02.09.2021 - Grünes Know-how für CEE

Die Raiffeisen Bank International treibt die nachhaltige Entwicklung in ihren Märkten voran.

RBI-Vorstand für Markets & Investment Banking
© David Sailer
Łukasz Januszewski, RBI-Vorstandsdirektor für Markets &Investment Banking

Erste sichtbare Erfolge

Die Raiffeisen Bank International will bei der Transformation ihrer Märkte in Zentral-und Osteuropa hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise eine führende Rolle einnehmen. "Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Wir tragen unser Know-how gezielt nach CEE und wir können auch schon erste sichtbare Erfolge vorweisen", betont Peter Lennkh, RBI-Vorstandsdirektor für Corporate Banking. Allein in Österreich hat die RBI seit 2018 eigene Green Bonds mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,3 Mrd. Euro emittiert, das entspricht einem Anteil von rund 15 Prozent an den derzeit ausstehenden gesamten RBI-Anleihen. Das nachhaltige Emissionsprogramm wird nun auch auf die Tochterbanken in CEE ausgeweitet, wodurch noch mehr Finanzierungen nachhaltiger Projekte ermöglicht werden sollen. Die Netzwerkbanken in der Slowakei, Tschechien und Rumänien haben heuer bereits eigene grüne Anleihen mit einem Volumen von fast 1,0 Mrd. Euro emittiert. Mit in Summe 1,4 Mrd. Euro emittierten Green Bonds im ersten Halbjahr 2021 ist der RBI-Konzern nach Volumen und Anzahl der Transaktionen in Österreich und CEE mit Abstand der größte Emittent, ermittelte der Nachrichtendienst Bloomberg.

 

Jahresziel schon übertroffen

Nicht nur bei den Eigenemissionen gibt es einen starken Zug in Richtung Nachhaltigkeit, auch bei den Arrangements von ESG-Anleihen für Kunden nimmt die RBI eine führende Rolle ein, wie Auszeichnungen durch die Sustainable Finance Awards 2021 unterstreichen. Allein im ersten Halbjahr wurden 5,5 Mrd. Euro an grünen Anleihen für andere emittiert, damit hat man das Jahresziel 2021 von 2,5 Mrd. Euro bereits deutlich übertroffen, wie Łukasz Januszewski, RBI-Vorstandsdirektor für Markets &Investment Banking, berichtet. Rund 13 Prozent aller Anleihe-Emissionen für Kunden sind somit grün, bei den Firmenkunden sind es 30 Prozent. Januszewski ist überzeugt: "Green Bonds helfen, die Ziele des europäischen Green Deal zu erreichen."

Das Emissionsvolumen grüner Anleihen in der EU hat sich in den letzten fünf Jahren verfünffacht, allerdings liegt der Anteil nach wie vor bei nur knapp 3 Prozent. "Die Transformation zu ökologischen Marktwirtschaften wird sowohl unseren Kunden als auch uns selbst enorme Chancen bieten und wir werden diese nutzen", unterstreicht Peter Lennkh. Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge sind in den nächsten zehn Jahren weltweit zusätzliche Investitionen von 6 bis 10 Billionen US-Dollar erforderlich, um den Klimawandel einzudämmen. Raiffeisen Research prognostiziert in ihrem neuen "ESG Handbook CEE", das Mitte September vollständig veröffentlicht wird, dass durch EU-Förderungen CEE bald die Nummer eins der Emerging Markets bei ESG-Themen sein sollte. Insbesondere Kroatien und Rumänien zeichnen sich durch Fortschritte beim Ausstieg aus der Kohle und bei der Entwicklung von Technologie im Bereich erneuerbarer Energie aus. Die Analysten erwarten daher, dass die Region zunehmend in den Fokus der Investoren rücken wird, wodurch der Veränderungsprozess weiter beschleunigt würde.

Raiffeisen Research analysiert aber nicht nur Marktentwicklungen, sondern unterzieht auch 8.500 Unternehmen einem ESG-Scoring, um das Thema Nachhaltigkeit auch bei der Kreditvergabe zu berücksichtigen. "Aktuell unterliegen 10 Prozent aller Unternehmenskredite entsprechenden ESG-Kriterien. Bis 2025 wollen wir diesen Anteil auf 30 Prozent erhöhen", berichtet Lennkh. Das Interesse an nachhaltigen Kreditprodukten sei auch von Kundenseite groß, weil es auch um die Erweiterung der Finanzierungsquellen geht. "Immer mehr Fremdkapitalgeber reservieren immer größere Teil ihrer Mittel exklusiv für nachhaltige Finanzierungen. Nachhaltige Finanzierungen werden von einer Möglichkeit zur Notwendigkeit werden", so Lennkh.

Die RBI reagiert darauf mit mehr Beratung und neuen Produkten: Ein Fokus liegt auf der grünen Immobilienfinanzierung, die etwa die Energieeffizienz von Gebäuden berücksichtigt, oder die grüne Investitionsfinanzierung, bei der es um umweltfreundliche Verbesserungen von Produktionsprozessen geht. Je nach Indikatoren werden bei der ESG-gebundenen Unternehmensfinanzierung die Kreditraten teurer oder billiger. "Der RBI ist es ein Anliegen, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu leisten. Deshalb treiben wir das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Facetten aktiv voran", betonen beide RBI-Vorstände.

Quelle: Raiffeisenzeitung; Text: Elisabeth Hell
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