Grundbuch und Kataster

Grundbuch und Kataster

Wie kommen Sie ins Grundbuch? Welche Gebühren sind dabei fällig? Wofür dient das Grundbuch und wozu gibt es den so genannten Kataster?

Eines vorweg: Grundbuchseintragungen und alles, was damit zusammenhängt, sind ein Fall für Profis. Sie werden also nicht daran vorbeikommen, damit einen Notar oder Rechtsanwalt zu beauftragen. Im Vorfeld eines Immobilienkaufs ist es dennoch anzuraten, sich den entsprechenden Grundbuchsauszug der Immobilie anzuschauen. Lesen Sie dazu grundlegende Informationen.
 

Was ist das Grundbuch?

Das Grundbuch ist ein öffentliches Verzeichnis, das von den Bezirksgerichten geführt wird. Darin eingetragen sind alle österreichischen Grundstücke. Zweck des Grundbuchs ist es, dass die Grundstücksverhältnisse ersichtlich sind und die Grundstücksgrenzen nachgewiesen werden können.

Wie können Sie ins Grundbuch Einsicht nehmen?

Jeder kann ins Grundbuch Einsicht nehmen. Sie können dies entweder über einen Notar oder Rechtsanwalt machen oder selbstständig bei dem zuständigen Bezirksgericht bzw. bei entsprechenden Plattformen im Internet. In jedem Fall müssen Sie für die Abfrage Gebühren entrichten.

Was ist im Grundbuch ersichtlich?

Im Grundbuch ersichtlich sind Eigentum, Wohnungseigentum, Pfandrechte (wenn der Käufer einer Immobilie ein Darlehen zur Finanzierung des Kaufs aufgenommen hat), Baurechte und Dienstbarkeiten bzw. Reallasten. Dienstbarkeiten können etwa das Recht sein, ein fremdes Grundstück zu überqueren, Vieh darüber zu treiben oder eine Wasserleitung über das Grundstück zu führen.

Was ist der Kataster?

Der Kataster (früher: Grundsteuerkataster) ist neben dem Grundbuch die zweite Säule der Eigentumssicherung. Im Kataster sind die tatsächlichen Grundstücksverhältnisse (etwa Lage, Fläche, Nutzung) ersichtlich. Der Kataster kann aber nicht zum Nachweis über den genauen Grenzverlauf bzw. die exakte Grundstücksgröße herangezogen werden. Zum verbindlichen Nachweis der Grenzen der Grundstücke ist der Grenzkataster bestimmt, in dem bis dato aber nur ein geringer Teil der österreichischen Grundstücke eingetragen ist.

Wie kommen Sie ins Grundbuch?

Der Vertragserrichter legt den Kaufvertrag dem Finanzamt vor, das die Höhe der Grunderwerbsteuer bestimmt. Nach Bezahlung der Grunderwerbsteuer stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Diese ist die Voraussetzung für die Einverleibung des Eigentumsrechtes ins Grundbuch.

Dieses Verfahren kann seit einiger Zeit bedeutend abgekürzt werden. Notare und Rechtsanwälte können die Berechnung der Steuern und Gebühren nämlich selbst durchführen (Selbstberechnung). Der erforderliche Betrag wird dann beim Notar bzw. Rechtsanwalt hinterlegt und dieser kann daraufhin die so genannte Selbstberechnungserklärung ausstellen, welche die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ersetzt.

Welche Gebühren sind dafür fällig?

Die Gebühr für die Eintragung beträgt 1,1 Prozent vom Kaufwert. Wird zugleich mit dem Eigentum auch ein Pfandrecht ins Grundbuch eintragen, so sind dafür zusätzlich 1,2 Prozent des Pfandbetrages zu zahlen. Die Grunderwerbsteuer, deren Bezahlung Voraussetzung für die Grundbuchseintragung ist, beträgt 3,5 Prozent. Wird das Grundstück vom Ehegatten, eingetragenen Partner oder von nahen Verwandten (Eltern, Kinder, Enkel-, Stief-, Wahl- oder Schwiegerkinder) gekauft, so beträgt die Grunderwerbsteuer zwei Prozent.