Darüber spricht der Markt

Die aktuellen Themen auf den internationalen Märkten kurz zusammengefasst.  

Darüber spricht der Markt!

US: Inflationsdruck hat sich im August leicht abgeschwächt

Der starke Preisauftrieb in der weltweit führenden Volkswirtschaft hat im August leicht nachgelassen. Die Teuerung liegt aber weiter deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die mittelfristig durchschnittlich 2 % anstrebt und immer wieder betont, dass die hohe Inflationsrate nur ein vorübergehendes Phänomen sei. Waren und Dienstleistungen kosteten im August 5,3 % mehr als im Vorjahresmonat. Im Juni und Juli hatte die Gesamtinflationsrate (CPI Headline) bei 5,4 % gg. Vj. gelegen – der höchsten Rate seit August 2008. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im August nur um 0,3 % nach 0,5 % im Juli. Im Juni waren die Preise sogar noch um 0,9 % im Monatsvergleich gestiegen.

Der Inflationsschub ist vor allem auf temporäre Einflüsse im Zusammenhang mit dem Pandemiegeschehen zurückzuführen. Die Inflationsrate dürfte ab dem Frühjahr 2022 wieder zurückgehen, auch weil dann diesjährige preistreibende Basis- und Sondereffekte aus dem Vorjahr wegfallen.

Die Kernpreise ohne Energie und Nahrungsmittel wiesen in den letzten Monaten kräftige Anstiege auf. Im August fiel die Kernrate (CPI Core) von 4,3 % gg. Vj. im Juli auf 4,0 % gg. Vj. Das ist ein Niveau, das zuletzt Anfang der 1990er Jahre verzeichnet wurde. Gegenüber dem Vormonat beträgt die Kerninflation nach 0,3 % im Juli nur 0,1 %, was der geringste monatliche Anstieg seit Februar ist.

Einige der großen Preistreiber der letzten Monate zeigten im August eine deutlich günstigere Entwicklung. Flugtickets verbilligten sich um 9,1 %, Automieten um 8,5 %, Gebrauchtwagen um 1,5 %, Hotelpreise um 2,9 % und Autoversicherungen um 2,8 % (Werte jeweils im Monatsvergleich). Noch im Juni waren die Preise von Gebrauchtwagen 45 % höher als im Vorjahr gewesen. Die Autokäufer waren aufgrund der Lieferengpässe bei Neuwagen in den Gebrauchtwagenmarkt getrieben worden.

Die Fed, die Vollbeschäftigung und stabile Preise anstrebt, hat die Zahlen genau im Blick. Da die Erholung der US-Wirtschaft bereits weit fortgeschritten ist (BIP bereits in Q1/2021 über Vorkrisenniveau) und auch der Arbeitsmarkt unterm Strich Verbesserungstendenzen zeigt, wird die Notenbank an dem avisierten „Tapering“ der Anleihenkäufe wohl festhalten. Um die Wirtschaft zu stützen, kauft die Fed derzeit Wertpapiere im Volumen von monatlich 120 Mrd. USD. Die Anleger rechnen mit der Bekanntgabe einer Reduzierung der Anleihekäufe in einer der nächsten beiden Notenbanksitzungen.

Stand: 15.09.2021