milde rezession

Milde Rezession

Die Österreichische Nationalbank erwartet nur einen vorübergehenden Wirtschaftseinbruch und im Gesamtjahr 2023 ein leichtes BIP-Plus.

Prozentsatz 2023
© Andrzej Rostek

Seit der Jahresmitte 2022 kühlt die österreichische Konjunktur merklich ab und wird laut der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zum Jahreswechsel in "eine milde Rezession" schlittern. Für 2023 prognostiziert die OeNB nun eine beinahe Vollbremsung der Konjunkturdynamik auf 0,6 Prozent, während 2024 das Bruttoinlandsprodukt mit 1,7 Prozent wieder mehr an Fahrt gewinnen sollte. Aufgrund der zuletzt schwachen Industrieentwicklung, sinkender Export- und Produktionserwartungen, aber auch eines international schwächeren Umfelds und vor allem der hohen Energiekosten dürfte die technische Rezession zwei aufeinanderfolgende Quartale andauern. 

Beim derzeitigen Hauptthema Inflation sollte es 2023 eine gewisse Entspannung geben. 2023 wird eine Jahresinflation von 6,5 Prozent erwartet, nach 8,6 Prozent in diesem Jahr. Haupttreiber dafür war bisher die importierte Inflation vor allem über die Energieeinfuhren. Zuletzt gab es aber leichte Rückgänge etwa bei Treibstoffen und Strom. Die Energie allein sei 2022 um 41 Prozent teurer geworden. In den kommenden Jahren soll es nur noch ein Plus von 9,5 Prozent (2023), 2,6 Prozent (2024) beziehungsweise 1 Prozent (2025) geben. 

"Wir befinden uns im Übergang von der importierten Inflation zu einer höheren Bedeutung der Kerninflation", betonte OeNB-Chefökonomin Birgit Niessner. Denn bei der Kerninflation (also ohne die volatilen Komponenten Energie- und Lebensmittelpreise) erwartet die OeNB im kommenden Jahr den Peak von 5,6 Prozent.Die fiskalische Entwicklung sei mit einem prognostizierten Budgetdefizit von 2,9 Prozent positiv, weil man damit im Bereich der Maastricht-Kriterien von 3 Prozent bleibe, konstatierte die Ökonomin. 

Allgemein gehe man für Österreich von einer schwachen Investitionsdynamik aus, die sich besonders im Wohnbau bemerkbar mache, erklärt Gerhard Fenz, Leiter des OeNB-Konjunktur-Referats. Seit 2021 gebe es am Häusermarkt ein Überangebot, weshalb man von einer sinkenden Bautätigkeit in den Jahren 2022 bis 2024 ausgehe. "Ein Lichtblick bleibt der Arbeitsmarkt", so Fenz weiter. Wegen dem Arbeitskräftemangel dürfte die Rezession zum Jahreswechsel keinen großen Einfluss auf die Arbeitslosigkeit haben. Zwar soll die Arbeitslosenquote von im Schnitt 6,3 Prozent 2022 auf 6,6 Prozent im laufenden Jahr ansteigen, danach aber wieder auf 6,5 Prozent (2024) und 6,3 Prozent (2025) sinken.

Arbeitslosenquote
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OeNB-Gouverneur Robert Holzmann zeigte sich zufrieden über die jüngste Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) um 50 Basispunkte auf 2,5 Prozent. Entscheidend sei die Ansage, dass es in Zukunft weitere Zinsschritte in diesem Ausmaß geben werde. Die Reaktion der Märkte auf die EZB-Entscheidung habe zudem gezeigt, dass die Botschaft auch angekommen sei. "Es ist die feste Absicht in dem Bereich der restriktiven Geldpolitik weit vorzustoßen, wenn es notwendig ist", so Holzmann abschließend.

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Dieser Artikel stammt aus der Raiffeisenzeitung. 

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