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Die wichtigsten Infos zu Eigentümerpartnerschaften

Eigentümerpartnerschaft

Auch ohne Trauschein können Sie zu zweit eine Wohnung, ein Haus oder ein Grundstück kaufen. Das Stichwort lautet Eigentümerpartnerschaft.

Bis vor wenigen Jahren war der Kauf einer Immobilie für zwei Menschen ohne Trauschein ein kompliziertes Unterfangen. Mit der Einführung der so genannten Eigentümerpartnerschaft ist das anders geworden. Informieren Sie sich im Folgenden über die wichtigsten Regeln.
 

Welche Voraussetzungen gibt es?

Wichtigste bzw. einzige Voraussetzung für eine Eigentümerpartnerschaft ist, dass es sich um zwei so genannte natürliche Personen handelt, also keine GmbHs oder Firmen. Ein bestimmtes Verhältnis zwischen den beiden Personen ist nicht notwendig. Es kann sich um Lebensgefährten, gleich- oder verschiedengeschlechtliche Lebenspartner, um Verwandte, Freunde, aber auch um zwei Personen handeln, zwischen denen überhaupt kein Naheverhältnis besteht. Jede der beiden Personen ist mit genau 50 Prozent an der Eigentümerpartnerschaft beteiligt.

Wie entsteht eine Eigentümerpartnerschaft?

Eine Eigentümerpartnerschaft entsteht alleine durch den Willen zweier Partner, eine bestimmte Immobilie kaufen zu wollen. Ein bestimmter Formalakt zur Errichtung einer Eigentümerpartnerschaft oder ein Vertrag sind dazu nicht notwendig. Es empfiehlt sich jedoch, schriftlich zumindest festzuhalten, wie die laufenden Kosten aufgeteilt werden bzw. welche Regelungen es im Trennungsfall gibt.

Wie ist die Haftung geregelt?

Beide Partner einer Eigentümerpartnerschaft haften gemeinsam für alle Verbindlichkeiten. Dies gilt unabhängig davon, ob und wie die Aufteilung der Kosten in einem allfälligen Vertrag geregelt worden ist.

Welche Vorkehrungen gibt es im Trennungsfall?

Die bestmögliche Vorkehrung ist, dass beide Partner in einem Vertrag Regelungen für den Fall der Trennung festlegen. Hier ist fachkundiger juristischer Beistand anzuraten, denn in manchen Fällen kann es Überraschungen geben: Bei Ehepartnern erlischt z.B. im Fall einer Scheidung eine Eigentümerpartnerschaft nicht, da die Eigentümerpartnerschaft ja von dem Bestehen eines besonderen Naheverhältnisses zwischen den Partnern unabhängig ist.

Wenn es keine vertraglichen Vereinbarungen gibt, dann gibt es folgende Möglichkeiten:
  • Verkauf des eigenen Anteils: Ein Partner kann seinen Anteil an jemand anderen verkaufen. Hierfür ist allerdings die Zustimmung des Partners notwendig. Ein Verkauf gegen den Willen des Partners ist nicht erlaubt. Selbstverständlich können aber beide ihre Anteile gemeinsam verkaufen.
  • Teilungsklage: Wenn keine einvernehmliche Vereinbarung erzielt wird, dann kann jeder der beiden Partner mit einer so genannten Teilungsklage die Aufhebung der Eigentümerpartnerschaft bei Gericht beantragen.

Was passiert im Erbschaftsfall?

Wenn ein Partner stirbt, dann bekommt der andere Partner den Teil des Verstorbenen. Der überlebende Partner muss allerdings an die Erben die Hälfte des Verkehrswertes der Immobilie als so genannten "Übernahmspreis" bezahlen.