Hohe Energiepreise bremsen den Aufschwung

Die Preissteigerungen für Gas und Strom sind in aller Munde. Gerade die Entwicklungen der letzten Wochen sind für viele schwer nachvollziehbar.

Preisanstieg

Kaum haben die meisten Staaten die Corona-Pandemie halbwegs im Griff, sorgen Rekordpreise im Energiebereich für neuen Gegenwind. Stark steigende Preise für Energieträger jeder Art, wütende Bürger und hektisch reagierende Regierungen sind keine wünschenswerte Kombination für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zu den wichtigsten Energieträgern, die auch Teil des nationalen Energiepreisindex sind, gehören Erdgas, Strom, Heizöl und Kraftstoffe, Letztere hängen stark mit dem börsengehandelten Ölpreis zusammen. Die Preise sind seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. Vergleicht man diese mit dem Vorjahresniveau, fällt erschwerend ins Gewicht, dass die damaligen Preise deutlich niedriger lagen als im mehrjährigen Durchschnitt. Die Gasbestände vor dem Winter sind aktuell geringer, als dies üblich ist. Das hängt zum einen mit dem erhöhten Gasverbrauch in den Sommermonaten zusammen, der sich mit dem überraschend starken wirtschaftlichen Aufschwung erklären lässt. Zum anderen konnte, bedingt durch Hitzewellen im Sommer, in Teilen der Welt weniger Strom in Wasserkraftwerken produziert werden, die Nachfrage nach Gas stieg, welches für die konventionelle Stromerzeugung benötigt wird.

 

Handlungsdruck

Russland und die OPEC haben die Hände an den Öl- und Gashähnen und fördern nicht ausreichend – trotz unveränderten Angebots an Rohstoffen. Bestimmten politischen Akteuren bringt das hohe Einnahmen und stärkt deren Einfluss. In China wurde schon ganzen Städten zeitweise der Strom abgedreht, auch in Indien und Großbritannien gab es Versorgungsengpässe. Erste Reaktionen auf nationaler Ebene sind, die Steuern auf Strom und Gas zu senken oder über höhere Zulagen die Verbraucher zu entlasten. Auf der anderen Seite werden Preisdeckel und andere Mechanismen diskutiert, um die Verbraucher vor extremen Preisanstiegen zu schützen.

 

Energiewende

Im Zuge der aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt und im Hinblick auf den Klimaschutz stellt sich die Frage, wie eine grüne Zukunft mit erneuerbaren Energien aussehen wird, wenn wir jetzt schon über Knappheit im Energiemarkt reden. Die Diskussion um die Kernenergie nimmt wieder Fahrt auf. In Frankreich und Großbritannien sind neue Atomkraftwerke bereits in Planung, andere Länder lehnen diese aufgrund der permanenten Gefahr strikt ab.

Eine interessante Geschichte dazu hat Österreich: Das erste österreichische Kernkraftwerk wurde 1969 in Zwentendorf an der Donau erbaut. Kurz vor der Inbetriebnahme 1978 fand als Folge einer Anti-Atomkraft-Bewegung eine Volksabstimmung statt. Damals überwogen mit 50,5 % die Nein-Stimmen und Zwentendorf ging nie ans Netz. Österreich hat den Atomausstieg beschlossen, bevor man einstieg.

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