Rechtsbegriffe: Was ist schlichtes Miteigentum?

Schlichtes Miteigentum

Wenn es um den Bereich Wohnen geht, dann weicht der Eigentumsbegriff oft von dem ab, was man im Alltag darunter versteht. Was etwa versteht man unter dem Begriff "schlichtes Miteigentum"?

Wohnen im Eigentum ist für die meisten die bevorzugte Wohnform. Laut Statistik Austria kann sich knapp die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher als Eigentümer bezeichnen. Rein rechtlich gesehen gibt es einige Unterschiede zwischen den verschiedenen Eigentumsarten, die ganz handfeste praktische Auswirkungen haben.
 

Sie wohnen in einem Einfamilienhaus?

Das so genannte Alleineigentum ist für viele die begehrteste Eigentumsform. Sie sind alleiniger Eigentümer Ihres Besitzes und können - die Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen vorausgesetzt - schalten und walten, wie Sie möchten.
 

Sie haben mit Ihren Geschwistern ein Haus geerbt?

Nun sind wir beim eingangs erwähnten Begriff "schlichtes Miteigentum" angelangt. Darum handelt es sich, wenn Sie etwa nach einer Erbschaft einen bestimmten - ideellen - Anteil an einem Haus besitzen: bei zwei Geschwistern wäre dies also die Hälfte, bei drei Geschwistern ein Drittel, usw. Beim schlichten Miteigentum gibt es keine konkrete Eigentumszuweisung. Ihnen gehört also nicht etwa der erste Stock oder eine bestimmte Anzahl von Zimmern, sondern tatsächlich z.B. ein Drittel des gesamten Hauses. In Ihren Verfügungsmöglichkeiten sind Sie relativ eingeschränkt bzw. auf die Zustimmung der anderen Eigentümer angewesen.

Wenn Sie Nutzungsrechte für bestimmte Teile des Hauses haben wollen, so haben Sie im Prinzip zwei Möglichkeiten: Sie treffen mit den anderen Miteigentümern eine Benützungsregelung für das Objekt, die auch im Grundbuch eingetragen werden sollte. Die zweite Möglichkeit ist die Begründung von Wohnungseigentum. Dazu ist ein eigenes Verfahren notwendig - im Wesentlichen die so genannte Parifizierung, mit der die Nutzwerte der einzelnen Gebäudeteile (Wohnungen) durch einen Ziviltechniker festgestellt werden.
 

Sie wohnen in einer Eigentumswohnung?

Auch Wohnungseigentümer sind "nur" Miteigentümer einer Liegenschaft. Der Unterschied zum schlichten Eigentum ist aber folgender: Mit Ihrem Anteil an der Liegenschaft ist das untrennbare und ausschließliche Nutzungsrecht für eine ganz bestimmte Wohnung (oder im Fall von Reihenhausanlagen eines ganz bestimmten Reihenhauses) verbunden. Der Vorteil gegenüber einem schlichten Miteigentum liegt auf der Hand: Die Verfügung ist eindeutig geklärt und eine Eigentumswohnung lässt sich in der Regel wesentlich leichter und besser verkaufen als ein Gebäudeteil.

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