Geschichte

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Im April 1923 – keine 2 Jahre nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich, kommt es innerhalb weniger Wochen im Bezirk Güssing zur Gründung von 9 Vorschusskassenvereinen - den Vorläufern der heutigen Raiffeisenkassen. In Güssing, Tobaj, Strem, St. Michael, Bocksdorf, Eberau, Gaas, Kukmirn und Gerersdorf fällt unter Anwesenheit von relativ wenigen Gründungsmitgliedern – 13 bis 49 – die Geburtsstunde der heutigen Raiffeisenbezirksbank Güssing. Der Zweck ist in erster Linie die Unterstützung der Mitglieder durch Vergabe von zinsengünstigen Krediten; Privatdarlehen sind in jener Zeit nur um etwa 25% zu bekommen! Obwohl rechtlich selbständig, lässt sich doch eine gewisse Entwicklung bis in die heutige Zeit herauf verfolgen.
 

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In Ermangelung eines eigenen Landesverbandes  - dieser wird erst 1928 gegründet – nehmen alle Vorschusskassen die Statuten des steirischen Landesverbandes an und treten ihm bei. Die Buch- und Kassenführer sind in erster Linie Lehrer, Amtmänner oder pensionierte Offiziere, die ihre Tätigkeit ehrenamtlich an wenigen Stunden in der Woche – meist Sonntag Vormittags – wahrnehmen. In den Jahren bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges erfreuen sich diese Vorschusskassenvereine großen Zulaufs. Die Mitgliederzahl wird in wenigen Jahren verzwanzigfacht.

In den Kriegsjahren kommt das Bankwesen beinahe völlig zum Erliegen. Die Umfirmierung von Vorschusskassenvereinen in Raiffeisenkassen, registrierte Genossenschaften mit unbeschränkter Haftung, fällt aber dennoch in die Jahre von 1939 bis 1942.

Wie die gesamte Wirtschaft, so müssen auch die Raiffeisenkassen in der Nachkriegszeit von Null auf beginnen. Die Kassenstunden werden in Privathäusern oder im Hinterzimmer von Gasthäusern bei Bedarf abgehalten. Mit Beginn der 50er Jahre wird infolge des beginnenden wirtschaftlichen Aufschwunges und der Stabilisierung der Währung eine allmähliche Belebung des Geschäftsganges spürbar. In der Folge werden die Geschäftszeiten ausgeweitet und sukzessive auf Halbtagsbetrieb umgestellt.

Mit Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu Beginn der sechziger Jahre beginnt sich der durchgehende Geschäftsbetrieb durchzusetzen. Hauptberufliche Geschäftsführer werden eingesetzt, in den größeren Raiffeisenkassen werden bereits weitere Mitarbeiter aufgenommen. Die 60er und 70er Jahre sind die Jahre des Aufschwunges, 50%ige Zuwachsraten sind an der Tagesordnung, Investitionen in neue Kassenlokale werden vorgenommen, in allen Raiffeisenkassen des Bezirkes hauptberufliche Mitarbeiter angestellt.


Die Geschäftsausweitung findet ihren Niederschlag auch in der Eröffnung von Filialen:

1977 errichtet die Raiffeisenkasse St. Michael Filialen in Güttenbach und Neuberg

1981 in Rauchwart. In Moschendorf wird 1979 eine Filiale der Raiffeisenkasse Gaas eröffnet. Die Raiffeisenkasse Bocksdorf errichtet 1981 eine Filiale in Ollersdorf, 1982 eröffnet die Raiffeisenkasse Eberau eine Filiale in Oberbildein, im selben Jahr entsteht die Zweigstelle Neusiedl b. Güssing der Raiffeisenkasse Kukmirn.


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Zu Beginn der 80er Jahre kommt es aufgrund von wirtschaftlichen Überlegungen sowie gesetzlicher Auflagen zu ersten Konzentrationsbestrebungen. Durch die Einbringung der Zweigstelle Stegersbach des Raiffeisenverbandes Burgenland in die Raiffeisenkasse Bocksdorf entsteht 1983 die Raiffeisenkasse Bocksdorf-Stegersbach-Ollersdorf. 1984 fusionieren die Raiffeisenkassen Güssing, Tobaj und Strem zur Raiffeisenbank Region Güssing; aus den Raiffeisenkassen Gerersdorf und Kukmirn entsteht die Raiffeisenbank Kukmirn – Gerersdorf. Im Pinkatal fusionieren die Raiffeisenkassen Eberau und Gaas sowie die erst 1959 gegründete Raiffeisenkasse Deutsch Schützen zur Raiffeisenbank Unteres Pinkatal. In den folgenden Jahren setzt sich der Aufschwung fort, weitere Mitarbeiter werden aufgenommen.

Bereits 7 Jahre später – am 10. September 1991 - fällt in der Vollversammlung in Güssing der letzte von 5 Beschlüssen zur Fusionierung der 5 Raiffeisenbanken des Bezirkes Güssing – Raiffeisenbank Region Güssing, Raiffeisenkasse St. Michael, Raiffeisenbank Bocksdorf-Stegersbach-Ollersdorf, Raiffeisenbank Unteres Pinkatal und Raiffeisenbank Kukmirn-Gerersdorf – zur Raiffeisenbezirksbank Güssing. Ausschlaggebende Gründe sind in erster Linie die Steigerung von Leistung, Wettbewerbsfähigkeit und Beratungsqualität auf der einen sowie wirtschaftliche Gründe wie Kosteneinsparungen und Rationalisierungspotential auf der anderen Seite.

Im Jahre 1999 werden die halbtägig betriebenen Bankstellen Rauchwart, Oberbildein, Moschendorf und Neusiedl b. G. aufgelassen und die Kunden von der jeweilig nächstgelegenen Bankstelle der Raiffeisenbezirksbank Güssing weiterbetreut.

2002 werden die Bankstellen Litzelsdorf, Stinatz, Wörterberg und Olbendorf – die bis dahin Filialen der Raiffeisenbank Kemeten-Markt Allhau-Wörterberg-Wolfau bzw. der Raiffeisenbezirksbank Oberwart waren – aus sektorstrategischen Gründen in die Raiffeisenbezirksbank Güssing eingebunden.

2006 Einstellung des Bankbetriebes in der Bankstelle Wörterberg.

2008 Umbenennung der Bankstellen in Servicestellen.

 

Das Tätigkeitsgebiet umfasst ca. 28.000 Einwohner in 30 Gemeinden.

Eigentümer der Bank sind etwa 5.800 Mitglieder, die ihre Interessen durch 13 Vorstandsmitglieder und 7 gewählte Aufsichtsratmitglieder wahrnehmen. Weitere 4 Aufsichtsratmitglieder sind von der Belegschaft entsandt.

Die Raiffeisenbezirksbank Güssing ist die größte, selbständige Bank im südlichen Burgenland und eines der größten Bankinstitute im Burgenland. Mit  fast 70 hochqualifizierten Mitarbeitern und weiteren 15 Personen die unsere Servicestellen in Schuss halten, ist die Bank auch einer der größten Arbeitgeber der Region und somit auch arbeitsmarktpolitisch ein wichtiger Faktor im südlichen Burgenland. Entsprechende wirtschaftliche Impulse setzt das Institut auch durch jährliche Investitionen in beträchtlichem Ausmaß, welche fast ausschließlich der regionalen Wirtschaft zugute kommen.