Drucken

Leitfaden zum Mietvertrag

Leitfaden zum Mietvertrag

Sie möchten Ihre Wohnung vermieten? Genügt dafür eine Vereinbarung per Handschlag oder ist es besser, einen Mietvertrag aufzusetzen? Wie hoch darf die Kaution sein?


Wir haben grundlegende Fragen zum Thema Mietvertrag zusammengestellt und liefern Ihnen die Antworten.
 
 

Mietvertrag Ja oder Nein?

Diese Frage kann eindeutig mit Ja beantwortet werden. Ein Mietvertrag kann schriftlich, aber auch mündlich abgeschlossen werden. Zur Absicherung für beide Seiten empfiehlt sich jedoch ein schriftlicher Mietvertrag.

Der Mietvertrag sollte die Namen von Vermieter und Mieter, Größe und genaue Beschreibung der Wohnung (inkl. Ausstattung und Lage), Höhe und Zeitpunkt der Zahlungen sowie Beginn und Ende des Mietverhältnisses beinhalten. Weiters sollte festgehalten werden, wer für die Instandhaltungskosten aufkommt, ob es einen Investitionsersatz gibt und in welchem Zustand die Wohnung zurückgegeben werden muss.

Mietrechtsgesetz Ja oder Nein?

Bei Kündigungfristen oder Mietpreisen gibt es unterschiedliche Bestimmungen. Entscheidend hierbei ist die Frage, ob Ihre Immobilie ganz oder nur teilweise unter den Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) fällt oder zur Gänze davon ausgenommen ist.

  • Vollanwendung: Dazu zählen alle Wohnungen, deren Baubewilligung vor dem 30. Juni 1953 erteilt wurde,  sowie Wohnungen in Gebäuden, die mit öffentlichen Fördermitteln errichtet worden sind. Wohnungen, die vor dem 9. 5. 1945 errichtet wurden, fallen unabhängig von allfälligen öffentlichen Fördermitteln ebenfalls in den Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes.  Bei diesen Wohnungen gibt es einen Preisschutz ("Richtwerte" bei den Mieten) und einen "Beendigungsschutz" (Kündigungsschutz). Darüber hinaus kann der Vermieter dem Mieter nur aus bestimmten Gründen die Untervermietung verbieten.
  • Teilanwendung: Wohnungen, die ohne öffentliche Fördermittel errichtet wurden und deren Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953 datiert, fallen in den Teilanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes. Bei diesen Wohnungen gibt es einen Kündigungsschutz, aber keinen Preisschutz.
  • Zur Gänze ausgenommen sind unter anderem Wohnungen in Gebäuden mit nicht mehr als zwei Wohneinheiten. Hier gibt es weder einen gesetzlichen Preisschutz noch einen speziellen Kündigungsschutz.
Erkundigen Sie sich gegebenenfalls bei einer Beratungsstelle, zu welchem Anwendungsbereich Ihre Wohnung zählt.

Befristung

Bei Wohnungen, die nicht unter die Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes fallen, kommt es bei der Frage einer Befristung ausschließlich darauf an, was im Mietvertrag vereinbart ist. Bei Wohnungen, die ganz oder teilweise unter das MRG fallen, ist eine Mindestbefristung von drei Jahren einzuhalten. Nach oben sind der Befristung keine Grenzen gesetzt. Die Befristung ist hintereinander beliebig oft wiederholbar.

Kaution

Für die Höhe der Kaution gibt es überraschenderweise keine exakte gesetzliche Regelung. Laut höchstgerichtlicher Rechtsprechung sind allerdings im Vollanwendungsbereich des MRG bis zu sechs Bruttomonatsmieten möglich. Die Kaution darf freilich den Wert der Wohnung (samt Einrichtung) nicht übersteigen.