Raiffeisen bringt Start-ups auf die Bühne

Das Konjunkturforum 2017 vernetzte Start-ups mit etablierten Betrieben. Erfahren Sie hier, wie die Jungunternehmen unsere Welt besser machen und warum ein Stück Würfelzucker intelligenter als alle Universitäten zusammen ist.

Die RLB-Vorstandsdirektoren Georg Messner, Gert Spanz und Peter Gauper mit Staatsekretär Harald Mahrer, Andreas Tschas und Peter Brezinschek
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Die RLB-Vorstandsdirektoren Georg Messner, Gert Spanz und Peter Gauper mit Staatsekretär Harald Mahrer, Andreas Tschas und Peter Brezinschek

Sie sind innovativ, haben Technik-Know-how und wachsen rasant. Die Rede ist von Start-ups. Und diese Jungunternehmen standen beim Raiffeisen-Konjunkturforum am 2. März 2017 im Casineum Velden im Blickpunkt. Raiffeisen lud zahlreiche Business-Newcomer ein, ihre Ideen zu präsentieren. Peter Gauper, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten: „Für Kärnten ist die Vernetzung des frischen Unternehmergeists mit etablierten Betrieben eine große Chance.“ Denn das schaffe Wachstum. „Wir spüren, dass die Stimmung besser wird“, so Gauper. Auch die Kärntner Raiffeisenbanken zeigen bei ihrer Zielsetzung für 2017 ihr Unternehmens-Gen: „Wir treten heuer an, um neue Kunden von unseren Qualitäten zu überzeugen.“ Aktuell ist jedes zweite Unternehmen Raiffeisen-Kunde.

Comeback der Inflation: Jetzt investieren!

Bewegung herrscht nicht nur am Kärntner Markt, sondern weltweit, wie Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek in seinem Konjunkturausblick darstellte. In Richtung Trumps Politik meinte der Finanzmarktprofi: „Ein Angriff auf den Freihandel endet fatal.“ Wobei die US-Wahl sehr wohl positive Effekte mit sich brachte: unter anderem eine Anhebung der Inflationserwartungen, mehr US-Zinsanhebungen und einen Anstieg des Dollar-Kurses. Brezinschek gab den Unternehmern einen Tipp: „Investieren Sie jetzt, denn 2017 werden die nominalen Renditen weiter sinken. Und das dürfte auch 2018 so bleiben.“ Für Österreich werde heuer ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet. „Wir können aber nicht von einem Boom sprechen“, so Brezinschek. Wer einen realen Ertrag erwirtschaften möchte, sollte aktuell in Aktien und Immobilen investieren.

Die Welt ein bisschen besser machen

Ein am Körper angebrachtes, externes Skelett, das gehbehinderten Menschen wieder selbstständige Bewegung ermöglicht oder ein fliegendes Auto – Pioneers-Gründer Andreas Tschas sucht und findet weltweit Pioniere mit der Vision, die Welt ein bisschen zu verbessern. „Uns allen fehlt aktuell der positive Blick in die Zukunft, 77 Prozent der Österreicher sehen negativ auf die kommenden Jahre.“ Start-up-Technologien schaffen Lösungen, die früher nur von großen Unternehmen gestemmt werden konnten. Warum? „Weil sie aus kleinen Teams bestehen, die den heute leichten Zugang zu Information und Technologie bestmöglich nutzen.“ Aktuell arbeitet Tschas am Projekt pioneers@thelake und möchte so internationale Firmen und Experten an den Wörthersee bringen und mit lokalen Playern vernetzen.

Glasfasernetz statt Kreisverkehr

Mit einem einzigen Stück Würfelzucker veranschaulichte Staatssekretär Harald Mahrer die digitale Revolution: „In wenigen Jahren wird es Speichermedien in dieser Größe geben, die das Wissen aller Unis haben und Stromselbstversorger sind.“ Gerade der Markt in Asien entwickelt sich besonders rasant. „Was wir bisher erlebt haben, ist bei einem mehrgängigen Menü erst der Gruß aus der Küche“, so Mahrer. Deshalb sieht er es als Grundaufgabe der Politik, die digitale Infrastruktur zu schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Investition in Bildung, wobei Mahrer gegen das Gießkannenprinzip, sondern für die Förderung von Top-Forschungsprojekten ist. Seine Aufforderung zum Schluss: „Der gemeinsame Weg ist vorgezeichnet, seien wir offen.“

Parade-Pioniere aus Kärnten

Offen für Neues zu sein, ist ein großes Merkmal von Start-ups. Moderator Adi Winkler von Co-Veranstalter Kleine Zeitung begrüßte Kärntner Pioniere auf die Bühne, die ihre Erfolgsgeschichten erzählten. Allen gemein ist die Einzigartigkeit ihrer Ideen. Und auch der Einwurf, dass beim Thema Investitionsfreudigkeit und Förderung noch einiges zu tun ist.

Auf der Bühne: Agnes Fojan von Holidays on Wheels, Martin Fischer von i4zero, Patrick Brandstätter von Airborne Motion Pictures, und Alex Napetschnig von Klash/Couchsport GmbH.

Come Together in der Start-up Lounge

Viele Gäste des Konjunkturforums nutzten die Möglichkeit zum Erfahrungs- / Meinungsaustausch im Anschluss an die Vorträge. Belebt wurde dieses Come Together von engagierten Start-ups, die sich vor Ort präsentierten: Georg Holzer – xamoon, Mag. Agnes Fojan ahoch2 – Holiday on Wheels, Bernhard Paulitsch – FIX Bottle, Alexander Mann – thethinKing, Tihana Pintaric – GP Motion GmbH und Franz Jakopitsch – Polyzon.

Zitate:

 

Vorstandssprecher Peter Gauper

„Wir spüren im täglichen Bankleben eine positive Stimmung. Auch die Innovationsfreude ist höher.“

„Unser Ziel ist, den frischen Unternehmergeist mit den Perspektiven von Kärnten zu verbinden.“

 

Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek:

„Märkte brauchen Regulierung, aber keine Fesseln.“

„Die Investition in Start-ups ist nichts für den Otto-Normalverbraucher.“

„Wir erleben aktuell in den Konjunkturumfragen ein Stimmungshoch in Österreich.
Das sind Sie, liebe Unternehmer!“

 

Andreas Tschas, CEO und Co-Gründer von Pioneers:

„47 Prozent der Jobs von heute gibt es in 20 Jahren nicht mehr, bzw. werden diese Arbeit Computer und Roboter erledigen.“

„Uns stehen heute mehr Möglichkeiten offen als je zuvor.“

 

Staatssekretär Harald Mahrer:

„Mein Appell an die Bürgermeister: Baut lieber Glasfasernetze als Kreisverkehre!“

„Wir müssen verschiedene Finanzierungsinstrumente etablieren. Basel 4 ist das Gegenteil davon, was wir brauchen. Wir brauchen kein Korsett – wir müssen es aufschneiden.“

„Österreich soll ein Wirtschaftsstandort bleiben, sonst heißt es bei uns: Wirtschaft stand dort.“

Eindrücke vom Event