KTM
Innovation mit Gangschaltung

KTM

Saftige Wiesen, hügelige Weite, eine kleine oberösterreichische Gemeinde – ein fruchtbarer Wirtschaftsboden für Unternehmen. Hier im Innviertel, im Örtchen Mattighofen produzierten Hans Trunkenpolz und Ernst Kronreif in den 50er-Jahren mit ihrer Firma KTM (Kronreif Trunkenpolz Mattighofen) Motorräder. 1964 entwickelten sie ihren ersten Drahtesel, einen City-Cruiser nach US-Vorbild. Jahrzente später gehört der Betrieb zu den Marktführern unter den Fahrradherstellern. Und das, obwohl die europäische Fahrradbranche mit der Konkurrenz starker US-Konzerne und Importen aus Asien zu kämpfen hat. Eine Erfolgsgeschichte – aber mit Unterbrechung: 1996 stand der Betrieb knapp vor dem Konkurs. Er wurde von der Motorrad-Sparte abgetrennt, von Carol Urkauf-Chen erworben und saniert. Noch heute ist sie Eigentümerin und hält das Unternehmen mit Investitionen in Forschung und Entwicklung fit für die Zukunft. Finanziert werden diese Ausgaben für den Erfolg von morgen mit starken Bankpartnern wie der Raiffeisenlandesbank OÖ. Sie glaubten auch während der Wirtschaftskrise an das Unternehmen und stellten die Finanzierung von Produktneuheiten mittels Logistik-Optimierung sicher: „KTM hat in den letzten Jahren trotz der Krise sehr gute Ergebnisse erzielt“, meint Marketingleiter Stefan Limbrunner. „Das liegt an den Innovationen.“
 

E-BIKE-BOOM

Vor allem in Sachen Elektroräder liegt das Unternehmen vorne. Dem sogenannten „E-Shopper“ wurde auf der Fahrrad-Messe Eurobike der Gold-Design-Award verliehen. In die Weiterentwicklung und Produktion von Elektromobilität fließen auch die meisten Gelder des Unternehmens. „Die elektrisch angetriebenen
Räder liegen immer noch im Trend und haben schon über zehn Prozent Anteil“, so Limbrunner. Zudem konzentriert man sich auf die Heimat. Obwohl der Fahrradhersteller auf 50 verschiedenen Märkten mit einem Produktionsbetrieb in Tschechien und einem Vertriebs- und Logistikstandort in Asien vertreten ist, legt KTM Wert auf das Headquarter in Mattighofen. „KTM investiert viel in
den Standort: in Produktionsanlagen, Fertigungsprozesse, Qualitätssicherungs-Einrichtungen“, meint Limbrunner. Hier befinden sich Forschung und Entwicklung, Marketing und Logistik. „KTM ist einer der wenigen Hersteller, die noch in Europa produzieren. Unsere Produktivität muss sich im Weltmarkt konkurrenzfähig zeigen.“ Deswegen wirbt das Unternehmen gerne mit seiner Herkunft: Made in Austria. Und einem Sondermodell zum Jubiläum: ein Mountainbike in Schwarz-Orange, das mit Schriftzug „1964“ an das erste Fahrrad von KTM erinnert.

Carol Urkauf-Chen

2016 feierte KTM Fahrrad ein besonderes ­Jubiläum: ­Seit 20 Jahren wird es von Carol Urkauf-Chen geleitet. Sie hat das Unter­nehmen 1996 übernommen und saniert. ­Besonders stolz ist sie darauf, dass alle ­Fahrräder „Made in Austria“ sind.

Carol Urkauf-Chen