Deine Stimme zählt: FrauenWirtschaftsForum begeistert Kärntens Unternehmerinnen

Beim FrauenWirtschaftsForum im voll besetzten Casineum Velden zeigte Top-Speakerin Tijen Onaran wie Unternehmerinnen mit ihrer Stimme Wirkung erzielen, Präsenz zeigen und selbstbewusst ihren Platz einnehmen. Für musikalische Glanzlichter sorgten die Schick Sisters.

Volles Haus, starke Botschaften und jede Menge Inspiration: das FrauenWirtschaftsForum von Frau in der Wirtschaft Kärnten und den Kärntner Raiffeisenbanken erwies sich einmal mehr als Publikumsmagnet. Zahlreiche Unternehmerinnen aus ganz Kärnten nutzten die Gelegenheit, um neue Impulse zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig zu stärken. Im Mittelpunkt stand heuer eine Frage, die gerade im Wirtschaftsleben entscheidend ist: Wie gelingt es Frauen, mit ihren Ideen, Leistungen und Meinungen nicht nur präsent zu sein, sondern auch wirklich gehört zu werden?

 

Gruppe von Frauen und Männern auf der Bühne des Frauenwirtschaftsfoums
©marygoodfoto

„Unsere rund 19.000 Kärntner Unternehmerinnen haben viel zu sagen. Sie schaffen Arbeitsplätze, entwickeln innovative Ideen und übernehmen Verantwortung. Die Herausforderungen sind vielfältig: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Bürokratie, aber auch die Frage, wie wir uns langfristig weiterbilden können. Manchmal scheitert es aber an ganz banalen Dingen wie den Öffnungszeiten von Kindergärten und den 14 Wochen Ferien.  Gleichzeitig erleben wir unglaublich viel Mut und Unternehmergeist. Genau diese Frauen sichtbar zu machen und miteinander zu vernetzen, ist unser Auftrag. Dafür gibt es Formate wie die #macherin, #quereinsteigerin oder unser FEMcademy-Wirtschaftsmentoring, das übrigens in wenigen Tagen startet. Das große Interesse am FrauenWirtschaftsForum zeigt, wie wichtig Inspiration, Austausch und ein starkes Netzwerk sind“, betonte KommR Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft.

Auch über die Landesgrenzen hinweg stand der Austausch im Mittelpunkt. Gabriele Lechner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Steiermark und Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Steiermark, betonte die Chancen, die sich durch die Koralmbahn für die Zusammenarbeit von Unternehmerinnen in Kärnten und der Steiermark eröffnet: „Die neue Verbindung verkürzt nicht nur Wege, sondern schafft neue Chancen für Kooperationen, Fachkräfte, Innovationen und gemeinsame Märkte. Wenn Steiermark und Kärnten ihre Stärken bündeln, entsteht ein Wirtschaftsraum mit enormem Potenzial.“ Eine Delegation aus Südtirol unter der Leitung von Monica Devilli – sie ist Präsidentin eines Genossenschaftsverbandes und Mitglied des Beirats für die Förderung des weiblichen Unternehmertums in Südtirol und Kärntens Alpen-Adria-Botschafterin Monica Cardinale unterstrichen die grenzüberschreitende Vernetzung.

Astrid Legner wies zudem auf den Wert, von den Besten zu lernen hin: „Bei der jüngsten Wirtschaftsmission nach Stockholm holten wir uns viele internationale Impulse. Besonders beeindruckt hat mich dort das Mindset der Menschen: In Schweden denkt man nicht zuerst an Probleme, sondern an Lösungen – und zwar an solche, die möglichst vielen zugutekommen. Ebenso inspirierend ist die Selbstverständlichkeit, mit der Gleichstellung dort gelebt wird. Familie, Kinderbetreuung und Führungsverantwortung werden als gemeinsame Aufgabe von Frauen und Männern verstanden. Von diesem Denken können wir viel lernen und wichtige Impulse für unsere Unternehmerinnen nach Kärnten mitnehmen. Auch die nächste Wirtschaftsmission nach Bozen soll neue Kontakte und den Erfahrungsaustausch mit erfolgreichen Unternehmerinnen ermöglichen.“

 

Tijen Onaran: Weniger Tempo, mehr Wirkung

Schneller, lauter, perfekter? Nicht unbedingt. Top-Speakerin Tijen Onaran räumte in ihrer Keynote „Be a voice, not an echo!“ mit gängigen Vorstellungen erfolgreicher Kommunikation auf. Die Unternehmerin und Personal-Branding-Expertin zeigte, dass gerade langsames Sprechen, bewusste Pausen und Authentizität entscheidend für einen souveränen Auftritt sind. Aus eigener Erfahrung weiß Onaran, wie sehr zu schnelles Sprechen die persönliche Wirkung schwächen kann. Früher habe sie selbst oft das Gefühl gehabt, alles möglichst rasch sagen zu müssen, bevor sie jemand unterbricht. Heute weiß sie: „Wer schnell spricht, sendet ein Signal: Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier Raum bekomme. Wer langsamer spricht, sagt: „Dieser Raum gehört mir. Und ich nehme ihn mir. Das ist Personal Branding in Echtzeit.“ Langsames Sprechen bringt zudem drei Vorteile: „Ich sortiere meine Gedanken, mein Gegenüber kann mir folgen, und meine Kernbotschaft bleibt hängen.“

 

Ob Schweigen Gold ist?

Besonders wirkungsvoll ist dabei die Kraft der Stille. Wer nach einer wichtigen Aussage bewusst schweigt, lässt seine Worte wirken. Die Pause ist eines der stärksten Werkzeuge, die wir haben: „Sie ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern kann ein Ausdruck von Stärke sein. Viele Menschen empfinden Stille im Gespräch als unangenehm. Deshalb reden sie vorschnell weiter, rechtfertigen sich oder schwächen ihre eigene Aussage ab.“ Auch in schwierigen Gesprächen oder bei Kritik können gezielte Pausen dabei helfen, die Ruhe zu bewahren und souverän zu reagieren. Gleichzeitig plädiert Onaran für mehr Mut zur Unvollkommenheit. „Perfektion schafft nicht automatisch Vertrauen – Authentizität schon. Wer immer druckreif spricht, jedes Wort kontrolliert und niemals ins Stocken gerät, kann zwar professionell wirken, manchmal aber auch einstudiert oder distanziert. Ein gelegentliches „Äh“ oder ein kurzes Suchen nach Worten zeigt dagegen: Hier denkt ein Mensch gerade wirklich nach. "Das macht uns nahbar und glaubwürdig. Denn Menschen verbinden sich nicht nur über perfekte Argumente, sondern auch über Echtheit.“ Ihre zentrale Botschaft an Kärntens Unternehmerinnen: Die eigene Stimme ist ein wirkungsvolles Instrument, um sichtbar zu werden, Menschen zu überzeugen und selbstbewusst den eigenen Weg zu gehen.

 

Gemeinsam für starke Unternehmerinnen

Die langjährige Zusammenarbeit von Frau in der Wirtschaft Kärnten und den Kärntner Raiffeisenbanken zeigt, wie wichtig starke Partnerschaften für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts sind. „Das FrauenWirtschaftsForum und Raiffeisen verbindet seit vielen Jahren ein gemeinsamer Gedanke: Unternehmerinnen zusammenzubringen, den Austausch zu fördern und Raum für neue Ideen zu schaffen. Gerade als Bank wissen wir, wie wichtig es ist, zuzuhören, Potenziale zu erkennen und gute Ideen auf ihrem Weg zu begleiten. Denn aus einem guten Austausch können konkrete Vorhaben entstehen. Deshalb sind wir aus Überzeugung Partner“, betont Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten.

Auch die Kleine Zeitung begleitet das FrauenWirtschaftsForum als Partner und unterstreicht damit die Bedeutung von Sichtbarkeit und öffentlicher Wahrnehmung für Unternehmerinnen. Denn wirtschaftliche Leistungen brauchen nicht nur Anerkennung, sondern auch eine Bühne, auf der sie sichtbar werden. „Ich habe in den vergangenen zehn Jahren bei Interviews mit Politikern eine ziemlich harte Schule durchlaufen. Dabei habe ich gelernt, dass eine Antwort noch lange nicht bedeutet, dass eine Frage auch wirklich beantwortet wurde. Man muss hartnäckig bleiben und sich Gehör verschaffen. Gerade als Frau wird man oft unterschätzt – aber das kann auch ein Vorteil sein, wenn man ihn für sich zu nutzen weiß. Eine weitere wichtige Erkenntnis habe ich durch den Umgang mit öffentlicher Kritik und sozialen Medien gewonnen: Egal, was man macht, wie man aussieht oder was man sagt, irgendjemand wird immer etwas auszusetzen haben. Das Gute daran ist, dass wir gar nicht erst versuchen müssen, es allen recht zu machen. Viel wichtiger ist es, authentisch zu bleiben und sich nicht von Menschen verunsichern zu lassen, die einen gar nicht kennen. Und wir Frauen sollten noch viel stärker darauf achten, andere Frauen sichtbar zu machen, sie zu unterstützen und ihnen Chancen zu eröffnen“, betonte Christina Traar, Chefredakteurin der Kleine Zeitung in Wien.

 

Ein starkes Netzwerk, das verbindet

Neben den Impulsen von Tijen Onaran und den musikalischen Höhepunkten stand vor allem das persönliche Miteinander im Mittelpunkt. „Wenn so viele engagierte Unternehmerinnen zusammenkommen, wird spürbar, welche Kraft in unserem Netzwerk steckt. Wir wollen Frauen nicht nur eine Bühne bieten, sondern sie darin bestärken, selbstbewusst ihren Platz einzunehmen, Chancen zu ergreifen und die Wirtschaft aktiv mitzugestalten“, so Legner abschließend.

 

Schick Sisters: Drei starke Stimmen, eine gemeinsame Botschaft

Für musikalische Glanzlichter sorgten die Schick Sisters. Die drei Schwestern Katharina, Christine und Veronika Schicho begeisterten mit ihrem harmonischen Zusammenspiel, beeindruckenden Stimmen und einem abwechslungsreichen Programm. Seit mehr als zwei Jahrzehnten stehen sie gemeinsam auf der Bühne und wissen aus eigener Erfahrung, wie viel Mut, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen es braucht, um sich in einer nach wie vor männerdominierten Branche zu behaupten.

Mit persönlichen Geschichten, humorvollen Einblicken und wertvollen Tipps für Frauen bewiesen sie, dass Musik weit mehr kann als unterhalten: Sie verbindet, berührt und macht Mut. Dass ihnen die Stärkung und Sichtbarkeit von Frauen besonders am Herzen liegt, zeigen sie auch mit ihrem Engagement für die Initiative #weare – „Starke Stimmen, starke Frauen“. Die ursprünglich von Virginia Ernst ins Leben gerufene Bewegung bringt am 10. März 2027 im Grazer Orpheum zahlreiche österreichische Künstlerinnen gemeinsam auf die Bühne. Ein starkes Zeichen für weiblichen Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die Kraft der eigenen Stimme – ganz im Sinne des diesjährigen FrauenWirtschaftsForums unter dem Motto „Be a voice, not an echo!“.