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Was dürfen Sie in den eigenen vier Wänden?

Ihre Rechte als Mieter

Was müssen Sie bei Änderungen in Ihrer Mietwohnung beachten? Sind Ihnen bei Umbauarbeiten auch als Eigentümer gewisse Grenzen gesetzt? Informieren Sie sich im folgenden Überblick.


Als Mieter

  • Bei allen wesentlichen Änderungen in Ihrer Mietwohnung müssen Sie die Zustimmung Ihres Vermieters einholen. Wenn der Vermieter keinen Einspruch erhebt (dafür hat er zwei Monate Zeit), dann haben Sie grünes Licht für Ihr Vorhaben. Laut Gesetz kann der Vermieter seine Zustimmung davon abhängig machen, dass Sie bei Ihrem Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.
  • Bei bestimmten Veränderungen kann der Vermieter seine Zustimmung nicht verweigern. Dazu zählen etwa die "Errichtung oder die den Erfordernissen der Haushaltsführung dienende Umgestaltung von Wasserleitungs-, Lichtleitungs-, Gasleitungs-, Beheizungs- oder sanitären Anlagen", Installationen, die für Telefon, Internet oder Fernsehen notwendig sind bzw. etwa auch Sanierungsmaßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs


Als Eigentümer

Als Eigentümer sind Sie natürlich Herr bzw. Dame in den eigenen vier Wänden – aber nicht unumschränkt. Denn bei allen Vorhaben in der Wohnung sind Sie zumindest an die Vorschriften der von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Bauordnungen gebunden. Darüber hinaus kommen Sie an gewissen baulichen Gegebenheiten nicht vorbei. Tragende Wände sind tragende Wände und entziehen sich deshalb allfälligen Umbauplänen.

  • Gewisse Grenzen sind Ihnen durch das Wohnungseigentumsgesetz gesetzt. Was Sie bei Änderungen an Ihrer Eigentumswohnung zu beachten haben, ist in Paragraph 16 geregelt. Heikel ist vor allem alles, was das äußere Erscheinungsbild der Anlage betrifft. Sie können also etwa nicht die Farbe des Außenanstrichs Ihrer Wohnung ändern.
  • Erkundigen Sie sich zur Sicherheit auch, ob es in Ihrer Wohnungseigentumsanlage Vorschriften zur Gestaltung der Balkone (einheitliche Markisen, …) gibt. Strittig ist, ob bei Reihenhäusern die Montage von Solarmodulen auf dem Dach zur Strom- oder zur Warmwassergewinnung eine Änderung des äußeren Erscheinungsbildes darstellt.
  • Eine Zustimmung der Eigentümergemeinschaft müssen Sie allenfalls dann einholen, wenn Sie für ein Vorhaben allgemeine Teile der Liegenschaft in Anspruch nehmen – dies kann etwa beim Einbau eines Kamin- oder Kachelofens sein, wenn Sie den gemeinsamen Rauchfang benutzen. Wenn Sie ein "wichtiges Interesse" an einer Änderung haben und deshalb allgemeine Teile der Liegenschaft in Anspruch nehmen, so kann die Änderung nicht untersagt werden. Ein "wichtiges Interesse" liegt laut Gesetz unter anderem bei der Errichtung von Strom-, Gas-, Wasser- oder Fernsprechleitungen, Beheizungsanlagen und ähnlichen Einrichtungen sowie unter Umständen beim Anbringen von Einrichtungen für den Hörfunk- und Fernsehempfang sowie für Multimediadienste vor. Wenn Sie für derartige Änderungen eine behördliche Bewilligung benötigen, so dürfen Ihnen die Miteigentümer der Wohnhausanlage diese nicht verweigern.