Von Bullen und Bären

Was haben Bulle und Bär eigentlich mit der Börse zu tun? Hier finden Sie Erklärungen zu wichtigen Begriffen aus dem Börsenjargon.

Bulle und Bär vor Börse Frankfurt
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Bulle und Bär als Bronzefiguren vor dem historischen Börsengebäude in Frankfurt

Sehr häufig ist von Bulle und Bär die Rede, wenn von der Entwicklung an der Börse gesprochen wird. Vor dem historischen Börsengebäude in Frankfurt am Main stehen Bulle und Bär sogar als lebensgroße Bronzefiguren. Doch wie kamen die beiden Tiere zu ihrer Bedeutung in der Börsensprache?

Der Bulle steht für steigende Kurse, der Bär für fallende Kurse. "Bullish" bzw. "Hausse" bezeichnet steigende Kurse über einen längeren Zeitraum. Das Gegenteil wird "bearish" oder "Baisse" genannt.

Auslöser für eine Hausse oder Baisse können verschiedene Faktoren sein, z. B. veränderte Konjunkturdaten, Zinsentscheidungen von Zentralbanken, Spekulationen – oder auch Überraschungen.

 

Wieso Bulle und Bär?

Erklärungen, warum Bulle und Bär Einzug in die Börsensprache gehalten haben, gibt es mehrere. Die am häufigsten zitierte Erklärung ist die unterschiedliche Angriffsmethode der beiden Tiere. Das Bild liefert jedenfalls eine gute Eselsbrücke: Der Bär haut mit seinen Tatzen von oben nach unten und befördert damit die Kurse nach unten, während der Bulle mit seinen Hörnern von unten nach oben stößt und damit die Kurse in die Höhe treibt.

Oder kurz und bündig: Der Bär baisst.

Börsensymbole Bulle und Bär auf deutscher Aktie
© Bjoern Wylezich

Weitere Begriffe, die in diesem Zusammenhang verwendet werden, sind

  • Crash: ein extremer Kurssturz
  • Boom: stark steigende Kurse
  • Rallye: starker, länger andauernder Kursanstieg, entspricht einer Hausse
  • Börsenzyklus: umfasst eine Hausse und eine Baisse

Gleich bleibende, kaum veränderte Kurse werden "behauptet", "gehalten" oder "unverändert" genannt. Tendenziell steigende Kurse sind "freundlich", "fest" oder "erholt".

Die Redewendung "Eine Hausse nährt eine Hausse" bedeutet, dass steigende Notierungen eine Eigendynamik erzeugen. Anleger, die dem Aufwärtstrend zunächst nicht trauen, entschließen sich nach einer Zeit doch zu einem Einstieg. Und können damit die Hausse über einen längeren Zeitraum erhalten.