Jahresfinanzbericht
2
JAHRESFINANZBERICHT
2025
der
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
mit Revisionsverband eGen
6900 Bregenz, Rheinstraße 11
iSd § 124 (1) Börsengesetz
per 31.12.2025
Jahresfinanzbericht
1. Jahresabschluss __________________________________________________ 1
1.1. Bilanz per 31.12.2025 ______________________________________________ 1
1.2. Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2025 _________________________ 4
1.3. Anhang _________________________________________________________ 6
1.3.1. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung
angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 6
1.3.2. Erläuterungen zu Bilanzposten 11
1.3.3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 31
1.3.4. Sonstige Angaben 33
Jahresfinanzbericht
1.3.5. Anlage zum Anhang 39
2. Lagebericht ____________________________________________________ 41
2.1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage _____________ 41
2.1.2. Zweigniederlassungen 49
2.1.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 49
2.2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
______________________________________________________________ 53
2.2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens 53
2.2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 55
2.3. Forschung und Entwicklung_________________________________________ 68
2.4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risiko-
managementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ________ 68
3. Bestätigungsvermerk _____________________________________________ 73
4. Erklärung der gesetzlichen Vertreter _________________________________ 81
Dieser Jahresfinanzbericht meint bei allen personenbezogenen Bezeichnungen stets
Personen beiderlei Geschlechts, auch wenn der einfacheren Lesbarkeit halber re-
gelmäßig nur die männliche Form verwendet wird. Bei Anwendung sind die Bezeich-
nungen entsprechend abzuwandeln.
Jahresfinanzbericht
0
Jahresfinanzbericht
1
1. JAHRESABSCHLUSS
1.1. Bilanz per 31.12.2025
Aktiva Bilanz zum 31. Dezember 2025
EUR Vorjahr in TEUR
1.
Kassenbestand, Guthaben bei Zentral-
notenbanken und Postgiroämtern
76.631.414,53 309.403
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel,
die zur Refinanzierung bei der Zentral-
notenbank zugelassen sind
688.855.076,04 428.135
a) Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche
Wertpapiere
688.855.076,04 428.135
b) zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken
zugelassene Wechsel
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute 2.282.328.109,92 2.735.251
a) täglich fällig 384.741.262,80 306.935
b) sonstige Forderungen 1.897.586.847,12 2.428.316
4. Forderungen an Kunden 1.793.256.541,84 1.738.548
5.
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
1.221.210.569,26 1.348.987
a) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
b) von anderen Emittenten 1.221.210.569,26 1.348.987
darunter:
eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
50.400.275,24 28.040
7. Beteiligungen 181.045.144,19 177.826
darunter:
an Kreditinstituten 164.590.286,26 163.620
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 41.235.195,10 37.230
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 0
9.
Immaterielle Vermögensgegensnde
des Anlagevermögens
34.358,66 105
10. Sachanlagen 23.836.316,37 24.402
darunter:
Grundscke und Bauten, die vom Kreditinstitut im
Rahmen seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden
16.486.899,63 16.659
11.
Anteile an einer herrschenden oder an mit
Mehrheit beteiligten Gesellschaft
0,00 0
darunter:
Nennwert 0,00 0
12. Sonstige Vermögensgegensnde 88.205.840,20 96.822
13.
Gezeichnetes Kapital, das eingefordert,
aber noch nicht eingezahlt ist
0,00 0
14. Rechnungsabgrenzungsposten 8.287.033,11 10.230
darunter:
Unterschiedsbetrag gem. § 906 Abs 33 UGB 0,00 0
15. Aktive latente Steuern 25.180.208,28 24.863
SUMME DER AKTIVA 6.480.506.082,74 6.959.842
2
Passiva Bilanz zum 31. Dezember 2025
EUR Vorjahr in TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.902.311.330,76 1.940.701
a) täglich fällig 1.624.560.991,57 1.540.594
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 277.750.339,19 400.107
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 985.120.689,43 922.615
a) Spareinlagen 46.814.736,28 47.905
darunter:
aa) täglich fällig 0,00 0
b) sonstige Verbindlichkeiten 938.305.953,15 874.710
darunter:
ba) täglich fällig 483.323.039,04 395.238
3. Verbriefte Verbindlichkeiten 3.045.801.299,87 3.589.842
a) begebene Schuldverschreibungen 1.510.770.094,33 2.058.421
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 1.535.031.205,54 1.531.422
4. Sonstige Verbindlichkeiten 56.217.636,51 54.212
5. Rechnungsabgrenzungsposten 6.665.792,83 8.509
darunter:
Zuschreibungsrücklage gem. § 906 Abs 32 UGB 0,00 0
Unterschiedsbetrag gem. § 906 Abs 34 UGB 0,00 0
6. Rückstellungen 21.547.056,49 23.867
a) ckstellungen für Abfertigungen 6.170.518,21 6.155
b) ckstellungen für Pensionen 5.252.099,19 5.817
c) Steuerrückstellungen 0,00 0
d) sonstige 10.124.439,09 11.895
6a. Fondsr allgemeine Bankrisiken 0,00 0
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013
0,00 0
8.
Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel
3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
0,00 0
darunter:
Pflichtwandelschuldverschreibungen gem 26a BWG 0,00 0
8b. Instrumente ohne Stimmrecht gemäß § 26a BWG 69.836.374,74 62.336
9. Gezeichnetes Kapital 25.266.576,00 23.540
Gesamtnennbetrag der Geschäftsanteile 25.266.576,00 23.540
nicht eingefordertes ausstehendes Geschäftsanteilekap. 0,00 0
10. Kapitalrücklagen 58.234.383,30 37.462
a) gebundene 58.234.383,30 37.462
b) nicht gebundene 0,00 0
11. Gewinnrücklagen 229.005.657,65 230.449
a) gesetzliche cklage 0,00 0
b) satzungsmäßigecklagen 5.004.550,24 5.005
c) andere cklagen 224.001.107,41 225.444
12. Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG 36.900.000,00 35.600
13. Bilanzgewinn/Bilanzverlust 43.599.285,16 30.709
SUMME DER PASSIVA 6.480.506.082,74 6.959.842
3
Posten unter der Bilanz Bilanz zum 31. Dezember 2025
EUR Vorjahr in TEUR
Aktiva
1. Auslandsaktiva 1.284.236.756,94 1.562.239
Passiva
1. Eventualverbindlichkeiten 239.176.789,73 210.815
darunter:
a) Akzepte und Indossamentverbindlichkeiten
aus
weitergegebenen Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten ausrgschaften und
Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten
239.149.897,13 210.788
2. Kreditrisiken 439.173.964,16 478.309
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften 0,00 0
3. Verbindlichkeiten aus Treuhandgescften 0,00 0
4.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013
433.182.173,67 399.160
darunter:
a) Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel
4
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
29.106.017,12 26.924
5.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013
2.488.957.446,90 2.337.918
darunter:
a) Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92
Abs.1
lit. a der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(harte Kernkapitalquote in %)
16,23 15,92
b) Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92
Abs.1
lit. b der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(Kernkapitalquote in %)
16,23 15,92
c) Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs.
1
lit. c der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(Gesamtkapitalquote in %)
17,40 17,07
6. Auslandspassiva 1.268.179.470,07 1.338.675
4
1.2. Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr
2025
5
Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung
EUR Vorjahr in TEUR
IV.
BETRIEBSERGEBNIS - Übertrag 25.186.002,71 28.245
11./
12.
Saldo aus den Auflösungen/Zuweisungen von bzw.
zu den Wertberichtigungen auf Forderungen und zu
ckstellungen für Eventualverbindlichkeiten
9.876.431,78- 14.438-
13./
14.
Saldo aus den Auflösungen/Zuweisungen von bzw.
zu den Wertberichtigungen aus Wertpapieren, die
wie Finanzanlagen bewertet sind, und auf
Beteiligungen
9.774.234,86 1.900-
V.
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
25.083.805,79 11.907
15. Aerordentliche Erträge 0,00 0
darunter:
Entnahmen aus dem Fonds r allgemeine
Bankrisiken
0,00 0
16. Aerordentliche Aufwendungen 0,00 0
darunter:
Zuweisungen zum Fonds für allgemeine
Bankrisiken
0,00 0
17. Aerordentliches Ergebnis 0,00 0
(Zwischensumme aus Posten 15 und 16)
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.256.268,09- 1.015-
darunter:
aus latenten Steuern
317.019,60 212-
19.
Sonstige Steuern, soweit nicht in
Posten 18 auszuweisen
5.058.280,36- 1.638-
VI. JAHRESÜBERSCHUSS/JAHRESFEHLBETRAG 18.769.257,34 9.254
20. Rücklagenbewegung 143.408,92 2.278-
darunter:
Dotierung der Haftcklage 1.300.000,00- 0
Auflösung der Haftcklage 0,00 0
VII. JAHRESGEWINN/JAHRESVERLUST 18.912.666,26 6.976
21. Gewinnvortrag/Verlustvortrag 24.686.618,90 23.733
VIII. BILANZGEWINN/BILANZVERLUST
43.599.285,16 30.709
Jahresfinanzbericht
6
1.3. Anhang
1.3.1. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung
angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss wurde nach den gesetzlichen Bestimmungen des UGB/BWG
und nach den Vorschriften der CRR in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden und
anzuwendenden Fassung unter Bedachtnahme der Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein glichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufge-
stellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit
eingehalten.
Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der
Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens
unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde dadurch Rechnung getragen, dass nur die am Ab-
schlussstichtag realisierten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken
und drohenden Verluste wurden berücksichtigt.
Währungsumrechnung
Die Fremdwährungsbeträge wurden grundsätzlich zu den von der Europäischen
Zentralbank (EZB) bekannt gegebenen Referenzkursen umgerechnet. Für jene
Fremdwährungspositionen, für die keine EZB-Referenzkurse veröffentlicht wurden,
wurden die Devisenmittelkurse von Referenzbanken herangezogen.
Wertpapiere
Festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens werden gemäß § 204 Abs 2
UGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauerhafter
Wertminderung wird auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben.
Wertpapiere, die als Deckungsstock für Mündelgelder gewidmet sind, sind Anlage-
vermögen und werden gemäß § 2 Abs 3 der Mündelsicherheitsverordnung zum
strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Aktien und nicht festverzinsliche Wertpapiere werden zum strengen Niederstwert-
prinzip bewertet.
Über pari angeschaffte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpa-
piere des Anlagevermögens werden gemäß § 56 Abs 2 BWG zeitanteilig auf den
Rückzahlungsbetrag abgeschrieben. Bei Wertpapieren die unter pari angeschafft
werden, erfolgt eine zeitanteilige Zuschreibung gemäß § 56 Abs 3 BWG.
Wertpapiere des Umlaufvermögens (Bankbuch) werden unter Berücksichtigung
der Emissionsländer, der Emittenten und der Währung innerhalb der Wertpapier-
kategorie gemäß § 207 UGB zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Jahresfinanzbericht
7
Im Sinne des § 64 Abs 1 Z 15 BWG wird festgestellt, dass bei der Raiffeisen Lan-
desbank Vorarlberg (RLBV) kein Handelsbuch gemäß Teil 3, Titel I, Kapitel 3 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013 geführt wird.
Forderungen
Für erkennbare Risiken bei Kreditnehmern wurden Einzelwertberichtigungen bzw.
Rückstellungen gebildet. Für alle nicht ausgefallenen Forderungen wird gemäß §
201 Abs 2 Z 7 UGB eine pauschale Wertberichtigung r Forderungen an Kunden
und Kreditinstitute von 6.799.087,84 Euro (Vorjahr: 6.616 TEUR) und eine pau-
schale Rückstellung für Haftungen und offene Rahmen iHv. 1.312.252,43 Euro (Vor-
jahr: 1.296 TEUR) gebildet. Die Berechnung erfolgt anhand der Formel Exposure at
Default (EAD) × Probability of Default (PD) × Loss Given Default (LGD). Grundsätz-
lich werden die Parameter Probability of Default (PD) sowie Loss Given Default
(LGD) auf Basis der von der ÖRS (Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung
eGen) bereitgestellten Werte ermittelt. r die Kundengruppen Corporate und Retail
kommen die institutseigenen PDs zur Anwendung.
Für Forderungen an Kunden und Kreditinstitute wurde vom Bewertungswahlrecht
gemäß § 57 Abs 1 und 2 BWG Gebrauch gemacht. Im Berichtsjahr wurde eine Er-
höhung um 4.300.000,00 Euro (Vorjahr: 0 TEUR) auf insgesamt 97.919.000,00
Euro (Vorjahr: TEUR 93.619) vorgenommen.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt (Höchstwertprin-
zip).
Beteiligungen
Die Beteiligungen wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Beach-
tung des § 208 UGB bewertet.
Die Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht anhaltende
Verluste, verringertes Eigenkapital und/oder ein verminderter Ertragswert eine Ab-
wertung erforderlich machten.
Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgt gemäß AFRAC-Stellungnahme
24 Beteiligungsbewertung (UGB)vom Dezember 2022. Besteht keine Veräuße-
rungsabsicht, wird der subjektive Unternehmenswert unter Annahme der Unterneh-
mensfortführung herangezogen. Fallen die Gründe für eine Abschreibung weg,
erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zu den Anschaffungskosten.
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlage-
vermögens
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
sowie der Sachanlagen erfolgt zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ab-
züglich der planmäßigen linearen Abschreibungen.
Die geringwertigen Wirtschaftsgüter werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Außerplanßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wert-
minderung vorgenommen.
Jahresfinanzbericht
8
Folgende Nutzungsdauer wurde der Abschreibung zugrunde gelegt:
Immaterielle Vermögensgegenstände
3 bis 5 Jahre
Grundstückseinrichtungen
10 Jahre
Gebäude
40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
3 bis 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung
4 bis 20 Jahre
Fahrzeuge
8 Jahre
Kosten eigener Emissionen
Bei den Emissionen werden die Emissionskosten und Zuzählungsprovisionen er-
folgswirksam erfasst und Agio bzw. Disagio auf die Laufzeit verteilt.
Es wurden insgesamt 7.003.520,84 Euro (Vorjahr: 8.925 TEUR) an Disagio bzw.
589.893,76 Euro (Vorjahr: 807 TEUR) an Agio abgegrenzt.
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder werden im Ein-
klang mit der AFRAC-Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) vom Juni
2022, durch die VALIDA Consulting GesmbH nach versicherungsmathematischen
Grundsätzen erstellt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die AVÖ
2018 P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für
Angestellte herangezogen. Der Rechnungszinssatz wird auf Grund eines 7-Jahres-
Durchschnittszinssatzes ermittelt.
Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verpflichtungen für Rückstellungen für
Pensionen beträgt 6 Jahre (Vorjahr: 6 Jahre). Der daraus abgeleitete Rechnungs-
zinssatz wurde mit 1,85 Prozent (Vorjahr: 1,54 Prozent) ermittelt und die jährliche
Steigerung der laufenden Leistungen mit 1,75 Prozent (Vorjahr: 1,89 Prozent) an-
gesetzt. Es wurde das gesetzlich frühestmögliche Pensionsantrittsalter zugrunde
gelegt. Noch verfallbare Pensionsansprüche sind keine enthalten.
Die durchschnittliche Restlaufzeit der Verpflichtungen für Rückstellungen für Ab-
fertigungen beträgt 7 Jahre (Vorjahr: 7 Jahre) und für Jubiläumsgelder 9 Jahre
(Vorjahr: 9 Jahre). Der daraus abgeleitete Rechnungszinssatz für die ckstellun-
gen für Abfertigungen wurde mit 1,89 Prozent (Vorjahr: 1,58 Prozent) ermittelt und
die jährliche Steigerung der laufenden Leistungen mit 2,55 Prozent (Vorjahr: 2,54
Prozent) angesetzt. Bei Rückstellungen für Jubiläumsgelder beträgt der Rechnungs-
zinssatz 1,97 Prozent (Vorjahr: 1,69 Prozent) und die jährliche Steigerung
3,38 Prozent (Vorjahr: 3,25 Prozent).
Das Pensionseintrittsalter beträgt bei Frauen 61 (Anhebung des Regelpensionsal-
ters bis auf 65 Jahre ab 2024 für Jahrgänge nach 1963) und bei Männern 65. Be-
achtet wurden auch die Übergangsbestimmungen laut Budgetbegleitgesetz 2013
und die „BVG Altersgrenzen“ für Frauen sowie die Regelungen über die Langzeit-
versicherungspensionen. Um betriebswirtschaftlich plausible Rückstellungsergeb-
nisse zu erzielen, werden die angesetzten Fluktuationsraten für zukünftige Dienst-
zeiten ab dem Bilanzstichtag berücksichtigt.
Jahresfinanzbericht
9
Übrige Rückstellungen
In den übrigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle
zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie dem Grunde nach
gewisse, jedoch hinsichtlich der he ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträ-
gen berücksichtigt, die nach umsichtiger unternehmerischer Beurteilung erforder-
lich sind.
Finanzinstrumente nach § 238 Abs 1 Z 1 UGB iVm § 64 Abs 1 Z 3 BWG
In der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg werden Derivate zur Absicherung
(Hedging) von Zins- und Wechselkursrisiken von Grundgeschäften der Aktiv- und
Passivseite eingesetzt. Die Grundgeschäftsarten sind überwiegend Eigenemissio-
nen, Anleihen, Schuldscheindarlehen und Kundenderivate sowie Kredite im Bereich
der Firmenkunden und Primärbanken.
Die RLBV berücksichtigt die Stellungnahme des AFRAC-Stellungnahme 15 Derivate
und Sicherungsinstrumente (UGB)“ vom Dezember 2023.
Zur Steuerung von Zinsrisiken kommen neben Zinsswaps auch Zinsoptionen (Caps,
Floors). Allfällige in den Eigenemissionen eingebettete Derivate (z.B. Optionalitä-
ten) werden mittels gegenläufiger Geschäfte abgesichert. Die Cross Currency
Swaps werden ausschließlich zur Liquiditätssteuerung verwendet und nicht als Zins-
steuerungsinstrument. Unterstrich werden alle Devisenderivate einzeln bewertet
und der sich in Summe ergebende Kursgewinn bzw. -verlust je Währung in der
Bilanz unter den Posten 12 „Sonstige Vermögensgegenstände“ oder 4 „Sonstige
Verbindlichkeiten“ dargestellt.
Soweit Interest Rate Swaps, Optionen und andere derivative Geschäfte des Bank-
buches nicht als Sicherungsgeschäft eine Bewertungseinheit mit anderen Geschäf-
ten bilden, werden diese einer Einzelbewertung unterzogen. Bei der Einzelbewer-
tung wird für Derivate mit negativem Marktwert in dessen Höhe ein Passivposten
gebildet. Etwaige positive Marktwerte werden nicht aktiviert.
Im Sinne des § 238 Abs 1 Z 1 UGB wurde als Zeitwert jener Betrag beigelegt, zu
dem Finanzinstrumente am Bilanzstichtag zu fairen Bedingungen verkauft oder ge-
kauft werden können. Sofern Börsenkurse vorhanden waren, wurden diese zur Be-
wertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs wurden interne
Bewertungsmodelle mit aktuellen Marktparametern herangezogen.
Die Ermittlung der Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt seit Mitte
Juni 2025 unter Einsatz der Software Front Arena. Front Arena verwendet aner-
kannte, marktübliche Bewertungsverfahren, insbesondere das Discounted-Cash-
flow-Modell, und zieht dabei die jeweils relevanten Marktdaten heran. Anhand der
in Front Arena erfassten Grundparameter des Geschäftes und anhand der vorlie-
genden Marktdaten, wie Zinskurven, Wechselkurse, Volatilitäten werden Markt-
werte (clean und dirty) ermittelt. Bei den besicherten Derivaten mit Interbanken
wird als Diskontierungskurve die risikolose Overnight-Index-Swap-Kurve ange-
setzt. Bei Derivaten mit Geschäftspartnern ohne Besicherungsverträge (Firmenkun-
den und Raiffeisenbanken) wird ihre tenorspezifische Diskontierungskurve ange-
setzt. Zinsoptionen wie CAPs werden anhand des Black & ScholesNormal Modells
bewertet. Interest Rate Swaps mit einmaligen Kündigungsoptionen werden mit
Black & Scholes - Normal - Max Modell bewertet. Interest Rate Swaps mit mehrfa-
chen Kündigungsoptionen werden mit Hull & White Extended Modell bewertet.
Jahresfinanzbericht
10
Im Rahmen aufsichtsrechtlicher Anforderungen sind Banken gezwungen ihr, in De-
rivaten befindliches, Kontrahentenausfallrisiko zu berechnen und ckzustellen. Die
gegenständliche Risikogröße - Credit Value Adjustment (CVA) - wird als integraler
Bestandteil bei der Ermittlung des Marktwertes (Full Fair Value) angesehen. Aus
Gründen der Vorsicht wird auf den Ansatz des eigenen Ausfallsrisikos (DVA, Debit
Value Adjustment) verzichtet. CVA Berechnung erfolgt im Systemverbund Front
Arena Adaptiv Analytics mittels einer Monte-Carlo Exposuresimulation. Für die
CVA relevanten Kontrahenten werden in Abhängigkeit von der Besicherung und
vom Rating die kontrahentenspezifischen Credit Spreads Kurven herangezogen.
Für Interbanken wird eine flache Credit Spreads Kurve mit einer 12 Monate Aus-
fallswahrscheinlichkeit angesetzt, da laufend Ausgleichszahlungen stattfinden.
Aufstellung Konzernabschluss
Es erfolgt keine Aufstellung eines Konzernabschlusses, da keine nachgeordneten
Institute im Sinne des § 30 BWG vorliegen und daher auch keine Kreditinstituts-
gruppe vorliegt.
Zinsenabgrenzung
Die abzugrenzenden Zinsen werden im jeweiligen Bilanzposten der Hauptforde-
rung/-verbindlichkeit ausgewiesen. Abgegrenzte Negativzinsen führten zu Kürzun-
gen in folgenden Bilanzpositionen:
Bezeichnung
Buchwert zum
31.12.2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
AKTIVA
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kunden
18.770,26
213.985,91
20
171
PASSIVA
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten
Verbindlichkeiten ggü. Kunden
6,49
1.727,52
0
1
Der Ausweis von Negativzinsen auf Aktivposten erfolgt im Zinsertrag in Höhe von
122.759,67 Euro (Vorjahr: 72 TEUR), jener von Passivposten im Zinsaufwand in
Höhe von 4.969,21 Euro (Vorjahr: 9 TEUR).
Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Zum 31.12.2025 wird in den Depots „Nostro-Liquid“ undNostro-Plus“ bei den An-
leihen von der Anwendung des strengen Niederstwertprinzips auf die Anwendung
des gemilderten Niederstwertprinzips gewechselt. Bei den Anleihen besteht die Ab-
sicht und Fähigkeit, sie bis zur Endfälligkeit zu halten. Derzeit werden die fixver-
zinsten Anleihen gegen Zinsrisiken abgesichert (Mikro Hedges), um die Bewer-
tungsvolatilität vor dem Hintergrund der Anwendung des strengen Niederstwert-
prinzips aus der Gewinn- und Verlustrechnung zu nehmen. Da zinsbedingte Wert-
minderungen jedoch nicht dauerhaft sind, wenn die fixverzinsten Anleihen bis zur
Endfälligkeit gehalten werden sollen und können, erfolgt eine getreuere Darstellung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bei Anwendung des gemilderten Niederst-
wertprinzips ohne Zinsrisikoabsicherungen; bestehende Zinsrisikoabsicherungen
Jahresfinanzbericht
11
werden fortgeführt. Durch den Wechsel auf das gemilderte Niederstwertprinzip er-
geben sich Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, weil es zum
31.12.2025 zu Zuschreibungen aufgrund von vorangegangenen Abschreibungen
wegen nur vorübergehender Wertminderung in Höhe von EUR 3.318.091,48
kommt.
Gleichzeitig erfolgt eine einheitliche zeitliche Verteilung des Agios bzw. Disagios bei
den Bilanzpositionen Aktiva 2 bis Aktiva 5. Daraus ergibt sich eine Zuschreibung in
Höhe von EUR 945.885,15.
1.3.2. Erläuterungen zu Bilanzposten
Die Angaben der Vorjahreszahlen in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung
und im Anhang werden generell kaufmännisch in TEUR gerundet. In der Summen-
bildung sind daher Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Darstellung der Fristigkeiten von Forderungen
Die nicht täglich fälligen Forderungen an Kreditinstitute (Aktiva 3b) und Nichtban-
ken (Aktiva 4) gliedern sich geß § 64 Abs 1 Z 4 BWG nach der Fristigkeit wie
folgt:
Restlaufzeit
Forderungen an
Kreditinstitute
Buchwert
zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Forderungen
an Nichtbanken
Buchwert
zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
bis 3 Monate gebunden
217.941.879,00
595.532
89.262.514,21
149.803
mehr als 3 Monate
bis 1 Jahr gebunden
132.084.950,26
149.255
201.457.380,25
145.519
mehr als 1 Jahr bis 5
Jahre
843.157.079,66
627.153
507.423.164,89
538.264
mehr als 5 Jahre
gebunden
735.440.550,80
1.086.380
818.492.398,17
736.540
Gesamt
1.928.624.459,72
2.458.320
1.616.644.457,52
1.570.127
Aufgegliedert werden die Brutto-Forderungen abzüglich Einzelwertberichtigungen.
Jahresfinanzbericht
12
Wertpapiere
Die Wertpapiere der Aktivposten 5 und 6 gliedern sich in börsennotiert und nicht
börsennotiert wie folgt:
Bezeichnung
börsennotiert
2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
nicht börsen-
notiert 2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wertpa-
piere
1.203.782.411,41
1.332.117
0,00
0
Aktien und andere nicht fest-
verzinsliche Wertpapiere
19.994.500,00
10.000
30.405.775,24
0
Die zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere der Aktivposten 5 und 6 gliedern
sich nach der Art der Bewertung folgendermaßen (§ 64 Abs 1 Z 11):
Bezeichnung
wie Anlage-
vermögen be-
wertet 2025 in
EUR
Vorjahr
in TEUR
nicht wie
Anlagever-
mögen be-
wertet 2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche Wert-
papiere
1.203.782.411,41
1.316.373
0,00
15.744
Aktien und andere nicht fest-
verzinsliche Wertpapiere
19.994.500,00
0
0
10.000
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich nach unserer Ver-
anlagungsstrategie. Investments in Wertpapiere erfolgen unter Bedachtnahme des
strategischen Vierecks (Liquidität, GuV, Risiko, Eigenmittel) und sind ein maßgeb-
licher Bestandteil r das Liquiditätsmanagement der Raiffeisen Bankengruppe Vor-
arlberg (RBGV). Die Wertpapiere werden auf Basis von „buy and hold“ gekauft und
werden daher dem Anlagevermögen gewidmet. Die einzige Ausnahme bilden gege-
benenfalls rückgekaufte Eigenemissionen und Raiffeisen Wohnbauanleihen, welche
im Umlaufvermögen ausgewiesen werden.
Bei den folgenden zum Finanzanlagevermögen gehörenden Finanzinstrumenten
liegt der jeweilige Buchwert über dem beizulegenden Wert (§ 238 Abs 1 Z 2 UGB).
Jahresfinanzbericht
13
Bilanzjahr
Bilanzposten
Anschaffungs-
wert in EUR
Buchwert
31.12. in EUR
Beizulegender
Zeitwert
31.12. in EUR
Unterlassene
Abschreibung
in EUR
Schuldtitel öffentlicher
Stellen
595.987.540,09
594.819.347,03
549.541.951,60
45.277.395,43
Forderungen an Kredit-
institute
297.484.086,00
297.552.849,46
295.477.293,65
2.075.555,81
Forderungen an Kun-
den
16.909.768,00
16.895.125,72
16.246.425,00
648.700,72
Schuldverschreibungen
und andere festverzins-
liche Wertpapiere
720.133.532,61
720.355.739,81
695.038.015,51
25.317.724,30
Vorjahr
Bilanzposten
Anschaffungs-
wert in TEUR
Buchwert
31.12. in
TEUR
Beizulegender
Zeitwert
31.12. in TEUR
Unterlassene
Abschreibung
in TEUR
Schuldtitel öffentlicher
Stellen
274.153
273.219
236.903
36.316
Forderungen an Kredit-
institute
24.906
24.956
23.841
1.115
Forderungen an Kunden
6.977
6.977
6.727
251
Schuldverschreibungen
und andere festverzins-
liche Wertpapiere
682.502
681.605
652.666
28.939
Der Unterschiedsbetrag zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem
niedrigeren Rückzahlungsbetrag gemäß § 56 Abs 2 BWG bei Schuldverschreibungen
und anderen festverzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens der Aktivposten
2a, 3, 4 und 5 beträgt 7.951.285,51 Euro (Vorjahr: 5.031 TEUR). Der Unterschieds-
betrag zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem höheren Rückzah-
lungsbetrag gemäß § 56 Abs 3 BWG bei Schuldverschreibungen und anderen fest-
verzinslichen Wertpapieren des Anlagevermögens der Aktivposten 2a, 3, 4 und 5
beträgt 7.580.567,83 Euro (Vorjahr 6.277 TEUR).
Jahresfinanzbericht
14
Börsenkurse oder Marktpreise in einem aktiven Markt sind bei der Feststellung von
Marktwerten heranzuziehen. r Börsenkurse oder Marktpreise in inaktiven Märkten
gilt dies nicht. Für einen inaktiven Markt können folgende Indikatoren sprechen: ein
wesentlicher Einbruch des Handelsvolumens oder der Handelsaktivitäten; verfüg-
bare Börsenkurse oder Marktpreise variieren wesentlich im Zeitablauf oder zwi-
schen Marktteilnehmern; die Börsenkurse oder Marktpreise sind nicht aktuell oder
die Folge eines wesentlichen Anstiegs der Bid/Ask-Spreads. Diese Indikatoren müs-
sen für sich genommen allerdings nicht notwendigerweise bedeuten, dass ein Markt
inaktiv ist.
Im Zuge des Beurteilungsprozesses werden Wertpapiere, bei denen lt. Einschätzung
der RLBV Indizien für einen inaktiven Markt vorliegen, einzeln überprüft. Die Wert-
papiere, für welche laut Beurteilung der RLB Vorarlberg kein aktiver Markt besteht,
beinhalten nicht handelbare Titel. Im Berichtsjahr 2025 waren keine nicht handel-
baren Wertpapiere im Nostrobestand.
Im Jahr 2026 werden im Eigenbesitz der RLBV befindliche Schuldverschreibungen
und andere festverzinsliche Wertpapiere in he von 223.581.362,97 Euro (Vor-
jahr: 192.676 TEUR) fällig.
Nach § 64 Abs 1 Z 7 BWG werden begebene Schuldverschreibungen in Höhe von
0,00 Euro (Vorjahr: 531.600 TEUR) im Jahre 2026 fällig.
Die im Geschäftsjahr gehaltenen Investmentfonds erzielten ein anteiliges Fondser-
gebnis von 153.451,40 Euro (Vorjahr: 221 TEUR), davon wurden 127.528,13 Euro
(Vorjahr: 178 TEUR) ausgeschüttet. Ein Betrag von 25.923,27 Euro (Vorjahr: 43
TEUR) wurde aktiviert.
Beteiligungen und Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
In den Beteiligungen mit einem Buchwert in Höhe von 181.045.144,19 Euro (Vor-
jahr: 177.826 TEUR) ist die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG
(RBI AG) als Zentralinstitut mit einem Anteil der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
von 2,92 % (Vorjahr: 2,92 %) und einem Buchwert von 148.479.786,26 Euro (Vor-
jahr: 148.480 TEUR) enthalten. Die RBI AG ist börsennotiert 64 Abs 1 Z 10
BWG). Die Werthaltigkeit der an der RBI AG gehaltenen Anteile wurde auf Basis
einer gutachterlichen Stellungnahme zum objektiven Unternehmenswert gemäß
KFS/BW 1 mit Hilfe eines Diskontierungsverfahrens auf Basis der RBI-Konzernpla-
nung überprüft.
Der Buchwert der RBI AG wird zum Stichtag 31. Dezember 2025 als werthaltig
eingeschätzt.
Jahresfinanzbericht
15
Bei nachstehenden Beteiligungen besteht ein Anteilsbesitz von mindestens 20 Pro-
zent (Beträge in TEUR):
Name
Sitz
Anteil
WHG
Eigen-
kapital
in
TEUR
Ergebnis
des
letzten
WJ in
TEUR
WJ
Tiefenbach Solar GmbH
Trossingen
20,00%
EUR
227
58
2024
Ländle Vieh
Vermarktungs eGen
Bregenz
27,91%
EUR
299
6
2024
BayWa Vorarlberg Handels GmbH
Lauterach
49,00%
EUR
13.934
426
2024
Raiffeisen Rehazentrum Schruns
Immobilienleasing GmbH
Wien
49,00%
EUR
-587
60
2024
AIL Swiss-Austria Leasing AG
Glattbrugg
49,99%
CHF
16.673
628
2024
Walser Raiffeisen Bank
Aktiengesellschaft
Hirschegg
49,99%
EUR
31.511
548
2024
ländleticket marketing gmbh
Bregenz
50,00%
EUR
46
2
2024
REMUS Raiffeisen-Immobilien-Lea-
sing Gesellschaft m.b.H.
Wien
50,00%
EUR
96
193
2024
*Raiffeisen Direkt Service Vorarlberg
eGen & Co KG
Bregenz
100,00%
EUR
84
22
2024
Raiffeisen Invest Vorarlberg GmbH
Bregenz
100,00%
EUR
23
-2
2024
Raiffeisen Versicherungsmakler
Vorarlberg GmbH
Bregenz
100,00%
EUR
489
363
2024
"RBH" Beteiligungsholding Vorarl-
berg GmbH
Bregenz
100,00%
EUR
202
-3
2024
*RRZ Dienstleistungs- und
Beteiligungs reg.gen.m.b.H. & Co KG
Bregenz
100,00%
EUR
676
-73
2024
RVB Verwaltungs- und Beteiligungs-
gesellschaft m.b.H.
Bregenz
100,00%
EUR
36.939
1.264
2024
*) RLB einziger Komplementär
Die wesentlichen Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz von mindestens 20 % und
den höchsten Buchwerten sind die RVB Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft
m.b.H. mit einem Buchwert von 39.826.338,99 Euro (Vorjahr TEUR 35.826), die
Walser Raiffeisen Bank Aktiengesellschaft mit einem Buchwert von
15.046.500,00 Euro (Vorjahr TEUR 14.200), die AIL Swiss Austria Leasing AG mit
einem Buchwert von 5.904.981,75 Euro (Vorjahr TEUR 5.843) sowie die BayWa
Vorarlberg Handels GmbH mit einem Buchwert von 5.106.747,90 Euro (Vorjahr
TEUR 5.107).
Die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen gemäß § 238 Abs 1 Z 20 iVm
§ 242 Abs 3 UGB bewegen sich im Rahmen der banküblichen Geschäftstätigkeit
bzw. bankbezogener Hilfsdienste von untergeordneter Bedeutung.
Jahresfinanzbericht
16
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ist unbeschränkt haftende Gesellschafterin
der RRZ Dienstleistungs- und Beteiligungs reg.gen.m.b.H. & Co. KG und der Raiff-
eisen Direkt Service Vorarlberg eGen & Co KG.
In den Aktivposten 2, 3, 4 und 5 sind nachstehende verbriefte und unverbriefte
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, und
an verbundene Unternehmen enthalten:
Bezeichnung
Forderungen an
Beteiligungsunternehmen
Forderungen an
verbundene
Unternehmen
Bilanzposten
Buchwert
31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Buchwert
31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Forderungen an
Kreditinstitute
hievon nachrangig
318.078.175,08
0,00
311.828
0
0,00
0,00
0
0
Forderungen an Kunden
hievon nachrangig
149.225.206,24
0,00
126.723
0
3.890.801,60
0,00
3.961
0
Schuldverschreibungen und
andere festverzinsliche
Wertpapiere
hievon nachrangig
162.373.592,51
4.992.717,03
264.060
12.008
0,00
0,00
0
0
In den Passivposten 1, 2, 3 und 7 sind nachstehende verbriefte und unverbriefte
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, und gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten:
Jahresfinanzbericht
17
Bezeichnung
Verbindlichkeiten ggü.
Beteiligungsunternehmen
Verbindlichkeiten
ggü. verbundenen
Unternehmen
Bilanzposten
Buchwert
31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Buchwert
31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Verbindlichkeiten ggü.
Kreditinstituten
37.992.446,48
32.140
0,00
0
Verbindlichkeiten ggü.
Kunden
5.124.963,71
2.130
1.680.689,32
3.772
Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ist
dem Kapitel 1.3.5. Anlage zum Anhang zu entnehmen. Disagio und Agio bei Wert-
papieren werden im Anlagespiegel in den kumulierten Abschreibungen in der Spalte
Zuschreibungen ausgewiesen.
Der im Aktivposten 10 enthaltene Wert der Grundstücke beträgt insgesamt
5.483.763,85 Euro (Vorjahr: 5.484 TEUR).
Bei jenen Beteiligungen, die in Fremdwährung geführt werden, wurden durch
Devisenkursänderungen bedingte Differenzen des Bestandes zum 1.1. über
Zu- und/oder Abgänge ausgeglichen. Der Zugang aus der Kursänderung betrug
61.484,09 Euro (Vorjahr: Abgang 96 TEUR).
Sonstige Vermögensgegenstände
Die Bilanzposition Aktiva 12 „sonstige Vermögensgegenstände“ ist im Verhältnis zur
Bilanzsumme von unwesentlicher Bedeutung, weshalb auf eine weitere Aufgliede-
rung verzichtet wurde.
Unter den sonstigen Vermögensgegenständen wird eine KÖSt-Forderung über
8.192.207,62 Euro (Vorjahr 0 TEUR) ausgewiesen.
Unter „Sonstige Vermögensgegenstände” sind Erträge in Höhe von 45.716.379,57
Euro (Vorjahr: 49.964 TEUR) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag
zahlungswirksam werden.
Jahresfinanzbericht
18
Latente Steuern (§ 198 Abs 9 iVm § 238 Abs 1 Z 3)
Die Steuerabgrenzung für aktive latente Steuern resultiert aus Differenzen in:
Unterbewertung gemäß § 57 Abs 1 BWG
Rückstellungen für Sozialkapital
Sonstige langfristige Rückstellungen
Die Steuerabgrenzung für passive latente Steuern ergibt sich aus den Differenzen
der Bewertungsreserven von Sachanlagen.
Die aktiven latenten Steuern übersteigen die passiven Differenzen, so dass sich per
Saldo eine Steuerentlastung ergibt.
Die latenten Steuern haben sich im Vergleich zu diesem Stichtag um 317.019,60
Euro erhöht und betragen per 31.12.2025 25.180.208,28 Euro (davon aktive
Steuerlatenz 25.738.101,03 Euro und passive Steuerlatenz 557.892,75 Euro).
Aus der Veränderung der aktiven Steuerlatenzen resultiert eine Erhöhung von
302.456,20 Euro, aus der Veränderung der passiven Steuerlatenzen ergibt sich eine
Erhöhung von 14.563,40 Euro.
Geschäftsanteilskapital und Mitgliederbewegung
Die Veränderung der Anzahl der Mitglieder und der Geschäftsanteile stellt sich im
Jahr 2025 wie folgt dar:
Bezeichnung
Anzahl
Mitglieder
Anzahl
Geschäftsanteile
Geschäftsanteils-
kapital in EUR
Stand per 01.01.
171
2.942.559
23.540.472,00
Zugang
4
15
120
Abgang
6
185
1480
Nachzeichnung
Raiffeisenbanken
0
215.933
1.727.464
Stand per 31.12.
169
3.158.322
25.266.576,00
davon gekündigt
4
180
1.440,00
davon aushaftendes Geschäftsanteilskapital (nicht eingefordert)
0,00
Jahresfinanzbericht
19
Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel
Das Kernkapital und die ergänzenden Eigenmittel setzen sich wie folgt zusammen:
EIGENMITTEL (CA1)
Betrag zum
31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Hartes Kernkapital (CET1)
404.076.156,55
372.236
Anrechenbare Kapitalinstrumente
153.337.334,04
122.868
P8b. Instrumente ohne Stimmrechte
69.836.374,74
62.336
P9. Gezeichnetes Kapital
25.266.576,00
23.070
P10. Kapitalrücklagen
58.234.383,30
37.462
Einbehaltene Gewinne
213.874.773,39
213.875
P11. Gewinnrücklagen
229.005.657,65
230.449
abzgl. enthaltene IPS-Rücklage
-15.130.884,26
-16.574
Haftrücklage
36.900.000,00
35.600
A9. abzgl. immaterielle
Vermögensgegenstände
-34.358,66
-105
Abzgl. unzureichender Deckung
notleidender Risikopositionen
-1.592,22
-1
Zusätzliches Kernkapital
0,00
0
KERNKAPITAL (T1)
404.076.156,55
372.236
ERGÄNZUNGSKAPITAL (T2)
29.106.017,12
26.924
Allgemeine Kreditrisikoanpassung gem.
Art. 62 lit. c der VO (EU) Nr. 575/2013
29.106.017,12
26.924
EIGENMITTEL (CA1)
433.182.173,67
399.160
Kapitalerhöhung
Aufgrund des erhöhten Eigenmittelbedarfs durch Basel IV und zur Stärkung der Kernka-
pitalquote hat die Generalversammlung am 28.04.2025 beschlossen eine Kapitalerhöhung
im Mai 2025 durchzuführen. Die Kapitalerhöhung erfolgte in he von EUR 22,5 Mio.
Geschäftsanteile (215.933 Stück GA) und EUR 7,5 Mio. stimmrechtsloses CET-1 Kapi-
talinstrument (71.978 Stück PS) mit einem Kurs von EUR 104,2 (Nominale EUR 8,0 +
AGIO 96,2 EUR).
CET1 - Hartes Kernkapital
Durch die FMA wurde die Erlaubnis zur Zurechenbarkeit der emittierten stimmrechtslosen
CET-1-Instrumente im Ausmaß von 69.836.374,74 Euro (Vorjahr: 62.336 TEUR) zum har-
ten Kernkapital erteilt. Die IPS-Rücklagen in Höhe von 15.130.884,26 Euro (Vorjahr:
16.574 TEUR) werden nicht den Eigenmitteln zugerechnet.
Jahresfinanzbericht
20
Eigenmittelerfordernis
Durch den Bescheid der Finanzmarktaufsichtsbehörde zum IPS gemäß Artikel 113 Abs 7
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) wird einerseits die Bewilligung für die Nullge-
wichtung von Risikopositionen innerhalb der institutsbezogenen Sicherungssysteme und
andererseits die Bewilligung für die Ausnahme von der Abzugserfordernis der Beteiligung
am Zentralinstitut erteilt. Derivate werden nach der Marktwertmethode bewertet.
Instrumente ohne Stimmrechte gemäß § 26a BWG
Unter Passiva 8b "Instrumente ohne Stimmrechte gemäß § 26a BWG" werden
69.836.374,74 Euro (Vorjahr: 62.336 TEUR) ausgewiesen.
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg hat stimmrechtsloses CET1-Kapital von
7.342.472,00 Euro (Vorjahr: 6.767 TEUR) verteilt auf 917.809 (Vorjahr: 845.831) Anteile
begeben. Das Agio aus dem stimmrechtslosen CET1-Kapital beträgt 62.493.902,74 Euro
(Vorjahr: 55.570 TEUR).
Die stimmrechtslosen CET-1 Instrumente sind Wertpapiere, die ihrer Rechtsnatur nach
dem Genussschein gemäß § 174 Abs 3 und Abs 4 iVm Abs 1 AktG entsprechen und auf
Namen lauten. Es handelt sich um eingezahltes Kapital, welches der Raiffeisen Landes-
bank Vorarlberg auf Unternehmensdauer unter Verzicht auf die ordentliche und außeror-
dentliche Kündigung zur Verfügung gestellt wird. Das stimmrechtslose CET-1 Kapital
nimmt wie das gezeichnete Kapital der RLBV bis zur vollen Höhe am Verlust teil. Mit dem
Erwerb von stimmrechtslosen CET-1 Instrumenten ist keine Übernahme von weiteren Haf-
tungen verbunden. Die Inhaber der stimmrechtslosen CET-1 Instrumente haben das
Recht, an der Generalversammlung der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg teilzunehmen
und analog § 118 AktG (vormals § 112 AktG in der Fassung vor BGBI I 2009/71) Aus-
künfte über Angelegenheiten der RLBV zu verlangen. Die stimmrechtslosen CET-1 Instru-
mente gewähren jedoch kein Stimmrecht und kein Recht auf den Bezug von weiteren
Gesellschaftsanteilen.
Die stimmrechtslosen CET-1 Instrumente verbriefen den grundsätzlichen Anspruch auf
gewinnabhängige Erträge. Unter Gewinn ist der Jahresgewinn der Raiffeisen Landesbank
Vorarlberg nach Rücklagenbewegung zu verstehen, soweit er im Bilanzgewinn gedeckt ist.
Jahresfinanzbericht
21
Darstellung der Fristigkeiten von Verbindlichkeiten
Die nicht täglich fälligen Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten (Passiva 1b) und
Nichtbanken (Passiva 2 ab, 2 bb) gliedern sich gemäß § 64 Abs 1 Z 4 BWG nach der
Fristigkeit wie folgt:
Restlaufzeit
Verpflichtungen
gg. Kreditinsti-
tuten Buchwert
zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Verpflichtungen
gg. Nichtbanken
Buchwert
zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
bis 3 Monate
gebunden
46.194.535,09
152.304
259.438.441,52
198.704
mehr als 3 Monate
bis
1 Jahr gebunden
87.015.496,71
30.572
96.263.802,18
167.255
mehr als 1 Jahr bis
5 Jahre gebunden
81.385.362,36
158.376
34.841.783,13
49.551
mehr als 5 Jahre
gebunden
61.406.121,08
56.444
107.327.668,91
104.899
Gesamt
276.001.515,24
397.696
497.871.695,74
520.409
Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten
Personalrückstellungen
Rückstellungen werden für Pensionsansprüche, Abfertigungen und diverse Verpflichtun-
gen gebildet. Die Berechnungsmethoden und Parameter sind unter Punkt 1.3.1.8. ersicht-
lich.
Sonstige Rückstellungen
Die in der Bilanz unter Passiva 6d ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen enthalten
nachstehende Rückstellungen mit einem erheblichen Umfang:
Bezeichnung der Rückstellung
Buchwert zum
31.12.2025 in EUR
Vorjahr in TEUR
Wegfall Zwischenbankbefreiung
2.605.247,70
2.531
nicht konsumierte Urlaube/
Zeitüberhänge
2.146.750,33
2.797
Jubiläumsgeldansprüche
1.773.178,51
1.913
Jahresfinanzbericht
22
Rückstellung Wegfall Zwischenbankbefreiung
Anlässlich eines Beschwerdeverfahrens stellte das österreichische Bundesfinanzgericht am
28. Juni 2025 einen Antrag auf Vorabentscheidung an den EuGH mit der Frage, ob die
Umsatzsteuerbefreiung gemäß § 6 Abs. 1 Z 28 zweiter Satz UStG eine staatliche Beihilfe
gemäß Artikel 107 Abs. 1 AEUV darstellt. Laut dieser Befreiungsbestimmung sind sonstige
Leistungen, die zwischen Unternehmern erbracht werden, die überwiegend Bank-, Versi-
cherungs- oder Pensionskassenumsätze ausführen, unecht umsatzsteuerbefreit, soweit
sie unmittelbar zur Ausführung der genannten Umsätze verwendet werden. Auf dieser
gesetzlichen Grundlage hat die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg steuerfreie Dienstleis-
tungen in wesentlicher Höhe bezogen. Sofern der EuGH zum Urteil kommt, dass eine
rechtswidrige Beihilfe vorliegt, und die Euroische Kommission einen Rückforderungsbe-
schluss trifft, wird die Republik Österreich verpflichtet, die rechtswidrige Beihilfe ein-
schließlich Zinsen für die Vergangenheit, aber maximal 10 Jahre, zurückzufordern. Ein
negativer Ausgang des Verfahrens wird als überwiegend wahrscheinlich eingeschätzt.
Sonstige Verbindlichkeiten
Die Bilanzposition Passiva 4 „sonstige Verbindlichkeiten“ ist im Verhältnis zur Bi-
lanzsumme von unwesentlicher Bedeutung, weshalb auf eine weitere Aufgliederung
verzichtet wurde.
In den „sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in der Höhe von 45.570.849,47
Euro (Vorjahr: 44.448 TEUR) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungs-
wirksam werden.
Ergänzende Angaben
In der Bilanz sind Aktivposten und Passivposten in Fremdwährung in nachstehender Höhe
enthalten:
Bezeichnung der Posten
Buchwert zum
31.12.2025 in EUR
Vorjahr in TEUR
Aktivposten in fremder Währung
387.572.123,97
711.538
Passivposten in fremder Währung
49.573.810,08
130.999
Zum Bilanzstichtag bestehen folgende derivative Finanzinstrumente (Beträge in Euro):
Die Nominalwerte der am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Derivate sowie deren
beizulegende Zeitwerte sind im nachstehenden Tableau offengelegt. In den Marktwerten
wird der Dirty Price (Marktwert mit Zinsabgrenzungen) unter Berücksichtigung des Kon-
trahentenrisikos (CVA, Credit Value Adjustment) dargestellt.
Jahresfinanzbericht
23
Kategorie und Art
Nominalbetrag
2025 (EUR)
Marktwert
positiv
2025 (EUR)
Marktwert
negativ
2025 (EUR)
zinssatzbezogene Termingeschäfte
Zinsswaps
6.957.586.328
235.812.742
307.194.969
Zinsoptionen - Käufe
40.522.143
4.329.893
0
Zinsoptionen - Verkäufe
35.524.643
0
4.277.383
fremdwährungsabhängige
Termingeschäfte
Devisentermingeschäfte
104.737.837
3.586.202
3.545.379
Zins-Währungs-/Währungs-Swaps
370.497.117
968.824
356.381
GESAMT
7.508.868.069
244.697.661
315.374.113
Kategorie und Art
Nominalbetrag
Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
positiv
Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
negativ
Vorjahr
(TEUR)
zinssatzbezogene Termingeschäfte
Zinsswaps
7.414.542
206.608
290.465
Zinsoptionen - Käufe
47.675
4.223
0
Zinsoptionen - Verkäufe
42.678
0
4.154
fremdwährungsabhängige
Termingeschäfte
Devisentermingeschäfte
99.843
1.589
1.555
Zins-Währungs-/Währungs-Swaps
763.599
8.694
194
GESAMT
8.368.337
221.113
296.368
Die Devisentermingeschäfte wurden gemäß § 58 Abs 2 BWG mit dem Terminkurs
zum Bilanzstichtag umgerechnet.
Die Nominal- bzw. Marktwerte ergeben sich aus den unsaldierten Summen aller
Kauf- und Verkaufsverträge. Die Marktwerte sind hier mit dem Dirty Price“ (Markt-
wert mit Zinsenabgrenzungen) angegeben.
Jahresfinanzbericht
24
Gemäß dem Grundsatz der Einzelbewertung 201 Abs 2 Z 3 UGB) wird bei Stand-
Alone-Derivaten bei negativen Zeitwerten eine Drohverlustrückstellung gebildet.
Diese beträgt per 31.12.2025 36.402,72 Euro (Vorjahr: 59 TEUR).
Cross Currency Swaps:
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg hat Fremdwährungsderivate wie Cross Cur-
rency Swaps zur Liquiditätssteuerung im Bestand. Die Cross Currency Swaps ent-
halten Currency Basis Spreads, die die Gegenpartei für das Währungsrisiko ent-
schädigen, welches neben dem Zinsrisiko eingegangen wird und die auf dem Kredit-
und Liquiditätsrisiko einer Währung basieren.
Mikro-Hedge:
Mit den eingegangenen Sicherungsbeziehungen werden Zinsrisiken gesteuert. Beim
Mikro-Hedge erfolgt zunächst eine Überprüfung, ob ein Critical Terms Match (CTM)
vorliegt. Diese Überprüfung wird bei Abschluss des Geschäftes gemacht. Sind im
Falle eines Mikro-Hedges alle Parameter (Startnominale, Kapitalstruktur, Währung,
Laufzeit und Indikatorstützpunkt (3-Monats-Euribor)) des Grundgeschäfts und des
Sicherungsgeschäfts, die das Ausmaß der abgesicherten Wertänderung bestimmen,
identisch, so ist dies ein Indikator für eine vollständig effektive Sicherungsbezie-
hung (vereinfachte Bestimmung der Effektivität). Der Absicherungszeitraum ent-
spricht grundsätzlich der Fälligkeit des Grundgeschäfts.
Eine Folgebewertung wird unterjährig zu jedem Monatsultimo durchgeführt. Auftre-
tende Ineffizienzen durch „Überhedging“ bzw. „Unterhedging“ bei Sicherungsbezie-
hungen werden imparitätisch in der Gewinn- und Verlustrechnung realisiert und als
Drohverlustrückstellung dargestellt. Ist eine Gegenpartei akut ausfallgefährdet, er-
folgt eine Auflösung der Bewertungseinheit. Wird das Grundgeschäft vorzeitig auf-
gelöst, werden die dazugehörenden Sicherungsgeschäfte beendet oder bleiben, als
Stand-Alone-Derivate weiterhin bestehen.
Makro-Hedge:
Im Jahr 2022 wurde als zusätzliche Hedgingmethode der Makro-Hedge eingeführt.
Im Gegensatz zum Mikro- ist der Makro-Hedge eine dynamische Absicherung. Es
erfolgt keine Zuordnung der Absicherungen auf Einzelgeschäftsbasis, es erfolgt eine
Absicherung von Geschäften des gesamten Bankbuchs oder eines Teilbestandes des
Bankbuchs mittels Interest-Rate-Swaps.
Zum Nachweis der Effektivität der Makro-Hedges wird monatlich ein Effektivitäts-
test durchgeführt. Dabei wird anhand geeigneter Szenarien nachgewiesen, dass
sich die Wertänderungen der Grundgeschäfte und der Sicherungsgeschäfte kom-
pensieren. Ein Szenario wird als effektiv betrachtet, wenn die Barwertänderung der
Grundgeschäfte und Sicherungsgeschäfte gegenläufig ist und die Barwertänderung
der Sicherungsgeschäfte kleiner als jene der Grundgeschäfte ist. Als Nachweis der
Effektivität müssen sämtliche Szenarien effektiv sein.
Aktiv- und passivseitiger Hedge sichern das Zinsrisiko ab.
Jahresfinanzbericht
25
Bezeichnung
hrung
Volumen
2025
(EUR)
Marktwert
positiv 2025
(EUR)
Marktwert
negativ 2025
(EUR)
Makro-Hedge
aktiv
EUR
230.869.775
570.758
-2.986.048
Makro-Hedge
passiv
EUR
142.000.000
2.637.422
-235.089
Bezeichnung
Währung
Volumen
Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
positiv Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
negativ Vorjahr
(TEUR)
Makro-Hedge
aktiv
EUR
243.882
42
-4.836
Makro-Hedge
passiv
EUR
70.000
3.018
0
Nachfolgend die positiven und negativen beizulegenden Zeitwerte aller Derivate in
Sicherungsbeziehung:
Bewertungseinheiten
Nominalbetrag
2025
(EUR)
Marktwert
positiv 2025
(EUR)
Marktwert
negativ 2025
(EUR)
Zinsderivate
7.013.953.115
239.623.368
311.331.328
Kursderivate
475.234.954
4.555.026
3.901.760
Bewertungseinheiten
Nominalbetrag
Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
positiv Vorjahr
(TEUR)
Marktwert
negativ Vorjahr
(TEUR)
Zinsderivate
7.489.495
210.164
294.560
Kursderivate
863.442
10.282
1.749
Die derivativen Finanzinstrumente sind in der Bilanz mit nachfolgenden Buchwerten
enthalten:
Jahresfinanzbericht
26
Buchwerte von Derivaten
des Bankbuches
Sonstige
Aktiva
2025 (EUR)
Sonstige
Passiva
2025 (EUR)
Rückstellungen
2025 (EUR)
a) zinssatzbezogene Verträge
45.528.054,84
49.158.109,02
113.313,76
b) wechselkursbezogene Verträge
1.862.580,59
934.230,08
819,05
Buchwerte von Derivaten des
Bankbuches (in TEUR)
Sonstige
Aktiva
Vorjahr
Sonstige
Passiva
Vorjahr
Rückstellungen
Vorjahr
a) zinssatzbezogene Verträge
48.404
50.392
488
b) wechselkursbezogene Verträge
11.217
1.629
66
Bei den bilanzierten Buchwerten handelt es sich bei den sonstigen Aktiva/Passiva
um Zinsabgrenzungen, Optionsprämien und Upfront Zahlungen und bei den Rück-
stellungen um die Marktwerte zu ihrem „Clean Price“ (Marktwert ohne Zinsabgren-
zungen).
Zum Bilanzstichtag waren festverzinsliche und nicht festverzinsliche Wertpapiere in
Höhe von 240.407.563,04 Euro (Vorjahr: 86.219 TEUR) und Forderungen an Kun-
den in Höhe von 49.678.736,42 Euro (Vorjahr: 92.659 TEUR) als Sicherheiten für
Verpflichtungen aus nachfolgenden Geschäften gestellt.
Jahresfinanzbericht
27
Aufstellung der als Sicherheit gestellten eigenen Vermögensgegenstände:
Bezeichnung
Buchwert zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Pensionsgeschäfte mit
Kreditinstituten
85.605.196,35
0
Wertpapierverleihe an
Kreditinstituten
76.852.861,26
0
Drittsicherheitenbestellung Derivate
Besicherung
71.462.585,86
79.759
abgetretene Forderungen an OeKB
31.735.099,54
22.703
abgetretene Forderungen an KfW
9.347.557,16
12.270
abgetretene Forderungen an
EIB-Darlehen
8.596.079,72
10.161
Wertpapierdeckung für
Pensionsrückstellung
3.802.462,35
3.792
Deckungsstock für Mündelgelder
2.684.457,22
2.669
Deckungsstock für EZB-Tender
0,00
47.543
Für EZB-Tendergeschäfte wurden weder Wertpapiere noch Kreditforderungen (Cre-
dit Claims) hinterlegt (Vorjahr: 0 TEUR bzw. 47.525 TEUR)
Zum 31.12.2025 sind für die ndelgeldspareinlagen in Höhe von 2.291.683,92
Euro (Vorjahr: 2.290 TEUR) Wertpapiere als Deckungsstock in Höhe von
2.684.457,22 (Vorjahr: 2.668 TEUR) gewidmet.
Aufstellung der als Sicherheit gestellten institutsfremden Vermögensgegenstände:
Bezeichnung
Buchwert zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Deckungsstock fundierte Bankschuldver-
schreibung
4.296.728.023,23
4.062.836
Pensionsgeschäfte mit Kreditinstituten
85.605.196,35
0
Jahresfinanzbericht
28
In der Bilanz sind nachstehende Vermögensgegenstände nachrangiger Art enthal-
ten:
Bezeichnung
Buchwert zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Forderungen an Kreditinstitute
100.000,00
100
Forderungen an Kunden
0,00
0
Schuldverschreibungen und andere fest-
verzinsliche Wertpapiere
13.031.863,37
12.008
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
0,00
0
Unterstrichposten
Die in der Bilanz unter Passiva Unterstrich 1 ausgewiesenen Eventualverbindlich-
keiten enthalten zur Gänze Einzelgeschäfte, die in Bezug auf die Gesamttätigkeit
der RLBV nicht von Bedeutung sind.
Die in der Bilanz unter Passiva Unterstrich 2 ausgewiesenen Kreditrisiken enthalten
zur Gänze Einzelgeschäfte, die in Bezug auf die Gesamttätigkeit der RLBV nicht von
Bedeutung sind.
Kundengarantiegemeinschaft
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ist Mitglied des Vereins „Raiffeisen-Kun-
dengarantiegemeinschaft Vorarlberg". Alle Vereinsmitglieder übernehmen die ver-
tragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie nach Maßgabe der wirt-
schaftlichen Tragfähigkeit solidarisch gemäß der Vereinssatzung die zeitgerechte
Erfüllung aller Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmit-
gliedes garantieren.
Die Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Vorarlberg ist ihrerseits Mitglied des
Vereins „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich“, deren Mitglieder die
Raiffeisen Bank International AG und andere Raiffeisen-Landeskundengarantiege-
meinschaften sind.
Wenn die Tragfähigkeit einer Landes-Kundengarantiegemeinschaft die Einlösung
sämtlicher geschützter Kundenforderungen gegen eine insolvente Raiffeisenbank
nicht ermöglicht, garantieren die Vereinsmitglieder der Raiffeisen-Kundengarantie-
gemeinschaft Österreich gemäß der Vereinssatzung nach Maßgabe der wirtschaftli-
chen Tragfähigkeit die solidarische, zeitgerechte Erfüllung aller Kundeneinlagen und
Eigenemissionen der insolventen Raiffeisenbank.
Die Garantieverpflichtung wurde nicht eingebucht, da es nicht möglich ist, die po-
tenzielle Haftung der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg aus dem Haftungsverbund
betragsmäßig festzulegen.
Zum 30. September 2019 (Stichtag) wurde die Haftung der Kundengarantiegemein-
schaft für alle Forderungen beendet.
Jahresfinanzbericht
29
Zum Stichtag bestehende Guthaben fallen weiterhin unter die Haftung. Auszahlun-
gen und alle anderen Belastungsbuchungen nach dem Stichtag reduzieren die Haf-
tung. Allfällige Erhöhungen von Guthaben nach dem 30. September 2019 und da-
nach begründete Geschäftsbeziehungen sind von der Haftung nicht mehr umfasst.
Die Rechte aus der gesetzlichen Einlagensicherung bleiben davon selbstverständlich
unberührt und im vollen Ausmaß aufrecht.
Im gleichen Umfang sind mit diesem Haftungsverbund alle Kundeneinlagen und
Eigenemissionen der RLBV geschützt. Dieser Schutz geht über die gesetzliche Haf-
tung gemäß ESAEG hinaus.
Institutional Protection Scheme (IPS) - Institutionelles Sicherungssystem
Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarung, die die
teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert. Damit wird das so-
lidarische Zusammenstehen geregelt. Gemäß Art. 49 CRR ssen Kreditinstitute
bei der Ermittlung ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Position in Eigenmittelin-
strumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Befreiung
aufgrund von Art. 49 Abs 3 CRR durch gebildete IPS besteht. Des Weiteren dürfen
Kreditinstitute gemäß Art. 113 Abs 7 CRR mit Genehmigung der zuständigen Be-
hörden, Risikopositionen mit Ausnahme von Risikopositionen, die Posten des har-
ten Kernkapitals, zusätzlichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitals gemäß CRR
bilden gegenüber Gegenparteien, mit denen sie ein IPS abgeschlossen haben, mit
einem Risikogewicht von 0 Prozent bewerten.
Das neue institutsbezogene Sicherungssystem Raiffeisen-IPS wurde mit der ÖRS
(Österreichische Raiffeisen Sicherungseinrichtung) als Sicherungseinrichtung im
Mai 2021 von der FMA als Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungssystem
gemäß Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) anerkannt.
Die teilnehmenden Institute haben nach Ablauf der sechsmonatigen gesetzlichen
Wartefrist den Wechsel von ESA zu ÖRS vollzogen. Die RBI AG, ihre österreichi-
schen Tochterbanken, Raiffeisen-Landeszentralen und Raiffeisenbanken schlossen
im März 2021 eine Vereinbarung über ein neues institutsbezogenes Sicherungssys-
tem (Raiffeisen-IPS) gemäß Artikel 113 Abs 7 CRR (Kapitaladäquanzverordnung der
Europäischen Union Capital Requirements Regulation) ab. Darin verpflichten sich
die teilnehmenden Institute, einander gegenseitig abzusichern und insbesondere
bei Bedarf einander die Liquidität und Solvenz sicherzustellen. Dieses neue Raiffei-
sen-IPS wurde im Mai 2021 von den zuständigen Aufsichtsbehörden EZB und FMA
als institutsbezogenes Sicherungssystem im Sinne von Artikel 113 Abs 7 CRR mit
den damit verbundenen Rechten und Pflichten der teilnehmenden Institute aner-
kannt. Danach dürfen unter anderem Forderungen zwischen den Raiffeisen-IPS-
Mitgliedern mit einem Risikogewicht von null Prozent angesetzt werden. Das Raiff-
eisen-IPS unterliegt einer gemeinsamen aufsichtsrechtlichen Überwachung. Es sind
unter anderem die Eigenmittelbestimmungen auf konsolidierter Basis einzuhalten.
Das neue Raiffeisen-IPS ersetzt die bis dahin bestehenden institutsbezogenen Si-
cherungssysteme auf Bundes- und Landesebene, die im Juni 2021 aufgelöst wur-
den.
Die ÖRS nimmt für das Raiffeisen-IPS Aufgaben der Risikofrüherkennung und das
Berichtswesen wahr. Die ÖRS verwaltet auch als Treuhänderin das liquide Sonder-
vermögen des Raiffeisen-IPS.
Das Raiffeisen-IPS wird durch den Gesamtrisikorat gesteuert, der sich aus Vertre-
tern der RBI AG, der Raiffeisenlandesbanken und der Raiffeisenbanken
Jahresfinanzbericht
30
zusammensetzt. Aufgaben, die auf Landesebene gelöst werden können, hat der
Gesamtrisikorat an Landesrisikoräte delegiert, die sich aus Vertretern der jeweiligen
Raiffeisenlandesbank und den Raiffeisenbanken des Landes zusammensetzen.
Der R-IPS Fonds verringerte sich aufgrund von Ausgleichszahlungen Fondsdotatio-
nen und Zinsgutschriften auf 15.130.884,26 Euro (Vorjahr 16.574 TEUR).
Einlagensicherung
Durch das ESAEG wurde die EU-Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssys-
teme in Österreich umgesetzt. Das Gesetz schreibt vor, dass jede Sicherungsein-
richtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels hrlicher
Beitragsvorschreibung an ihr Mitgliedsinstitut bis zur gesetzlich vorgeschriebenen
Höhe von zumindest 0,8 Prozent der Summe der gedeckten Einlagen der Mitglieds-
institute auszustatten ist. Aus der in §§ 8 und 45 ESAEG enthaltenen Pflichtmit-
gliedschaft entstehen Verpflichtungen für die RLBV.
Seit dem 29. November 2021 gehören Raiffeisen Bank International AG und ihre
österreichischen Tochterbanken, Raiffeisenlandesbanken und Raiffeisenbanken der
österreichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) als gesetzliche Si-
cherungseinrichtung an.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines Ex-ante-
Fonds iSd § 13 ESAEG sind geß § 21 ESAEG jährlich Beitge zu leisten. Die
Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten
Einlagen und der Ausprägung der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist. Da der
ÖRS-Einlagensicherungsfonds ausreichend dotiert ist, war im Bilanzjahr 2025 kein
Beitrag zu leisten (Vorjahr 130 TEUR).
Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung pro Kalenderjahr Sonderbeiträge in
der Höhe von maximal 0,5 Prozent der Summe der gedeckten Einlagen der Mit-
gliedsinstitute einheben. Diese Schwelle kann im Einzelfall durch die Genehmigung
der FMA auch überschritten werden. Die Höhe des Sonderbeitrags bestimmt sich
gemäß § 22 ESAEG als Verhältnis des zuletzt fälligen Jahresbeitrags der Raiffeisen
Landesbank Vorarlberg zur Gesamtsumme der zuletzt fälligen Jahresbeiträge aller
Mitglieder der Sicherungseinrichtung.
Im Falle einer Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienst-
leistungen iSd § 49 ESAEG (Anlegerentschädigung) beträgt die Beitragsleistung des
Einzelinstituts pro Geschäftsjahr maximal 1,5 Prozent der Bemessungsgrundlage
gemäß Art. 92 Abs 4 lit. a CRR zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerforder-
nisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 (Art. 326 bis 333) CRR
und somit für die RLBV 34.927.220,55 Euro (Vorjahr: 32.308 TEUR). Im Geschäfts-
jahr 2025 wurde keine Anlegerentschädigung erbracht.
Abwicklungsfonds
Durch das BaSAG wurde die EU-Richtlinie 2014/59/EU über die Festlegung eines
Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfir-
men in Österreich umgesetzt.
Zur Finanzierung des gesetzlichen Abwicklungsfinanzierungsmechanismus durch
Aufbau eines Ex-ante-Fonds iSd § 123 BaSAG sind gemäß § 125 BaSAG regelmä-
ßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 126 BaSAG
nach dem Verhältnis der Höhe der Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Ein-
lagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten
Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Da das festgelegte Zielniveau
Jahresfinanzbericht
31
von mindestens 1% der gedeckten Einlagen zum 31.12.2024 erreicht war, wurde
im Bilanzjahr 2025 kein Beitrag eingehoben (Vorjahr: Gutschrift 335 TEUR).
Die Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Unwi-
derrufliche Zahlungsverpflichtungen wurden nicht verwendet.
Die Abwicklungsbehörde kann im Bedarfsfall gemäß § 127 BaSAG außerordentliche
nachtgliche Beiträge einheben. Die Berechnung der Höhe dieser Beiträge folgt
den Regeln der ordentlichen Beiträge iSd § 126 BaSAG und sie dürfen den dreifa-
chen Jahresbetrag der ordentlichen Beiträge nicht überschreiten.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die Verpflichtung aus Leasingraten (bzw. aus Miet- und Pachtverträgen) für das
folgende Geschäftsjahr und für die folgende fünf Geschäftsjahre ist von unterge-
ordneter Bedeutung.
1.3.3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Nettozinsertrag
Der Nettozinsertrag verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 2.325.098,40 Euro
und betrug 36.023.519,29 Euro.
Die Darstellung der Zinsergebnisse aus Sicherungsgeschäften ist unter Punkt
1.3.1.10 zu finden.
Sonstige betriebliche Erträge
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten 7 ausgewiesenen sons-
tigen betrieblichen Erträge enthalten nachstehende Posten mit einem erheblichen
Umfang:
Bezeichnung
Betrag zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Bank- und IT-Dienstleistungen
20.751.404,83
19.199
Erlöse Revision
1.372.306,77
1.295
Bei den Bank- und IT-Dienstleistungen handelt es sich um Sektorleistungen, welche
die RLBV als Spitzeninstitut für die Primärbanken erbringt.
Jahresfinanzbericht
32
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbei-
tervorsorgekassen
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten 8a ff) ausgewiesenen
Beträge setzen sich wie folgt zusammen:
Bezeichnung
Betrag zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Aufwendungen für Abfertigungen
608.968,34
352
Leistungen an betriebliche Mitarbeiter-
vorsorgekassen
400.554,43
378
Aufwendungen oder Erträge für Rückstellungen für Jubiläumsgelder und
Rückstellungen für vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen
Im Posten 8a aa) Löhne und Gehälter sind Erträge für Rückstellungen für Jubilä-
umsgelder und ckstellungen r vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen
in Höhe von 139.982,25 Euro (Vorjahr: Aufwendungen 73 TEUR) enthalten.
Aufwendungen für Pensionsrückstellungen
Im Geschäftsjahr 2025 beträgt die Veränderung der Pensionsrückstellung
-564.435,18 Euro (Vorjahr: -668 TEUR).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten 10 ausgewiesenen sons-
tigen betrieblichen Aufwendungen enthalten nur Einzelbeträge mit einem unwe-
sentlichen Umfang.
Erträge für Verwaltungs- und Agenturdienstleistungen
Der Gesamtbetrag der Erträge r Verwaltungs- und Agenturdienstleistungen be-
trägt 3.686.692,86 (Vorjahr: 2.595 TEUR).
Aufwendungen für den Abschlussprüfer
An Aufwendungen für den Österreichischen Raiffeisenverband fielen im Geschäfts-
jahr 2025 803.999,45 Euro (Vorjahr: 780 TEUR) an, davon 468.200,00 Euro (Vor-
jahr: 455 TEUR) auf Prüfungskosten, 5.500,00 Euro (Vorjahr: 5,1 TEUR) auf andere
Bestätigungsleistungen und 330.299,45 Euro (Vorjahr: 319 TEUR) auf sonstige Be-
ratungen. Auf den vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellten Revisor fielen
im Berichtsjahr 468.200,00 Euro auf Prüfungskosten, 5.500,00 Euro auf andere
Bestätigungsleistungen und 0,00 Euro auf sonstige Beratungen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag, sonstige Steuern
Der Posten „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ gliedert sich wie folgt:
Jahresfinanzbericht
33
Bezeichnung
Betrag zum 31.12.2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Latente Steuern
317.019,60
212
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg bildet eine steuerliche Unternehmensgruppe
nach § 9 KStG als Gruppenträger und hat mit jedem einzelnen Gruppenmitglied
eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.
Die steuerliche Unternehmensgruppe mit dem Gruppenträger RLBV umfasst im Ver-
anlagungsjahr 2025 neun Gruppenmitglieder. Die Steuerbemessungsgrundlage für
die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte des Gruppenträgers
sowie der zugerechneten steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Be-
rücksichtigung der steuerlichen Verlustvortge des Gruppenträgers im gesetzli-
chen Ausmaß.
Unter dem GuV-Posten 19 „Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 18 auszuwei-
sen“, ist die Zahlung der Stabilitätsabgabe gemäß § 3 Stabilitätsabgabegesetz und
die Sonderzahlung 2025 gemäß § 5 Stabilitätsabgabegesetz von 4.889.415,10 Euro
(Vorjahr: 1.536 TEUR) enthalten, die in vollem Umfang im Jahr 2025 berücksichtigt
wird.
1.3.4. Sonstige Angaben
Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Ende Februar 2026 kam es zu koordinierten Militärangriffen der USA und Israel auf
den Iran sowie anschließende iranische Gegenanschläge. Diese angespannte Si-
cherheitslage führte zu erhöhter Unsicherheit an den internationalen Märkten, ins-
besondere bei Energiepreisen und globalen Lieferketten und erhöht damit das geo-
politische Risikoumfeld für Unternehmen. Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
sieht derzeit keine wesentliche, direkte Betroffenheit bei einzelnen Kunden oder
Kundengruppen. Der weitere Verlauf des Konflikts und die möglichen Folgeauswir-
kungen werden eng beobachtet. Darüber hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse
nach dem Bilanzstichtag eingetreten.
Gesamtkapitalrentabilität
Die Gesamtkapitalrentabilität gemäß § 64 Abs 1 Z 19 BWG (Quotient des Jahreser-
gebnisses nach Steuern geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag) beträgt
0,29 Prozent (Vorjahr: 0,13 Prozent).
Angaben über Arbeitnehmer
Im Geschäftsjahr 2025 waren durchschnittlich 449,33 (Vorjahr: 448,92) Angestellte
tätig.
Jahresfinanzbericht
34
Vorschüsse, Kredite und Eventualforderungen an Mitglieder des Vorstan-
des und des Aufsichtsrates
Die Vorschüsse, Kredite und Eventualforderungen an Mitglieder des Vorstandes und
des Aufsichtsrates verteilen sich wie folgt:
Organe
Kredite/Vor-
schüsse 2025
in EUR
Vorjahr
in TEUR
Eventual-
forderungen
2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
Vorstand
578.091,51
687
0,00
0
Aufsichtsrat
514.491,79
184
0,00
0
Gesamt
1.092.583,30
871
0,00
0
Die Ausleihungen an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates werden
zu den sektorüblichen Vertragsbedingungen gewährt. Rückzahlungen werden ver-
einbarungsgeß geleistet.
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
Die im Geschäftsjahr 2025 getätigten Aufwendungen für Abfertigungen und Pensi-
onen in Bezug auf Vorstandsmitglieder, leitende Angestellte und andere Arbeitneh-
mer:innen verteilen sich wie folgt:
Personengruppe
Betrag zum
31.12.2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
Vorstand und leitende Angestellte
314.569,26
263
andere Arbeitnehmer
1.448.376,95
986
Gesamt
1.762.946,21
1.249
Aufwendungen für Bezüge und Vergütungen des Vorstandes, des Auf-
sichtsrates und der Geschäftsleiter
Die im Geschäftsjahr 2025 gewährten Bezüge an aktive und ehemalige (inkl. der
Hinterbliebenen) Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie an die Ge-
schäftsleiter verteilen sich wie folgt:
Organe
Aktive Mitglieder
2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
Frühere
Mitglieder
2025 in EUR
Vorjahr
in TEUR
Vorstand/
Geschäftsleiter
1.125.336,14
1.075
135.767,38
86
Aufsichtsrat
161.500,00
152
40.800,00
41
Jahresfinanzbericht
35
Angaben gemäß § 64 Abs 1 Z 18 lit. a bis f BWG
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg unterhält keine Niederlassung außerhalb Ös-
terreichs. Die Angaben gemäß § 64 Abs 1 Z 18 lit. a bis f BWG sind daher ident mit
den jeweiligen Posten des Jahresabschlusses.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 238
Abs 1 Z 12 UGB
Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden
Unternehmen und Personen mit marktunüblichen Bedingungen.
Förderauftrag
Der genossenschaftliche Förderauftrag wird erfüllt, indem die Genossenschaft den
Mitgliedern umfassende Beratungs- und Informationsdienstleistungen erbringt und
darüber hinaus entsprechende Aktivitäten der Mitgliederförderung (Mitgliederge-
winnung) setzt. Die RLBV bietet allen Raiffeisen-Genossenschaften eine wirtschaft-
liche Basis zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit im genossenschaftlichen Ver-
bund nach den Grundsätzen der Subsidiarität, Freiwilligkeit und Gleichheit. Als Spit-
zenorganisation für die Mitglieder-Raiffeisenbanken sorgt sie für Liquiditätsaus-
gleich, Refinanzierung, Zahlungsverkehr und Produktentwicklung.
Jahresfinanzbericht
36
Vorschlag über die Verwendung des Ergebnisses
Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat vorschlagen, der Generalversammlung zu emp-
fehlen, den Bilanzgewinn von 43.599.285,16 Euro wie folgt zu verwenden:
4.287.737,95 Euro für die Ausschüttung eines Gewinnanteils in Höhe von 16,97
Prozent auf die am 31.12.2025 eingezahlten Geschäftsanteile in Höhe von
25.266.576,00 Euro,
1.246.017,50 Euro für die am 31.12.2025 eingezahlten, stimmrechtslosen CET1-
Kapitalinstrumente gemäß §26a BWG in Höhe von 7.342.472,00 Euro und
38.065.529,71 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.
Offenlegung gemäß Artikel 431 455 Verordnung (EU) Nr. 575/2013
Gemäß Art. 431 ff. der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR Capital
Requirements Regulation) haben Kreditinstitute zumindest einmal jährlich die in
TEIL 8, TITEL II, CRR genannten Informationen vorbehaltlich der Bestimmungen
des Artikels 432 CRR offenzulegen. Diese Informationen werden auf der Internet-
seite der RLBV veröffentlicht.
(https://www.raiffeisen.at/vorarlberg/rlb/de/meine-bank/unternehmen/offenle-
gung.html)
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates
Während des Geschäftsjahres 2025 waren folgende Mitglieder des Vorstandes und
des Aufsichtsrates tätig:
Vorstand
Name
Funktion
Mag. ALGE Michael CSE
Vorstandsvorsitzender
MIGLAR Manfred CSE
Vorstandsvorsitzender-
Stellvertreter
Mag. NUSSBAUMER Thomas
Vorstandsvorsitzender-
Stellvertreter
Jahresfinanzbericht
37
Aufsichtsrat
Name
Funktion
Dipl.-Ing. DORNER Andreas
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Mag. FEND Gerhard
Stellvertreter des Aufsichtsrats-
vorsitzenden
Mag. ADAMI Jürgen
Mitglied des Aufsichtsrats
Mag. ERNE Richard
Mitglied des Aufsichtsrats
Mag. KUBESCH Michael MBA
Mitglied des Aufsichtsrats
Mag. (FH) PRÜNSTER Markus MA
Mitglied des Aufsichtsrats
Bgm. RHOMBERG Elmar
Mitglied des Aufsichtsrats
Mag. BILGERI Gotthard
Mitglied des Aufsichtsrats
Dr. DREHER Angelika
Mitglied des Aufsichtsrats
Name
Funktion
Vom Betriebsrat delegiert:
Mag. SCHWARZ Patrick (BRO)
Mitglied des Aufsichtsrats, Betriebsratsobmann
Mag. (FH) HELBOCK Arnold
Mitglied des Aufsichtsrats
HUBER-REINER Rebecca
Mitglied des Aufsichtsrats bis 22.04.25
EGGER Nadja
Mitglied des Aufsichtsrats ab 22.04.25
Mag. DOPPELMAYR-HOLZER Christina
Mitglied des Aufsichtsrats
MÜLLER Dietmar MBA CSE
Mitglied des Aufsichtsrats
Name
Funktion
Mag. KUFNER Karin
Staatskommissär
BACS Lorant BA MA
Staatskommissär-Stellvertreter bis 31.12.25
KANDL Thomas
Staatskommissär-Stellvertreter ab 01.01.26
Jahresfinanzbericht
38
Bregenz, am 13 April. 2026
VORSTAND
Mag. Michael Alge e.h.
Manfred Miglar e.h.
Mag. Thomas Nussbaumer e.h.
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Risikovorstand
Marktvorstand
Finanzvorstand
39
1.3.5. Anlage zum Anhang
Anlagespiegel
Das Anlagevermögen der Raiffeisenbank hat sich folgendermaßen entwickelt (Angaben in TEUR):
Bilanzposten Stand 1.1.2025 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2025 Stand 1.1.2025 Zugänge
Zu-
schreibungen
Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2025 Stand 31.12.2025 Stand 31.12.2024
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel,
die zur Refinanzierung bei der Zentral-
notenbank zugelassen sind
426.476 287.291 0 31.872 681.895 1.937 0 830 0 -128 1.235 680.660 424.539
Forderungen an Kreditinstitute
315.826 2.578 0 0 318.404 2.490 0 2.591 0 0 -101 318.505 313.336
Forderungen an Kunden
6.977 0 9.932 0 16.910 0 0 3 18 0 15 16.895 0
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere von öffentlichen
Stellen
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere von anderen
Emittenten
1.336.097 82.471 -9.932 205.757 1.202.878 3.980 0 4.021 -18 845 -904 1.203.782 1.329.181
darunter eigene Schuldverschreibungen
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
28.269 33.923 0 11.580 50.612 229 10 27 0 0 212 50.400 28.040
Beteiligungen
184.626 2.266 0 18 186.874 6.800 0 971 0 0 5.829 181.045 177.826
darunter an Kreditinstitute
169.735 0 0 0 169.735 6.115 0 971 0 0 5.145 164.590 163.620
Anteile an verbundenen Unternehmen
37.911 4.005 0 0 41.916 681 0 0 0 0 681 41.235 37.230
darunter an Kreditinstitute
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Immaterielle Vermögensgegensnde des
Anlagevermögens
2.315 0 0 602 1.714 2.210 67 0 0 598 1.679 34 105
Sachanlagen
55.401 1.869 0 1.074 56.195 30.999 1.970 0 0 611 32.359 23.836 24.402
darunter Grundscke und Bauten, die
vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
35.938 818 0 0 36.755 19.738 651 0 0 0 20.389 16.366 16.199
Anteile an einer herrschenden oder an mit
Mehrheit beteiligten Gesellschaft
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
darunter Nennwert
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige Vermögensgegensnde
0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
SUMME
2.393.900 414.403 0 250.904 2.557.399 49.326 2.047 8.443 0 1.925 41.005 2.516.394 2.334.660
Kumulierte Abschreibungen
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Buchwerte
40
41
2. LAGEBERICHT
Die im Lagebericht angegebenen Werte sind aufgrund besserer Lesbarkeit meist auf
Tausend oder Millionen gerundet dargestellt. In Summenpositionen bzw. in Abwei-
chungspositionen kann es daher zu Rundungsdifferenzen kommen.
2.1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die
wirtschaftliche Lage
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Jahr 2025
Das Wirtschaftsjahr 2025 blieb von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichen
Unsicherheiten und strukturellen Veränderungen geprägt. Internationale Entwick-
lungen wirkten weiterhin bis auf regionaler Ebene. Konflikte im Nahen Osten und in
der Ukraine beeinflussten auch im vergangenen Jahr die geopolitische Lage und
sorgten für ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld. Gleichzeitig bestimmten politi-
sche Entwicklungen in großen Volkswirtschaften sowie wirtschaftspolitische Ent-
scheidungen in den USA und Europa das globale Wirtschaftsgeschehen. Insbeson-
dere handelspolitische Maßnahmen der Vereinigten Staaten, darunter neue Zollini-
tiativen und protektionistische Tendenzen, sorgten international für erhöhte Unsi-
cherheit im Welthandel und beeinflussten Investitionsentscheidungen vieler export-
orientierter Unternehmen.
Die wirtschaftliche Entwicklung zeigte sich weltweit weiterhin uneinheitlich.
Während sich die US-Wirtschaft erneut vergleichsweise robust entwickelte und von
einer stabilen Konsumnachfrage profitierte, blieb das Wachstum in Europa insge-
samt moderat. Die Eurozone verzeichnete im Jahr 2025 ein Wirtschaftswachstum
von rund 1 %, blieb jedoch weiterhin von regional sehr unterschiedlichen Entwick-
lungen geprägt. Besonders Deutschland kämpfte weiterhin mit strukturellen Her-
ausforderungen in der Industrie und einer gedämpften Investitionsdynamik. Einige
südeuropäische Länder entwickelten sich hingegen dynamischer. Österreich befand
sich nach den beiden Rezessionsjahren 2023 und 2024 weiterhin in einer Phase der
wirtschaftlichen Konsolidierung. Die Industrieproduktion blieb gedämpft, während
sich einzelne Dienstleistungsbereiche sowie der Tourismus stabil entwickelten. Ins-
gesamt blieb die konjunkturelle Dynamik schwach, wenngleich sich im Jahresver-
lauf erste Stabilisierungstendenzen abzeichneten.
Der europäische Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der schwachen Konjunktur wei-
terhin robust. In der Eurozone lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2025 bei rund 6,2
% und damit weiterhin niedrigem Niveau. Auch in Österreich blieb der Anstieg der
Arbeitslosigkeit moderat. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei rund
7,4 %.
Ein zentrales wirtschaftspolitisches Thema blieb die Entwicklung der Inflation.
Nachdem die Teuerungsraten bereits im Jahr 2024 deutlich zurückgegangen waren,
stabilisierte sich die Inflation im Euroraum 2025 weitgehend im Bereich des geld-
politischen Zielwerts. Die durchschnittliche Inflationsrate lag bei rund 1,9 %. Vor
allem bei Energie- und Sachgütern schwächte sich der Preisauftrieb deutlich ab,
während Dienstleistungen weiterhin einen vergleichsweise hohen Preiszuwachs auf-
wiesen. In Österreich lag die Inflation mit rund 3,6 % weiterhin über dem Durch-
schnitt der Eurozone.
42
Die geldpolitische Wende, die im Jahr 2024 begonnen hatte, setzte sich im Jahr
2025 fort. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank Fed
passten ihre Geldpolitik im Verlauf des Jahres schrittweise an. Der Einlagensatz der
Europäischen Zentralbank lag zum Jahresende 2025 bei rund 2,0 % und damit
deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Die moderat gesunkenen Zinsen sorgten
für eine gewisse Entlastung bei Finanzierungen und trugen zur Stabilisierung ein-
zelner Wirtschaftsbereiche bei. Die internationalen Kapitalmärkte entwickelten sich
weiterhin positiv. Besonders Technologieunternehmen und große US-Konzerne tru-
gen zu steigenden Aktienkursen bei. Auch europäische Aktienmärkte konnten zule-
gen, wenngleich die Entwicklung weniger dynamisch ausfiel. An den Devisenmärk-
ten blieb die geopolitische Unsicherheit ein wichtiger Einflussfaktor.
Vorarlberg blieb als exportorientierte Region stark von den internationalen Entwick-
lungen abhängig. Die wirtschaftliche Lage im Land blieb 2025 angespannt, zeigte
jedoch in einzelnen Bereichen erste Stabilisierungstendenzen. Besonders Industrie-
unternehmen standen weiterhin unter Druck, während sich der Tourismus sowie
einzelne technologieorientierte Branchen vergleichsweise stabil entwickelten.
Der Bau- und Immobiliensektor blieb auch 2025 herausfordernd. Die Nachfrage
nach Wohnbaufinanzierungen blieb gedämpft, wenngleich die sinkenden Zinsen im
Jahresverlauf erste Impulse setzten. Gleichzeitig stieg die Zahl der Insolvenzen in
Österreich im Jahr 2025 auf rund 6.800 Unternehmensinsolvenzen und lag damit
über dem Niveau der Vorjahre, blieb jedoch im historischen Vergleich moderat. Ins-
gesamt blieb die wirtschaftliche Stimmung verhalten, auch wenn einzelne Indika-
toren auf eine schrittweise Stabilisierung hindeuteten.
Geschäftspolitik
Wir sind die treibende Kraft für eine Region, in der die Menschen ihre Ideen
verwirklichen wollen. Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ist das Kompetenz-
zentrum der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg und überzeugt mit attraktiven An-
geboten als Outsourcing-Partner. Unser Eigengeschäft sorgt für Erträge, Stabilität
und Liquidität. Durch unsere regionale Nähe verstehen und fördern wir unsere
Kund:innen in allen Lebensphasen mit hochwertigen Produkten und Dienstleistun-
gen. Wir denken vernetzt, entwickeln Ideen für (Finanz-)Lösungen und setzen diese
nachhaltig um. Wir sind eine genossenschaftliche Regionalbank mit Sitz in Vorarl-
berg, die
Vorarlberg undddeutschland als Kernmarkt betrachtet und österreichweit mit
Kund:innen Firmen- sowie Projektkreditgeschäft betreibt.
Eigengeschäft im Treasury, Immobilien und Beteiligungen betreibt.
Risiken eingeht, die sie versteht und managt.
ein attraktiver Arbeitgeber ist.
eine kosteneffiziente und sichere IT-Infrastruktur hat, die unser Geschäftsmodell
unterstützt.
Unterstützung für die Raiffeisenbanken durch attraktive Dienstleistungen anbie-
tet.
als gemischter Verband von Bank, Revisionsverband der RLBV und Anwaltschaft
tätig ist.
Wir verfügen über ein tragfähiges Geschäftsmodell mit zwei Säulen:
Einerseits betreiben wir einen erfolgreichen Bankbetrieb:
Raiffeisenbank in Bregenz
RLBV Firmenkund:innen und Sektorgeschäft Österreich
Private Banking
43
Treasury
Immobilien und Beteiligungen
Andererseits sind wir eine attraktive Dienstleistungsbank.
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ist nicht einfach so, wie sie ist. Unser Sein,
unser Denken, unser Tun fußt auf einem festen und zugleich lebendigen Fundament
aus sechs Werten: Füreinander, Nachhaltigkeit, Zukunft gestalten, Kompe-
tenz, Regionalität und Nähe. Sie geben uns Orientierung und Motivation. Kraft
verleiht uns dabei das WIR. Manche mögen an das Ich glauben. Wir sind vom WIR
überzeugt. Darum sagen wir: Was einer nicht schafft, das schaffen viele. Oder
eben: Wir macht’s möglich.
Geschäftsentwicklung der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg
Das Jahr 2025 blieb wirtschaftlich anspruchsvoll. Auch wenn sich in einzelnen Be-
reichen erste Stabilisierungstendenzen abzeichneten, blieb das wirtschaftliche Um-
feld von Unsicherheit geprägt. Unternehmen sahen sich weiterhin mit steigenden
Kosten, einer gedämpften Nachfrage und strukturellen Veränderungen in ihren
Märkten konfrontiert. Gleichzeitig blieb auch das Konsumverhalten vieler Haushalte
von Vorsicht geprägt. Besonders der Immobilien- und Wohnbausektor blieb weiter-
hin herausfordernd. Die Nachfrage nach privaten Wohnbaufinanzierungen entwi-
ckelte sich nur langsam, da viele Haushalte weiterhin vorsichtig agierten. Sinkende
Zinsen sorgten jedoch im Laufe des Jahres für erste Impulse und verbesserten die
Finanzierungsmöglichkeiten für private Haushalte und Unternehmen.
Nach mehreren Jahren mit historisch niedrigen Risikokosten setzte sich die im Jahr
2024 begonnene Normalisierung auch 2025 fort. Die Risikokosten lagen weiterhin
über dem Niveau der Jahre zuvor, blieben jedoch insgesamt gut beherrschbar. Die
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg profitierte dabei von ihrer konservativen Kredit-
politik und einer sorgfältigen Bonitätsprüfung, die auch in wirtschaftlich schwierige-
ren Phasen Stabilität ermöglicht.
Die steigenden Kosten stellten auch im Jahr 2025 eine zentrale Herausforderung
dar. Besonders Personal- und Sachkosten entwickelten sich weiterhin dynamisch.
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg reagierte darauf mit gezielten Maßnahmen
zur Effizienzsteigerung, zur Optimierung von Prozessen und zur konsequenten Nut-
zung digitaler Lösungen. Ein wichtiger Schwerpunkt lag weiterhin auf der Weiter-
entwicklung digitaler Dienstleistungen. Moderne Online-Banking-Lösungen, digitale
Signaturen sowie automatisierte Prozesse erleichterten Bankgeschäfte und steiger-
ten gleichzeitig die Effizienz interner Abläufe. Die Kombination aus digitalem Kom-
fort und persönlicher Beratung blieb ein wesentlicher Erfolgsfaktor in der Kunden-
beziehung.
Die enge Zusammenarbeit innerhalb der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg blieb
auch 2025 ein zentraler Erfolgsfaktor. Durch gemeinsame Initiativen, standardi-
sierte Prozesse und eine enge Abstimmung zwischen den Raiffeisenbanken und der
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg konnten Synergien genutzt und Ressourcen effi-
zient eingesetzt werden. Die genossenschaftliche Struktur erwies sich gerade in
einem anspruchsvollen Umfeld erneut als Stärke und unterstrich die Bedeutung des
gemeinsamen Handelns innerhalb der Gruppe.
44
ERLÄUTERUNG DER VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
BILANZENTWICKLUNG 2025
AKTIVA
In Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
in %
Bilanzsumme
6.480,5
6.959,8
-479,3
-6,9%
Kassabest., Guthaben
bei Zentralnotenbanken
76,6
309,4
-232,8
-75,2%
Forderungen an Kreditinstitute
2.282,3
2.735,3
-452,9
-16,6%
Forderungen an Kunden
1.793,3
1.738,5
54,7
3,1%
Festverzinsliche und nicht
festverzinsliche Wertpapiere
1.960,5
1.805,2
155,3
8,6%
Beteiligungen
222,3
215,1
7,2
3,4%
Übrige Aktiva
145,5
156,4
-10,9
-7,0%
Die Bilanzsumme der RLBV hat sich gegenüber dem 31.12.2024 um 6,9 Prozent
bzw. 479,3 Mio. Euro auf 6.480,5 Mio. Euro reduziert.
Die Kassabestände und Guthaben bei Zentralnotenbanken haben sich im Ver-
gleich zum Vorjahr um 75,2 Prozent oder 232,8 Mio. Euro auf 76,6 Mio. Euro redu-
ziert. Dieser Rückgang ist nahezu zur Gänze auf Guthaben bei der Zentralnotenbank
zurückzuführen.
Die Forderungen an Kreditinstitute sind im Jahresvergleich um 16,6 Prozent
oder 452,9 Mio. Euro auf 2.282,3 Mio. Euro gesunken. Die Forderungen ohne Zins-
abgrenzungen bestanden zum Stichtag zu 70,6 Prozent oder 1.607,4 Mio. Euro
(Vorjahr 63,9 Prozent oder 1.744,0 Mio. Euro) gegenüber der Raiffeisen Banken-
gruppe Vorarlberg (RBGV) und zu 12,0 Prozent oder 272,9 Mio. Euro (Vorjahr 10,0
Prozent oder 272,6 Mio. Euro) gegenüber der Raiffeisen Bank International AG. Der
Fremdwährungsanteil (vor allem in Schweizer Franken) betrug 14,4 Prozent oder
328,2 Mio. Euro (Vorjahr 23,9 Prozent oder 652,4 Mio. Euro).
Die Forderungen an Kunden liegen mit 1.793,3 Mio. Euro um 3,1 Prozent oder
54,7 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Fremdwährungsanteil
dieser Bilanzposition betrug zum Bilanzstichtag 2,9 Prozent oder 52,4 Mio. Euro
(Vorjahr 2,9 Prozent oder 51,1 Mio. Euro).
Die Summe der Wertpapierbestände in den Bilanzpositionen 2., 5. und 6. hat
sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent oder 155,3 Mio. Euro auf 1.960,5
Mio. Euro erhöht. Die gehaltenen Wertpapiere bestanden zum Stichtag zu 1.910,1
Mio. Euro oder 97,4 Prozent aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinsli-
chen Wertpapieren. Der Anteil an tenderfähigen Wertpapieren betrug 1.861,5 Mio.
Euro.
45
Der Bilanzwert der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
lag zum 31.12.2025 mit 222,3 Mio. Euro und um 3,4 Prozent oder 7,2 Mio. Euro
über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die größte Beteiligung ist jene an der Rai-
ffeisen Bank International AG mit einem Buchwert von 148,5 Mio. Euro.
In der Position übrige Aktiva sind immaterielle Vermögensgegenstände des Anla-
gevermögens, Sachanlagen, sonstige Vermögensgegenstände, Rechnungsabgren-
zungen sowie aktive latente Steuern enthalten.
PASSIVA
In Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
in %
Bilanzsumme
6.480,5
6.959,8
-479,3
-6,9%
Verbindlichkeiten Kreditinstitute
1.902,3
1.940,7
-38,4
-2,0%
Verbindlichkeiten Kunden
985,1
922,6
62,5
6,8%
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.045,8
3.589,8
-544,0
-15,2%
Rückstellungen
21,5
23,9
-2,3
-9,7%
Eigenkapital/Bilanzgewinn
462,8
420,1
42,7
10,2%
Übrige Passiva
62,9
62,7
0,2
0,3%
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich im Jahres-
vergleich um 2,0 Prozent oder 38,4 Mio. Euro auf 1.902,3 Mio. Euro. Die Verbind-
lichkeiten bestanden zum Stichtag ohne Zinsabgrenzung zu 89,4 Prozent oder
1.700,1 Mio. Euro (Vorjahr 84,4 Prozent oder 1.636,3 Mio. Euro) gegenüber der
RBGV, zu 0,01 Prozent oder 0,1 Mio. Euro (Vorjahr 0,1 Prozent oder 2,5 Mio. Euro)
gegenüber der Raiffeisen Bank International AG, zu 2,2 Prozent oder 41,0 Mio. Euro
(Vorjahr 1,6 Prozent oder 30,8 Mio. Euro) gegenüber dem restlichen Raiffeisensek-
tor Österreichs und zu 4,0 Prozent oder 76,7 Mio. Euro (Vorjahr 4,8 Prozent oder
93,1 Mio. Euro) gegenüber Förderbanken. Der Anteil an Verbindlichkeiten in frem-
der Währung betrug 1,6 Prozent oder 30,5 Mio. Euro (Vorjahr 5,7 Prozent oder
110,0 Mio. Euro).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betrugen zum Bilanzstichtag 985,1
Mio. Euro, was einen Anstieg im Jahresvergleich um 6,8 Prozent oder 62,5 Mio.
Euro bedeutet. Die Verbindlichkeiten bestanden zum 31.12.2025 aus Spareinlagen
in Höhe von 46,8 Mio. Euro (Vorjahr 47,9 Mio. Euro), aus gebundenen Einlagen in
Höhe von 455,0 Mio. Euro (Vorjahr 479,5 Mio. Euro) und aus Sichteinlagen in Höhe
von 483,3 Mio. Euro (Vorjahr 395,2 Mio. Euro).
Das Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten betrug zum Bilanzstichtag
3.045,8 Mio. Euro und lag um 15,2 Prozent oder 544,0 Mio. Euro unter dem Ver-
gleichswert des Vorjahres. Die emittierten eigenen Emissionen sind in dieser Posi-
tion enthalten. Der Anteil an fundierten Emissionen betrug 75,9 Prozent oder
2.312,5 Mio. Euro (Vorjahr 78,9 Prozent oder 2.830,5 Mio. Euro).
46
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Mio. Euro auf
21,5 Mio. Euro reduziert. Die wesentlichen Details zu den Rückstellungen sind im
Anhang zum Jahresabschluss in Punkt 1.3.2.11. Rückstellungen und sonstige Ver-
bindlichkeiten enthalten.
Das bilanzielle Eigenkapital der RLBV erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 42,7
Mio. Euro auf 462,8 Mio. Euro. Der Bilanzgewinn 2025, der in dieser Position ent-
halten ist, betrug 43,6 Mio. Euro.
ERTRAGSLAGE 2025
In Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
in %
Nettozinsertrag
36,0
38,3
-2,3
-6,0%
Erträge aus Wertpapieren
und Beteiligungen
14,6
16,2
-1,6
-9,9%
Provisionsüberschuss
13,8
12,5
1,3
10,4%
Erträge/Aufwendungen aus
Finanzgeschäften
1,1
1,3
-0,2
-15,4%
Sonstige betriebliche Erträge
25,4
25,2
0,2
0,8%
Betriebserträge
91,0
93,5
-2,5
-2,7%
Personalaufwand
-44,6
-43,2
-1,4
3,2%
Sachaufwand
-18,7
-16,8
-1,9
11,3%
Wertberichtigungen auf
Sachanlagen
-2,0
-2,1
0,1
-4,8%
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
-0,4
-3,1
2,7
-87,1%
Betriebsaufwendungen
-65,8
-65,3
-0,5
0,8%
Betriebsergebnis
25,2
28,2
-3,0
-10,6%
Der Nettozinsertrag lag im Jahr 2025 um 2,3 Mio. Euro und damit um 6,0 Prozent
unter dem Vorjahresergebnis. Während der Rückgang im eigenen Kundengeschäft
von 4,6 Mio. Euro neben einer im Vorjahr enthaltenen Rückstellungsauflösung vor
allem auf geringere Zinsmargen bei Kundeneinlagen zurückzuführen ist, gab es im
Treasurybereich im Jahresvergleich einen Anstieg in Höhe von 2,0 Mio. Euro.
In der Position Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen sind Erträge aus
Fonds und sonstigen nicht festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 0,2 Mio. Euro
(Vorjahr 0,2 Mio. Euro) sowie Ausschüttungserträge von Beteiligungen in Höhe von
14,4 Mio. Euro enthalten (Vorjahr 16,0 Mio. Euro). Von unserer größten Beteiligung,
jener an der RBI AG, erhielten wir im Jahr 2025 eine Dividende in Höhe von 10,5
Mio. Euro (Vorjahr 12,0 Mio. Euro).
47
Das Provisionsergebnis erwies sich im Jahr 2025 erneut als verlässliche Ertrags-
quelle der RLBV. Die positive Entwicklung im Jahresvergleich ist neben Einmalef-
fekten bei den Versicherungsprovisionen unter anderem auf Zuwächse bei den Pro-
visionserträgen aus dem Wertpapier- und Kreditgeschäft zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge entwickelten sich im Jahresvergleich solide
und blieben ein verlässlicher Bestandteil der Ertragsstruktur. Höheren Dienstleis-
tungsertgen standen in dieser Position geringere ckstellungsauflösungen für
Derivatbewertungen entgegen.
Die Personalaufwendungen sind im Jahresvergleich um 1,4 Mio. Euro auf 44,6
Mio. Euro gestiegen, was vor allem auf Indexierungen zurückzuführen ist. Der
Sachaufwand und die Wertberichtigungen auf Sachanlagen (v.a. AfA) lagen
mit 20,7 Mio. Euro um 1,8 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahresvergleich um 2,7 Mio.
Euro gesunken, was vor allem auf eine im Vorjahr gebildete Rückstellung aufgrund
des Wegfalls der Zwischenbankbefreiung zurückzuführen ist.
Das Betriebsergebnis liegt mit 25,2 Mio. Euro um 3,0 Mio. Euro unter dem Niveau
des Vorjahres.
In Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
in %
Betriebsergebnis
25,2
28,2
-3,0
-10,6%
Saldo aus den Auflösungen/
Zuweisungen zu Wertberichtigungen
auf Forderungen und Rückstellungen
für Eventualforderungen und
Kreditrisiken
-9,9
-14,4
4,5
-31,3%
Saldo aus den Auflösungen/
Zuweisungen zu Wertberichtigungen
auf Wertpapiere, die wie Finanz-
anlagen bewertet werden sowie
auf Beteiligungen und Anteilen an
verbundenen Unternehmen
9,8
-1,9
11,7
-615,8%
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT)
25,1
11,9
13,2
110,9%
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-1,3
-1,0
-0,3
30,0%
Sonstige Steuern
-5,1
-1,6
-3,5
218,8%
Jahresüberschuss
18,8
9,3
9,5
102,2%
Der Wertberichtigungsbedarf aus Forderungen beträgt in Summe -9,9 Mio.
Euro. Bei der Kreditrisikovorsorge wurden die tatsächlich erkennbaren Risiken der
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg bewertet und eingestellt.
Das Ergebnis der Wertberichtigungen für Wertpapiere und Beteiligungen be-
läuft sich im Jahr 2025 in Summe auf +9,8 Mio. Euro. Das darin enthaltene
48
Bewertungsergebnis inkl. Einmaleffekten aufgrund von Bewertungsumstellungen
sowie die Tilgungs- und Veräußerungsergebnisse aus Wertpapieren belaufen sich
auf +8,8 Mio. Euro. Das in der Position ebenfalls enthaltene Bewertungs- und Ver-
äußerungsergebnis auf Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
beläuft sich in Summe auf +1,0 Mio. Euro.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) beträgt 25,1 Mio.
Euro und liegt aufgrund der dargestellten Effekte um 13,2 Mio. Euro über dem Jah-
resergebnis 2024.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betragen im Jahr 2025 1,3 Mio. Euro.
Die sonstigen Steuern betreffen vor allem die Stabilitätsabgabe an den Staat Ös-
terreich in Höhe von 4,9 Mio. Euro.
Das EGT abzüglich der Steuern ergibt im Jahr 2025 einen Jahresüberschuss in
Höhe von 18,8 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss ergibt zuzüglich einer geringen
Rücklagenauflösung und zuzüglich eines Gewinnvortrages aus dem Vorjahr von
24,7 Mio. Euro für das Jahr 2025 einen Bilanzgewinn in Höhe von 43,6 Mio. Euro.
49
Verwendung von Finanzinstrumenten
Hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten, die für die Beurteilung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bedeutung sind, wird auf den Anhang
zum Jahresabschluss unter Punkt 1.3.1.10. Finanzinstrumente nach § 238 Abs 1 Z
1 UGB iVm § 64 Abs 1 Z 3 BWG verwiesen.
2.1.2. Zweigniederlassungen
Die RLBV betreibt das Retailgeschäft im Geschäftsbereich der Raiffeisenbank in Bre-
genz, in der Hauptanstalt Rheinstraße und in der Bankstelle am Kornmarkt.
2.1.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
In Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
harte Kernkapitalquote
16,2%
15,9%
0,3 pp
Kernkapitalquote
16,2%
15,9%
0,3 pp
Gesamtkapitalquote
17,4%
17,1%
0,3 pp
Leverage Ratio
9,2%
8,2%
1,0 pp
Cost-Income-Ratio
72,3%
69,8%
2,5 pp
Return on Equity (ROE) nach Steuern
4,8%
2,4%
2,4 pp
Return on Assets (ROA) nach Steuern
0,3%
0,1%
0,2 pp
Liquidity Coverage Ratio (LCR) der Li-Waiver RBGV
194,1%
252,0%
-57,9 pp
Net Stable Funding Ratio (NSFR) - Li-Waiver RBGV
127,8%
128,7%
-0,9 pp
Rating Moody's
Bank Deposits
Baseline Credit Assessment
Outlook
Deckungsstock
A2
baa2
Stable
Aaa
A2
baa2
Stable
Aaa
Harte Kernkapitalquote (CET1)
Die anrechenbare harte Kernkapitalquote gemäß Artikel 92 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013 (CRR) ergibt sich aus dem harten Kernkapital, ausgedrückt als Pro-
zentsatz des Gesamtforderungsbetrags. Im Jahresabschluss 2025 beträgt das harte
Kernkapital 404,1 Mio. Euro und der Gesamtforderungsbetrag beläuft sich auf
50
2.489,0 Mio. Euro. Zur Zusammensetzung des harten Kernkapitals siehe Anhang
Jahresabschluss, Punkt 1.3.2.8. Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzen-
den Eigenmittel. Die im Jahr 2025 erzielte harte Kernkapitalquote von 16,2 Prozent
liegt deutlich über den gesetzlichen Erfordernissen. Die Mindesterfordernisse für die
RLBV ergeben sich aus dem Artikel 92 Abs. 1 lit. a (harte Kernkapitalquote in Pro-
zent) der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR) und betragen 4,5 Prozent. Des Wei-
teren ist die RLBV gemäß § 22 Abs. 1 BWG verpflichtet, zusätzlich einen Kapitaler-
haltungspuffer in Höhe von 2,5 Prozent zu halten.
Kernkapitalquote (T1)
Die anrechenbare Kernkapitalquote gemäß Artikel 92 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013 (CRR) ergibt sich aus dem Kernkapital, ausgedrückt als Prozentsatz des
Gesamtforderungsbetrags. Im Jahresabschluss 2025 beträgt das Kernkapital 404,1
Mio. Euro und der Gesamtforderungsbetrag beläuft sich auf 2.489,0 Mio. Euro. Zur
Zusammensetzung des Kernkapitals siehe Anhang Jahresabschluss, Punkt 1.3.2.8.
Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel. Die im Jahr 2025
erzielte Kernkapitalquote von 16,2 Prozent liegt deutlich über den gesetzlichen Er-
fordernissen. Die Mindesterfordernisse für die RLBV ergeben sich aus dem Artikel
92 Abs. 1 lit. b (Kernkapitalquote in Prozent) der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(CRR) und betragen 6,0 Prozent.
Gesamtkapitalquote
Die Gesamtkapitalquote gemäß Artikel 92 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR)
ergibt sich aus den Eigenmitteln, ausgedrückt als Prozentsatz des Gesamtforde-
rungsbetrags. Im Jahresabschluss 2025 betragen die anrechenbaren Eigenmittel
433,2 Mio. Euro und der Gesamtforderungsbetrag beläuft sich auf 2.489,0 Mio.
Euro. Zur Zusammensetzung des Gesamtkapitals siehe Anhang Jahresabschluss,
Punkt 1.3.2.8. Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel.
Die im Jahr 2025 erzielte Gesamtkapitalquote von 17,4 Prozent liegt deutlich über
den gesetzlichen Erfordernissen. Die Mindesterfordernisse für die RLBV ergeben
sich aus dem Artikel 92 Abs. 1 lit. c (Gesamtkapitalquote in Prozent) der Verordnung
(EU) Nr. 575/2013 (CRR) und betragen 8,0 Prozent.
Leverage Ratio
Die Leverage Ratio, geß Teil 7 Artikel 429 der Verordnung (EU) NR. 575/2013,
setzt das aufsichtsrechtliche Kernkapital der RLBV in Höhe von 404,1 Mio. Euro in
Beziehung zum Gesamtengagement der RLBV in Höhe von 4.373,1 Mio. und beträgt
per 31.12.2025 9,2 Prozent.
Cost-Income-Ratio
Die Kennzahl drückt das Aufwand-Ertrags-Verhältnis aus. Bei der Berechnung der
Kennzahl werden die Betriebsaufwendungen gemäß Gewinn- und Verlustrechnung
von 65,8 Mio. Euro in Relation zu den Betriebserträgen gemäß Gewinn- und Ver-
lustrechnung von 91,0 Mio. Euro gesetzt.
Return on Equity (ROE) nach Steuern
Diese Kennzahl ermittelt sich als Verhältnis zwischen dem Jahresüberschuss laut
Gewinn- und Verlustrechnung von 18,8 Mio. Euro (Vorjahr 9,3 Mio. Euro) und dem
am 01.01.2025 vorhandenen bilanziellen Eigenkapital exklusive Bilanzgewinn von
gesamt 389,4 Mio. Euro (Vorjahr 387,1 Mio. Euro).
Return on Assets (ROA) nach Steuern
Der ROA ermittelt sich als Verhältnis zwischen dem Jahresüberschuss laut Gewinn-
und Verlustrechnung von 18,8 Mio. Euro (Vorjahr 9,3 Mio. Euro) und der
51
durchschnittlichen Bilanzsumme des Jahres 2025 von 6.720,2 Mio. Euro (Vorjahr
7.182,2 Mio. Euro).
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die kurzfristige Liquiditätskennzahl LCR (Artikel 412 CRR) berechnet sich in Form
einer Division aus erstklassig eingestuften Aktiva (HQLA) und dem gesamten Net-
toabfluss der nächsten 30 Tage unter Anwendung eines regulatorisch vorgegebenen
Stressszenarios. Die aufsichtsrechtliche Mindestanforderung an die LCR-Quote be-
trägt 100 % und muss aufgrund des von der FMA bewilligten Li-Waiver Antrages
von der Raiffeisenbankengruppe Vorarlberg als Liquiditätsverbund erfüllt werden.
Für die Gruppe errechnet sich die LCR-Ratio in Höhe von 194,1 Prozent (Vorjahr
252,0 Prozent) aus HQLAs in he von 1.992,8 Mio. Euro und einem Nettoabfluss
von 1.026,4 Mio. Euro.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die langfristige Liquiditätskennzahl NSFR (Artikel 413 CRR) berechnet sich in Form
einer Division der gewichteten verfügbaren stabilen Refinanzierungen (ASF) geteilt
durch die gewichteten Ausleihungen (RSF). Die regulatorische Mindestanforderung
an die NSFR-Quote beträgt 100 % und muss aufgrund des von der FMA bewilligten
Li-Waiver Antrages von der Raiffeisenbankengruppe Vorarlberg als Liquiditätsver-
bund erfüllt werden. Für das Jahr 2025 errechnet sich die Quote aus einem ASF von
12.608,2 Mio. Euro und einem RSF von 9.865,5 Mio. Euro und beträgt 127,8 Pro-
zent.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg setzt konsequent auf Nachhaltigkeit nicht
als Trend, sondern als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Die Bank
übernimmt Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und zukunftsfähiges Wirtschaf-
ten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bereiche Klimaschutz, soziale Verantwortung
und eine transparente Unternehmensführung.
Klimaschutz und Umweltverantwortung: Die RLBV hat sich ambitionierte Kli-
maziele gesetzt: Bis 2030 sollen die eigenen CO₂-Emissionen deutlich gesenkt und
bis 2050 vollständige Klimaneutralität erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen,
setzt die Bank auf eine Optimierung ihrer Energieeffizienz und auf den konsequen-
ten Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien, soweit dies glich ist. Darüber
hinaus wird der Fuhrpark zunehmend auf emissionsärmere Fahrzeuge umgestellt.
Neben den eigenen Maßnahmen nutzt die RLBV ihren Einflussbereich, um Klima-
schutz in der Region zu stärken. Hervorzuheben ist hierbei das Engagement im
Ausbau von EEGs (erneuerbare Energie-Gemeinschaften). Hierzu gehören gezielte
Beratungsangebote, um Kund:innen bei der Umsetzung energieeffizienter und um-
weltschonender Investitionen zu unterstützen. Dabei steht nicht nur die Finanzie-
rung im Vordergrund, sondern auch die Sensibilisierung für klimarelevante Themen.
Nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolle Kreditvergabe: Nach-
haltigkeit spielt auch in der Geschäftspolitik der Bank eine zentrale Rolle. Im Kre-
ditgeschäft setzt die RLBV auf eine verantwortungsvolle Vergabepraxis. Finanzie-
rungsentscheidungen sollen nicht nur nach finanziellen Kriterien getroffen werden,
sondern auch langfristige ökologische und soziale Auswirkungen berücksichtigen.
Die Bank legt besonderen Wert darauf, Transparenz und Verantwortung im Kredit-
geschäft zu fördern. Dies soll sich in der Beratung von Unternehmen und Privat-
kund:innen zeigen, um gemeinsam nachhaltige sungen zu finden. Dabei steht
52
das Prinzip der Regionalität stets im Fokus: Investitionen sollen nicht nur wirtschaft-
lichen Nutzen bringen, sondern auch positiv zur Entwicklung Vorarlbergs beitragen.
Soziale Verantwortung und Chancengleichheit: Die RLBV versteht Nachhaltig-
keit ganzheitlich und sieht ihre Verantwortung auch im sozialen Bereich. Ein zent-
rales Anliegen ist die rderung von Chancengleichheit und Diversität. Die Bank
setzt sich aktiv für eine offene und respektvolle Unternehmenskultur ein, in der
Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion gelebt werden.
Faire Entlohnung und umfassende Sozialschutzmaßnahmen sind feste Bestandteile
der Personalstrategie. Die Bank legt Wert auf Transparenz und sorgt dafür, dass
alle Mitarbeiter:innen gleiche Chancen erhalten unabhängig von Geschlecht, Alter
oder kulturellem Hintergrund. Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu
werden, investiert die RLBV zudem in die gezielte Aus- und Weiterbildung ihrer
Mitarbeiter:innen, mit besonderem Fokus auf digitale Kompetenzen und Nachhal-
tigkeitsthemen.
Das Engagement der Bank geht jedoch über die eigenen Mitarbeiter:innen hinaus.
Als fest in Vorarlberg verwurzeltes Unternehmen übernimmt sie gesellschaftliche
Verantwortung und fördert aktiv das soziale Miteinander. Mit gezielten Initiativen
und Projekten unterstützt sie regionale Bildungsprogramme, Kulturveranstaltungen
und soziale Einrichtungen. Auf diese Weise trägt die RLBV zur Stärkung der Ge-
meinschaft und zur positiven Entwicklung der Region bei.
Transparente Unternehmensführung und umfassende Berichterstattung:
Eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung bildet die Grund-
lage für das nachhaltige Wirtschaften der RLBV. Nachhaltigkeit ist fest in die Unter-
nehmensstrategie integriert und beeinflusst Entscheidungen. Um den wachsenden
Anforderungen an Transparenz gerecht zu werden, folgt die Berichterstattung den
Standards und Anforderungen des VSME (Voluntary Sustainability Reporting Stan-
dard for non-listed small and medium sized enterprises).
Dabei setzt die RLBV auf eine klare und nachvollziehbare Kommunikation. Stake-
holder erhalten einen umfassenden Einblick in alle wesentlichen Nachhaltigkeitsas-
pekte, einschließlich der Herausforderungen und der geplanten Maßnahmen. Dieser
transparente Ansatz fördert das Vertrauen und stärkt die Glaubwürdigkeit der Bank
als verantwortungsbewusstes Unternehmen.
Dialog und Zusammenarbeit als Erfolgsfaktoren: Nachhaltigkeit erfordert Di-
alog und Zusammenarbeit. Deshalb setzt die RLBV auf einen Austausch mit
Kund:innen, Partner:innen und Mitarbeiter:innen. Im Dialog mit den Stakeholdern
werden Bedürfnisse und Erwartungen gehört und in die strategische Ausrichtung
integriert.
Dieser offene Dialog ermöglicht es der Bank, besser auf die sich wandelnden Anfor-
derungen der Gesellschaft zu reagieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln,
die echten Mehrwert schaffen. Dabei bleibt die Regionalität stets im Fokus: Die Bank
setzt auf Kooperationen in Vorarlberg und fördert gezielt lokale Projekte und Initi-
ativen.
Zukunftsorientierte Strategien und Ausblick: Die RLBV ist auf einem klaren
Weg zu mehr Verantwortung und nachhaltigem Wachstum. Die Bank hat wichtige
Weichen gestellt und bleibt ihrer Strategie treu, ökologische, soziale und wirtschaft-
liche Nachhaltigkeit konsequent miteinander zu verbinden.
53
Für die kommenden Jahre plant die Bank, ihre Maßnahmen zur CO₂-Reduktion wei-
ter auszubauen und nachhaltige Investitionen gezielt zu fördern. Zudem soll die
Integration von ESG-Kriterien in die gesamte Wertscpfungskette verstärkt wer-
den. Ziel ist es, nicht nur nachhaltiges Wachstum zu sichern, sondern auch aktiv
zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft in Vorarlberg beizutragen.
Verantwortung als Kern der Unternehmensstrategie: Die RLBV integriert
Nachhaltigkeit als zentralen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Die Bank ver-
bindet wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer Verantwortung und sozialem Enga-
gement. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt als Kund:in, Mitarbeiter:in und
Mitglied der Gemeinschaft.
Mit einer klaren Strategie, einem starken Fokus auf Regionalität und einem tief
verwurzelten Verantwortungsbewusstsein blickt die RLBV zuversichtlich in die Zu-
kunft. Sie bleibt fest an der Seite der Menschen und Unternehmen in Vorarlberg
und zeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur möglich, sondern auch ein we-
sentlicher Erfolgsfaktor ist.
2.2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung
und die Risiken des Unternehmens
2.2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Das Jahr 2026 wird weiterhin von anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedin-
gungen geprägt sein. Auch wenn sich in einzelnen Bereichen erste Stabilisierungs-
tendenzen zeigen, bleibt das wirtschaftliche Umfeld von geopolitischen Spannun-
gen, strukturellen Veränderungen und einer insgesamt verhaltenen Konjunkturdy-
namik geprägt. Konflikte in verschiedenen Weltregionen insbesondere der anhal-
tende Krieg in der Ukraine sowie im Nahen Osten tragen weiterhin zu einer er-
höhten Unsicherheit in den internationalen Märkten bei. Diese Entwicklungen be-
einflussen unter anderem Energiepreise, Rohstoffmärkte und globale Lieferketten
und wirken sich damit auch auf Investitionsentscheidungen vieler Unternehmen
aus. Als exportorientierte Region ist auch Vorarlberg weiterhin stark von internati-
onalen Entwicklungen abhängig. Veränderungen im globalen Handel sowie Unsi-
cherheiten in wichtigen Absatzmärkten wirken sich daher auch auf die wirtschaftli-
che Entwicklung der Region aus.
Nach den beiden Rezessionsjahren 2023 und 2024 befindet sich die österreichische
Wirtschaft in einer Phase der vorsichtigen Stabilisierung. Sinkende Inflationsraten
und ein moderater Rückgang des Zinsniveaus sorgen für eine gewisse Entlastung
bei Konsum und Investitionen. Gleichzeitig bleiben viele Unternehmen und Haus-
halte aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit weiterhin vorsichtig. Insbesondere
im Immobiliensektor ist weiterhin mit einer verhaltenen Nachfrage nach Wohnbau-
finanzierungen zu rechnen. Auch wenn das gesunkene Zinsniveau erste Impulse
setzt, bleibt der Wohnbau in vielen Bereichen unter Druck. Die Raiffeisen Landes-
bank Vorarlberg wird in diesem Umfeld weiterhin auf eine selektive Kreditvergabe
und eine umsichtige Risikopolitik setzen, um die Stabilität langfristig zu sichern.
Nach den ersten Anzeichen einer Normalisierung der Risikokosten in den Jahren
2024 und 2025 ist auch in den kommenden Jahren mit einem moderaten Niveau an
Risikovorsorgen zu rechnen. Eine sorgfältige Kreditprüfung und eine langfristig aus-
gerichtete Risikopolitik bleiben daher zentrale Elemente der Geschäftspolitik. Neben
konjunkturellen Entwicklungen bleiben auch geopolitische Risiken ein relevanter
54
Einflussfaktor r die wirtschaftliche Entwicklung. Die Raiffeisen Landesbank Vorarl-
berg beobachtet diese Entwicklungen laufend und berücksichtigt mögliche Auswir-
kungen im Rahmen ihres Risikomanagements sowie ihrer vorsichtigen Kreditverga-
bepolitik.
Eine wesentliche Herausforderung bleibt auch in den kommenden Jahren die Kos-
tenentwicklung. Besonders Personal- und Sachkosten bleiben weiterhin auf erhöh-
tem Niveau. Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg wird daher weiterhin auf konse-
quente Effizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen und eine klare Kostendisziplin
setzen. Die Digitalisierung bleibt ein zentraler strategischer Schwerpunkt. Digitale
Prozesse, automatisierte Workflows und moderne IT-Infrastrukturen tragen dazu
bei, Abläufe effizienter zu gestalten und gleichzeitig den Service für Kund:innen
weiter zu verbessern. Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung ein wesentliches
Element der Kundenbeziehung. Die Kombination aus digitalem Komfort und regio-
naler he wird auch künftig eine zentrale Stärke des Geschäftsmodells darstellen.
Auch nachhaltige Finanzierungen gewinnen weiterhin an Bedeutung. Die Nachfrage
nach Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Infra-
struktur bleibt hoch. Die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg wird ihre Expertise in
diesem Bereich weiter ausbauen und Unternehmen sowie Privatkund:innen bei ent-
sprechenden Investitionsvorhaben begleiten. Als Mitglied der Green Finance Alli-
ance bleibt die Bank ihrer Verantwortung für eine nachhaltige wirtschaftliche Ent-
wicklung verpflichtet. Die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer As-
pekte in die Geschäftsstrategie wird auch künftig ein zentraler Bestandteil der Un-
ternehmensentwicklung bleiben.
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor bleibt die enge Zusammenarbeit innerhalb der
Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg. Durch gemeinsame Initiativen, standardisierte
Prozesse und eine enge Abstimmung zwischen den regionalen Raiffeisenbanken und
der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg sollen weiterhin Synergien genutzt und Effi-
zienzpotenziale gehoben werden. Trotz der weiterhin herausfordernden Rahmenbe-
dingungen sieht die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg auch Chancen für Innovation
und Wachstum. Die Weiterentwicklung digitaler Dienstleistungen, neue Geschäfts-
modelle sowie die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Finanzierungen bieten
langfristige Perspektiven für die Bank.
Mit einer klaren Strategie, einer soliden Eigenkapitalbasis und einer konsequenten
Risikopolitik sieht sich die Raiffeisen Landesbank Vorarlberg gut aufgestellt, um auf
Veränderungen flexibel zu reagieren und die wirtschaftliche Entwicklung der Region
weiterhin aktiv zu begleiten. Auch im Jahr 2026 wird die Raiffeisen Landesbank
Vorarlberg ihre Rolle als verlässlicher Partner für die Menschen und Unternehmen
in der Region wahrnehmen. Mit einer verantwortungsvollen Geschäftspolitik, einer
klaren strategischen Ausrichtung und der Stärke der genossenschaftlichen Gemein-
schaft sieht sich die Bank gut gerüstet, um auch in einem weiterhin anspruchsvollen
wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich zu bestehen.
55
2.2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die gezielte Übernahme beziehungsweise Transformation von Risiken ist ein we-
sentlicher Bestandteil im Bankgeschäft. Unter der klaren Vorgabe der Ausübung der
Sorgfaltspflicht ist es das Ziel, diese Risiken zu kennen, zu messen und optimal zu
managen das heißt, mit funktionstüchtigen Systemen und Verfahren zu überwa-
chen, zu begrenzen und gezielt zu steuern.
Im Sinne dieser Vorgaben verfügt das Risikomanagement in der RLBV über ange-
messene Kontrollverfahren und -systeme zur Identifizierung, Überwachung, Be-
grenzung und Kommunikation von derzeitigen und, soweit absehbar, auch zukünf-
tigen Risiken. Dazu bauen wir auf einer klaren Aufbau- und Ablauforganisation auf.
In den Risikomanagement-Handbüchern der Raiffeisen Landesbank sind die Risi-
kostrategie der RLBV und die Grundsätze des Risikomanagements sowie die Dar-
stellung der einzelnen Risiken hinsichtlich einer Identifikation, Einwertung, Mes-
sung, Limitierung, Überwachung und der jeweiligen Verantwortlichkeiten dokumen-
tiert.
Der primäre Fokus im Risikomanagement der RLBV liegt auf der Sicherstellung einer
ausreichenden Risikotragfähigkeit. Neben dem Erhalt des Bankbetriebs und dem
Schutz des Gläubigers geht es aber auch um die Einhaltung der gesetzlichen Anfor-
derungen des BWG, der CRR-Vorschriften sowie der FMA-Kreditinstitut-Risikoma-
nagementverordnung (KI-RMV). Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Steuerung der
Risiken im Sinne der Allokation des zur Verfügung gestellten Risikokapitals. Das
Instrument dazu ist die Risikotragfähigkeitsanalyse (RTFA).
Sie bietet zusätzlich auch die Basis für die Früherkennung von Risikopotenzialen
und ist somit für Bankprüfer, die Sicherungssysteme und die Aufsichtsbehörden von
eminenter Bedeutung. Der Vorstand steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf
Basis der ökonomischen Perspektive. In der RLBV erfolgte mit 1. Jänner 2025 erst-
malig zur Ermittlung, Überwachung und Steuerung der Risiken im ICAAP sowie der
Liquiditätskennzahlen im ILAAP die Anwendung der ökonomischen und normativen
Perspektiven (ICAAP/ILAAP 2.0).
Ziel des ökonomischen Kapitalansatzes ist es, die Geschäftskontinuität zu ge-
währleisten, indem über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg ein angemessenes
internes Kapital im Verhältnis zum ökonomischen Kapital aufrechterhalten wird. Das
interne Kapital (= Deckungsmasse) wird mit dem ökonomischen Kapital (= Risiko)
verglichen (unerwartete Verluste auf einem Konfidenzniveau von 99,9 %) Es ist
sicherzustellen, dass der Gesamtbetrag auf konsolidierter Basis eingegangenen Ri-
sikos geringer ist als das zu jedem Zeitpunkt verfügbare interne Kapital. Eine Über-
schreitung des Risikodeckungskapitals erfordert entweder eine Erhöhung des inter-
en Kapitals oder eine Reduzierung der Gesamtrisikoposition. Eine Auslastung größer
90% wird nicht angestrebt
Ziel der normativen Perspektive ist es, die Bedeutung der Kapitalplanung sowie
der zukunftsorientierten Sichtweise auch bei adversen Entwicklungen zu verstärken
und somit eine stärkere Verschränkung mit der Banksteuerung zu gewährleisten.
Die normative Perspektive ermöglicht dabei, ausgehend von einer soliden Ge-
schäfts- und Kapitalplanung, die Einschätzung der Erfüllung regulatorischer und
aufsichtlicher Kapitalanforderungen in Basis- sowie adversen Szenarien auf der
Grundlage einer Mehrjahresbetrachtung (mindestens 3 Jahre).
56
So wird in einer Planrechnung der Bedarf an ökonomischem Kapital je Steuerungs-
einheit vergeben. Dieses zugewiesene ökonomische Kapital wird sodann vierteljähr-
lich auf seine Ausnutzung hin überwacht.
Zur besseren Übersicht sind Limiteinhaltung, -vorwarnstufe und -überschreitung in
in der ökonomischen Perspektive mit einer Ampel farblich unterlegt. Dies alles ge-
schieht jedoch unter der zwingenden Einhaltung regulatorischer Anforderungen in
der regulatorischen Perspektive. Ein systematischer Stresstest in Bezug auf die Ge-
winn- und Verlustrechnung ergänzt die Risikomanagement Methodik.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für
das Management und wichtiger Bestandteil des vierteljährlichen Risikoberichts an
den Vorstand und an den Aufsichtsrat. Einmal im Quartal wird dieser Risikobericht
im Risiko-Komitee dezidiert behandelt. Dieses Gremium, vom Vorstand, vom Leiter
Finanz-/Kapitalmärkte, von Vertretern des Kredit- und des Risikomanagements be-
setzt, befasst sich vorwiegend mit Fragen der Risikostrategie, der Risikoverteilung,
der Risikotragfähigkeit und der Risikosteuerungssysteme, -prozesse und -verfah-
ren. Die laufende Überwachung der Risikolimits erfolgt durch das Risikocontrolling.
In der Risikostrategie gelten r die RLBV folgende allgemeine risikopolitische
Grundsätze:
Das Erzielen eines wirtschaftlichen Erfolges bedingt das bewusste und gesteuerte
Eingehen von Risiken.
Ein starkes, alle Bereiche umfassendes Risikobewusstsein und eine entsprechende
Risikokultur, insbesondere durch transparente Informationen und durch den Einsatz
adäquater Instrumente, werden gefördert und sind für den Geschäftserfolg uner-
lässlich. Dies bedeutet auch, dass bei intransparenter, unüberschaubarer Risikolage
dem Vorsichtsprinzip der Vorzug gegeben wird. Es werden nur Risiken eingegangen,
die auch beurteilt werden können. Dies verlangt, dass eingegangene Risiken zwin-
gend verstanden werden, nachvollzogen und die wesentlichen risikoverursachenden
Faktoren eingeschätzt und gemessen werden können.
Keine Entscheidung oder Handlung darf ein bestandsgefährdendes Risiko nach
sich ziehen. Die Steuerung dieses Grundsatzes erfolgt über die Risikolimitierung im
Rahmen des ICAAP.
Sämtliche Risiken sind mit dem Instrumentarium des Risikomanagements zu steu-
ern. Bei den wesentlichen Risikoarten strebt die Bank ein der Struktur, Komplexität,
Größe und Personalausstattung angemessenes Niveau des Risikomanagements an,
welches sich an Best-Practice-Ansätzen orientiert. Sämtliche Risikomanagement-
prozesse stehen im Einklang mit der Komplexität der Geschäftsaktivitäten (Propor-
tionalität und Wesentlichkeit). Um die Qualität der Risikosteuerung sicherzustellen,
werden die im Rahmen der Messung und Steuerung eingesetzten Verfahren konti-
nuierlich weiterentwickelt und an die sich ändernden Marktgegebenheiten ange-
passt.
Aufgrund der immer größer werdenden Bedeutung von ESG-Risiken, insbesondere
der Klimarisiken, werden diese Risiken laufend identifiziert, in die bestehenden Ri-
sikokategorien integriert und adäquat gesteuert.
Das Ziel der risikostrategischen Überlegungen ist die permanente Sicherstellung
der Risikotragfähigkeit der Raiffeisenlandesbank und damit einerseits die Sicherung
des Unternehmensfortbestandes („Going-Concern“), wo die aufsichtsrechtliche Min-
desteigenmittelanforderung jedenfalls als strenge Untergrenze gilt, und anderer-
seits der Schutz der Gläubiger (Liquidationssicht).
57
Zum Zwecke der Risikominderung und -eingrenzung werden alle wesentlichen Ri-
siken limitiert. Die Limits leiten sich aus der Risikotragfähigkeitsrechnung der Bank
ab und verhindern somit auch eine „Mehrfachverwendung“ von Eigenkapital.
Im Sinne einer Begrenzung glicher Klumpenrisiken im Kreditgeschäft wird auch
auf die Portfoliosicht (Diversifikation) Rücksicht genommen und werden gegebenen-
falls Absicherungsmaßnahmen (z.B. Konsortialgeschäft, Syndizierung) eingeplant.
Neue Produkte werden nur nach dem standardisierten Produkteinführungsprozess
eingeführt. Eine Ausnahmebewilligung kann nur der Vorstand erteilen.
Die RLBV ist Teil des Raiffeisensektors und beteiligt sich bei der gemeinschaftli-
chen Entwicklung der Risikomethodik zur Einhaltung des Marktstandards. Stan-
dards, die im Sektorenverbund entwickelt wurden, sind Eigenentwicklungen vorzu-
ziehen.
Um Interessenkonflikte im Risikomanagement zu vermeiden, gilt Funktionstren-
nung. Das heißt, Risikodisposition, Risikobeurteilung und Risikoüberwachung sind
organisatorisch getrennt. Die Risikoagenden des Hauses sind über die Funktions-
trennung bis zur Vorstandsebene durchgängig einem eigenen Chief Risk Officer zu-
geteilt.
Bei gebotener Sorgfalt werden Risiken vor dem Hintergrund der Art, des Umfangs
und der Komplexität der betriebenen Bankgeschäfte auf ihre Wesentlichkeit durch-
leuchtet. In diesem Kontext ist nochmals ausdrücklich auf das Proportionalitätsprin-
zip zu verweisen. Die Angemessenheit der Verfahren darf unseres Erachtens nicht
überstrapaziert werden. Das heißt, es gibt eine Untergrenze in der Vereinfachung
der Methoden und Verfahren zur Risikomessung. Darunter ist von einem Eingehen
des Risikos abzusehen. Andererseits ist auf die Einfachheit und Verständlichkeit der
Methoden Wert zu legen. Damit erreicht man Transparenz und mithin Manage-
mentrelevanz.
Unter Abwägung der oben beschriebenen Punkte haben wir als wesentliche Risiken
folgende Risikoarten qualifiziert:
Risikoarten
Risiko einer Verringerung des Bankergebnisses durch
Kreditrisiko
Bonitätsverschlechterungen und Wertberichtigungen/Forderungsausfälle
bei Ausleihungen, Beteiligungen, Wertpapieren und Derivaten.
Darunter sind auch das Fremdwährungs-, das Länder- und das CVA
(Credit Value Adjustment) Risiko subsummiert
Konzentrationsrisiko
Das Risiko, das sich aus Größen-, Länder- oder Branchenkonzen-
trationen ergibt
Beteiligungsrisiko
Dividendenausfallsrisiko sowie Risiken im Zusammenhang mit
Wertänderungen der Beteiligungen
Risiko aus kredit-
risikomindernden
Techniken
Stellt die Gefahr dar, dass Verluste eintreten, welche aus Instrumenten
zur Risikobesicherung entstehen
Zinsänderungsrisiko
Änderungen der Zinsstrukturkurve und des Zinsniveaus
Preisrisiko
Kursänderungen
58
Währungsrisiko
Wechselkursänderungen
Credit-Spread-Risiko
Kursentwicklung in Abhängigkeit von Credit Spreads bei Wertpapieren
und Derivaten
Liquiditätsrisiko
Unvorhergesehene erhöhte Refinanzierungskosten (Marktenge und/
oder Bonitätsverschlechterung) und/oder eine plötzliche Liquiditäts-
nachfrage, die nicht bedient werden kann
Verbriefungsrisiko
Dieses Risiko tritt einerseits als Originator andererseits als Investor
auf. In der RLBV kommt dieses Risiko nicht vor, da weder der Kauf noch
die Begebung derartiger Finanzinstrumente der Geschäftsstrategie
der RLBV entspricht
Risiko übermäßiger
Verschuldung
Das Risiko, das aus einer größeren Hebelung des Eigenkapitals
entsteht
Operationales Risiko
Risiken in der operativen Geschäftstätigkeit in den Bereichen Infra-
struktur, Informationstechnologie, Geschäftsprozesse, Mitarbeiter,
externe Ereignisse, Rechtsrisiko und IKT Risiken
Fremdwährungsei-
genmittelrisiko
Das Risiko eines höheren Eigenmittelbedarfs bei Wechselkurs-
bewegungen
Sonstige Risiken
Strategisches und Systemisches Risiko, Reputations-, Eigenmittel-
und Geschäftsrisiko sowie Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung
sind hier zusammengefasst
Unsere wesentliche Limite und Risikobegrenzungsmaßnahmen:
Risikoarten
Limit-Arten
Kreditrisiken
Risikokapital, Volumen (Blanko Obligo, Bonitäten,
Portfolioanteile,
Klumpen, Länder), Qualität
Konzentrationsrisiko
Branchenlimits, Länderlimits, Ratingverteilungen
Marktrisiken
Risikokapital, Volumen, VaR (Value at Risk), PVBP
(Price Value of a Basis Point), Stop Loss, Zins Schock Szenarien
Liquiditätsrisiko
Risikokapital, Liquiditäts-Kennzahlen (Time-to-Wall), Volumen-
Zonen-Limit, stabile Refinanzierungsquote in Fremdwährung,
LCR
(Liquidity Coverage Ratio) und NSFR (Net Stable Funding Ratio)
Beteiligungsrisiko
Risikokapital
Operationales Risiko
Risikokapital
Sonstige Risiken
Risikokapital
Die nachfolgende Grafik zeigt das Risikoportfolio in der ökonomischen Perspektive:
59
Kreditrisiko
Dem bedeutendsten Risiko im Bankgeschäft, dem Kreditrisiko, wird in der RLBV
besonderes Augenmerk gewidmet. Eine umfassende Gesamtdokumentation, was
Kreditrisikostrategie, Kreditrichtlinien und Ablauf des Kreditgeschäftes betrifft,
steht den betroffenen Mitarbeitern in Form des Kredithandbuches der Raiffeisen
Landesbank Vorarlberg zur Verfügung. Es ist integrierter Bestandteil der Risikoma-
nagement-Handbuch-Struktur der RLBV.
Zur Messung des Kreditrisikos werden die Finanzierungen im bankinternen Rating
in zehn Bonitäts- und Sicherheitsklassen eingestuft. Als Bonitätskriterien werden
sowohl quantitative Faktoren als auch qualitative Faktoren herangezogen. Bei den
Fremdwährungs-Ausleihungen wird gemäß eigens erstellter Fremdwährungskre-
ditrichtlinie vorgegangen.
Die Kreditportfoliosteuerung sorgt r konsequente Risikoüberwachung der Kredi-
tengagements. Der vierteljährliche Kreditstrukturanalyse-Bericht (KSA-Bericht)
dient dabei als wesentliche Informations- und Entscheidungsquelle für den Vorstand
sowie das Markt- und Risikomanagement. Die Kreditstrukturanalyse leitet sich di-
rekt aus unseren Kredit-Basisdaten ab und ist daher ein integrierter Bestandteil
unseres Kreditrisiko-Steuerungssystems. Alle Konten der Bank mit Exposure finden
Eingang. Im Bericht werden diese nach unterschiedlichen Gesichtspunkten wie
Klumpenrisiko, Non Performing Loans, Kundengruppen etc. dargestellt. Einmal im
Quartal wird dieser KSA-Bericht im Risiko-Komitee dezidiert behandelt und über
allfällige Maßnahmen entschieden. Ebenso werden im mit dem gesamten Vorstand,
den Marktverantwortlichen, dem Kreditmanagement und der Risikosteuerung be-
setzten KreKo alle gefährdeten Kreditengagements im risikorelevanten Bereich dar-
gestellt, behandelt und die notwendigen Entscheidungen getroffen.
60
Die Berechnungsmethode für die Non Performing Loan Ratio basiert auf den Vorga-
ben der EBA bzw. FinRep und beläuft sich per 31.12.2025 auf 1,7 Prozent (Vorjahr
1,0 Prozent).
Für die Ermittlung der Eigenmittelerfordernisse für das Kreditrisiko wird der Stan-
dardansatz laut BWG angewendet. Die risikogewichteten Aktiva werden mit dem
EDV-Programm SAS (SAS-Credit Risk Manager) berechnet.
Im Risikomanagement wurde ein Simulationstool für das Immobilien-Kreditportfolio
entwickelt, um Kunden auf potenzielle Ratingabwertungen und Sicherheiten Reduk-
tionen zu identifizieren und dementsprechend die Auswirkungen dieser Abwertun-
gen auf diverse Risikokennzahlen (wie beispielsweise Expected Loss) zu simulieren.
Die Ergebnisse der durchgeführten Simulationen wurden in ein tourliches Reporting
überführt.
Konzentrationsrisiko
Bei den Konzentrationsrisiken folgen wir der Definition lt. KI-RMV § 7 und sehen für
uns insbesondere Konzentrationen in folgenden Bereichen für relevant:
Beteiligungen (RBI)
Sicherheiten
Branchen
Länder
Kreditnehmer
Konsortialpartner
Währungen
Tilgungsträger
Rating
Refinanzierungen (Geldgeber, Fälligkeiten)
Als grundsätzliche strategische Ausrichtung versuchen wir Konzentrationen zu ver-
meiden, bzw. aktiv gegenzusteuern.
Ausnahmen bilden da die Beteiligung am Zentralinstitut sowie die Konzentrationen
bei hypothekarischen Sicherheiten. Die Konzentration bei der Beteiligung am
Zentralinstitut ist im geschäftspolitischen Interesse.
Die Konzentration bei den hypothekarischen Sicherheiten weist folgende Merkmale
auf:
ausgeprägte Verteilung auf viele Sicherheitsgeber im Retailgeschäft
Im Retailgeschäft erfolgt die Rückführung der Kredite aus dem Einkommen der
Kreditnehmer lediglich bei einem starken Einbruch der Einkommen vieler Kredit-
nehmer käme es auch zu verstärkten Verwertungen der hypothekarischen Sicher-
heiten. Die Erfahrungen aus dem Anstieg des CHF Kurses nach 2008 haben gezeigt,
dass die Kreditnehmer auch bei erhöhtem Stress Maßnahmen setzen, um die Raten
bedienen zu können (der Anstieg des CHF hatte keinen Anstieg von Ausfällen zur
Folge). Es ssten also gleichzeitig die Einkommen einer großen Anzahl von Kre-
ditnehmern einbrechen und in der Folge ein starker Einbruch der Wohnungs- /EFH
Preise auftreten. Dies ist zwar nicht ausgeschlossen derzeit aber nicht besonders
wahrscheinlich. Zudem ist fraglich, ob alternative Geschäfte mit geringerem Risi-
koprofil möglich wären.
Im Firmenkundensegment finanziert die RLB überwiegend einzelne Bauprojekte
von Bauträgern, die den Abverkauf der Wohnungen durchführen. In der Regel wird
bei der Kreditgewährung als Auflage ein Mindestverkaufsstand verlangt. Dadurch
61
ist die Zeitspanne zwischen Auszahlung der Bauträgerkredite (nach Erfüllung der
Auflagen) bis zur Fertigstellung bzw. kompletten Veräerung aller Einheiten meist
relativ kurz.
Die RLB hat Immobilienkredite aus drei Ländern im Portfolio - Österreich (vorwie-
gend natürlich Vorarlberg), Deutschland und Schweiz (AIL), dadurch ist auch eine
gewisse Diversifikation gegeben.
Aufgrund dieser Faktoren ist aus unserer Sicht eine gewisse Häufung in dieser Si-
cherheitskategorie akzeptabel.
Zur Steuerung der weiteren Konzentrationsrisiken werden folgende Instrumente
eingesetzt: Limitierungen, Monitoring (inkl. Limitüberwachung), Engagementstra-
tegien für einzelne Kreditnehmer, freiwillige Selbstbeschränkungen (im Bereich
Großkreditgrenzen), Orientierungsgrößen und das Berichtswesen.
Branchen: Es werden Branchenlimits festgelegt und im Kreditstrukturanalysereport
überwacht.
Länder: Für die relevanten Länder werden Länderlimits festgelegt und überwacht.
Kreditnehmer: Zur Steuerung der Kreditnehmer Konzentrationsrisiken werden un-
terschiedliche Instrumente verwendet, wie Kreditlimit, Engagementstrategie für
spezifische Kreditnehmer, Orientierungsgrößen für das Kreditgeschäft usw. siehe
dazu Kreditrisikohandbuch
Währung: Wird über Limits gesteuert
Tilgungsträger: Die Entwicklung der Tilgungsträger ist im Standardreporting ent-
halten. Für weitere Ausführungen wird auf das Kreditrisikohandbuch verwiesen.
Rating: In der Kreditstrukturanalyse werden die Ratingklassen gemonitored und mit
Zielwerten versehen.
Marktpreisrisiko
Die Messung der Risiken aus Veränderungen der Zinssätze, der Währungs- und der
Wertpapierkurse erfolgt im ICAAP nach dem Value-at-Risk-Ansatz (99,9-prozentige
Wahrscheinlichkeit bei 250 Tagen Haltedauer) und in der täglichen Limitüberwa-
chung, die durch die Abteilung Risikocontrolling erfolgt, nach dem Value-at-Risk-
Ansatz (99-prozentige Wahrscheinlichkeit bei 10 Tage Haltedauer) und nach dem
Price-Value-of-a-Basis-Point-Ansatz. Eine klare Ablauforganisation regelt die Vor-
gangsweise bei Limitüberschreitungen.
62
in Mio. EUR
(gerundete Werte)
2025
2024
Abw.
Zinsrisiko
38,1
15,2
22,9
Währungsrisiko
1,7
2,1
-0,4
Credit Spreads
24,5
28,7
-4,2
Preisrisiko
4,7
6,1
-1,4
Marktpreisrisiko
69,0
52,1
16,9
Wesentliche Fragen in der Steuerung der Marktpreisrisiken werden in der monatli-
chen Marktrisiko-Komitee-Sitzung behandelt. Das Gremium ist mit dem gesamten
Vorstand und den Entscheidungsträgern des Markt- sowie des Risikomanagements
besetzt. Es trifft die notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen unter anderem
auf der Grundlage einer Zins- und Kursmeinung und der Gap-Analyse, der Veran-
lagungspolitik (Asset-Allocation) sowie der Risikotragfähigkeit. Ein wöchentlicher
Risikocontrolling-Bericht unterstützt die Steuerung.
Ein besonderes Augenmerk wird beim Marktrisiko auch auf die Derivatepositionen
gelegt. Für diese werden täglich die Marktwerte berechnet, die Limite kontrolliert
und allfällig notwendige Steuerungsmaßnahmen getroffen. Der Einsatz von Deriva-
ten erfolgt zum überwiegenden Teil zur Absicherung gekaufter Anleihen, begebener
Emissionen oder von Kundenpositionen (Micro-und Portfolio Hedge). Von geringer
Bedeutung ist das Eingehen von Risiken mittels Derivaten im Rahmen von funktio-
nalen Einheiten. Eine detaillierte Übersicht über die Struktur dieser Geschäfte findet
sich im Anhang zum Jahresabschluss unter Punkt 1.3.1.10. Finanzinstrumente nach
§ 238 Abs 1 Z 1 UGB iVm § 64 Abs 1 Z 3 BWG sowie unter Punkt 1.3.2.12. Ergän-
zende Angaben.
Credit Spread Risiko
Aufgrund unserer Aufgabe als Zentralinstitut zur Liquiditätsversorgung der Vorarl-
berger Raiffeisenbanken halten wir ein entsprechend großes Anleiheportfolio. Die-
ses verwenden wir einerseits als Liquiditätspuffer im internen Risikomanagement
als auch zur Steuerung der regulatorischen Vorgaben. Andererseits benötigen wir
die Anleihen zur Teilnahme an Tendergeschäften. Die Messung des Credit Spread
Risikos erfolgt mittels der VaR-Methode bei 99,9 Prozent Konfidenzniveau und 250
Tagen Haltedauer. Zusätzlich werden Analysen zu den GuV Effekten von CDS-Än-
derungen berechnet und reported. Die Verteilung der Buchwerte auf die Ratingstu-
fen zeigt folgende Grafik:
63
Liquiditätsrisiko
Die Sicherung der Liquidität beziehungsweise das Monitoring des sich daraus erge-
benden Risikos (operatives und strukturelles Liquiditätsrisiko) ist zur zentralen Auf-
gabe geworden. Ein ungebrochen starkes Kundenvertrauen, verstärkt durch die
Kundengarantiegemeinschaft der österreichischen Raiffeisen Bankengruppe, sowie
ein umfassendes Liquiditätsmanagement, welches neben der täglichen Steuerung
und Überwachung auch Stressszenarien und Liquiditätsnotfallpläne beinhaltet, ge-
währleisten uns die Bewältigung dieser großen Herausforderungen.
Die interne Steuerung erfolgt mittels eines Time-to-Wall-Konzeptes. Dazu werden
neben dem Normalfall die kombinierte Krise, bestehend aus dem Systemstress und
dem idiosynkratischen Stressfall, gesteuert und überwacht. Zum Stichtag
31.12.2025 wird eine Time-to-Wall in Höhe von 1080 Tagen ausgewiesen. Das ent-
spricht dem Maximum an darstellbaren Einzeltagen und bedeutet, dass es innerhalb
der nächsten drei Jahren an keinem einzigen Tag zu einer Unterschreitung des Li-
quiditätserfordernisses kommt (unter Berücksichtigung der gestressten Cashflows
und der zur Verfügung stehenden Counter-Balancing-Capacity).
Mit Einführung der CRR kamen neue Steuerungsparameter wie die LCR, die NSFR
und die Asset Encumbrance hinzu. Die LCR für die Liquiditäts-Waiver Gruppe wies
zum 31.12.2025 einen Stand von 194,15 Prozent (Vorjahr 260,13 Prozent) aus. Die
64
regulatorische Mindestanforderung an die NSFR-Quote beträgt 100% und muss auf-
grund des von der FMA bewilligten Li-Waiver Bescheides vom 30.06.2021 von der
Raffeisenbankengruppe Vorarlberg als Liquiditätsverbund erfüllt werden. Die NSFR-
Quote in aktueller Form gilt erst seitdem in Kraft treten der CRR II ab 30.06.2021.
Die für das Jahr 2025 errechnete Quote beträgt 127,8 Prozent (Vorjahr 128,66 Pro-
zent)
Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt im RLB-Liquiditätsrisiko-Komitee (RLB-
LiKo). Das LiKo, mit dem gesamten Vorstand, den Leitern GB Finanz- und Kapital-
märkte, Treasury und Risikocontrolling besetzt, tagt außer bei besonderem Anlass
monatlich. Die Steuerung der Liquidität und damit auch der Liquiditätsrisiken er-
folgt aus Sicht der gesamten RBGV, da die RLBV als Liquiditätsausgleichsstelle der
Vorarlberger Raiffeisenbanken fungiert. Eine zentrale Rolle spielt das Deckungs-
stockmanagement. Der freie Deckungsstock betrug per 31.12.2025 1.730 Mio.
Euro.
Damit die vertragliche Grundlage für das gruppenweite Liquiditätsrisikomanage-
ment (operativ) in der RLBV/RBGV gegeben ist (eingebettet in die Gremienstruktur
aus dem R-IPS), wurde mit den Raiffeisenbanken eine Liquiditätsmanagement-Ver-
einbarung getroffen.
Als wesentliches Entscheidungsgremium wurde im Rahmen des Raiffeisen-IPS auf
Landesebene der Landes-Risikorat (L-RR) eingerichtet und mit einer entsprechen-
den Entscheidungskompetenz ausgestattet, um der Dreistufigkeit und dem Subsi-
diaritätsprinzip Rechnung zu tragen. Der L-RR der Landesgruppe Vorarlberg besteht
insgesamt aus 20 Personen. Die Raiffeisenbanken sind durch 14 Geschäftsleiter und
einen Aufsichtsrat vertreten. Die RLBV entsendet 2 Vorstandsmitglieder sowie 3
Aufsichtsratsmitglieder (inkl. des Aufsichtsratsvorsitzenden) in dieses Gremium.
Weiters sind 3 permanente Gäste ohne Stimmrecht vorgesehen. Das sind die Ver-
treter im Gesamt-Risikorat (auf Bundesebene) und der Leiter des Revisionsverban-
des der RLBV. Der Liquiditätsausschuss des Landes-Risikorates ist ein Unteraus-
schuss des Landes-Risikorates und ist mit Beschlusskompetenz ausgestattet. Er ist
personenident mit dem L-RR und befasst sich mit dem operativen Liquiditätsrisiko-
management in der RBGV. Die RLBV besitzt ein Vetorecht.
Die Sitzungen des Liquiditätsausschusses und des L-RR finden zumindest viertel-
jährlich statt.
Beteiligungsrisiko
Das Dividendenausfallrisiko wird in der Risikotragfähigkeitsrechnung durch die ent-
sprechende Reduktion der Deckungsmassen mitberücksichtigt. Durch die viertel-
jährliche Anpassung des erwarteten Betriebsergebnisses, gepaart mit der transpa-
renten Informationspolitik innerhalb des Raiffeisensektors, wird dieses Risiko adä-
quat berücksichtigt.
Weitere Risiken wie die Reduktion stiller Reserven, das Risiko der Teilwertabschrei-
bung, das Risiko des Veräußerungsverlustes und das Risiko der Nachschussver-
pflichtung werden derzeit über ein expertenbasiertes, an der Unternehmenswert-
entwicklung orientiertes Modell bewertet und limitiert.
IKT-Risiko
Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung stellen IKT-Risiken eine immer bedeut-
samere Risikokategorie im bankbetrieblichen Geschäft dar. Unter IKT-Risiko (Infor-
mations- und Kommunikationstechnologie) ist das Risiko im Zusammenhang mit
der Nutzung, dem Eigentum, dem Betrieb, der Beteiligung, der Einflussnahme und
65
der Einführung von Informationstechnologie in der RLB zu verstehen. Darunter fal-
len Risiken aus IKT-Verfügbarkeit und -Kontinuität, IKT-Sicherheit, IKT-Änderun-
gen, IKT-Datenintegrität und IKT-Auslagerungen. Mit „IKT-Risiko“ bzw. „IT-Risiko“
wird das gleiche Risiko adressiert und es handelt sich um synonyme Begriffe. Die
IKT-Risiken werden im Rahmen des operationellen Risikos identifiziert, bewertet,
dokumentiert sowie tourlich überprüft. Eingetretene Risiken werden über die Ereig-
nis Datenbank der RLB abgewickelt.
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko ist die Gefahr von Verlusten als Folge mangelhafter oder
fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen und Systeme sowie externer Ereig-
nisse und beinhaltet das Rechtsrisiko. Dieses Risiko ist fast ausschließlich ein Ver-
lustrisiko. Ziel des Risikomanagementsystems der RLBV ist daher die bestmögliche
Ausschaltung dieses Risikos. Das operationelle Risiko wird durch das interne Kon-
trollsystem (IKS) mit einer klaren Aufbau-/Ablauforganisation, durch Handbücher,
Richtlinien und Dienstanweisungen, entsprechende EDV-Programme, eine effiziente
Innenrevision sowie permanente Aus-/Weiterbildung der Mitarbeiter gemanagt. Im
Rahmen des internen Kontrollsystems werden die wesentlichsten Prozesse aus den
Fachbereichen dokumentiert. Auf Basis der Prozessdokumentation erfolgt anschlie-
ßend die Identifizierung, Bewertung und Dokumentation der operationellen Risiken
nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung. Um einen Eintritt der Risiken zu
vermeiden, werden wirksame Kontrollen in den Fachbereichen eingerichtet. Die
operationellen Risiken werden je nach Risikoeinstufung tourlich überprüft und ggf.
aktualisiert.
Eingetretene Schadensfälle werden über eine Ereignis Datenbank abgewickelt und
durch das interne Kontrollsystem geprüft, ggf. Maßnahmen definiert und tourlich
an den Vorstand berichtet.
Für alle Betriebsrisiken, die nicht dem klassischen Bankgeschäft zugeordnet werden
können, wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Notfallpläne und weitere
Informationen zur Gebäude- und Betriebssicherheit sind in einer eigens dafür an-
gelegten Sicherheitsdatenbank abgelegt. Zusätzlich wurde ein BCM-Handbuch (Bu-
siness Continuity Management) erstellt.
Die RLBV ist ein Institut der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) Österreich und ist in
dieser über die Verbundarbeit eingebunden. Die über diese Verbundarbeit zur Ver-
fügung gestellten Modelle, Systeme und Verfahren werden im Rahmen des Risiko-
managements verwendet und gemeinsam im Sinne einer laufenden Verbesserung
weiterentwickelt. Im Rahmen ihrer Führungsverantwortung stellen alle Führungs-
kräfte sicher, dass die Mitarbeiter sensibilisiert im Umgang mit Risiken sind, risiko-
bewusst handeln und eine adäquate Aus- und Weiterbildung erhalten.
Für die Berechnung der Eigenmittelerfordernisse für das operationale Risiko wird
der Basisindikatoransatz laut Basel III, Titel III der CRR angewendet. Im Sinne der
Aufrechterhaltung eines guten Risikomanagements erfolgt eine kontinuierliche in-
haltliche und technische Weiterentwicklung in diesem außerordentlich dynamischen
Themenfeld, um insbesondere auch den regulatorischen Anforderungen gerecht zu
werden.
ESG-Risiken
Die ESG-Risiken werden innerhalb der RLBV nicht als eigenständige Risikoart be-
trachtet, da diese auf die vorhandenen Risikoarten einwirken und somit innerhalb
66
der bestehenden Risikokategorien berücksichtigt werden. Beispielsweise können
Naturkatastrophen zu einer Wertminderung von Sicherheiten führen, aber auch zu
erhöhten Preisvolatilitäten. Die nachfolgende Einteilung dieses Risikos erfolgt an-
hand der drei Hauptkategorien Environment/Umwelt (E), Social/Soziales (S) und
Governance/Unternehmensführung (G). Beim Management der Nachhaltigkeitsrisi-
ken wird ein verstärkter Fokus auf die Umweltrisiken gelegt, da Methoden für diese
im Vergleich zu den sozialen und Governance Risiken fortgeschrittener sind. Die
fünf nachhaltigen Entwicklungsziele der RLBV lassen sich in diese Teilbereiche un-
tergliedern, da der verantwortungsvolle Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken die
Transformation zu einer enkeltauglichen Zukunft unterstützt. Bei der Implementie-
rung der Nachhaltigkeitsrisiken wird ein ganzheitlicher Ansatz beabsichtigt, um die
Umsetzung der regulatorischen Vorgaben zu erfüllen, aber auch den Nutzen für die
Region in den Vordergrund zu stellen. Grundsätzlich richten wir uns an Sektor-
Standards aus und suchen die Zusammenarbeit in der Raiffeisenbankengruppe.
Die RLBV wird den Schwerpunkt vorwiegend auf die Outside-In-Effekte von ESG-
Risiken legen, da selbst ausgelöste Risiken aufgrund der festgelegten Geschäfts-
grundwerte und der daraus abgeleiteten Risikostrategie signifikant geringer sind.
Für die Identifizierung der ESG-Risiken wird eine Klassifizierung in die wesentlichs-
ten Branchen ausgearbeitet, welche dann anhand eines Farbschemas zu klassifizie-
ren sind. Die Bewertung soll anhand einer sektorweit abgestimmten Vorgehens-
weise erfolgen. Die auf diese Weise ermittelten Scores werden dann anhand der
Branchenzugehörigkeit auf das Portfolio verteilt. Zusätzlich wird die RLBV mittels
sektorweit zu erarbeitender Klima-Stresstests Risikotreiber auf kurze sowie auf
lange Sicht identifizieren.
Für die Ausarbeitung von Risikobewältigungsmaßnahmen wird in Zukunft auf die
Ergebnisse der Identifikation und Bewertung zurückgegriffen, um für diese Limite
bzw. Schwellenwerte festzulegen. Somit können der Risikoappetit der RLBV und die
Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele sichergestellt werden. Ausschluss-
kriterien identifizieren bestimmte Branchen, die bei der Finanzierung auszuschlie-
ßen oder eingeschränkt zu berücksichtigen sind. Für die Bestimmung dieser Krite-
rien sollen die Ergebnisse der Heatmap verwendet werden, da diese Anhaltspunkte
über das Exposure der einzelnen Sektoren/Regionen liefern und auf die Ergebnisse
der Klima-Stresstests zurückgegriffen wird. Das Monitoring und das Reporting wer-
den nach Ausarbeitung der vorhergehenden Risikomanagement Methoden kontinu-
ierlich erfolgen und in den jeweiligen Risiko-Gremien der RLBV präsentiert werden.
Ein klar definierter Prozess-Ablauf wird auch die Einhaltung der definierten Limits
gewährleisten.
Auf diese Weise setzt die RLBV in Zukunft die Anforderungen aus der EBA GL und
dem FMA Rundschreiben zu Nachhaltigkeitsrisiken und der EBA GL zur Loan Origi-
nation um.
Sonstige Risiken
Unter den sonstigen Risiken sind folgende Risikoarten zusammengefasst: strategi-
sches Risiko, Reputations-, Eigenmittel-, systemisches und Geschäftsrisiko sowie
Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung.
Sowohl im Problemfall als auch im Extremfall erfolgt die Berücksichtigung der sons-
tigen Risiken als Approximation über einen Aufschlag von 5 % der quantifizierten
Risiken. Dieser Aufschlag wird als ausreichend erachtet, zumal die zukünftigen Be-
triebserträge im Extremfall keine Berücksichtigung in der Deckungsmasse finden.
67
Einlagensicherungseinrichtungen und gemeinsame Risikobeobachtung
Seit 29.12.2021 sind alle Vorarlberger Raiffeisenbanken und die Raiffeisen Landes-
bank Mitglieder in der Einlagensicherung Österreichischen Raiffeisen Sicherungs-
einrichtung eGen (ÖRS). Sie nimmt nun für die Raiffeisenbankengruppe Österreich
die gesetzliche Einlagensicherungsfunktion wahr.
Zur gemeinsamen Risikobeobachtung der RBist bei der ÖRS ein entsprechendes
Frühwarnsystem eingerichtet. Für das quartalsweise tagende Sektorrisikokomitee
wird für die gesamte RBGÖ ein Risikobericht auf individueller und konsolidierter
Basis erstellt, der neben dem Gesamtrisiko und dessen Abgleich mit der Risikotrag-
fähigkeit Detailberichte zu allen wesentlichen Risiken enthält.
Neben einem regelmäßigen Monitoring der Risikoverläufe und diesbezüglicher
Grenzwerte ergänzen ein bilanzkennziffern- und benchmarkbasiertes Frühwarnsys-
tem, Stresstests sowie eine aktive Marktbeobachtung und ein Gross-exposure-Mo-
nitoring die gemeinsame Risikoüberwachung der RBGÖ.
Um einen Überblick über die Risiken der RBGV zu erhalten, gibt es neben den peri-
odischen Managementberichten der Raiffeisenbanken alle zwei Jahre Management-
gespräche zwischen dem Vorstand der RLBV und dem Vorstand/der Geschäftslei-
tung jeder einzelnen Raiffeisenbank. Darüber hinaus erstellt der Revisionsverband
der RLBV im Rahmen der Jahresprüfung ein Rating für jede Raiffeisenbank. Dieses
besteht aus Kennzahlen und einer Risikotragfähigkeitsrechnung. Zusätzlich werden
unterjährig jeweils zu den Quartalen weitere Risikotragfähigkeitsanalysen entspre-
chend den ICAAP-Anforderungen durchgeführt und qualitative und quantitative Ri-
sikoberichte erstellt, die den Anforderungen einer transparenten Risikodarstellung
gerecht werden. Die Ergebnisse aller Banken werden in den pro Quartal stattfin-
denden Sitzungen des Landesrisikorats der Landesgruppe Vorarlberg analysiert und
gegebenenfalls Maßnahmen eingefordert.
Um die Raiffeisenbanken in ihrer Risikosteuerung zu unterstützen, werden sie von
der RLBV regelmäßig mit Standardreports, wie Kreditstrukturanalyse, Risiko- und
Managementbericht inklusive Liquiditätsübersicht, versorgt sowie Schulungs- und
Beratungsleistungen dazu angeboten. Liquiditätskennzahlen wie LCR, NSFR, Asset
Encumbrance und ALMM werden seitens der Fachabteilung der RLBV ermittelt und
den Banken zur Verfügung gestellt.
Durch das ESAEG wurden die EU-Richtlinien 2014/49/EU über Einlagensicherungs-
systeme in Österreich umgesetzt. Das Gesetz schreibt vor, dass jede Sicherungs-
einrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährli-
cher Beitragsvorschreibung an ihre Mitgliedsinstitute bis zur gesetzlich vorgeschrie-
benen Höhe von zumindest 0,8 Prozent der Summe der gedeckten Einlagen der
Mitgliedsinstitute auszustatten ist.
Der Ex-ante-Fonds iSd § 18 ESAEG ist ausreichend dotiert, somit wurde im Jahr
2025 keinen Beitrag geleistet. Details dazu siehe Anhang zum Jahresabschluss un-
ter Punkt 1.3.2.13 Unterstrichposten.
Durch das BaSAG wurden die EU-Richtlinien 2014/59/EU über die Festlegung eines
Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfir-
men in Österreich umgesetzt. Demnach sind für den Aufbau eines Ex-ante-Fonds
iSd § 123 BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet
sich gemäß § 126 BaSAG nach dem Verhältnis der Höhe der Verbindlichkeiten ab-
züglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten
abzüglich gesicherter Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese
68
Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Das festge-
legte Zinsniveau von mindestens 1% der gedeckten Einlagen ist erreicht, somit
wurde kein Beitrag mehr geleistet. Details dazu siehe Anhang zum Jahresabschluss
unter Punkt 1.3.2.13 Unterstrichposten.
Institutionelles Sicherungssystem
Ein institutsbezogenes Sicherungssystem (Institutional Protection Scheme IPS)
im Sinne des Art. 113 Abs 7 CRR ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haf-
tungsvereinbarung, welche die teilnehmenden Institute absichert und insbesondere
bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellt, um einen Konkurs zu vermeiden.
Darüber hinaus ermöglicht ein IPS den teilnehmenden Instituten, Risikopositionen
mit Ausnahme von Risikopositionen, die Posten des harten Kernkapitals, zusätz-
lichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitals gemäß der CRR bilden gegenüber
Gegenparteien, mit denen sie ein IPS abgeschlossen haben, mit einem Risikoge-
wicht von 0 Prozent zu bewerten. Das Risikogewicht ist r die Berechnung der
Eigenmittelerfordernisse nach der CRR relevant.
Die FMA hat auf Antrag mittels Bescheids im Mai 2021 der Bildung eines instituts-
bezogenen Sicherungssystems (IPS) gemäß Art. 49 Abs 3 CRR für die Österreichi-
sche Raiffeisenorganisation (R-IPS) die Zustimmung erteilt. Mitglieder sind Raiffei-
senbanken der Primärstufe, alle Landesbanken sowie die Raiffeisenbank Internati-
onal AG.
Zur Erfüllung der Anforderungen des IPS wurden die bestehenden Risikomanage-
mentsysteme und das Berichtswesen weiter verbessert. Basis dafür sind einheitli-
che Risikoleitfäden, die im Rahmen des Früherkennungssystems der ÖRS zur An-
wendung kommen. Für die Landesgruppe Vorarlberg übernimmt der Landes-Risi-
korat bzw. dessen vorgelagerter Arbeitsausschuss R-IPS Agenden laut IPS-Vertrag.
2.3. Forschung und Entwicklung
In der RLB VLBG werden aufgrund des Unternehmensgegenstandes keine relevan-
ten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Sinne des § 243 Abs 3 Z 2 UGB
durchgeführt.
2.4. Berichterstattung über wesentliche Merkmale
des internen Kontroll- und Risiko-
managementsystems im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg hat ein wirksames und ange-
messenes internes Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess einge-
richtet, während der Aufsichtsrat die Überwachung der Wirksamkeit des IKS vor-
nimmt.
Das interne Kontrollsystem zum Rechnungslegungsprozess ist dazu konzipiert, an-
gemessene Sicherheit bei der Erstellung und Darstellung von veröffentlichten Jah-
resabschlüssen und Finanzinformationen in Übereinstimmung mit den gesetzlichen
Bestimmungen zu gewährleisten.
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Kontrollumfeld
Das IKS ist durch die definierten Kontrollen integrierter Bestandteil von Prozessen.
Auf Basis der Risikomatrix werden die Prozesse beurteilt und dementsprechend
adäquate Kontrollen definiert. Die Konzeption des IKS für den Rechnungslegungs-
prozess stützte sich dabei insbesondere auf die Expertise der Fachleute aus dem
Geschäftsbereich Rechnungs-/Meldewesen/Controlling sowie der Stabsstelle Ge-
nossenschaftliche Steuerberatung in Abstimmung mit der Abteilung IKS/opRisk +
IT Accesmanagement der RLB. Die Aktualisierung der Prozesse und deren Risiken
beziehungsweise Kontrollen unterliegen einem zyklischen Review.
Risikobeurteilung
Wesentliche Risiken, insbesondere Risiken betreffend die Rechnungslegung, werden
analysiert und nach Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Auswirkung nach Durchfüh-
rung von Kontrollen in der Risiko-/Kontrollmatrix bewertet. Dabei sind die wesent-
lichen Prozesse der RLBV und deren besondere Risiken für den Rechnungslegungs-
prozess berücksichtigt.
Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses bergen insbesondere Schätzungen bei
der Bestimmung der Zeitwerte von Finanzinstrumenten, bei der Bilanzierung von
Risikovorsorgen für Kredite und von Rückstellungen, komplexe Bilanzbewertungs-
grundsätze sowie das aktuell schwierige Geschäftsumfeld das Risiko wesentlicher
Fehler bei der Berichterstattung.
Kontrollmaßnahmen
Die Identifikation von Risiken erfolgt mittels der Risikomatrix je Abteilung. Die Ab-
teilung IKS/OpRisk + IT Access Management unterstützt die hrungskräfte und
Fachexperten bei der Darstellung. Kontrollschritte werden bei der Prozessdarstel-
lung berücksichtigt und dokumentiert.
Insbesondere wird festgehalten, in welchen Prozessen die Kontrollaktivitäten durch-
geführt werden, wie diese aussehen und von wem sie, wie oft vorgenommen wer-
den.
Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess angewen-
det, um potenzielle Fehler in der Finanzberichterstattung zu verhindern beziehungs-
weise zu entdecken und zu korrigieren. Die Kontrollmaßnahmen umfassen auch die
Durchsicht der verschiedenen Periodenergebnisse durch das Management. Die Pro-
zessabläufe und die Verantwortlichkeiten sind dokumentiert und für alle Prozessbe-
teiligten nachvollziehbar.
Kontrollmaßnahmen in Bezug auf die IT-Sicherheit stellen einen Eckpfeiler des IKS
dar. So wird die Trennung von sensiblen Tätigkeiten durch die Vergabe von IT-
Berechtigungen unterstützt.
Die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung werden im Wesentlichen auf Ba-
sis des Kernbanksystems SMART Desktop und des Programms SAP im Hauptbuch
und in zusätzlichen Nebenbüchern erstellt.
Information und Kommunikation
Im Geschäftsbereich Rechnungs-/Meldewesen/Controlling erfolgt die Erstellung des
Jahresabschlusses nach UGB und BWG. Zusätzlich wird ein Lagebericht erstellt, in
dem Erläuterungen zum Jahresergebnis gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfol-
gen. Der Vorstand, der den Jahresabschluss aufstellt, legt den geprüften Jahresab-
schluss dem Prüfungsausschuss vor. Die Öffentlichkeit wird durch den Halbjahres-
finanzbericht und den Jahresfinanzbericht über unsere Website informiert.
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Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kontrollfunktion im Hinblick auf eine
ordnungsgemäße Rechnungslegung und Berichterstattung gibt es monatliche Be-
richte an den Vorstand über die Soll-Ist-Entwicklung der wichtigsten bilanz- und
risikorelevanten Zahlen, umfassende vierteljährliche Berichte an den Vorstand über
die Gesamtsituation des Unternehmens und vierteljährliche Berichte an den Auf-
sichtsrat. Zusätzlich werden der Vorstand und Aufsichtsrat vierteljährlich über die
eingetretenen Schadensfälle sowie kumulierten Risikoprofile der einzelnen Abtei-
lungen informiert.
Die Mitarbeiter des Rechnungswesens werden laufend im Hinblick auf Neuerungen
im Bereich der Rechnungslegung nach UGB beziehungsweise BWG informiert und
sowohl intern als auch extern geschult, um Risiken einer unbeabsichtigten Fehlbe-
richterstattung frühzeitig erkennen beziehungsweise vermeiden zu können.
Überwachung
Im Rahmen des internen Kontrollsystems ist sowohl die Verantwortung für den ord-
nungsgeßen Ablauf als auch für die Einrichtung, Durchführung und Dokumenta-
tion von Kontrollen zu den Prozessrisiken geregelt. Die Innenrevision prüft die Ein-
haltung des IKS. Die Überprüfung der Wirksamkeit des IKS für den Rechnungsle-
gungsprozess ist auch Gegenstand der Jahresabschlussprüfung durch den Österrei-
chischen Raiffeisenverband.
Jahresfinanzbericht
71
Bregenz, am 13. April 2026
VORSTAND
Mag. Michael Alge e.h.
Manfred Miglar e.h.
Mag. Thomas Nussbaumer e.h.
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Risikovorstand
Marktvorstand
Finanzvorstand
Jahresfinanzbericht
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Jahresfinanzbericht
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3. BESTÄTIGUNGSVERMERK
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg mit Revisionsverband eGen,
Bregenz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2025, der Gewinn- und Verlustrech-
nung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzli-
chen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und
Finanzlage zum 31. Dezember 2025 sowie der Ertragslage der Genossenschaft für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den öster-
reichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen
Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr.
537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die An-
wendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsver-
merks weitergehend beschrieben. Ich bin von der Genossenschaft unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen, sonderge-
setzlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruf-
lichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der
Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prü-
fungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Jahresfinanzbericht
74
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach mei-
nem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Jahres-
abschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammen-
hang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prü-
fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden zwei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfol-
gend beschrieben werden:
Bewertung der Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg mit Revisionsverband e-
Gen (RLB Vorarlberg) zum 31. Dezember 2025 werden die Forderungen an Kunden
unter Berücksichtigung von Risikovorsorgen und einer Wertberichtigung gemäß §
57 Abs. 1 BWG mit einem Betrag von 1.793.257 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen
im Anhang im Kapitel „1.3.1.3. Forderungen“.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob eine Ausfallgefährdung
vorliegt und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die
Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten ckflüsse in voller he und
ohne Verwertung von Sicherheiten leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, wesentliche Kunden basiert
auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der
Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der
Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeit-
punkts der daraus abgeleiteten Rückfsse beeinflusst.
Die Bank hat die Auswirkungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen auf
die zukünftige Lage bzw. auf das Geschäftsmodell der Kreditnehmer im Rahmen
der Ratingeinstufung und der Schätzung der Zahlungsmittelrückflüsse beurteilt.
Für alle nicht ausgefallenen Kredite wird von der Bank eine ratingabhängige Pau-
schalwertberichtigung auf Basis eines statistischen Bewertungsmodells gebildet.
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen sta-
tistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahr-
scheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der
Sicherheiten.
Die aus Gründen der Vorsicht in Anbetracht der besonderen bankgeschäftlichen Ri-
siken in Vorjahren gebildete Wertberichtung gemäß § 57 Abs. 1 BWG wurde im
Geschäftsjahr erhöht.
Jahresfinanzbericht
75
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohen-
den Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisikovorsorgen in unterschiedli-
chem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde lie-
gen, aus denen sich Ermessensspielume und Schätzunsicherheiten hinsichtlich
des makroökonomischen Umfelds, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditri-
sikovorsorge ergeben.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwa-
chung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beur-
teilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und
die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe dar-
über hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die
Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rah-
men von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für wesentliche Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht,
ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen, ob in angemessener Höhe Kreditrisiko-
vorsorgen gebildet wurden und inwieweit Anpassungen der Ratingeinstufungen ge-
eignet sind, die Auswirkungen des makroökonomischen Umfelds angemessen zu
berücksichtigen. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter beson-
derer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko sowie von Un-
ternehmen in Branchen, die verstärkt von den Änderungen des makroökonomi-
schen Umfelds insbesondere in der Immobilienbranche betroffen sind. Bei Feststel-
lung von Indikatoren für Kreditausfälle wurden die von der Bank getroffenen An-
nahmen in Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hin-
sichtlich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft,
ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Bei der Prüfung der Pauschalwertberichtigungen habe ich das Modell und die darin
verwendeten Parameter - unter Berücksichtigung der Ergebnisse des von der Bank
durchgeführten Backtestings dahingehend beurteilt, ob die Annahmen in Bezug auf
das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die Vorsorgen in
angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe
von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung und korrekte Verbuchung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen
im Anhang angemessen sind.
Jahresfinanzbericht
76
Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten her-
angezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Jahresabschluss der RLB Vorarl-
berg auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermit-
telt. Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung
von Sicherungsbeziehungen eingesetzt.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung und Zuordnung von
Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten und der Bildung von Sicherungs-
beziehungen im Anhang in den Kapiteln „1.3.1.2. Wertpapiere“, „1.3.1.10. Finan-
zinstrumente nach § 238 Abs. 1 Z 1 UGB iVm § 64 Abs. 1 Z 3 BWG“, „1.3.2.2.
Wertpapiere“, „1.3.2.12 Ergänzende Angaben“ und „1.3.1.13. Änderung der Bilan-
zierungs- und Bewertungsmethoden“.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen
Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtba-
ren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Ver-
wendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen
und Parametern ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen
an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie der Effektivität derselben zu
erfüllen.
Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung
von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin ent-
haltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und
dass an die Darstellung der Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anfor-
derungen geknüpft sind.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der
eingerichteten Prozesse für die Bewertung und Zuordnung der Wertpapiere und der
derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stich-
probenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Er-
mittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und kon-
sistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete
Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nach-
vollzogen. Die korrekte Bewertung und Verbuchung der Wertpapiere im Anlagever-
mögen im Zusammenhang mit der Änderungen der Bewertungsmethode wurde ge-
prüft.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beur-
teilt, ob die Dokumentation und Effektivität der Sicherungsbeziehung vorhanden ist
und den internen Richtlinien der Bank entspricht. Die von der Bank durchgeführten
Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewür-
digt.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Anhang betreffend die
Jahresfinanzbericht
77
Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen angemessen
und vollständig sind.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsaus-
schusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresab-
schlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen un-
ternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für
Banken ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für
die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür ver-
antwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstä-
tigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Un-
ternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungs-
legungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei
denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Genossenschaft zu
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realisti-
sche Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungsle-
gungsprozesses der Genossenschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresab-
schlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresab-
schluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von do-
losen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der mein Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-
VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung,
die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine we-
sentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Dar-
stellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden
als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftiger-
weise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresab-
schlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwen-
dung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflicht-
gemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Jahresfinanzbericht
78
Darüber hinaus gilt:
Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf-
grund von dolosen Handlungen oder Irrmern im Abschluss, plane Prüfungshand-
lungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnach-
weise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil
zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche fal-
sche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resul-
tierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beab-
sichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftset-
zen interner Kontrollen beinhalten können.
Ich gewinne ein Verständnis von den für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umstän-
den angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
der internen Kontrollen der Genossenschaft abzugeben.
Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewand-
ten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zu-
sammenhängende Angaben.
Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rech-
nungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die ge-
setzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegeben-
heiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fort-
führung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolge-
rung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in mei-
nem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss auf-
merksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungs-
urteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der
bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zu-
künftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Genossen-
schaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresab-
schlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein mög-
lichst getreues Bild erreicht wird.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten
Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über be-
deutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in
den internen Kontrollen, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten
beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und
tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Un-
abhängigkeit und - sofern einschlägig - auf vorgenommene Handlungen zur Besei-
tigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss
Jahresfinanzbericht
79
ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung
des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichti-
gen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Be-
stätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen
die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äerst seltenen
Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt wer-
den sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer
solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vor-
schriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob
er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrif-
ten und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prü-
fung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach meiner Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anfor-
derungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a Abs. 2 UGB
und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse
und des gewonnenen Verständnisses über die Genossenschaft und ihr Umfeld wur-
den wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde am 1. Juli 2025 vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die
Genossenschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Jahresabschluss-
prüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zum Bankprüfer und Revisor für
das Geschäftsjahr 2025 bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Jah-
resabschlusses 2025 Bankprüfer der Genossenschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit
dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in
Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der
EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung
meine Unabhängigkeit von der geprüften Genossenschaft gewahrt habe.
Jahresfinanzbericht
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Auftragsverantwortlicher Revisor
Der r die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Revisor ist Herr Maximilian
Elsinger, MA.
Wien
13. April 2026
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer und Revisor:
Maximilan Elsinger, MA e.h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestäti-
gungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestä-
tigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollstän-
digen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vor-
schriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Jahresfinanzbericht
81
4. ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der
Raiffeisen Landesbank Vorarlberg ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der
Lagebericht den Geschäftsverlauf,
das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
entsteht und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
VORSTAND
Mag. Michael Alge e.h.
Manfred Miglar e.h.
Mag. Thomas Nussbaumer e.h.
Vorstandsvorsitzender
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Vorstandsvorsitzender-Stv.
Risikovorstand
Bregenz, am 13. April 2026
Marktvorstand
Finanzvorstand
Jahresfinanzbericht
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