Recht und Ordnung beim Hausbau

Infos zu Bauordnung, Flächenwidmung, Baubewilligung und Bauanzeige

Sie bauen ein Haus oder möchten Umbauarbeiten durchführen? Sie möchten ein Gartenhaus aufstellen oder eine Garage errichten? Was müssen Sie dabei rechtlich beachten?

Eines gleich vorweg: Eine allgemein gültige Antwort auf die Frage, welche rechtlichen Schritte Sie setzen müssen, um etwa ein Gartenhaus oder eine Garage zu errichten, ist nicht möglich. Denn Bauvorschriften sind in Österreich Ländersache und daher gibt es neun verschiedene Bauordnungen. So kann es also sein, dass ein Gartenhaus einer bestimmten Größe und Höhe in einem Bundesland bewilligungspflichtig ist, während man in einem anderen Bundesland dafür "lediglich" eine Bauanzeige benötigt oder auch gar nichts unternehmen muss. Was aber ist eigentlich die Bauordnung? Was ist im Bebauungsplan ersichtlich? Und was sind die Unterschiede von Baubewilligungen und Bauanzeigen? Informieren Sie sich im folgenden Überblick.
 

Bauordnung

Die Bundesländer sind für die so genannten Bauordnungen zuständig. Das sind die Rahmenbedingungen für alle baulichen Tätigkeiten. Eine Bauordnung beschreibt etwa, was Sie tun müssen, um eine Bauplatzbewilligung zu erhalten. Sie definiert, welche Vorhaben bewilligungspflichtig und welche "nur" anzeigepflichtig sind. Die Bauordnung umfasst die Regeln für die Bauausführung, ebenso auch Vorschriften für bestehende bauliche Anlagen.

Flächenwidmung und Bebauungsplan

Der Gemeinderat legt für das Orts- bzw. Stadtgebiet bestimmte Widmungen fest. Mit diesem so genannten Flächenwidmungsplan soll eine geordnete Stadt- bzw. Ortsentwicklung gewährleistet werden. Anhand des Flächenwidmungsplanes wird der Bebauungsplan erlassen. Darin sind die Vorschriften für die einzelnen Teile des Baulandes festgelegt. Im Bebauungsplan ist etwa die Baudichte ersichtlich, die angibt, wieviel Prozent des Grundstücks verbaut werden darf. Darin verzeichnet ist unter anderem die so genannte Bauklasse (im Prinzip geht es um die Frage, wie hoch gebaut werden darf) oder etwa auch die Baufluchtlinie (das ist der Abstand, den Sie beim Bauen zur Straße hin einhalten müssen).

Baubewilligung

Bei der Baubewilligung müssen Sie ein konkretes entsprechendes Vorhaben bei der Behörde einreichen. Das kann den Neubau eines Hauses betreffen, Umbau- oder Ausbauarbeiten, aber auch "kleinere" Vorhaben wie etwa das Aufstellen eines Gartenhäuschens. Welche Projekte bewilligungspflichtig sind, kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Auch kann es von der Größe abhängen, ob Sie für ein Projekt eine Baubewilligung brauchen.

Bauanzeige

In vielen Fällen ist etwa für ein Gartenhäuschen ab einer bestimmten Größe eine Baubewilligung notwendig. Bei kleineren Objekten genügt eine Bauanzeige: Dabei teilen Sie der Behörde lediglich mit, was Sie planen, und die Behörde hat dann eine entsprechende Frist, um dagegen Einspruch zu erheben. Erfolgt innerhalb dieser Frist kein Einspruch, so gilt das Objekt automatisch als genehmigt.


Für größere Vorhaben werden Sie naturgemäß einen Architekten oder Baumeister heranziehen. Diese können Ihnen auch sagen, welche baulichen Vorschriften Sie beachten müssen. Kompetente Informationen erhalten Sie selbstverständlich auch in Ihrem Gemeindeamt bzw. bei der zuständigen Magistratsabteilung.