Darüber spricht der Markt

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Eurozone im Wirtschaftsaufschwung

Die Konjunktur im Euroraum hat im Frühjahr wieder Fahrt aufgenommen und den Weg aus der Rezession geschafft. Die Wirtschaftsleistung ist einer vorläufigen Schnellschätzung zufolge im zweiten Quartal um 2 % gg. Vq. bzw. 13,7 % gg. Vj. gestiegen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt somit noch etwa 3 % unter seinem Niveau von vor Beginn der Corona-Krise Ende 2019.

Die Volkswirtschaften der Eurozone legten mehr oder weniger stark zu, was zum einen an dem unterschiedlichen Zeitpunkt der Lockerung der Corona-Restriktionen und zum anderen an der Stärke des vorhergehenden Einbruchs liegt. Österreich verzeichnete nach Portugal (+4,9 % gg. Vq.) den höchsten Anstieg der Wirtschaftsleistung. Das heimische BIP stieg um 4,3 % gg. Vq. bzw. 11,4 % gg. Vj. Spanien (+2,8 %) und Italien (+2,7 %) weisen ebenfalls ein starkes Plus auf, während das Wachstum der deutschen Wirtschaft mit 1,5 % und jenes der französischen mit 0,9 % schwächer ausfiel (alle Werte gg. Vq.). Im laufenden dritten Quartal wird ein weiteres kräftiges Wachstum in den 19 Ländern des  Euroraums erwartet, zumal die Restriktionen in einigen Staaten erst im Verlauf des zweiten Vierteljahres gelockert wurden und die Erholung somit erst verzögert einsetzte. Hauptrisiko bleibt die Ausbreitung der Delta-Virusvariante.

Der unterliegende Preisdruck bleibt vorerst noch relativ moderat. Die vorläufigen Verbraucherpreise in Form der Jahresrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) sind im Juli von 1,9 % auf 2,2 % gestiegen, was die höchste Rate seit Herbst 2018 ist. Vor allem die Energiepreise (+14,1 %) stehen hinter dem Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel), die im Juli wie im Juni unverändert bei 0,9 % lag, dürfte im August deutlich zulegen, aber weiterhin unter dem Ziel der EZB von 2 % bleiben. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos erwartet den Höhepunkt des Preisanstiegs im November mit etwa 3 %. Allerdings ist der Inflationsanstieg aus EZB-Sicht nicht nachhaltig. Für 2022 wird bereits wieder mit einem abnehmenden Tempo gerechnet, da auch die Sondereffekte wie die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung in Deutschland im Jahr 2020 dann nicht mehr zum Tragen kommen. Im Rahmen der nächsten Zinssitzung am 9. September werden neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der Notenbank-Volkswirte erwartet.

Stand: 03.08.2021