Moderne Arbeitswelten verändern den Bankberuf

3 Fragen an Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ

Welche Spuren wird die Pandemie im Arbeitsalltag in der Bank hinterlassen?

Heinrich Schaller: Am Beginn der Pandemie haben wir unsere Arbeitsweise sehr rasch umgestellt. Innerhalb kürzester Zeit waren etwa nur noch 13 Prozent unserer Belegschaft vor Ort anwesend, der Großteil wechselte ins Home-Office. Die Krise hat uns bewusst gemacht, wie effizient wir auch dezentral arbeiten können und dass nicht jedes Meeting mit persönlicher Präsenz abgehalten werden muss. Die modernen „Ways of Working“ mit Videokonferenzen und Home-Office-Anteil werden uns daher auch in Zukunft begleiten.

 

Was zeichnet heute das klassische Berufsbild des „Bankers“ aus?

Heinrich Schaller: Die Digitalisierung hat natürlich auch das Bankgeschäft stark verändert, was sich dementsprechend auf den Arbeitsalltag und die Berufsbilder auswirkt. Wir beschäftigen uns mit der ständigen Weiterentwicklung im IT-Bereich und sind gefordert, Innovationen voranzutreiben. Gleichzeitig ist uns bei Raiffeisen aber die persönliche Nähe zu unseren Kunden enorm wichtig. Um den Spagat zwischen digitaler Innovation und persönlicher Kundenbetreuung zu schaffen, brauchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich als Zukunftsträger und Mitgestalter verstehen – also Menschen, die etwas bewegen und verändern wollen. Nur so können wir als Bank für unsere Kunden attraktiv und zukunftsfähig bleiben.

 

Wie schafft man eine Karriere im Bankenbereich? Was können Sie hier ambitionierten Menschen mit auf den Weg geben?

Heinrich Schaller: Meiner Meinung nach gibt es kein klassisches „Erfolgsrezept“, egal in welcher Branche. Wichtige Grundvoraussetzung ist jedenfalls immer, eine solide, gute Ausbildung als Basis zu haben. Junge Leute sollten sich auch so bald wie möglich ein gutes Netzwerk aufbauen, in dem sie sich austauschen und auf das sie zurückgreifen können.