Ein gutes Fünftel
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen FNG feiert heuer sein 20-Jahr-Jubiläum. Der Fachverband für den deutschsprachigen Raum repräsentiert über 200 Unternehmen und Institutionen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft einsetzen, verleiht Qualitätssiegel und informiert über aktuelle Marktentwicklungen. Die jährlichen Marktberichte für die einzelnen Länder werden mit Spannung erwartet.
Die aktuellen Daten für Österreich zeigen klar, dass nachhaltige Geldanlagen weiterhin gefragt sind. Mit einem Plus von 30 Prozent im Vergleich zu 2019 liegt das Gesamtvolumen nachhaltiger Investments nun bei knapp über 38,0 Milliarden Euro. "Das exponentielle Wachstum, das nach der Finanzkrise begonnen hat, dauert an", freut sich Wolfgang Pinner, Leiter des FNG Österreich und Leiter Nachhaltige Investments bei Raiffeisen Capital Management. Berücksichtigt man zudem die Kapitalanlagen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich zum 31. Dezember 2020 eine Gesamtsumme von rund 114,2 Milliarden Euro für verantwortliche Investments in Österreich.
Wie 2019 haben vor allem Privatanlegerinnen und -anleger ihr Engagement deutlich gesteigert. Insgesamt 12,0 Mrd. Euro investierten sie in nachhaltige Fonds und Mandate, das sind um 5,3 Mrd. Euro mehr als zum Jahresende 2019. Dieses Wachstum um 78 Prozent führt dazu, dass Private nun rund ein Drittel der in Österreich in nachhaltige Fonds und Mandate investierten Gelder halten. Auch aus den Reihen der Institutionellen ist 2020 weiteres Kapital in nachhaltige Fonds und Mandate geflossen. Mit insgesamt 23,3 Milliarden Euro lagen ihre entsprechenden Kapitalanlagen um gut 14 Prozent über dem Vorjahresstand.
In den vergangenen 15 Jahren wurde der Markt maßgeblich von Institutionellen dominiert, das hat sich also nun verändert. "2020 entwickelten sich die Privaten zu wichtigen Treibern des Wachstums. Das Thema ist noch besser bei ihnen angekommen", unterstreicht Pinner. Zum allgemeinen stärkeren Bewusstsein für gutes Geld tragen auch die Beraterinnen und Berater bei, so Pinner: "Immer mehr setzen sich im Gespräch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander, obwohl gemäß der Market in Financial Instruments Directive MiFID II diese Verpflichtung erst auf uns zukommt."
Vor Deutschland
Der Anteil der nachhaltigen Fonds und Mandate ist im Vorjahr auf 19,8 Prozent angewachsen, also gut ein Fünftel des gesamten Fondsvolumens in Österreich ist mittlerweile "mit einer profunden Nachhaltigkeit ausgestattet". Für Pinner beeindruckende Zahlen, denn vor zwei, drei Jahren ist der Anteil noch im einstelligen Bereich gelegen und die Entwicklung gehe auch "sehr dynamisch weiter".
Der Markt in Deutschland ist noch nicht so weit wie der in Österreich, das zeigt der Ländervergleich. Der Marktanteil in Deutschland liegt bei 6,4 Prozent, aber auch dort gibt es ein starkes Wachstum. Unangefochtener Spitzenreiter in der DACH-Region Deutschland, Österreich und Schweiz bleibt die Schweiz, wo mehr als die Hälfte, konkret 52 Prozent, der Fondsgelder nachhaltig veranlagt sind. "Die Daten werden von der Systematik her nicht gleich erhoben, aber jedenfalls ist die Schweiz sehr gut unterwegs", so Pinner.
Zur Qualitätssicherung setzen die heimischen Fondsgesellschaften vorrangig auf das Umweltzeichen oder das FNG-Siegel. 65 Prozent aller nachhaltigen Fonds tragen ein qualitatives Nachhaltigkeitssiegel. Die nachhaltigen Anlagestrategien haben sich im Vorjahr nicht groß verändert: Ausschlusskriterien und normbasierte Screenings werden von 98 Prozent der Fonds verwendet. Kohle, Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Arbeitsrechtsverletzungen und Tabak stehen auf der No-Go-Liste weiterhin ganz oben. Auch die Qualitätsanalyse unter dem Motto "Best-in-Class" werden bei drei von vier Fonds verfolgt. Rund die Hälfte tritt auch mit den Unternehmen in Dialog – Stichwort Engagement.
Weiteres Plus erwartet
Für das laufende Jahr erwarten die im Rahmen des Marktberichts befragten Expertinnen und Experten ein weiteres Wachstum des nachhaltigen Kapitalmarktes. 90 Prozent gehen für 2021 von einem Wachstum von über 15 Prozent aus. 37 Prozent rechnen sogar von einem Plus von mehr als 30 Prozent.
Die Schlüsselfaktoren für die weitere Entwicklung sind nach Einschätzung der Befragten Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen, die Nachfrage Institutioneller, verstärkte Marketingaktivitäten und die steigende Reputation dieser Anlageform. Auch das weiter steigende Interesse Privater werde zum Wachstum des Marktes beitragen.
Im Rahmen des Aktionsplans Finanzierung nachhaltigen Wachstums der Europäischen Union sind bereits verschiedene Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Marktes umgesetzt worden, unter anderem die Einführung der ersten Vorgaben der Offenlegungsverordnung im heurigen März. Weitere Impulse erwartet das FNG insbesondere von der Einführung der ESG-Präferenzabfrage – Environmental, Social and Governance – im Oktober 2022. "Unsere Befragung hat aber auch gezeigt, dass aufgrund der hohen Geschwindigkeit der neuen Regulierungen nicht allen sofort alles klar ist. Nach der Offenlegungsverordnung war die Einordnung der Nachhaltigkeitsproduktpalette für die Marktteilnehmenden nicht so einfach und natürlich bringt sie auch viele Herausforderungen etwa im Reporting und im Fondsmanagement", erklärt Pinner. Aber alles kein echtes Hindernis auf dem steilen Weg nach oben.
Kurs-, Bonitäts- und Währungsrisiken
Die Entwicklung von Fonds ist von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängig. Auch negative Kurs- und Wertentwicklungen können dabei nicht ausgeschlossen werden. Wenn Fonds keine Kapitalgarantie aufweisen, sind Kurs- und Kapitalverluste möglich. Bei kapitalgarantierten Fonds ist zusätzlich auf das Bonitäts- beziehungsweise Insolvenzrisiko der Garantiegeberin beziehungsweise Emittentin Bedacht zu nehmen. Bei Fonds mit Veranlagung in Vermögenswerte in Fremdwährung bestehen zusätzlich Währungsrisiken.
Fonds können eine erhöhte Volatilität aufweisen, das heißt die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können.
Lassen Sie sich beraten
Ihre Beraterin und Ihr Berater präsentieren Ihnen gerne die nachhaltigen Angebote von Raiffeisen Capital Management. Vereinbaren Sie am besten gleich einen Termin!
Wichtige Hinweise
Das ist eine Marketingmitteilung gemäß Wertpapieraufsichtsgesetz, die zu unverbindlichen Informationszwecken erstellt wurde. Sie ist keine Finanzanalyse und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot oder eine Empfehlung beziehungsweise eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen dar. Diese Information ersetzt nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung durch die Beraterin oder den Berater im Rahmen eines Beratungsgesprächs. Die in dieser Information enthaltenen Angaben sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse von Anlegerinnen und Anlegern, wie etwa hinsichtlich Ertrags, finanzieller oder steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Wertpapiergeschäfte bergen zum Teil hohe Risiken in sich, bis hin zum Verlust oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Beim Erwerb von Wertpapieren fallen Kosten, wie zum Beispiel ein Serviceentgelt an, die bei Verkauf nicht rückerstattet werden. Die in dieser Information enthaltenen Angaben basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung betrauten Personen zum Zeitpunkt der Ausarbeitung und können daher künftigen Änderungen und Ergänzungen durch die Bank unterliegen. Die Haftung der Bank für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen beziehungsweise Informationsquellen oder für das Eintreten darin erstellter Prognosen, ist ausgeschlossen. Die Vervielfältigung von Informationen oder Daten, insbesondere die Verwendung von Texten, Textteilen oder Bildmaterial aus dieser Information bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Bank.
Prospekthinweis Raiffeisen Capital Management: Die veröffentlichten Prospekte, die Informationen für Anlegerinnen und Anlegern gemäß Paragraph 21 Alternative Investmentfonds Manager-Gesetz und die Kundeninformationsdokumente „Wesentliche Anlegerinformationen“ der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-GmbH stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache – bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache – beziehungsweise im Fall des Vertriebs von Anteilen im Ausland unter www.rcm-international.com in englischer und gegebenenfalls in deutscher Sprache beziehungsweise in Ihrer Landessprache zur Verfügung.
Juni 2021, Raiffeisenzeitung, Bild Shutterstock