Das bringt die Steuerreform 2015

Es war ein langes Tauziehen. Nun ist es endlich so weit. Die Steuerreform wurde in Stein gemeißelt. Die gute Nachricht gleich vorweg: Im kommenden Jahr zahlen rund 4,3 Millionen Österreicher weniger Lohnsteuer. Damit werden die Lohn- und Einkommenssteuerzahler mit knapp fünf Milliarden Euro entlastet. Dabei wird der Eingangssteuersatz der Einkommenssteuer auf 25 Prozent reduziert und der Steuersatz von 50 Prozent kommt erst ab einem Einkommen von 90.000 Euro zur Anwendung. Im Schnitt bringt das eine Entlastung von rund 1.000 Euro pro Person und Jahr. Ab einem Einkommen von einer Millionen Euro erhöht sich der Spitzensteuersatz auf 55 Prozent. Für all jene, die unter der Steuerfreigrenze verdienen, wird die Negativsteuer von derzeit 110 auf maximal 400 Euro ausgeweitet, Kleinpensionisten kommen erstmals in den Genuss einer Steuergutschrift von maximal 110 Euro. Teile dieser Erhöhung werden nicht erst 2016, sondern schon 2015 zur Anwendung kommen.

Kinderfreibetrag verdoppelt
Arbeitnehmer profitieren noch von weiteren Änderungen: So wird etwa der Kinderfreibetrag auf 440 Euro jährlich erhöht, wenn er nur von einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird, und auf 300 Euro jährlich pro Person, wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird. Im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung wird der Topf Sonderausgaben abgeschafft: Rückzahlungen und bezahlte Zinsen für Darlehen, die für die Schaffung von begünstigtem Wohnraum oder die Wohnraumsanierung aufgenommen werden, können noch bis zur Veranlagung für das Jahr 2020 geltend gemacht werden, wenn das Darlehen vor dem 1. Jänner 2016 aufgenommen worden ist. Weiters werden bestimmte Sonderausgaben, wie etwa Spenden, automatisch im Rahmen der Veranlagung berücksichtigt.

Keine Mehrbelastung für Sparbücher
Vermögensbezogene Steuern sollen insgesamt etwa 350 Millionen Euro einbringen. Gefallen ist hier der SPÖ-Wunsch nach Wiedereinführung von Vermögens- sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern. Stattdessen wird die Kapitalertragssteuer (KESt) auf Dividenden erhöht, die derzeit bei 25 Prozent liegt – und zwar auf 27,5 Prozent. Gleichzeitig steigt der Spitzensteuersatz auf 55 Prozent. Nicht angetastet werden soll aber die Kapitalertragssteuer auf Sparbuchzinsen. Angehoben werden soll auch die Immobilienertragssteuer – von 25 auf 30 Prozent. Auch bei der Grunderwerbssteuer gibt es eine Anhebung – die auch das Erben und Schenken von Immobilien verteuern wird. Künftig soll die Steuer auch bei der Weitergabe innerhalb der Familie nach dem Verkehrswert und nicht nach dem günstigeren dreifachen Einheitswert der Immobilie berechnet werden. Erben von kleineren Immobilien sollen dennoch besser aussteigen.

Änderungen für Wirtschaft
Für die Wirtschaft gibt es ein Paket, das im ersten Jahr 100, ab dem zweiten dann 200 Millionen Euro schwer ist – diese sollen etwa in die Ausweitung der steuerlichen Begünstigung der Mitarbeiterbeteiligung oder ein Finanzierungspaket für kleine und mittlere Unternehmen fließen. So wird zum Beispiel die betriebliche Gesundheitsförderung ab kommendem Jahr steuerfrei.

Alle Details auf einen Klick

Alle Informationen zur umfassenden Steuerreform finden Sie im Detail auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen unter https://www.bmf.gv.at/steuern/Steuerreformgesetz-2015.html.