Kristina Proksch und Hubert Pupeter

DIE ERSTE GRÜNE BANK ÖSTERREICHS – DIE KRISE ALS CHANCE NUTZEN

Seit Hubert Pupeter, Vorstand der Raiffeisenbank Gunskirchen, vor rund 20 Jahren das erste Mal vom Konzept einer Umweltbank gehört hatte, ließ ihn der Gedanke nicht mehr los. Ihm war schon damals klar, dass gerade die Raiffeisenbank mit ihrem Gemeinwohlgedanken für Green Banking prädestiniert ist. Heute ist er ist überzeugt, dass Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine Bank wie das Umweltcenter gründen würde, wenn er noch am Leben wäre.

Es dauerte noch bis zum Jahr 2012, bis die Idee schließlich Gestalt annahm. Aufgerüttelt durch die Finanzkrise, den fortschreitenden Klimawandel und das zunehmende Sterben der regionalen Geschäfte beschloss Pupeter, nicht länger zu warten. Er fand Menschen, die genau wie er an die Idee der Grünen Bank glaubten, schloss die nötigen Verhandlungen ab und gründete das Umweltcenter Gunskirchen. Der Rest ist grüne Bank-Geschichte.

Gelbes Blatt "Die grüne Bank"

Bankgeschäft als logischer nächster Schritt zur Nachhaltigkeit

"Das Bewusstsein der Menschen ändert sich", erklärt Pupeter. Proksch nickt zustimmend. Die Menschen verzichten schon – wenn möglich – auf ein eigenes Auto und fahren stattdessen mit den Öffis. Sie konsumieren regionale Biolebensmittel und tragen faire Mode. Der nächste logische Schritt ist für viele das Bankgeschäft. Weil es den Leuten wichtig ist, was mit ihrem Geld passiert. Das Umweltcenter Gunskirchen hat hier einen Nerv getroffen: Der Kundenandrang ist ungebrochen stark, Tendenz steigend.

Nachhaltigkeit im Selbstcheck

Für das tägliche Pendeln zwischen dem Niedrigenergiehaus und dem Umweltcenter nutzt Kristina Proksch am liebsten ihr Fahrrad und den Zug. Aber auch ihr Konsumverhalten hat sich verändert. So versucht sie, Produkte bewusst und nicht nur aus einem Impuls heraus zu kaufen. Das ist für sie ein Garant dafür, dass sie lange in Verwendung sind. Und wenn doch etwas kaputt geht, kann es in vielen Fällen repariert werden. Das spart Geld und Ressourcen. "Nachhaltigkeit bedeutet für mich, nicht auf Kosten der nächsten Generation zu leben", ist ihre Devise.

Pupeter ist zum Biobauernhof-Fan geworden. In seinem Ort gibt es schon länger keinen Nahversorger mehr, aber das hält den Vorstand der Raiffeisenbank Gunskirchen nicht davon ab, sich mit frischen Biolebensmitteln zu versorgen. Deswegen fährt er mit seinem Elektroauto am liebsten zu regionalen Biobauern und kauft dort direkt am Hof ein. Zu Hause nützt er Ökostrom und hat auf dem privaten Hausdach eine Photovoltaikanlage installiert. Ihm war es außerdem ein großes Anliegen, dass das neue Bürogebäude des Umweltcenters in Niedrigenergiebauweise errichtet und ebenfalls mit einer eigenen Photovoltaikanlage ausgestattet wird. "Mir ist es wichtig, dass auch das Unternehmen nicht mehr Ressourcen verbraucht, als uns unsere Erde geben kann", bringt es Pupeter auf den Punkt.

Kristina Proksch und Hubert Pupeter
Kristina Proksch
Hubert Pupeter