Richtig erben und vererben

Worauf kommt's beim Thema Erbschaft an und worauf sollten Sie, wenn Sie selbst Erbe sind, ganz besonders achten? Was müssen Sie als Erblasser bei der Abfassung des Testaments beachten?

Mit einem Testament können Sie

  • die gesetzliche Erbfolge ändern: Wenn Personen erben sollen, die vom Gesetz her nichts erben würden, benötigen Sie ein Testament.
  • Aufteilungsquoten festlegen: Mit einem Testament können Sie bestimmte Aufteilungsquoten Ihrer Hinterlassenschaft festlegen.
  • Vermögenswerte zuordnen: Wenn Sie einzelne Vermögenswerte einzelnen Personen zuordnen wollen, benötigen Sie ebenfalls ein Testament.
Vater und Sohn im Park
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Grundlegende Fragen zum Testament

Eigenhändig oder fremdhändig? Bei der eigenhändigen Verfügung muss das Testament von Anfang bis zum Schluss per Hand (also nicht auf dem Computer!) geschrieben und unterschrieben werden. Einen oder mehrere Zeugen benötigen Sie beim eigenhändigen Testament nicht. Wenn das Testament auf einem PC geschrieben wird, dann handelt es sich um ein so genanntes fremdhändiges Testament, das nur unter bestimmten Voraussetzungen gültig ist.
 

Registrierung

Lassen Sie das Testament bei einem Notar oder Rechtsanwalt registrieren. Damit ist es im Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer bzw. im Testamentsregister der Rechtsanwälte abrufbar. Im Sterbefall stellt der zuständige Notar eine Anfrage bei diesem Register und bekommt dort die Auskunft, ob ein Testament hinterlegt ist. 

Glückliches altes Ehepaar
© Dr. Thomas Lammeyer

Bedingungen und Auflagen

Sie können in Ihrem Testament Bedingungen, Befristungen und Auflagen bestimmen. 

  • Bei einer Bedingung wird die Erbschaft von einem gewissen Ereignis abhängig gemacht (der Sohn muss sein Studium abschließen). 
  • Bei einer Befristung wird etwa ein Datum genannt, an dem der Erbe sein Erbe antreten kann (z.B. Volljährigkeit). 
  • Bei einer Auflage wird der Erbberechtigte zu einer bestimmten Handlung verpflichtet (etwa die Versorgung der Haustiere des Erblassers). 

Weitere Möglichkeiten: Sie können einen Ersatzerben einsetzen. Dieser erbt, wenn der ursprüngliche Erbe nicht erben kann – etwa weil er verstorben ist. Ein von Ihnen bestimmter Nacherbe erhält das Vermögen erst nach dem Ableben des von Ihnen eingesetzten Erben. 

Tipp: Wenn Sie ein Erbe antreten

Wenn Sie selbst erben, müssen Sie eine so genannte Erbantrittserklärung abgeben. Dabei geht es im Wesentlichen um die Haftung für allfällige Schulden des Erblassers.

  • Bedingte Erbantrittserklärung: Sie haften nur bis zur Höhe der übernommenen Aktiva. Eine bedingte Erbantrittserklärung kann übrigens in eine unbedingte umgewandelt werden. Umgekehrt geht das allerdings nicht. 
  • Unbedingte Erbantrittserklärung: Als Erbe haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen für allfällige Schulden des Erblassers. Geben Sie eine unbedingte Erbantrittserklärung also nur dann ab, wenn Sie sicher sind, dass die Aktiva des Erbes größer als die Passiva sind. Abfragen beim Finanzamt oder Banken können Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Sie eine unbedingte Erbantrittserklärung abgeben sollen oder nicht. Oder Sie warten einfach ab, ob sich im Verlassenschaftsverfahren Gläubiger melden.