltigkeits-Berater bei Raiffeisen Steiermark
  • Die Nachhaltigkeits-Strategie der KAG: gezielte Einflussnahme

[Graz, 16. Oktober 2019] Österreichweit wurden über alle Banken und Kapitalanlagegesellschaften bereits 21 Milliarden Euro in nachhaltige Anlagen investiert. Dies ist dreimal so viel wie vor fünf Jahren (Quelle: FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen 2018). Die Raiffeisen Kapital-Anlagegesellschaft (KAG) ist mit 21,5 % Marktanteil die Nummer 1 bei nachhaltigen Publikumsfonds in Österreich* und trägt diese Entwicklung wesentlich mit. Ende September 2019 sind 5,9 Mrd. Euro nachhaltig investiert, das ist fünfmal so viel wie vor fünf Jahren. Der Fonds „Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix“ ist zudem mit einem Volumen von 1,6 Milliarden Euro nicht nur der größte Nachhaltigkeitsfonds, sondern auch der insgesamt größte österreichische Publikumsfonds.
 

Raiffeisen Steiermark: Heuer 20-mal höheres Investment in Nachhaltigkeits-Fonds wie vor fünf Jahren

Nachhaltigkeits-Fonds haben besonders in der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark (53 Raiffeisenbanken und RLB Steiermark) besondere Beliebtheit erreicht. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist fast ein Drittel (31%) aller neuen Fondsinvestments in Nachhaltigkeits-Fonds geflossen – das ist 20-mal so viel wie vor fünf Jahren. Der volumensmäßige Anteil von Nachhaltigkeitsfonds ist dadurch auf 14,1 % angewachsen – das ist zehnmal so viel wie vor fünf Jahren. „Die Zahlen belegen, dass sich NH-Fonds von der Nische zum Player entwickelt haben“, kommentiert Raiffeisen Vorstandsdirektor Rainer Stelzer.


Negativzinsniveau, gute Konjunktur der Vorjahre und Greta Thunberg beflügeln Nachhaltigkeit

„Die Menschen sind sensibilisiert und nehmen auch die Art und Weise der Geldanlage als Möglichkeit war, positive Aspekte für den Klimaschutz zu setzen“, erklärt Stelzer. Neben den öffentlichkeitswirksamen Auftritten von Greta Thunberg und den Demonstrationen für mehr Klimaschutz gebe es weitere Faktoren, die positiv auf den Trend in Richtung nachhaltige Geldanlage wirken. Dies gehe aus den tausenden Beratungsgesprächen bei Raiffeisen hervor. „Das anhaltende Niedrigzinsniveau und die seit einigen Jahren negative Realverzinsung am Sparbuch bringen selbst sehr sicherheitsbewusste Anleger verstärkt dazu, über alternative Geldanlagen nachzudenken“ so Stelzer. Fördernd wirke auch die sehr gute Konjunktur der letzten Jahre: „Wenn kurzfristige Ängste wie etwa um den eigenen Arbeitsplatz weniger vorhanden sind, beschäftigen sich Menschen offensichtlich stärker mit wichtigen langfristigen Themen“, so Stelzer. Doch Nachhaltigkeit geht weiter: „Bei Raiffeisen verstehen wir Nachhaltigkeit immer als ein Dreieck aus Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten. Unser Ziel ist, ein Gleichgewicht dieser Themen zu fördern. Das liegt in den Raiffeisen-Genen“, betont Stelzer.


104 zertifizierte Nachhaltigkeits-Berater bei Raiffeisen Steiermark

Bei Raiffeisen Steiermark wurden in den letzten drei Jahren über 100 Nachhaltigkeits-Berater ausgebildet. Das mehrstufige Ausbildungsverfahren wird von der Non-Profit-Organisation „Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT)“ durchgeführt. Die Kunden profitieren von tiefgehendem Wissen der Berater zum Thema Nachhaltigkeit und der Sicherheit, dass Kundengelder in die für den Kunden passenden Fonds investiert werden. Stelzer: „Ein Fondsinvestment ist schon ab 50 Euro monatlich möglich, wobei wir einen Anlagehorizont von zumindest fünf Jahren empfehlen. Generell ist die persönliche Kundenberatung wichtig für die individuelle Veranlagung.“


Nachhaltige Investments weisen keine Ertragsnachteile auf

Nachhaltige Investments hatten lange den Ruf, geringere Renditen als traditionelle Finanzprodukte zu erzielen. Mittlerweile widerlegen viele – auch langfristige – wissenschaftliche Untersuchungen dieses Vorurteil. „Ein grünes Investment kann genauso ertragreich sein, wie eine herkömmliche Anlage. Denn aufgrund der zusätzlichen Informationen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen kann – z.B. über eine genauere Risikoeinschätzung – die Performance mitunter sogar positiv beeinflusst werden“, unterstreicht Aigner. Selbstverständlich können auch hier – ebenso wie bei traditionell gemanagten Produkten - Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden.


Die Nachhaltigkeits-Strategie: Vermeiden, Unterstützen, gezielte Einflussnahme

„Unser mittelfristiges Ziel in der Raiffeisen KAG ist, die gesamte Fondspalette nachhaltig auszurichten“, ist Raiffeisen KAG-Geschäftsführer Dieter Aigner vom Zukunftspotenzial überzeugt. Die Raiffeisen KAG verfolgt in ihrem Fondsmanagement dabei einen mehrdimensionalen Investmentansatz. Dieser geht weit über einfache Negativkriterien hinaus. „Es genügt heute nicht, bestimmte Unternehmen für Investments einfach nicht zu berücksichtigen, wir wollen Unternehmen darüber hinaus unterstützen, nachhaltige Unternehmensstrategien und konkrete Maßnahmen voranzutreiben“, erklärt Aigner. Das Zusammenwirken möglichst aller drei Elemente sei Voraussetzung für ein verantwortungsvolles Management von nachhaltigen Fonds. „Wir nehmen daher Einfluss in Form von Unternehmensdialog und Stimmrechtsausübung, denn als Großanleger steht die Raiffeisen KAG in der Verantwortung, wie sie Geld anlegt. Sehr häufig werden Unternehmen im Rahmen des Unternehmensdialogs zu mehr Transparenz veranlasst, manchmal auch zu einer Strategieänderung. Pro Jahr werden rund 200 Unternehmen kontaktiert“, führt Aigner aus.

* Stand 12/2018; Die Erhebung erfolgt einmal jährlich im Februar von der rfu – Mag. Reinhard Friesenbichler Unternehmensberatung

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