10 Steuertipps für ArbeitnehmerInnen

 

Junges Paar sitzt über der Steuererklärung

 

So sparen Sie nicht nur Zeit, sondern künftig vielleicht noch mehr Steuern!

 

Manche Erledigungen lassen sich einfach vortrefflich hinausschieben - die Arbeitnehmerveranlagung zum Beispiel. Keiner will sie machen, doch Steuern sparen will jeder! Wir haben 10 hilfreiche Tipps für Sie zusammengefasst:

 

1. Negativsteuer bei niedrigem Einkommen

Verdienen Sie wenig oder haben nicht das gesamte Jahr über gearbeitet? Dann könnte sich die Arbeitnehmerveranlagung für Sie wirklich lohnen! Einkünfte werden nämlich auf das ganze Jahr verteilt, deshalb wird Ihnen dann zuviel bezahlte Lohnsteuer zurückgezahlt.


Für folgende Personen kann sich daher eine Arbeitnehmerveranlagung besonders oft bezahlt machen:

  • Teilzeitbeschäftigte (abhängig von Anzahl der Teilzeitbeschäftigungen)
  • Lehrlinge
  • FerialpraktikantInnen
  • Personen, die während des Jahres in Karenz gegangen sind
  • Personen mit einem Einkommen unter 12.600 Euro jährlich (bzw. 1.260 Euro monatlich) (Achtung: Betragsgrenzen verstehen sich unter Berücksichtigung allfälliger Sozialversicherungsbeiträge)

2. Geld für Alleinerziehende & Alleinverdienende

Für alleinerziehende und alleinverdienende Personen gibt es jährliche Absetzbeträge, die jeweils von der Anzahl der Kinder abhängig sind. Dies bedeutet, dass sich die Lohnsteuer jeweils um folgende Beträge für Kinder, für die Sie jeweils Familienbeihilfe erhalten verringert:

  • 494 € bei einem Kind,
  • insgesamt 669 € bei zwei Kindern,
  • und zusätzlich 220 € für das dritte und jedes weitere Kind.

Voraussetzungen:

  • PartnerInnen dürfen höchstens 6.000 € im Jahr dazuverdienen
  • und man muss für mindestens ein Kind mehr als sechs Monate Anspruch auf Familienbeihilfe haben

3. Kinderbetreuungskosten absetzen

Kinderbetreuung ist für viele Eltern nicht nur eine Vertrauens-, sondern auch oft eine Kostenfrage. Unter gewissen Voraussetzungen können Sie bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres pro Kind bis zu 2.300 Euro Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen.


Alleinerziehende können darüber hinausgehende Kosten oder für Kinder über 10 Jahren als „sonstige außergewöhnliche Belastungen“ mit einem Selbstbehalt geltend machen. Dies jedoch nur bis zur Vollendung der Schulpflicht.

Achtung – folgende Kosten können nicht steuerlich geltend gemacht werden:

  • Kosten für die Betreuung durch Großeltern oder durch einen Babysitter ohne entsprechende nachweisliche Ausbildung für die Kinderbetreuung sowie
  • Schulgeld, wie z.B. für Privatschulen

4. Unterhaltsabsetzbetrag, Alimente

Bezahlen Sie für nicht im Haushalt lebende Kinder nachweislich den gesetzlichen Unterhalt? Dann können Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen. Dieser beträgt für

  • das erste Kind 29,20 € monatlich
  • das zweite Kind 43,80 € monatlich
  • jedes weitere Kind 58,40 € monatlich

Voraussetzung: Die betroffenen Kinder müssen ständig in Österreich, der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder in der Schweiz leben. Sofern die jeweiligen Kinder dauerhaft in anderen Ländern leben, können pro Monat 50 € oder der halbe Unterhalt als außergewöhnliche Belastund Berücksichtigung finden.

5. Spenden oder Kirchenbeitrag absetzen

Spenden an bestimmte Organisationen sind von der Steuer als Sonderausgaben absetzbar. (max. Höchstbetrag: 10 % der Einkünfte des laufenden Jahres) Selbiges gilt übrigens auch für Kirchenbeiträge mit bis zu 400 € jährlich.

aktueller Tipp: Ab 2017 müssen die Spendenorganisationen bzw. Religionsgemeinschaften die empfangenen Beiträge dem Finanzamt eigenständig melden. Sie ersparen sich somit künftig die entsprechende Geltendmachung.
Hier finden Sie eine Liste der begünstigten Spendenempfänger.

6. Pendlerpauschale

Ihren Wohnort und Ihren Arbeitsplatz trennen zumindest 20 Kilometer? Dann können Sie das kleine Pendlerpauschale im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung geltend machen.

Das große Pendlerpauschale gibt es jedoch schon ab mindestens 2 Kilometern Entfernung. Voraussetzung dafür ist die Unzumutbarkeit der Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln zumindest für die Hälfte des Arbeitsweges.

Wussten Sie?

  • Egal ob großes oder kleines Pendlerpauschale: Ab 2013 gibt es einmal pro Jahr einen Pendlereuro für jeden Kilometer des Hin- und des Retourwegs.
  • Arbeitgeber können Ihren Mitarbeitern die ihren Arbeitsweg mittels Öffis antreten ein steuerfreies Jobticket zur Verfügung stellen.

7. Aus- und Fortbildungen sind Werbungskosten

Sie haben Aus- und Fortbildungskosten die durch Ihren Beruf anfallen und bezahlen diese selbst? Dann können Sie dies bei der Steuer berücksichtigen lassen – unter dem Titel „Werbungskosten“!

Beispiele dafür sind:

  • ein Buchhaltungskurs oder der europäische Computerführerschein
  • oder auch ein Sprachkurs, sofern Sie die Sprachkenntnisse für Ihren Beruf benötigen

 

Abzugsfähig sind alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Kurs anfallen – z.B.: Kursgebühren & Kursunterlagen, Prüfungsgebühren, Kopierkosten und Fahrtkosten zum Kursort.


Sie sehen, Weiterbildung macht sich auf jeden Fall belohnt!

8. Computer abschreiben

Sie kaufen sich einen neuen Computer für zu Hause und nutzen diesen auch beruflich? Dann ist dies ein weiterer Fall von „Werbungskosten“ und somit von der Steuer abschreibbar – in diesem Fall sogar über mehrere Jahre hinweg!

So geht’s:

  • Für die private Nutzung müssen 40% der Kosten (Gerät inkl. Zubehör) abgezogen werden
  • Da man bei einem Computer von einer dreijährigen Nutzung ausgeht werden die Anschaffungskosten auf drei Jahre verteilt (die genaue Bezeichnung dafür lautet „Absetzen der Kosten für die Abnutzung“ (AfA))

Achtung: Computer die für die Ausbildung Ihres Kindes angeschafft werden sind jedoch nicht abzugsfähig!

9. Betriebsratsumlage

Die Betriebsratsumlage wird zwar ohnehin im Rahmen der Lohnverrechnung von den ArbeitgeberInnen einbehalten, dort wirkt sie sich aber noch nicht steuermindernd aus.
Es lohnt sich daher darüber hinaus die gesamte Betriebsratsumlage bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung unter „Sonstige Werbungskosten“ anzuführen.

10. Behinderung, Krankheit oder Medikamente

Ausgaben aufgrund von Behinderung, längerfristiger Krankheit oder vorgeschriebener Diät können unter bestimmten Voraussetzungen unter dem Titel „außergewöhnliche Belastungen“ ohne Selbstbehalt berücksichtigt werden.

Pauschale Freibeträge
Das Sozialministeriumservice stellt den Grad der Behinderung fest. Ist dieser zumindest 25%, gibt es (gestaffelt nach dem Grad der Behinderung) pauschale Freibeträge von 75 € bis 726 € jährlich. Wenn Sie Pflegegeld beziehen, fällt dieser Freibetrag jedoch weg.


Diätverpflegung
Wenn Sie eine mindestens 25%ige Behinderung haben und deswegen an eine spezielle Diät gebunden sind, gibt es dafür auch pauschale Freibeträge. (z.B. für DiabetikerInnen oder Menschen mit Zöliakie, oder für Menschen die an spezielle Gallendiäten gebunden sind oder an einer Magenerkrankung leiden)


Medikamente, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel
Auch Ausgaben für Medikamente oder Kosten für die Heilbehandlungen, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel wie Rollstühle usw. können geltend gemacht werden – zusätzlich zu den pauschalen Freibeträgen im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung.

Achtung: Neuerungen bei den Sonderausgaben

Sonderausgaben wie Versicherungsprämien oder Kosten der Wohnraumschaffung und -sanierung sind nicht mehr im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung absetzbar.

Ausnahme: Derartige Ausgaben für vor dem 1. Jänner 2016 abgeschlosse Verträge, können noch bis zur Veranlagung für das Kalenderjahr 2020 berücksichtigt werden. Für Neuverträge ab dem 1. Jänner 2016 gibt es jedoch ab der Veranlagung für das Kalenderjahr 2016 keine Abzugsmöglichkeit mehr.  

Quelle: www.arbeiterkammer.at

Nähere Informationen zum Thema finden Sie unter:

www.bmf.gv.at

www.arbeiterkammer.at

www.help.gv.at