China
China

Wirtschaftsmacht in Zahlen

China

Von der Werkbank zur Weltmacht.

Das Land des Lächelns hat den Sprung von der Werkbank der Welt für billige Massenwaren hin zum Produzenten von teils hochwertigen Konsum- und Technologieprodukten geschafft. China ist heute bereits weltweit größter Automobilproduzent und führender Hersteller von Solartechnologien. Aktuell noch auf Platz zwei der größten Volkswirtschaften,  hat das Beratungshaus PwC in einer weltweiten Studie bereits die größten Wirtschaftsmächte für das Jahr 2050 prognostiziert und hier sieht man China vor Indien und den USA auf Platz 1.

(Hier können Sie die gesamte Studie „The World in 2050“ downloaden.)

Die chinesische Regierung bekräftigt auch im aktuellen 14. Fünfjahresplan, der Ziele und Richtlinien für die Entwicklung Chinas bis zum Jahr 2025 beinhaltet, ihre Entschlossenheit, den bereits begonnenen Reformkurs fortzusetzen.

Im Zentrum der Bemühungen stehen dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, den Umweltschutz und die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und  das Niveau an Innovation voranzutreiben - vor allem in den Bereichen Informations- und Weltraumtechnologie. Die verstärkte Innovationsorientierung lässt sich beispielsweise deutlich am Investitionsengagement im Bereich der künstlichen Intelligenz erkennen.

Im Vergleich: Die EU will bis 2020 1,5 Mrd. Euro in AI investieren und die Deutsche Regierung plant bis zum Jahr 2025 zusätzlich drei Mrd. Euro-Investitionen für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. In einer Studie der ETH Zürich lässt sich die zunehmende Verschiebung des Kräfteverhältnisses in der Entwicklung neuer Technologien Richtung Osten deutlich erkennen. Hier finden Sie die vollständige Studie.

* vorläufige Angabe, Schätzung bzw. Prognose, Quelle: GTAI, November 2019
Fläche (Mio. qkm) 9,6
Einwohner (in Milliarden) 1,43 (2019)
Bevölkerungsdichte (Einwohner/qkm) 153 (2019)
Bevölkerungswachstum (%) 0,4 (2019)
Fertilitätsrate (Geburten pro Frau) 1,7 (2019)
Altersstruktur 0-14 Jahre: 17,7 % (2020)
15-24 Jahre: 11,8 % (2020)
25-54 Jahre: 58,5 % (2020)
65 Jahre und darüber: 12,0 %* (2020)
Analphabetenquote (%) 3,2 (2018)
Hochschulabsolventen (in Millionen) 12,9 (2018)
Geschäftssprachen Chinesisch, Englisch
Rohstoffe Agrarisch: Garnelen, Fisch, Äpfel, Tee, Tabak, Kartoffeln, Reis. Mineralisch: Seltene Erden, Aluminium, Molybdän, Mangan, Antimon, Wolfram, Erdgas, Erdöl, Kohle
Gasproduktion (Mrd. cbm) 6,1 (2018)
Gasreserven (Bill.cbm) 6,1 (2018)
Erdölproduktion (Tsd. bpd) 3,798 (2018)
Erdölreserven (Mrd. Barrerl) 25,9 (2018)
BIP in Mrd. RMB (norm.) 102.813* (2020)
Inflationsrate (%) 2,4* (2020)
Arbeitslosenquote (%) 3,8* (2020)
Durchschnittslohn (RMB, Monatslohn städt. Angestellter) 6.872 (umgerechnet 1.038 US$)
Staatsverschuldung (% des BIP, brutto) 60,9* (2020)
Außenhandesquote (Mrd. USD/Ex -+ Importe/BIP in %) 34,6 (2018)
Exportquote (Exporte/BIP in %) 18,6 (2018)
Wirtschaftsleistung des Landes, Weltwertung 2

Downloaden Sie die vollständigen Wirtschaftsdaten in kompakter Form hier.

"Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" - Thomas Oberngruber im Interview

Thomas Oberngruber

Zur Person

Mag. Thomas Oberngruber ist Leiter des Export Center OÖ und motiviert heimische Unternehmen zum Export. Das Export Center OÖ versteht sich als zentrale Export- und Internationalisierungsdrehscheibe des  Landes, koordiniert dabei sämtliche Internationalisierungsaktivitäten und ist erster Ansprechpartner für oberösterreichische
Exportunternehmen.

business: Warum gewinnt China als Absatzmarkt für Waren und Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung?

Thomas Oberngruber: China gewinnt in jeder Hinsicht an Bedeutung, beispielsweise als Sourcingmarkt, Technologiemarkt, Finanzmarkt oder eben auch als Absatzmarkt. Die Wirtschaft in China wächst, in absoluten Zahlen gemessen jedes Jahr aufs Neue noch etwas mehr, die Kaufkraft steigt und Qualität wird zunehmend nachgefragt. Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite kann der Markt zB auch mit online-Plattformen im Bereich Lebensmittel digital erschlossen werden. Es ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten und Chancen.

business: Kann die anhaltende Nachfrage, die sich momentan auf steigende Einkommen, die kontinuierliche Verbesserung der landesweiten Infrastruktur sowie die Modernisierung der Industrie stützt, langfristig aufrechterhalten werden?

Thomas Oberngruber: In einer sehr volatilen Welt sind viele Szenarien möglich. Wir müssen aber davon ausgehen, dass China den eingeschlagenen Weg weitergehen wird und den Masterplan „made in China 2025“ Großteils umsetzen kann. China wird aber auch in Zukunft in Teilbereichen Rückschläge verzeichnen; nicht alles was Gold oder Groß ist, glänzt in jedem Fall. Man muss die einzelnen Projekte und Initiativen im Detail prüfen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

business: In welchen Branchen liegen für europäische Unternehmen ausreichend Potenziale, um gewinnbringend zu diesen neuen Ufern aufbrechen?

Thomas Oberngruber: China bietet praktisch in allen Branchen ausreichend Chancen. Wir werden uns deshalb in Zukunft verstärkt nach „Themen“ ausrichten, um den Markt China noch besser zu bedienen. Mit „Themen“ meinen wir zB Robotik & Automatisierung, Digitalisierung & eCommerce, Ländlicher Raum & Land-/Forsttechnik, Demographischer Wandel & Life Science + Medizintechnik. Da ergeben sich spannende Kombinationen.

business: Was sind die ersten Schritte, die ich als Exportunternehmen in diesem großen und unbekannten Markt gehen soll?

Thomas Oberngruber: Ich kann jedem heimischen Wirtschaftstreibenden die AußenwirtschaftsCenter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ans Herz legen. Vor allem in kulturell schwierigen Märkten sind diese ein unverzichtbares ASSET für jedes heimische Unternehmen. Die chinesischen Geschäftspartner sollte man sich jedenfalls ganz zu Beginn genau ansehen, ebenso ist es wichtig den Markt und die Leute verstehen zu lernen.

business: Wie unterstützt das Exportcenter konkret?

Thomas Oberngruber: Aufgrund der hohen Bedeutung Chinas für die oberösterreichische Exportwirtschaft starten wir im ersten Halbjahr 2019 erstmals mit einer eigenen CHINA Academy durch. Es gibt insgesamt 6 Module zu den wichtigsten Themenstellungen, sowohl für China-Neulinge, aber auch für erfahrene China-Exporteure. Besonderer Dank gilt natürlich den vielen Fachexperten, die ihr Wissen den oö. Unternehmen zur Verfügung stellen werden.

5 Empfehlungen für den erfolgreichen China-Export

Sheila Talebi ist Expertin im Auslandsgeschäft und begleitet Corporates Kunden der RLB OÖ AG im Bereich Exportfinanzierungen.

1: Sicherheiten vereinbaren

Zahlungs- und Lieferbedingungen, bank- und versicherungstechnische Absicherung (Forderungsausfall), Gerichtbarkeit vertraglich festlegen

2: Persönlicher Kontakt und Repräsentanz vor Ort

Händler mit guten Referenzen beauftragen / bei Niederlassungsgründung Behördenweg korrekt einhalten

3: Einfuhrbestimmungen beachten

Beschränkungen und Verbote, Einfuhrlizenzen, Zölle, erforderliche Begleitpapiere für Einfuhr, Richtlinien für Fremdwährungstransaktionen, Wettbewerbsrecht beachten, Produktzertifizierungspflichten,

4: Vollmachtregelung des chinesischen Partners prüfen und geistiges Eigentum schützen

5: Kontakt mit Außenhandelsstelle

erste Anlaufstelle für Einholung von Informationen – Erfahrungswerte, Richtlinien und allgemeine Themen

CHINESISCH-ÖSTERREICHISCHE HANDELSPARTNERSCHAFT.

China ist Österreichs zweitwichtigster Absatzmarkt in Übersee. Somit ist China seit vielen Jahren ein strategisch wichtiger Markt für österreichische Unternehmen.

Trotz insgesamt durchwachsener Ergebnisse im bilateralen Außenhandel stieg das Handelsvolumen zwischen Österreich und China 2019 weiter und durchbrach die 14 Mrd. Euro Grenze. Weltweit überholte damit China als Handelspartner Österreichs die Schweiz in der Rangliste und nimmt den 4. Rang ein, hinter Deutschland, Italien und den USA. Das Defizit in der Handelsbilanz mit China belief sich 2018 auf 5,36 Mrd. Euro. Insgesamt verfügen ca. 650 österreichische Unternehmen über ca. 900 Niederlassungen in China und nutzen den Standort China zur strategischen Marktbearbeitung. Hinzu kommen tausende heimische Exporteure, die ihre Produkte erfolgreich nach China verkaufen.

Die bedeutendsten Warengruppen im Export nach China sind beispielsweise Maschinen und Maschinenteile, Kraftfahrzeuge, elektrische Geräte, photographische und kinomatographische Waren, Pharmaprodukte und Kunststofferzeugnisse.