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EZ: Unternehmensstimmung trübt sich weiter ein

Wie die Vorabschätzung der Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Oktober zeigt, haben anhaltende Lieferengpässe,die weitere Verteuerung der Energiekosten sowie Besorgnisse über ein mögliches Wiederaufflammen der Pandemie die Wirtschaft in der Eurozone im Oktober stärker gebremst als erwartet.

Der Composite-PMI, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst und im Juli noch den höchsten Stand seit 15 Jahren markiert hatte, fiel um 1,9 Punkte auf ein 6-Monatstief von 54,3 Zähler.

Es ist dies der bereits dritte Stimmungsdämpfer in Folge. Der Index notiert allerdings noch immer deutlich über dem bis zum Beginn der Pandemie gemessenen Langzeit-Durchschnitt von 53,0 Punkten.

Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes ist nur minimal um 0,1 auf 58,5 Punkte gefallen. Dies überrascht, da es immer wieder Meldungen gibt, wie stark die Industrie derzeit durch Materialengpässe gebremst wird. Obwohl die Produktion seit Jahresbeginn mehr oder weniger stagniert und in Deutschland seitdem sogar merklich gefallen ist, signalisiert der Wert deutlich über 50 weiterhin ein kräftiges Wachstum dieses Sektors.

Das Barometer für den Servicebereich hingegen hat deutlich von 56,4 auf 54,7 Zähler nachgegeben. Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen dürfte im Dienstleistungssektor ein Teil des Aufschwungs vom Sommer bereits verflogen sein. Weiters klagen die befragten Dienstleistungsunternehmen zunehmend auch über Lieferprobleme. Vor allem in Deutschland fiel das Dienstleistungsbarometer zum dritten Mal in Folge und landete mit 52,4 Punkten auf dem tiefsten Wert seit Beginn der Wachstumsbelebung im Mai Störungen in der Lieferkette stellen nach wie vor ein großes Problem dar. Die Preise werden sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor weiter in die Höhe getrieben. Die Verkaufspreise für Waren und Dienstleistungen steigen so rasant wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Die Euphorie im Währungsraum lässt angesichts zunehmender Risiken nach. Nach wie vor beeinträchtigt die Pandemie die Volkswirtschaften und treibt die Preise in die Höhe. Das BIP-Wachstum im vierten Quartal dürfte - nach den starken Zuwächsen im zweiten und dritten Quartal (Q2: 2,2% gg. Vq. und Q3 laut Refinitiv-Consens/ Veröffentlichung 29.10.: 1,9% gg. Vq.) - jedenfalls deutlich schwächer ausfallen.

Stand: 22.10.2021