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Steuerliche Fragen für EU-Bürger

 Sie sind Ausländer und haben Zinseinkünfte aus Österreich? Was müssen Sie dabei beachten?


Sie sind Ausländer und haben Zinseinkünfte aus Österreich? Was müssen Sie dabei beachten?

Die Besteuerung so genannter grenzüberschreitender Zinszahlungen ist durch die Zins-Richtlinie der Europäischen Union (EU) aus dem Jahr 2005 geregelt. Demnach wird auf alle Zinseinkünfte eine EU-Quellensteuer eingehoben. Diese beträgt für ausländische EU-Bürger 35 Prozent. 75 Prozent der auf diese Weise abgeführten Quellensteuer werden vom österreichischen Fiskus an die jeweiligen ausländischen Finanzämter weitergeleitet.

Die Quellensteuer befreit Sie als Empfänger der Zinseinkünfte übrigens nicht von der Steuerpflicht in Ihrem Heimatland. Allerdings können Sie die einbehaltene Quellensteuer auf eine allfällig zu entrichtende Steuer in Ihrem Heimatland anrechnen lassen.

Geltungsbereich und betroffene Zinseinkünfte

Der Geltungsbereich der EU-Zinsrichtlinie umfasst alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie all jene Länder, mit denen ein diesbezügliches Abkommen geschlossen worden ist. Dazu zählen etwa die Schweiz und Liechtenstein. Betroffen von der EU-Quellensteuer sind Zinsen auf Girokonten, Sparbucheinlagen, Anleihen und Investmentfonds. Informationen zu Ausnahme- und Detailbestimmungen gibt es unter dem entsprechenden Link im rechten Servicebereich.

Dividenden aus österreichischen Aktien

Die Quellensteuer gilt übrigens auch für Dividenden von Aktien. Die Steuer wird automatisch vom ausschüttenden Unternehmen abgezogen. Eine weitere Steuerpflicht trifft Sie damit in Österreich nicht.